Samstag, 4. Juni 2016

[Rezension] Luanne Rice - Die azurblaue Insel



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513250
ISBN-13: 978-3426513255
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,6 cm

Inhalt gem. Knaur:
Nach dem Tod ihres Vaters sind die Schwestern Pell und Lucy Davis ganz auf sich allein gestellt. Von ihrer Mutter wissen sie nur, dass diese vor zehn Jahren die Familie über Nacht verlassen hat und seitdem auf Capri lebt, ohne jemals wieder Kontakt zu ihren Kindern aufgenommen zu ­haben. Kurzerhand beschließt Pell, nach Capri zu reisen und ihre Mutter nach Hause zurückzuholen. Doch dann erfährt sie, warum die Mutter sie damals wirklich im Stich gelassen hat …

Zum Buch:
Rund 10 Jahre ist es her, dass die 16-jährige Pell und ihre 2 Jahre jüngere Schwester Lucy ihre Mutter das letzte Mal gesehen haben. Sie verschwand nach angeblich überstandenen Depressionen von einem Tag auf den anderen. In der Zeit fand der Kontakt nur sporadisch mit Telefongesprächen und Briefen statt.
Die beiden wurden von ihrem Vater erzogen, der damit auch die Mutterrolle übernehmen musste. Obwohl es ihnen all die Jahre an nichts fehlte, vermissten sie ihre Mutter schmerzlich.
Nun ist der Vater bereits 3 Jahre tot und Pell macht sich auf den Weg nach Capri, wo ihre Mutter lebt und will sie zurück nach Amerika bringen, damit sie wieder eine Familie sein können. Sie ist gespannt und neugierig, wie sie von ihrer Mutter aufgenommen werden wird...

Pell ist erstaunt, dass ihre Mutter nicht wie erwartet in einer schicki-micky Gegend wohnt und mit Party feiern beschäftigt ist. 
Sie findet eine bodenständige Frau vor, die ein kleines Häuschen hat und selbst gärtnert. Das auch nicht nur für sich, sondern sie arbeitet für andere.
Nebenan wohnt der Witwer Max mit seinem Enkel Rafe. 
Lyra, die Mutter, war gut befreundet mit Max und seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau, die sie wie eine Tochter behandelt haben.

Als sich Pell und ihre Mutter nach so langer Zeit wiedersehen, fallen sie sich in die Arme, jede für sich glücklich, der anderen nah sein zu dürfen.
Lange sparen sie sich das Thema aus, warum Lyra damals weggegangen war und niemals wiederkam. Das brachte für Pell einige Erkenntnisse, mit denen sie nun auch leben muss. Erinnerungen von damals kommen hoch und auch ihren über alles geliebten Vater muss sie nun aus einer anderen Sicht akzeptieren.

Das Cover suggeriert dem Leser eine Geschichte mit Sommer, Sonne und Capri. Aber ganz so einfach ist es denn doch nicht.
Die Geschichte beinhaltet einige ernsthafte Themen wie Depressionen und deren Folgen, das Verlassen der Familie und Drogensucht.

Lyra hat genau wie ihre Kinder darunter gelitten, ihre Kinder nicht zu sehen. Nicht zu erleben, wie sie groß werden und eigene Schritte gehen, muss für eine Mutter schlimm sein. Noch schlimmer jedoch ist die Erkenntnis, dass man sich von ihnen fernhält, um ihnen nicht zu schaden.
Lyra ruht nach all den Jahren in sich. Sie ist eine ausgesprochen sympathische Frau, die man sich als Mutter wünschen könnte. Auch haben ihre Kinder nur gute Erinnerungen an ihre Mutter, die ihnen niemals weh getan hatte.

Es gibt viele Fragen, die einer Antwort bedürfen. Warum hat Lyra sie verlassen und wird sie mit Pell nach Amerika zurückfliegen zur anderen Tochter Lucy?

Aber neben der Geschichte um Lyra und ihre Kinder gibt es auch eine um Rafe, dem Enkel von Max. Auch durch dessen Schuld starb damals seine geliebte Großmutter. 
Lyra konnte es ihm nicht verzeihen, sie ist schlecht auf ihn zu sprechen und versucht zu verhindern, dass Pell ihm näher kommt als unbedingt nötig.
Max jedoch liebt seinen Enkel, egal, was passiert ist, womit er so ziemlich der Einzige ist, denn selbst sein Vater hat sich von ihm abgewandt.

Eine ergreifende Geschichte, die an einem traumhaften Ort spielt. Die Schönheiten der Insel werden durch die genauen Beschreibungen der Autorin hervorragend untermalt. Man fühlt sich nach Capri versetzt, auch wenn man noch nie selbst vor Ort war. Dank der genauen Recherche der Örtlichkeiten ist dies jedoch möglich. 

Es ist eine sehr rührselige Geschichte, in der die Vergangenheit der Protagonisten aufgearbeitet werden muss.
Die Charaktere sind sehr vielfältig gestaltet und sehr gut herausgearbeitet, wenn auch Pell einige Male wie eine Übermutter für Lucy erscheint. Für eine 16-jährige vielleicht ein wenig zu stark und nicht ganz glaubhaft.
Es ist eine Geschichte, die ans Herz geht und den Leser bewegt.   


Bewertung:




Zum Autor:
(Text von Knaur)

Luanne Rice hat in den USA zahlreiche Romane veröffentlicht und ist dort eine Bestsellerautorin. In Deutschland erschienen von ihr "Wo das Meer den Himmel umarmt", "Wo die Sterne zu Hause sind", "Wolken über dem Meer", "Wenn du mir nur vertraust" etc. Sie stammt aus Connecticut und lebt heute mit ihrem Mann in New York City.

               
Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der
bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. 

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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