Montag, 14. August 2017

[Rezension] Martina Sahler - Die Stadt des Zaren



Leseprobe




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: List Hardcover (11. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 347135154X
ISBN-13: 978-3471351543
Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 4 x 22,2 cm

Inhalt gem. List:
Der große Roman über die Gründung von Sankt Petersburg

Zar Peter setzt im Mai 1703 an der Newa den ersten Spatenstich. Er will eine Stadt nach westlichem Vorbild bauen: Sankt Petersburg. Ein monumentales Vorhaben, das Aufstiegschancen und Abenteuer verheißt. Aus allen Himmelsrichtungen reisen die Menschen an: Graf Fjodor mit seiner intriganten Frau und ihrer Tochter, die sich nach dem Wunsch der Eltern mit dem Zaren verloben soll. Ein italienischer Architekt, der seine Geliebte in Florenz zurücklässt und von der Vergangenheit eingeholt wird. Der deutsche Arzt Dr. Albrecht mit seinen Töchtern. Während die Jüngere mit einem holländischen Tischlergesellen abenteuerlustig durch die Sumpflandschaft streift, verliert die Ältere ihr Herz an einen Mann, der zum Mörder wird. Langsam wächst eine Stadt heran, eine historische Meisterleistung, dem sumpfigen Grund abgerungen.

Zum Buch:
Peter der Große, Zar von Russland, ist fasziniert von der Lebensweise der Europäer. Vieles davon will er in seiner Heimat, Russland, umsetzen. Er schreibt vor, wie die Menschen sich zu kleiden haben bzw. verlangt von den Männern, dass sie ihre Bärte abrasieren.
Ein weiteres großes Ziel von ihm ist, an der Newa eine neue Hauptstadt des Landes auferstehen zu lassen. Sie soll das Tor zu Europa werden, mit einem Hafen, von wo aus Russland zu Ruhm und Ansehen gelangen soll.
Die Stadt soll St. Pieterburch heißen. Da, wo sich 1702 nur das schlammige Newa-Delta befindet, will er ab 1703 seine Vision wahr werden lassen.
Es soll eine Stadt werden, die mit Kanälen durchzogen wird, ganz nach dem Vorbild von Amsterdam.

Zur Verwirklichung seines Traumes lädt er persönlich viele europäische Handwerker und Ärzte ein, ihm bei der Durchsetzung seines Traumes zu helfen, von denen viele die Einladung annehmen. 
Diese kommen mit Hoffnungen auf etwas Großes, wissend, dass die Anfänge schwer werden, denn eine vorgegebene Infrastruktur gibt es noch nicht.
An dem Aufbau der neuen Hauptstadt kommen aber nicht nur Geladene, sondern es werden ebenfalls Gefangene und Leibeigene eingesetzt, die keine Wahl haben, sie müssen unter schwersten Bedingungen Fronarbeit leisten und auch zum Teil ihr Leben lassen...

Die Geschichte des Romans umfasst den Zeitraum von 1703, wo der erste Spatenstich erfolgte, bis ins Jahr 1712, der offiziellen Ernennung von St. Petersburg zur Hauptstadt Russlands.

Die Autorin Martina Sahler hat die Entstehung der Hauptstadt nicht nur sehr gut recherchiert, sie hat diese auch mittels historischen und fiktiven Protagonisten sowie deren Lebensgeschichten für den Leser zum Leben erweckt.

Neben den historischen Personen wie Zar Peter Alexejewitsch, seinem Freund und Berater Fürst Alexander Menschikow, seiner Ehefrau wie auch seiner Geliebten stehen fiktive Personen gegenüber wie der deutsche Arzt Richard Albrecht mit seiner Frau und den Kindern Paula, Helena und Gustav, dem Tischler Theodorus van der Linden aus Amsterdam mit seinem Sohn Willem, den beiden italienischen Architektenbrüdern Matteo di Gregorio und Francesco, schwedischen Kriegsgefangenen sowie russische Leibeigene.

Der Leser ist vom ersten Spatenstich an zur Gründung der neuen Hauptstadtmetropole unmittelbar am Geschehen dabei. Man hat förmlich das Wachsen der Stadt vor Augen, kämpft gemeinsam mit den Beteiligten gegen die Widrigkeiten der Natur und kann sich auch vor Rückschlägen nicht verwehren. 
Unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen wird eine Stadt aus dem Boden gestampft, die ohnegleichen ist.
Zar Peter weicht nicht einen Schritt von seinem Traum ab und versucht ihn, egal, was es kostet, umzusetzen. Dabei spielen Menschenleben keine Rolle.

Neben dem einzigartigen Aufbau der Stadt erfährt der Leser nebenbei auch ein wenig von Russlands Geschichte, den militärischen Angriffen, denen Zar Peter auch ausgesetzt ist.

Der Roman lebt durch seine Protagonisten, denen die Autorin hier Leben einhaucht. Sie zeigt die Lebensumstände, unter denen die Gefangenen oder Leibeigenen zu leben haben, aber auch ihre Träume und Hoffnungen. Genauso gnadenlos skizziert sie auch die Tatsache, dass diese keinerlei Rechte haben, sondern zum Spielball der Mächtigen werden.

In ihrem Roman ist alles vertreten, es reicht von Liebe, Hass, Leidenschaft, Eifersucht, Träumen, Hoffnungen bis zur Geschichte, Kriegen, Mord und Macht. 
Mir hat es Spaß gemacht, die Entstehung von St. Petersburg mit Hilfe des Romans vor meinem bildlichen Auge auferstehen zu lassen. Ich habe gern die baulichen Veränderungen beobachtet und die Protagonisten in ihrem Wirken, Denken und Tun begleitet.
Ich habe mit ihnen gehofft und gebangt und manch einem sein Schicksal gegönnt, das ihn ereilt hatte, im positiven wie auch im negativen Sinne.

Für mich war es das erste Buch von Martina Sahler, aber mit Sicherheit wird es nicht das letzte sein.
Wer gern historische Romane liest, dem empfehle ich dieses Buch gern weiter.  


Bewertung:


Zur Autorin:
(Text übernommen von Ullstein)
Martina Sahler erfüllt sich mit diesem Roman den persönlichen Traum, die Gründungsgeschichte ihrer Lieblingsstadt Sankt Petersburg zu erzählen. Mit ihren bisherigen historischen Serien hat sie viele begeisterte Leser gewonnen. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Köln. 

Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Ullstein-Verlag bedanken
der mir dieses Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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