Montag, 20. Juni 2016

[Rezension] Rose Snow - Unter uns nur Wolken








Eckdaten:
Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (19. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1534772391
ISBN-13: 978-1534772397
Größe und/oder Gewicht: 12 x 1,6 x 19 cm

Inhalt gem. Amazon:
Wer ist wirklich für dich da, wenn du jemanden an deiner Seite brauchst? Toms Leben ist das absolute Chaos. Seine Bar droht bankrott zu gehen, seine Eltern sind in Wahrheit keine Eltern, und sein sturer Großvater Florian hat Alzheimer, gibt es aber nicht zu. Lieber verscheucht Florian mit fiesen Tricks jede Pflegerin, die man ihm aufhalst. Doch als Ani, die selbst aus dem Chaos kommt, das Leben von Tom und Florian kreuzt, verändert sich Stück für Stück alles ... Ein Buch über die Unplanbarkeit des Lebens und die Kraft, die in uns steckt.

Zum Buch:
Florian ist alt und allein, seit seine Frau, die Liebe seines Lebens, gestorben ist. Nun wurde er auch noch mit der Diagnose Alzheimer konfrontiert, will dies jedoch nicht wahrhaben.
Sein Sohn mit Frau wollen ihn ins Seniorenheim verfrachten, was für diese selbst weniger Arbeit bedeutet, haben sie doch keine Zeit, sich um den Vater zu kümmern.
Sein Enkel Tom jedoch will das nicht zulassen. Er wuchs mehr bei seinen Großeltern auf als bei seinen Eltern, die den Jungen überall mit herumzerrten, bis seine Großeltern ihn zu sich holten. Da er jedoch selbst einen stressigen Job hat, er arbeitet in einer Bar, ist er bestrebt, eine Pflegekraft für Florian zu finden. Das ist jedoch eine Aufgabe, die ihn fast unlösbar erscheint, denn Florian ist in der Lage, diese locker zu vergraulen. Keine hält es länger als nötig auf. Die Fluktuation ist enorm.
Da bewirbt sich Ani um den Job. Sie ist verzweifelt, sucht dringend Job und Wohnung und da kommt ihr das Angebot wie gerufen. Aber ist es das wirklich? ...

Wie verzweifelt muss man sein, um einen Job anzunehmen, den man eigentlich gar nicht will. Ani ist verzweifelt, steht kurz davor, unter der Brücke zu schlafen, da hört sie durch Zufall von der verzweifelten Annonce, in der ein Pfleger / eine Pflegerin gesucht werden.
Nun, denkt sie, wie schwer kann das schon sein. Dann sieht sie das Haus, in dem sie bei Annahme des Jobs wohnen soll und ist fasziniert. Sie will diesen Job, kann dort sofort einziehen. Sie ist nicht zimperlich und gedenkt, ihren Job gut zu machen, hat dabei leider vergessen, die Unberechenbarkeiten von Florian zu überschauen.

Florian ist wirklich verzweifelt, er will niemanden um sich herum haben. Seinen Enkel Tom kann er ja noch ertragen, aber eine Pflegekraft geht gar nicht. Er sabotiert jede neu angestellte Kraft und zeigt ihnen deutlich, wer das Sagen im Haus hat und vergrault erfolgreich jede Bewerberin. Wer den Job dennoch annimmt, bleibt meist nicht lang. Er ist ein verbitterter alter Mann, der seinen Willen durchsetzen will. 
Mit Erfolg, bis Ani bei ihnen einzieht.
Diese, selbst am Limit angekommen, lässt sich nicht alles gefallen und schlägt mit genauso scharfen verbalen Angriffen wie Florian zurück.
Es beginnt ein Kräfteringen, bei dem nur einer gewinnen kann, Ani oder Florian?

Das Autorenpärchen Rose Snow legt mit diesem Buch einen weiteren unterhaltsamen Roman vor, der auch eine Botschaft vermittelt.
Wer ist für dich da, wenn du nicht mehr in der Lage bist, für dich selbst zu sorgen? Inwieweit können andere über dein Leben bestimmen, wenn du es nicht mehr selbst kannst?

Die Protagonisten des Buches sind zum großen Teil sympathisch. Personen, die man einfach mögen muss. Selbst der alte und grummelige Florian ist ein Mann, den man verstehen kann und mit dem man als Leser mitfühlt. Er kann und will nicht akzeptieren, dass er unter einer Krankheit leidet, die so gar nicht zu ihm passt. Aber sie ist da, wenn auch bislang nur in den Anfängen, aber es wird schlimmer werden. Es gibt Aussetzer, die nicht nur ihn selbst erschrecken. Er findet sich in Situationen wieder, an die er sich nicht erinnern kann. Er hadert mit sich und seiner Umwelt. 

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Man spürt die Panik, die Tom hat, als keine Pflegerin mehr bleiben will und er sich nicht in der Lage sieht, durch seinen eigenen Job jeden Tag 24 h für seinen Großvater da sein zu können. Wie verzweifelt er eine Betreuerin sucht und bei jeder hofft, sie möge doch bleiben und doch wieder erleben muss, wie Florian auch diese in die Flucht schlägt.

Es ist ein starkes Buch um Trauer, Verlust und Krankheit. Aber auch ein Buch, das Hoffnung zulässt.

Sicher ist Alzheimer ein ernst zu nehmendes Thema. Die beiden Autorinnen haben es jedoch geschafft, trotzdem ein Buch zu schaffen, das unterhält und das einen auch mal zum schmunzeln bringt.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Tom und Ani in der Ich-Form geschrieben. Als Leser ist man hautnah am Geschehen dabei, erfährt ihre Ängste und Nöte und leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen über Erfolge und leidet gemeinsam mit ihnen bei Niederlagen bzw. Rückschlägen.
Es ist ein zutiefst menschliches Buch, mit dem täglichen Wahnsinn und dem Zusammenleben mit einem Alzheimerkranken.
Auch wenn von Florian viele Dinge bewusst herbeigeführt wurden, lässt sich die Wahrheit nicht verschleiern und das macht betroffen. Was heute noch ein Spiel ist, kann morgen die Realität sein. Erschreckend.

Ein wunderbares Buch, das nicht nur unterhält. 

Bewertung:




Zu den Autorinnen:
Die Autorinnen über sich: (übernommen von HIER):
Rose Snow ist ein Pseudonym. Warum? Weil wir zu zweit schreiben und sich unsere Nachnamen hintereinander ganz schön blöd anhören. Macht Sinn, oder? Also – hinter Rose Snow stehen zwei liebenswerte Österreicherinnen, die schon seit Kindheitstagen gemeinsam Geschichten schreiben.

Von Rose Snow wurden gelesen und rezensiert:

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin 
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Keine Kommentare: