Montag, 25. Juli 2016

[Rezension] Theresia Graw - Glück ist nichts für schwache Nerven



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442383250
ISBN-13: 978-3442383252
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 4 x 18,5 cm

Inhalt gem. Blanvalet:
Valentina ist zornig. Ihre Scheidung ist drei Tage und siebeneinhalb Stunden alt, ihre neue Kollegin hatte den kürzeren Rock an und hat ihre Beförderung eingesackt, und anstatt ihr beizustehen, ist ihre beste Freundin in den Flitterwochen auf Mauritius, und ihre Hippiemutter kämpft in Brasilien gegen die Abholzung des Urwalds. Doch dann fällt Valentina durch Zufall ein Hinweis auf ihren unbekannten Vater in die Hände. Als sich ihr die Chance bietet, sich inkognito in seinen Haushalt einzuschleichen, ergreift sie diese – und erfährt, dass das Glück manchmal seltsame Wege geht und Venedig immer eine Reise wert ist …

Zum Buch:
Wenn es dicke kommt, dann so richtig.
Valentina, seit 3 Tagen von ihrem Mann Holger geschieden, hat gerade den ihr in Aussicht gestellten Job an die neue Kollegin verloren.
Niemand ist da, bei dem sie sich mal so richtig ausheulen kann. Eine Freundin tourt auf Hochzeitsreise, eine andere ist gerade Mutter geworden und ihre Mutter schwirrt als Umweltaktivistin lieber in der Weltgeschichte, derzeit in Brasilien, herum.
Zu allem Unglück bekommt sie auch noch einen Tinnitus, der sie für 3 Wochen aus dem Verkehr zieht.
Als ihre Mutter aus Brasilien anruft und sie bittet, nach ein paar Unterlagen in ihrer Wohnung zu gucken, fällt ihr eine Pralinenschachtel in die Hände. Darin befinden sich ein Zeitungsausschnitt und ein Abschiedsbrief. Der Brief ist von ihrem Vater an ihre Mutter. 
Es ist das erste Mal, dass Valentina überhaupt etwas von ihrem Vater erfährt, ihre Mutter war in dieser Hinsicht nicht sehr kommunikativ. Nun weiß sie, wer er ist oder war. Ein angesehener Architekt, der zudem gar nicht so weit weg wohnt, wie sie nach einer Googlesuche erfährt.

Der Arzt, den sie wegen dem Tinnitus aufgesucht hatte, verordnete ihr viel Ruhe und die gedachte sie in Italien zu verbringen. Sachen ab ins Auto und schon sollte es los gehen. Aber vorher wollte sie sich noch einen kleinen Blick auf das Anwesen ihres vermeintlichen Vaters gönnen. Ein Vorsatz mit Konsequenzen...

Als sie da vor dem Anwesen steht, wird sie versehentlich für die Pflegerin für Herrn Enzinger, ihren Vater, gehalten und ins Haus gebeten. Dort tut sie so, als wäre sie diese wirklich. Als es jedoch ernst wird, versucht sie zu flüchten. Auf dem Weg zu ihrem Auto trifft sie auf die echte Pflegerin, Eva aus Polen, und sie kann sie überzeugen, für 3 Wochen die Rollen zu tauschen. Sie will in der Zeit ihren Vater kennenlernen und Eva soll sich 3 Wochen München ansehen und solange in Valentinas Wohnung unterkommen. Nach einigem Hin und Her stimmt Eva zu.

Valentina verbringt viel Zeit mit ihrem Vater und nötigt ihn auch mal zu Unternehmungen, die ihm nicht so zusagen, aber da muss er durch. Immer wieder will sie ihm mitteilen, wer sie ist, aber irgendwas ist immer.
Der einzige Wermutstropfen ist Felix, in den sie sich verliebt hat, den Gärtner. Leider entpuppt er sich als Sohn der Familie und damit schwinden alle ihre Hoffnungen.

Seit Valentina in den Enzinger Haushalt gekommen ist, verändert sich einiges. Enzinger, ihr Vater, ist ein grummeliger und nicht sehr gesprächiger Mann. Seit einem Unfall vor 10 Jahren arbeitete er nicht mehr als Architekt. Er ist in seinen Bewegungen stark eingeschränkt und seit 3 Monaten an den Rollstuhl gefesselt. Das macht ihn wütend und ablehnend. 
Valentina versucht, ihn aus dem Schneckenhaus herauszuholen und fährt mit ihm durch die Gegend, ob er will oder nicht.
Die beiden kommen sich näher, aber Valentina hat einfach keine Gelegenheit ihm zu sagen, wer sie ist.

Der Roman der Autorin Theresia Graw ließ mich, einmal hineingeschnuppert, nicht mehr los. Obwohl ich schon recht bald eine Ahnung hatte, wie das Ende aussehen wird, hat es Spaß gemacht, Valentina und alle ihre Anstrengungen mit zu erleben und zu verfolgen.
Auf der Suche nach Liebe, Glück und einem Vater begibt man sich gemeinsam mit Valentina auch auf eine Reise nach Venedig.
Valentina ist die Sympathieträgerin des Buches, obwohl auch fast alle anderen Protagonisten in diese Kategorie einzuordnen sind.
Sie ist ehrlich, hilfsbereit und man wünschte sich, sie als Freundin zu haben. Ihr gelingt es mühelos, andere für sich einzunehmen. Leider gibt es in dem Haushalt aber auch eine Person, die ihr nicht wohlgesonnen ist und ihr schaden will.
Was Valentina noch anfangs wie ein Unglücksrabe aussehen lässt, ändert sich zusehens. Sie fühlt sich wohl, leidet aber unter der Lüge, unter der sie sich ins Haus geschlichen hat und ihrem eigentlichen Ansinnen, das sie ihrem Vater gegenüber noch nicht loswerden konnte.
Man muss aber Valentina gern haben, man kann gar nicht anders. Ich habe sie in mein Herz geschlossen, habe mit ihr gemeinsam bei der Psychologin gesessen, habe mit ihr gelebt, geliebt, gehofft und gelitten.

Sehr humorvoll erzählt die Autorin die Geschichte von Valentina und das in der Ich-Form aus der Sicht von Valentina. So ist der Leser aktuell bei allem dabei, kennt ihre Gedanken, Sorgen und Ängste.
Ich habe Valentina auf ihrer Suche nach dem Vater und dem Glück sehr gern begleitet und empfehle das Buch sehr gern weiter.

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text von Blanvalet)
Theresia Graw, geboren 1964, studierte Germanistik und Kommunikationswissenschaften. Als Journalistin war sie für verschiedene Radiosender tätig und arbeitet heute als Nachrichtenredakteurin beim Bayerischen Rundfunk in München. Theresia Graw hat bereits mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Nach »Das Liebesleben der Suppenschildkröte« ist »Glück ist nichts für schwache Nerven« ihr zweiter Roman für Erwachsene.







An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Theresia Graw und beim Verlag




bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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