Dienstag, 28. November 2017

[Rezension] Stellmacher, Hermien / Schultz, Joachim - Wie wir Katzen die Welt sehen


























Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 125 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (23. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345836305X
ISBN-13: 978-3458363057
Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 1,2 x 19,4 cm

Inhalt gem. Insel-Verlag:
Katze müsste man sein, seufzt so mancher Mensch, wenn er uns beim Nachdenken zusieht. Doch leider läuft längst nicht alles rund im Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern.
Mit schuld daran sind diese Märchenbücher, in denen erklärt wird, wie wir ticken. Frei nach dem Motto »Katzen dressieren leicht gemacht« verbreiten diese Mäusemist ohne Ende.
Nun wollen wir endlich einmal unsere Sicht auf die Dinge darlegen. Und mit den aberwitzigen Vorstellungen, die über uns Katzen im Umlauf sind, aufräumen.
Alles Wissenswerte für jeden Katzenfreund: von A wie Abwechslung über K wie Klorolle, T wie Traumsauger bis Z wie Zusammenleben. Damit unsere geliebten Zweibeiner sich mühelos zurechtfinden können.

Zum Buch:
Katzenbücher gibt es in rauen Mengen. Bücher, in denen sie die Protagonisten sind, Bücher, in denen man erfährt, wie man mit ihnen umzugehen hat, Bücher über und mit Katzen.
Was es bislang nicht gab, ist eine Art Ratgeber von Katzen für ihre Zweibeiner, bekannt auch als Katzenpersonal oder auch Dosenöffner.

Die beiden Autoren Hermien Stellmacher und Joachim Schultz leben mit ihrem Kater Zazou zusammen und der scheint ihnen eine ganze Menge erzählt zu haben. Sie haben zugehört und dachten sich, dass das mitgeteilte Wissen mit Sicherheit von allgemeinem Interesse sein könnte und haben eine Art Lexikon zusammengestellt. Ich gehe mal davon aus, dass alles geschriebene von Zazou vorher abgenickt wurde, schließlich soll ja alles seine Richtigkeit haben.

Das Buch ist unterteilt in Stichpunkte von A - Z, wie man es vom Lexikon her kennt, besser gesagt von Aberglaube bis Zweitwohnung. 
Logisch, dass Ägypten nicht fehlen darf, wurden doch dereinst die Katzen dort als Götter verehrt - nun ja, man kann es ja mal wieder zur Sprache bringen.

Viele andere Stichworte findet man in diesem Lexikon, bei denen man bereits grinsen muss, wenn man diese nur liest. Ob es da um die eigenen Auffassungen vom Aufräumen geht, um die Erziehung (vom Personal natürlich, denn Katzen kann man nicht erziehen), um das Jagen, das Katzenklo, der unnützen Tätigkeit des Lesens, dem Napf, dem Putzen und und und.

Es macht einfach nur Spaß zu lesen, wie die Gedanken der Katzen sind und was sie einem liebevoll mitteilen wollen oder was sie einfach nur nach Erfahrungen über ihre Zweibeiner denken. Interessant zu lesen auch die Meinung der Katzen über die Anatomie des Zweibeiners. So wie es sich liest, scheinen wir eine Fehlkonstruktion zu sein - keine Ohren, die man anlegen kann, keinen Schwanz, die Krallen eine einzige Fehlkonstruktion und weitere Merkmale, mit denen man auch nicht wirklich was anfangen kann (so die Katzen). Na ja, aber wir haben auch etwas, um was wir beneidet werden - wenigstens etwas.

Ich könnte hier noch viele Beispiele bringen, aber ich denke, die Freude sollte sich jeder selbst gönnen, denn eine Freude ist es wirklich.
Nicht nur, dass man sich an den Texten erfreuen kann, dieses Buch wurde zusätzlich von Hermien Stellmacher selbst illustriert. Liebevoll gezeichnet findet man Zazou immer wieder im Buch vor, mal albern mit Hütchen, mal lesend mit Brille, als Luftballon.... er ist überall gegenwärtig und treibt dort sein Unwesen (siehe auch Cover). Die Zeichnungen von Gegenständen sind zum Teil so detailliert angefertigt, dass sie an die Qualität eines Fotos heranreichen, einfach unglaublich.

Das ist ein Buch, das man als Katzenpersonal einfach haben muss, denn wer möchte nicht wissen, was die eigene Katze weiß und wie sie die Welt sieht. Die Welt aus der Sicht einer Katze - ich kann mir schlimmeres vorstellen.
Wer kein Katzenpersonal ist, sich aber gut unterhalten möchte, dem sei dieses Buch ebenfalls ans Herz gelegt. Wer weiß, vielleicht kommt man ja doch zu einem vierbeinigen Mitbewohner, nun, wo man schon mal weiß, wie sie ticken?

Ich habe bei der Lektüre mit einem dümmlichen Dauergrinsen dagesessen und war ehrlich froh, dass ich es nicht in der S-Bahn gelesen habe.
Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an das zweibeinige Katzenpersonal.

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text vom Insel Verlag)
Hermien Stellmacher, geboren 1959, wuchs in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Deutschland. Sie illustrierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptsächlich für Erwachsene, zum Teil unter dem Pseudonym Fanny Wagner. Sie lebt mit ihrem Mann und einem Kater in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz.





Von Hermien Stellmacher / Fanny Wagner wurden von uns gelesen und rezensiert:
    

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin
Hermien Stellmacher
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Autoren: Hermien Stellmacher / Joachim Schultz

Insel Verlag:
Über das Buch und die Autoren
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Montag, 27. November 2017

[Rezension] Charlotte Lucas - Wir sehen uns beim Happy-End
















Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover) (24. November 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 378572599X
ISBN-13: 978-3785725993
Größe und/oder Gewicht: 12,2 x 4 x 19,5 cm

Inhalt gem. Bastei Lübbe:
Stell dir vor, Romeo und Julia erleben wunderbare Flitterwochen, die kleine Meerjungfrau bekommt ihren Prinzen und Hannibal Lecter wird zum kinderfreundlichen Veganer … Wie könnte die Welt aussehen, wenn jede Geschichte das Recht auf ein glückliches Ende hätte? Und was würdest du tun, wenn dir das Leben die Verantwortung für einen anderen Menschen gibt? Schenkst du ihm ein Happy End? Selbst wenn du nicht weißt, ob er das will?
Ein zauberhafter Roman über das Schicksal, unerwartete Begegnungen – und die Frage, ob erst ein Happy End das Leben lebenswert macht.

Zum Buch:
Geschichten ohne Happy End sind nicht so Emilias Ding. Sie kann schlecht damit umgehen und hat es sich zum Hobby gemacht, diese Enden umzuschreiben. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein Buch, einen Film oder ein Gedicht handelt.
Ihre Änderungen und auch ihre Gedanken bringt sie auf ihrem Blog "Better Endings" zum Ausdruck, dem viele Leser folgen. Nicht jeder bringt für ihre Marotte Verständnis auf, so dass es dort nicht nur positive Kommentare zu lesen gibt.
Privat lebt sie mit Philip zusammen, dessen Leben sie organisiert und Verlobte sie inzwischen ist. Die Hochzeitsvorbereitungen können ihre Leser auf dem Blog mitverfolgen und sie nehmen lebhaft Anteil daran.
Aber von einem Tag auf den anderen zerbricht ihre Welt. Es ist der Tag, an dem sie von der Untreue ihres Verlobten erfährt und dem viele unschöne Worte folgen. 

Sie trifft auf Oscar, einem Mann, der kurzzeitig sein Gedächtnis verloren hat... an dessen Zustand sie nicht ganz unschuldig ist. Da sie durch Philips Geständnis alles verloren hat, kommt er ihr gerade recht und durch eine Lüge gelingt es ihr, bei ihm als seine Haushälterin einzuziehen.
Sie lernt Oscar kennen und merkt recht schnell, dass es auch in seinem Leben einige markante Baustellen gibt. Diese versucht sie, zu umgehen und ihm ohne sein Wissen zu helfen, aber würde er das überhaupt wollen? ...

Emilia ist eine Frau, die sich ihre Welt ein wenig schönzureden versucht. Sie kann keine negativen Enden im Buch oder Film ertragen und ändert diese kurzerhand. 
Auch als ihre Beziehung mit Philip gescheitert zu sein scheint, kann sie diese nicht wirklich akzeptieren. Auf ihrem Blog nehmen die Leser weiterhin an den Hochzeitsvorbereitungen teil, die es ja in der Realität nicht geben wird. 
Sie schließt in Situationen, die es zu meistern gilt, Wetten mit sich selbst ab. So hofft sie noch immer auf eine Weiterführung ihrer Beziehung, denn Philip ist der Mann ihrer Träume, für ihn hat sie ihre Agentur aufgegeben, die sie sich gerade mit ihrer Freundin aufgebaut hatte. Philip war ihr Dreh- und Angelpunkt und den will sie zurückhaben. 
Mit diesem Ziel vor Augen wagt sie sich an die "Wiederherstellung" von Oscars Leben.

Emilia ist eine Träumerin, die manches Mal schon in einer Parallelwelt lebt. Als sie so nach und nach aus Oscars Leben erfährt, versucht sie mit aller Macht, auch für ihn ein Happy End zu erreichen. Dass sie sich dabei auch das ein oder andere Mal in ihren Lügen verstrickt, nimmt sie in Kauf.
Zu Beginn des Buches wirkte sie ein wenig naiv auf mich. Ihr fixierter Bezug zu Philip und ihrer persönlichen "Macke" ließ sie ein wenig weltfremd wirken.
Aber die Tatsache, dass sie nicht nur für sich ein Happy End wünscht, sondern auch bereit ist, es für andere zu erkämpfen, machte sie mir sympathisch. 

Lange habe ich mich gefragt, wie man so ein Mensch werden kann. Es gibt darauf sogar eine Antwort, eine Antwort, mit der man nicht gerechnet hatte, zumindest ich nicht.

Das Cover des Buches ist ähnlich dem Cover von "Dein perfektes Jahr" von Charlotte Lucas gestaltet, einfach, aber schön. Das ist definitiv ein Buch, das man anfassen möchte und das auf sich aufmerksam macht.

Dieses Buch von Charlotte Lucas umfasst nicht nur eine Liebesgeschichte, es geht um viel mehr. Liebe, Glauben und Hoffnung sind genauso ein Bestandteil wie Lügen, Hoffnungslosigkeit, Betrug und Verzweiflung. 
Vom "Semicolon Project" hatte ich schon einmal am Rande gehört, hier kam es wieder zur Sprache und interessierte mich. Mir gefällt es, wenn man neben der Unterhaltung an sich auch noch Wissenswertes erfahren kann.

Ich habe Emilia auf ihrem Weg sehr gern begleitet, wenn der Weg auch nicht immer gerade verlief. Eine Protoganistin, die ich letztendlich ins Herz geschlossen habe und die ich gern kennenlernen würde.

Auch dieses Buch von Charlotte Lucas empfehle ich sehr gern weiter.

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Bastei Lübbe)
Charlotte Lucas ist das Pseudonym von Wiebke Lorenz. Geboren und aufgewachsen in Düsseldorf, studierte sie in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Gemeinsam mit ihrer Schwester schreibt sie unter dem Pseudonym Anne Hertz Bestseller mit Millionenauflage. Auch ihre Psychothriller „Allerliebste Schwester“, „Alles muss versteckt sein“ und „Bald ruhest du auch“ sind bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich. Mit „Dein perfektes Jahr“ begibt sie sich auf die Suche nach den Antworten auf die großen und kleinen Fragen des Lebens.


Von Wiebke Lorenz / Leonie Winter / Charlotte Lucas wurden gelesen und rezensiert:
     

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Charlotte Lucas bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Autorin: Charlotte Lucas

Verlag Bastei Lübbe:
Buch und Autorin 
Leseprobe


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Freitag, 24. November 2017

[Premierenlesung] zu "Böses Kind" von Martin Krist

Ende November, das Wetter ist mehr als trist und dennoch trieb es uns anstatt in unsere gemütlichen Heime ins Theater und zwar genauer gesagt ins Berliner Kriminal Theater, denn hier stand am Mittwoch Premierenlesung zu "Böses Kind" von und mit Martin Krist an. Kerry hat schon vor Wochen Karten für dieses Event besorgt und natürlich hatten wir wieder unsere Lieblingsplätze - über allen anderen, direkt vor der Regie ^^

https://www.amazon.de/B%C3%B6ses-Kind-erste-Kommissar-Henry/dp/3745035291/ref=sr_1_1_twi_pap_1?ie=UTF8&qid=1511478369&sr=8-1&keywords=b%C3%B6ses+kind

Dieses Mal hatte der Autor für seine Buchpremiere ein großes Aufgebot dabei ^^ Die Moderation übernahm Carolin Reif, die weiblichen Leseparts wurden von Nina Hohlfeld und Anne Forman übernommen. Für die musikalische Begleitung sorgte Cihat Celik (mit Songs, die eigens für das Hörbuch "Böses Kind" geschrieben wurden). 

Martin Krist und Carolin Reif

Und diese starteten auch gleich los und sorgten für ordentlich Stimmung im Publikum. 


die musikalische Begleitung des Abends


Gleich zu Beginn wurde darauf hingewiesen, dass Martin Krist dieses Buch in Eigenregie als Selfpublisher veröffentlicht hat. Er hat sich zu diesem Schritt entschieden, da er sich von den Verlagen in seinem Schaffen ausgebremst gefühlt hat. Mittlerweile hat sich Selfpublishing etabliert und Martin sieht dem Erfolg seines Buches sehr optimistisch entgegen.

Auch unterscheidet sich sein Ermittler, Kriminalhauptkommissar Henry Frei deutlich von anderen, gängigen Ermittlern, denn er ist ein glücklich verheirateter Familienvater mit einer intakten Familie - sprich, weder Alkohol noch Depressionen sind seine inneren Dämonen. 

Martin Krist im Gespräch

Zwischendurch hat Carolin Reif begeisterte Rezensionen von bereits veröffentlichen Buchbesprechungen widergegeben.

Der erste Lesepart brachte uns gleich in eine beklemmende Situation - eine Frau erwacht gefesselt in einem Keller oder ähnlichem und muss feststellen, dass dort ein Verbrechen stattgefunden hat, denn sie findet dort Blut, Knochensplitter und Gehirnmasse vor. Gleichzeitig lernen wir Suse kennen, die weibliche Protagonistin, die alleinerziehende Mutter von drei Kindern und mit ihrem derzeitigen Leben überfordert ist. Erst recht, als ihre 14-jährige Tochter Jacky verschwindet. 


Nina Hohlfeld, Martin Krist, Carolin Reif und Anne Forman


Dann sollte ein zweiter musikalischer Part eingelegt werden, was fast an der Technik gescheitert wäre - doch schlussendlich ging alles gut, wobei die zwei Brüder auch durchaus ohne Musik für Unterhaltung sorgten.



Anschließend erfuhren wir etwas über die Figurenentwicklung und warum die Bücher von Martin Krist grundsätzlich in Berlin spielen, denn der Autor lebt nicht nur seit 17 Jahren hier, sondern ist auch der Meinung, dass gerade in Berlin die Geschichten auf der Straße liegen - Inspiration ist überall.

Im nächsten Lesepart lernten wir den Ermittler Henry Frei und seine Kollegin kennen und obwohl Henry ein glücklicher Mensch ist, hat er doch so die ein oder andere Eigenart, so hasst er zum Beispiel Unpünktlichkeit und Unordnung. 

Abschließend entführte man das Publikum erneut in eine überaus beklemmende Situation - zurück zur Gefangenen ...

Ganz zum Schluss der Veranstaltung wurden wir mit einer Interpretation von "Ist da jemand" verabschiedet.

Im Anschluss konnte man sich Bücher signieren lassen - Kerry, als großer Fan des Autoren hatte dieses noch nicht und hat Kleeblatt mit einem Zaunpfahl zu verstehen gegeben, dass ein signiertes Exemplar dieses Buches hervorragend in ihrem Nikolausstiefel aussehen würde ^^ 


Ach ja, zumindest eine weitere Autorin wurde im Publikum gesichtet - Kerstin Hohlfeld, deren Tochter Nina auf der Bühne lesend in Aktion war.

Kerstin Hohlfeld und Nina Hohlfeld - und Herr Miez hat sich auch auf das Foto geschmuggelt

Natürlich musste noch mit dem Autoren das obligatorische Foto gemacht werden und auch hier wollte Herr Miez unbedingt mit aufs Bild ^^




An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen Beteiligten für diesen wundervollen Abend bedanken und allen, die noch nie eine Lesung des Autoren besucht haben, eine solche unbedingt ans Herz legen!!!

Kerry und Kleeblatt

Montag, 20. November 2017

[Lesung] Carla Berling stellt ihr neues Buch "Mordkapelle" vor

Im Rahmen des diesjährigen Krimimarathons in Berlin, das bereits zum 8. Mal stattfindet, lud die ständige Vertretung von NRW zu einer Lesung ein.
Die Autorin Carla Berlin stellte ihr neues Buch "Mordkapelle" vor.

ständige Vertretung NRW in Berlin


Nachdem die Autorin vom stellv. Vorsitzenden der Westwind e.V., Herrn Klaus Brückner, anmoderiert wurde, ging es auch schon fast los.

Carla Berling

Von der Autorin erfuhren wir Zuhörer, dass sie schon seit 10 Jahren in Köln lebt, ursprünglich aber aus Ostwestfalen kommt.
Sie hat schon einige Bücher geschrieben, die sie unter ihrem bürgerlichem Namen veröffentlichte, leider erfolglos. Die Tatsache, dass sie ihre Bücher nur bei Kleinverlagen unterbringen konnte, die kein Budget für Werbung haben, brachte sie ihrem Ziel, erfolgreich Bücher zu schreiben, leider nicht näher. So entschloss sie sich, als Selfpublisherin ihre Bücher zu vermarkten.
Dann kam sie zu Heyne.

An dieser Stelle fing sie an, den Prolog des Buches zu lesen, zumindest hörte es sich danach an (ich kenne das Buch nicht).

Weiterhin konnten wir von ihr erfahren, dass sie, als sie den Vertrag mit Heyne unterschrieb, noch kein Buch vorliegen hatte, sondern nur den Titel "Mordkapelle". Die Grundlage dieses Krimis bildeten Papiere, die ihr von einer alten Dame überlassen wurden. 

Es wurde ein weiterer Abschnitt aus dem Buch gelesen. 
Ira Wittekind, die Protagonistin des Buches, hat ihre erste Begegnung mit dem Toten in einer Kapelle. Es handelt sich dabei um einen Toten in einem Rollstuhl, der bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist.

Carla Berling, lesend

Zwischen den einzelnen Lesungsabschnitten erzählte die Autorin von sich und dem Buch.
Ihre Krimis spielen in Bad Oeynhausen, wo die Autorin sich bestens auskennt, kommt sie doch von dort. 
Die Protagonistin Ira Wittekind ist in Carla Berlings Alter und Reporterin. In diesem Metier kennt sich die Autorin aus, war sie doch selbst jahrelang Lokalreporterin und Pressefotografin. 
In ihren Romanen gibt es kein Ermittlerteam und keine Staatsanwälte.
Ira hat die Gabe, Menschen zum Reden zu bringen, sie kann zuhören. Sie weiß, wie man die richtigen Fragen stellt. Sie war nie verheiratet, hat keine Kinder, aber einen Hund.
Carla Berling könnte im Vergleich Ira Wittekind sein, nur dass sie verheiratet ist und 2 erwachsene Söhne hat. 

Für die richtigen und sachlichen Fakten in ihren Büchern hat sie Menschen an ihrer Seite, die sie unterstützen, so beispielsweise ein Apotheker und ein Beamter bei der Polizei.

Zu ihren Büchern allgemein ließ sie verlauten, dass sie ihr erstes Buch vor 17 Jahren geschrieben hat.
Aber erst mit der Reihe um Ira Wittekind kam der Erfolg.
Während Teil 1 nur als E-Book vertrieben wurde, verkaufte sich die Reihe ab Teil 2 wie von selbst. Es war der Durchbruch, auf den sie hingearbeitet hatte. 
Nach dem 3. Teil kam Heyne auf sie zu und veröffentlichte ihren 4. Teil der Reihe "Mordkapelle". Teil 1 "Sonntags Tod" wurde ebenfalls jetzt bei Heyne neu aufgelegt.
Obwohl es eine Reihe ist, ist jeder Band in sich abschlossen und kann separat gelesen werden.



Als Carla Berling Textstellen vorlas, die die beiden Tanten Sophie und Friedchen zum Thema hatten, ging sie ganz in ihrer Darbietung auf. Nicht nur, dass sie den Dialekt gekonnt rüberbrachte, nein, sie sang auch noch "Theo, wir fahr'n nach Lodz" mit vollem Körpereinsatz. Natürlich sehr zur Belustigung der Zuhörer.

Es war eine ausgesprochen unterhaltsame und gelungene Lesung. Sehr lebhaft und mit einer Wahnsinnsstimme, leicht rauchig, las sie uns aus ihrem Buch vor. 
Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie ihre Bücher auch selbst als Hörbücher einsprechen könnte. Da passte einfach alles.

Natürlich kam sie nicht drum herum, sich mit Frl. Maunz ablichten zu lassen und mir mein Buch zu signieren. Bei der Gelegenheit erfuhr ich auch, dass sie sich inzwischen mit Kuscheltieren auskennt, kommt doch dieser Tage ihr Enkelkind zur Welt.

Carla Berlin mit Frl. Miez

Vor der Lesung und während der Pause hatte man Gelegenheit zum Essen und Trinken. Bereits bei der Ankunft erhielt ich ein Glas Rotwein und hätte an das Buffet gehen können, was ich jedoch gelassen habe.

Mir hatte der Abend sehr gut gefallen. Die Lesung mit Carla Berling war ein voller Erfolg, den ich bei Gelegenheit gern wiederholen würde.

Monika

Donnerstag, 16. November 2017

[Lit.Love] 2017 - Tag 2

Nachdem wir den ersten Tag erfolgreich gestemmt hatten, freuten wir uns auf den zweiten Tag. Von vornherein wussten wir, dass wir ihn ruhig angehen können, denn den Großteil unserer Wunschautorinnen konnten wir bereits am Vortag "abhaken".

teilnehmende Autorinnen der 2. Lit. Love

Bevor wir uns unserer ersten Veranstaltung zuwandten, lief  ich ein wenig in den Verlagshallen herum und machte Fotos von der wunderschönen Dekoration und den Wandgestaltungen.
Dabei traf ich ein weiteres Mal auf Susan Elizabeth Phillips, die zum Meet & Greet außerhalb der Reihe einlud. Für mich setzte sie sich gern in Pose und ein gemeinsames Ablichten war ebenfalls wieder drin. Diese Frau trifft man aber auch nie ohne Lächeln an -)

Susan Elizabeth Phillips

Susan Elizabeth Phillips mit mir

Unsere erste Veranstaltung lief unter dem Namen "TALK: Schätze auf dem Dachboden und Leichen im Keller - Familiengeheimnisse im Roman". Der Talk wurde von zwei Verlagsmitarbeiterinnen geleitet und zu Gast waren die Autorinnen Ulrike Sosnitza, Lilli Beck, Beate Maxian und Brigitte Riebe. Das erste, was wir erfuhren, war die Tatsache, dass es wohl in jeder Familie Geheimnisse gibt, die aufzudecken sind. Geheimnisse, die vielleicht nie ans Licht der Welt gelangen werden.

v.l.: Verlagsmitarbeiterin, Ulrike Sosnitza, Lilli Beck, Beate Maxian, Brigitte Riebe, Verlagsmitarbeiterin

Lilli Beck hatte einen sehr alten Koffer ihrer Mutter dabei, den sie samt Ahnenpass auf dem Dachboden fand. Sie bedauerte sehr, dass ihre Mutter über die Geschehnisse in ihrem Leben nicht reden will und sie mit den Worten abgespeist wurde, dass sie immer gut behandelt wurde. Schade ist es schon, dass die Zeitzeugen, die es noch gibt, nicht zu reden gewillt sind, denn wer könnte die Geschichte glaubhafter wiedergeben?
Auch machte Lilli Beck klar, dass sie die Geschichte ihrer Mutter bzw. die bruchstückhaften Erkenntnisse, die sie hat durchblicken lassen, nicht auszuschlachten gedenkt, solange ihre Mutter lebt. 

Lilli Beck mit dem Koffer und dem Ahnenpass

Brigitte Riebe hatte ein altes Tagebuch dabei, das ihr jemand überlassen hatte. Sie wurde damit vor eine große Herausforderung gestellt, denn es war in altdeutscher Schrift (Sütterlin) geschrieben. Die Druckschrift in Sütterlin mag ja noch gehen, aber eine eng beschriebene Seite mit Schreibschrift bringt einen schon an die Grenzen.
Ich hatte mich mal mit Ahnenforschung beschäftigt und in alte Kirchenbücher geschaut, da werden einem ziemlich schnell die Hoffnungen genommen.

Brigitte Riebe und ihr Tagebuch

Es war eine interessante Talkrunde, in der aufgezeigt wurde, wieviel auch noch darauf wartet, entdeckt zu werden.

Im Anschluss hatte ich die Gelegenheit, kurz noch ein Foto von Ulrike Sosnitza zu machen und mir mein Buch signieren zu lassen.

Ulrike Sosnitza

Auf die nächste Veranstaltung freute ich mich besonders, denn es gab ein "Q & A mit Susan Elizabeth Phillips". Während ich immer wieder feststellen muss, dass die Autorin vielen nicht bekannt ist, liebe ich ihre Bücher schon seit Jahren. Ich habe jedes ihrer Bücher, die auf deutsch erschienen sind und bis auf das aktuelle, auch alle gelesen.
Ich habe sie hier in München das zweite Mal erlebt, das erste Mal traf ich sie 2011 in Berlin. 

Susan Elizabeth Phillips mit Angela Spizig, die moderierte

Diese Stunde war leider viel zu schnell vorbei. Es wurden Fragen gestellt und beantwortet, die von Angela Spizig kamen, vom Publikum oder auch von der Livestream-Übertragung von Lovelybooks. Auch gab es ein kleines Quiz, bei der man eine ebensolche rote Nase gewinnen konnte, wie die Autorin sie ebenfalls trug.

 
Susan Elizabeth Phillips

Bei weiteren Meet & Greets traf ich auf die beiden Autorinnen Susanne Goga und Fiona Blum, die mir jeweils ein Buch signieren durften und auch bereitwillig für ein Foto mit Frl. Miez zur Verfügung standen.

Susanne Goga / Fiona Blum

Von Cristina Caboni habe ich zwar bislang nichts gelesen, aber an der Tatsache kann man ja was ändern, so dass sich dieses Treffen nur auf ein Fotoshooting reduzierte.

Cristina Caboni

Eine weitere Veranstaltung, die wir besuchten, war "Rock your BLOG! So werdet Ihr zum beliebtesten lit. Blogger im Web". Durch die Veranstaltung führten Barbara Henning vom Goldmann-Verlag und die Autorin Claudia Winter.

 
Barbara Henning mit Claudia Winter

Beide Frauen haben sich scheinbar vorher modisch abgestimmt :-) 


Auch wenn der Titel der Veranstaltung etwas anderes suggerierte, so war das definitiv eine sehr interessante und aufschlussreiche Veranstaltung. Wir hörten Zahlen zum Bloggerportal, Anfragen, Neuzugänge und diverse Statistiken, die uns erstaunten. Diese Größenordnung hätte ich definitiv nicht erwartet. So gab es beispielsweise 200 Neuregistrierungen im Monat Oktober und eine enorm große Anfrage an Rezensionsexemplaren. Dass bei dieser Menge an Anfragen nicht jeder Wunsch berücksichtigt werden kann, dürfte wohl jedem eingeleuchtet haben.
Was die Gemüter ein wenig erhitzte war die Neuregelung eines Paragrafen, was die Werbung auf dem Blog angeht. Demzufolge zählt jeder Link zu Autor, Verlag o.ä. als Werbung und sollte als solche gekennzeichnet sein, ansonsten könnten Abmahnungen drohen.
Das ist definitiv ein Punkt, den ich mir noch einmal in einer ruhigen Stunden auf der Zunge zergehen lassen muss.

Anschließend erwischte ich noch Anne Jacobs zum Ablichten mit Frl. Miez. Auch von dieser Autorin habe ich bislang nichts gelesen, will das aber ändern.

Anne Jacobs

Unsere letzte Veranstaltung trug den Titel "TALK: Gourmet trifft Naschkatze - vom Schlemmen und Schwelgen in Liebesromanen".
Die Runde bestritten die Autorinnen Manuela Inusa, Jana Lukas und Ulrike Sosnitza, Anouk Schollähn moderierte die Talkrunde.

Manuela Inusa, Jana Lukas, Ulrike Sosnitza, Anouk Schollähn

Eine interessante und lustige Runde war das. Eine der Autorinnen war vegan, eine kocht und bäckt aus Leidenschaft und die dritte mag das alles, nämlich essen :-)
Die Runde hatte den Ursprung darin, dass die Autorinnen genau das mit in ihren aktuellen Romanen beschrieben haben. Jana Lukas' Rezepte verdankt sie ihrer Mutter, die sich für ihr Buch etwas ausgedacht hatte. Ulrike Sosnitza liebt seit frühen Kindertagen Schokolade. Inzwischen ist sie wohl schon soweit, dass es Tage gibt, wo sie keine isst. Ihr hatten wir Zuhörer es zu verdanken, dass wir auch in den Genuss von Lindt-Schokolade kamen.
Die Autorinnen verrieten uns ebenfalls, was sie ihren Gästen am liebsten vorsetzen.
Die Rede kam natürlich ebenfalls irgendwie auf den Traummann, der sich dann als 1,90 m großer Mr. Thermomix entpuppte. Er kann nicht nur kochen, sondern einkaufen und Haushalt schmeißen gehören dazu.

Diese Runde war der krönende Abschluss eines wunderbaren Wochenendes

Zwischendurch stattete ich der hauseigenen Buchhandlung einen Besuch ab und bewunderte die Ausrichtung der Bücher der anwesenden Autorinnen.

Bücher von anwesenden Autorinnen

 
Bücher von Lucinda Riley / Susan Elizabeth Phillips

   
links. Bücher von Claudia Winter, Constanze Wilken, Brigitte Riebe
rechts: Bücher von Beate Maxian


Bei der Gelegenheit lief mir dann auch wieder Constanze Wilken über den Weg, die ich dann noch hinter ihren Büchern ablichten durfte.

Constanze Wilken hinter ihren Büchern


 
Bücher von Cristian Caboni / Anne Jacobs

Bevor wir in Richtung Heimat aufbrachen, verplauderten wir uns noch ein Weilchen, so dass wir kurz davor waren, das Verlagshause mit abschließen zu dürfen. Aber wir mussten uns trennen, lag doch noch eine lange Autofahrt vor uns.

Es waren zwei wunderschöne, jedoch auch sehr anstrengende Tage, vollgepackt mit jeder Menge Erlebnissen. Wir haben viele Autorinnen wiedergesehen, andere neu kennengelernt, Verlagskontakte aufgefrischt, Blogger getroffen und Veranstaltungen besucht.
In diesem Jahr waren die Zeiten nicht so eng getaktet, dass man das Gefühl hatte, von einem Termin zum nächsten hetzen zu müssen, sondern man hatte zwischendurch viel Gelegenheit, spontane Gespräche führen zu können, was wir auch reichlich genutzt haben.
Es war eine ausgesprochen angenehme und entspannte Atmosphäre, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe.

Mein spezieller Dank geht an die Verlagsgruppe Randomhouse, die ihr Haus für dieses Event geöffnet hat, die es einladend geschmückt haben und die organisatorisch so einiges auf die Beine gestellt haben. Ich fühlte mich willkommen geheißen inmitten all der Büchersüchtigen, ob Autor oder Blogger. Sie haben dieses Wochenende unvergesslich gemacht und lassen mich gern daran zurückdenken.
Herzlichen Dank auch an alle Autorinnen, die sich geduldig mit mir oder / und Frl. Miez ablichten ließen, auch ihr habt dieses Event einmalig gemacht.

Eins weiß ich schon, ich bin im nächsten Jahr gern wieder dabei, wenn Randomhouse für die 3. Lit.love die Türen öffnet. 

Schnee auf der Raststätte Pegnitz

Auf der Heimfahrt hatten wir nicht nur mit Regen zu tun, nein, wir hatten das volle Programm - Schneeregen. Braucht kein Mensch :-)