Montag, 11. Juli 2016

[Rezension] Gaby Hauptmann - Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Piper Paperback (2. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492060374
ISBN-13: 978-3492060370
Größe und/oder Gewicht: 12 x 3,5 x 21,6 cm

Inhalt gem. Piper:
Aus ihrem Schlafzimmer geht Gabriellas Blick über die sanften Hügel der Toskana. Sie braucht eine Auszeit von ihrem Job und ist nach vielen Jahren in das Haus ihrer Familie zurückgekehrt. Sie liegt in den weißen Laken ihres Bettes und beschließt, es den ganzen Sommer nicht mehr zu verlassen. Wer sie sehen will, muss sich zu ihr legen. Und alle kommen, vom Schornsteinfeger bis zum Pfarrer. Sie reden auch über Gabriellas Mutter, die rätselhafte amerikanische Schauspielerin, die eines Tages für immer verschwand. Gabriella hatte nur noch ihren Vater und die geliebte Haushälterin Emilia - doch mit jeder neuen Geschichte ihrer Gäste wird Gabriella klarer, dass die Dinge nicht so liegen, wie sie dachte ...

Zum Buch:
Nach dem Tod ihres Vaters kommt Gabriella zurück ins Castello, in ihre Heimat in der Toskana.
Zeitlich passt es ihr ganz gut, denn sie selbst braucht eine Auszeit, von Job und ihrer Beziehung. Auf der Beerdigung gibt sie kund, dass sie sich die nächste Zeit im Bett aufhalten werde. Wer auch immer etwas von ihr möchte, sollte zu ihr kommen.
Nicht nur die stets treue Seele des Hauses Emilia, die schon so lange Gabriella denken kann, als Haushälterin fungiert, auch der ein oder andere im Dorf hält sie für übergeschnappt. Aber was andere über sie denken, ist Gabriella völlig egal, sie zieht ihr Ding durch und empfängt ihre Gäste im Bett und denkt nicht daran, dieses zu ändern...

Gabriella, die in New York lebt und arbeitet, kommt nach dem Tod ihres Vaters zurück nach Hause und legt sich dort ins Bett. Vorerst, bis sie weiß, wie es weitergehen wird.
Schon von klein auf nur auf ihren Vater fixiert, denn ihre Mutter verließ die Familie, als Gabriella 4 Jahre alt war, ist der Tod ein Schock für sie.
Sie weiß nicht viel von ihrem Vater, hat er doch immer gearbeitet und nicht viel Zeit für sie gehabt. Aber Emilia, die Haushälterin war immer für sie da und ist es auch jetzt wieder.

Die Menschen aus dem Dorf kommen zu ihr, nicht nur, weil sie ein Anliegen haben, sondern auch einfach der Neugierde wegen. Wer legt sich schon einfach so ins Bett und lässt alle antanzen, die was von einem wollen.

Gabriella ist eine gute Zuhörerin. Sie lässt die Leute erzählen, die ihr auch einen ihr unbekannten Vater zeichnen. Wer war ihr Vater, nun, wo er tot ist, wird er für sie transparent. Die Leute mochten ihn und hatten Vertrauen zu ihm. Das versuchen sie auf Gabriella zu übertragen.
Sie tragen ihre Sorgen und Nöte zu ihr, aber auch das aktuelle Geschehen im Dorf. Wenn es ihr möglich ist zu helfen, dann tut sie das, ganz unbürokratisch. So lässt sie ihre Freundin, die mit ihrem Mann Stress hat, vorübergehend mit ihren 3 Kindern bei ihr im Castello wohnen.

Gabriella wagt es nun erst Fragen zu stellen, über ihren Vater und ihre Mutter. Warum hat ihre Mutter sie und ihren Vater seinerzeit verlassen und nie wieder etwas von sich hören lassen. Lebt sie noch und würde man sie wiedererkennen?
Diese Frage hat Gabriella ein Leben lang beschäftigt, was ja auch verständlich ist, denn wie kann man sein eigenes Kind so schmählich im Stich lassen.

Die Tage vergehen, 13 um genau zu sein, die sie im Bett verbringt. Dann steht sie auf, es gibt Dinge, die getan und geklärt werden müssen.

Es ist ein ungewöhnliches Buch mit einer eher ungewöhnlichen Macke. Dass man sich nach dem Tod eines geliebten Menschen ins Bett verzieht und sich ausheult, kann man noch nachvollziehen. Seine nächsten Schritte jedoch bewusst im Bett überdenken und dieses nicht verlassen zu wollen, ist schon recht eigenartig. Zumal das Leben ja nicht stehenbleibt, sondern für Gabriella und alle anderen weitergeht.

An einigen Stellen plätschert die Story so vor sich hin, an anderen nimmt sie Fahrt auf und man hat zu tun, aufzuspringen. 
Zum Ende hin kommt die Autorin mit Wendungen und Überraschungen um die Ecke, die man nie vermutet hätte. Es kommt Spannung auf und man möchte immer schneller lesen können, um zu wissen, wie es weitergeht und wie sich die Komplikationen, die sich im Lauf des Buches angestaut haben, auflösen.

Wenn ich auch nicht 100%ig Gabriellas Macke nachempfinden konnte, so war mir der Mensch Gabriella sehr sympathisch. Sie ist geradlinig und ehrlich, hilfsbereit und hat immer ein offenes Ohr. Mit dem Tod ihres Vaters muss sie nicht nur den Verlust eines geliebten Menschen verkraften, sie muss das mit der Erbschaft regeln und sich besinnen, wie es mit ihr weitergehen soll und wird. 

Das Buch ist geprägt von Verlust, Ängsten, die auch die finanzielle Situation mit einschließen, Geheimnissen und auch der Bewältigung der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reicht.
Wenn das Buch auch einige Male etwas zäh war, so treibt den Leser doch immer die Neugierde weiter, wie sich alles entwickeln wird. Das Ende hat mich überrascht, das war nicht vorhersehbar.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen vom Piper-Verlag)
Gaby Hauptmann, geboren 1957 in Trossingen, lebt als freie Journalistin und Autorin in Allensbach am Bodensee. Ihre Romane »Suche impotenten Mann fürs Leben«, »Nur ein toter Mann ist ein guter Mann«, »Die Lüge im Bett«, »Eine Handvoll Männlichkeit«, »Die Meute der Erben«, »Ein Liebhaber zuviel ist noch zuwenig«, »Fünf-Sterne-Kerle inklusive«, »Hengstparade«, »Yachtfieber«, »Ran an den Mann«, »Nicht schon wieder al dente«, »Rückflug zu verschenken«, »Ticket ins Paradies«, »Hängepartie« und »Liebesnöter« sind Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. Außerdem erschienen die Erzählungsbände »Frauenhand auf Männerpo« und »Das Glück mit den Männern«, ihr ganz persönliches Buch »Mehr davon. Vom Leben und der Lust am Leben«, das Kinderbuch »Rocky der Racker«, die mehrbändigen Jugendbuchreihen »Alexa, die Amazone« und die »Kaya«-Reiterbücher, sowie »Wo die Engel Weihnachten feiern« und die von ihr herausgegebene Anthologie »Gelegenheit macht Liebe«. 

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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim dem Verlag 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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