Mittwoch, 13. Juli 2016

[Rezension] Jan Anderson / Christian Koch - Gestatten, meine Name ist Wilma Bumsen



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442159008
ISBN-13: 978-3442159000
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 2 x 18,8 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Namen sind Glückssache. Die meisten von uns gehen in dieser Hinsicht relativ unauffällig durchs Leben, doch manchen trifft es hart. Wer mit Nachnamen Diener heißt und seinen Sohn auf den Namen Bernhard tauft, ist entweder ein großer Hundefan oder hat nicht richtig aufgepasst. Ist die Tochter Biene der Familie Maja der Sprössling einer Imkerdynastie? Wer hätte ahnen können, dass Frank Glied einmal Rohrverleger werden würde oder dass Dr. Kratzig seine Berufung als Hautarzt findet? Richtig romantisch kann es auch werden, wenn sich zwei liebende Menschen das Ja-Wort geben und nicht nur ihre Herzen, sondern auch ihre Nachnamen aneinander binden. Kerstin Schlapper-Rammelmann zum Beispiel hat es getan ... Hier kommen die schrägsten und lustigsten Namen, die es – wirklich! – gibt.

Zum Buch:
Wer weiß schon, dass die Bezeichnung des Sees Chargoggagoggmanchauggagoggchaubuna in Massachusetts die längste Ortsbezeichnung in den USA ist? Selbst die Einheimischen sprechen den indianischen Namen nicht aus und sind beim Versuch eines Schildes kläglich wegen Schreibfehler gescheitert.
Die längste Ortsbezeichnung Deutschlands beruft sich immerhin auf 40 Buchstaben und lautet: Michelbach an der Bilz-Gschlachtenbretzingen.
Europas längste Ortsbezeichnung schafft 58 Buchstaben und die längste der Welt braucht 85 Buchstaben.
   
Auch dürfte die Information nicht jedem geläufig sein, dass die Kennzeichnung C M B der Sternensinger an den Türen nicht auf die drei heiligen Könige (Caspar, Melchior, Balthasar) zurückzuführen ist. Es steht für "christus mansionem benedicat", was "Gott segne dieses Haus" übersetzt heißt.

Informationen, die man so noch nie gehört oder gelesen hat. 

Lustige und ungewöhnliche Namen kann man hier ebenfalls lesen. 
Oftmals haben die beiden Autoren die Namen in Zusammenhang mit Berufen gebracht, so gibt es Metzger die "Metzgerei Schimmel" oder "Schlachterei Opfer" heißen.
Einige von den Eltern erwählte Namen für ihre Kinder werden von den Standesämtern nicht zugelassen, wie "Crazy Horse" oder "Pfefferminze". Dahingegen gibt es Zulassungen, die man als Otto Normalverbraucher nicht nachvollziehen kann, wie "Frieden Mit Gott Allein Durch Jesus Christus". Nun ja, bis die Eltern das Kind vollständig gerufen haben, ist es mehr als um eine Ecke verschwunden.

Das Buch ist alphabetisch aufgegliedert. 
Unter dem Buchstaben Q erfährt der Leser von Quatschmacher e.V., also eingetragenen Vereinen. Da gibt es doch tatsächlich einen "Furz dich frei"-Verein oder einen, der sich "c-base" nennt. Dessen Vereinsmitglieder glauben, dass sich unter dem Alexanderplatz in Berlin Überreste einer 4,5 Milliarden Jahre alten Raumstation befindet, deren Antenne der Berliner Fernsehturm ist.
Hier möge man sich seinen Teil denken.

Zu jedem Buchstaben gibt es zuerst Beispiele, die aus dem Telefonbuch stammen. Ernst Fall, Maria Krohn und Theo Retisch mögen hier als Beispiel stehen. Einige der Namen muss man mehrfach lesen, um ihn zu verstehen, laut gesprochen jedoch erschließt er sich spätestens dann.
Informationen zum Buchstaben schließen sich an. Da kann man über Emilismus und Kevinismus lesen, wie auch über Genehmigt oder Umbenennung. Nicht alles ist lustig, sondern wirklich informativ.

Dem folgen Beispielnamen, Namen passend zu den verschiedensten Berufen, Begriffserläuterung und einige andere Merkwürdigkeiten.
Zu jedem Buchstaben gehört auch die Rubrik Spezialwissen und die für mich dort erworbenen Kenntnisse waren schon bemerkenswert.
So habe ich erfahren, dass Wolfgang Amadeus Mozart einen Kanon mit dem Titel "Leck mich im Arsch" komponiert hatte, was aber zu seinen Lebzeiten nicht aufgeführt wurde. Nach Mozarts Tod wurde es vor der Veröffentlichung umgetextet und hieß dann "Lasst froh uns sein".

Dieses Buch strotzt nur so von Informationen, die man nicht alle wissen muss, die einem aber doch ein Lächeln ins Gesicht drücken. Vieles wird man gleich wieder vergessen, anderes dagegen fest einspeichern.
Ich fand dieses Buch nicht nur humorvoll, sondern ausgesprochen informativ.
Schon allein die von den Autoren gefundenen Namen, Doppelnamen, Verbindungen von Namen und Berufen sind lesenswert.

Man spürt, welche Mühe und Arbeit sich die beiden Autoren gemacht haben. Diese Fundstücke dann auch noch in die passende Form zu bringen, ist ihnen mit dem Buch absolut geglückt.
Ich habe mich mit dem Buch wirklich gut unterhalten und empfehle es sehr gern weiter.

Bewertung:



Zu den Autoren:
(übernommen von Goldmann)
Jan Anderson und Christian Koch eint die Liebe zu ihrem Beruf. Sie machen beide »irgendwas mit Medien, aber ohne Menschen«.

Jan entdeckte in Helsinki seine Liebe zum Ä. Seine Umbenennung in Jään Ändärsään scheiterte jedoch am finnischen Namensrecht und den Öffnungszeiten des Einwohnermeldeamtes Hamburg-Eimsbüttel.

Christian erfuhr erst im Alter von 36 Jahren, dass Farin Urlaub gar kein richtiger Name ist. Er hat sich bis heute nicht von diesem Schock erholt.

Von Jan Anderson wurden gelesen und rezensiert:
 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


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