Donnerstag, 9. Juni 2016

[Rezension] Jutta Maria Herrmann - Schuld bist du



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426518511
ISBN-13: 978-3426518519
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3 x 18,8 cm

Inhalt gem. Knaur:
„Schuld bist du!" - Diese mit Blut an eine Fensterscheibe geschmierte Botschaft findet der Journalist Jakob Auerbach in seiner leergeräumten Wohnung vor, als er von einer Dienstreise zurückkehrt. Von seiner Frau Anne und der kleinen Tochter Mia fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen hetzt er durch die nächtlichen Straßenschluchten von Berlin, ohne zu ahnen, dass er selbst der Gejagte ist.

Zum Buch:
Sie sind weg!
Der Journalist Jakob Auerbach kommt nach einer Dienstreise nach Hause. Gerade noch rechtzeitig, denkt er, denn sie wollen in den nächsten Tagen umziehen. Aber was er vorfindet ist eine leere Wohnung, aus der bereits alle Sachen verschwunden sind. Am Fenster findet er eine blutige Botschaft "Schuld bist du". Wo sind seine Lebensgefährtin Anne und ihre gemeinsame Tochter Mia?
Ein kurzer panischer Anruf von Mia lässt ihn handeln. Er muss Anne und Mia finden, aber wo und wie? ...

Nachdem ich von "Hotline", dem ersten Thriller der Autorin Jutta Maria Herrmann begeistert war, stand für mich schon bald fest, dass ich mich auch ihrem neuesten Werk widmen werde, welches sie mit diesem Thriller hier vorgelegt hat.

Der Journalist Jakob Auerbach wird immer wieder mit der Hinterlassenschaft eines Mörders mit den Worten "Schuld bist du" konfrontiert. Er kann sich diese Nachrichten nicht erklären, sind diese überhaupt für ihn gedacht oder sprechen sie nicht eher jemand anderes an?
Sein momentan einzig erklärtes Ziel ist es, seine verschwundene Freundin Anne und Tochter Mia zu finden. 
Es beginnt eine Jagd durch Berlin, über Baustellen, in den Wald oder auch zu ihm bekannten Orten. Was er nicht findet - sind Anne und Mia, was er findet - Tote, zumeist Kinder.
Auf seiner Suche begegnet ihm Tamara, seine ehemalige Freundin vor Anne, die ihn bei der Suche tatkräftig zu helfen versucht. Für sie wird die Suche immer mehr zu einem Anlass, an den geistigen Zustand von Jakob zu zweifeln. Was von dem, was Jakob erzählt, ist wahr? 

Parallel zu Jakobs Suche nach seiner Familie erfährt der Leser eine Geschichte, die in einem Krankenhaus erzählt wird. Eine unbekannte Frau erzählt diese einem Komapatienten, ihre eigene Rolle in dem Szenario und die Rolle einer gewissen Grit.

Die beiden Handlungsstränge verlaufen parallel und wechseln sich stetig ab. Sehr lange ist man im Unklaren, wie diese wohl zusammenhängen mögen und vor allem, wie sie sich entwickeln werden. Auch wenn man bei einigen Personen bald eine Ahnung der Identität hat, bleibt vieles offen.

Die Autorin Jutta Maria Herrmann lässt ihren Hauptprotagonisten agieren, lässt ihn voller Angst zurück, Angst über die Ungewissheit, was mit seiner Familie geschehen ist. Angst vor der Tatsache, dass er sie vielleicht nicht rechtzeitig findet und Angst bei jeder gefundenen Leiche, es könnte Mia sein. Diese Angst ist fast greifbar und man hofft gemeinsam mit Jakob, dass alles gut ausgehen möge, dass es seinen Lieben gut geht und er sie rechtzeitig, vor was auch immer, finden und beschützen kann.

Jutta Maria Herrmann greift sich den Leser und nimmt ihn mit auf diese Jagd. Eine Hetzjagd durch Berlin und Umgebung, wobei Jakob nicht nur Jäger, sondern auch Gejagter ist. Eine Jagd voller Spannung und offener Fragen, die sich nicht nur Jakob stellt, sondern die selbst dem Leser ständig durch den Kopf gehen.
Es gibt Begebenheiten, die man sich so nicht vorstellen kann, die unglaubhaft wirken. Die Fragezeichen über meinem Kopf mehrten sich, immer nach dem Motto, na das muss die Autorin mir aber wirklich glaubhaft erklären können.
Schon der Auflösung wegen, die man anstrebt, ist man nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen.
Noch eine Seite und noch eine Seite, viele Seiten, die mir den Nachtschlaf raubten und nicht zur Ruhe kommen ließen.

Von Beginn an gelingt es der Autorin Spannung zu erzeugen. Den anfangs gelegten Spannungsbogen kann sie nicht nur durchgängig halten, sie steigert ihn sogar. Man wird förmlich durchs Buch gejagt.

Die Protagonisten sind in ihrer Darstellung glaubhaft angelegt. 
Ein Vater, der seine Familie sucht, eine Mutter, die ihr Kind verloren und Rache geschworen hat und eine Frau, die ein Versprechen gegeben hat. Zusätzlich eine ehemalige Freundin, die nach Jahren urplötzlich wieder aufgetaucht ist.
Genug Stoff, um daraus einen spannenden Psychothriller zu machen, was der Autorin auch mit Bravour gelungen ist.

Es ist ein Thriller mit vielen Wendungen und einem überraschenden Ende.
Ein Buch, das mir atemlose Stunden beschehrt hat und welches ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen von Knaur)
Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. 






Von Jutta Maria Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Jutta Maria Herrmann und der




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Kommentare:

Martina hat gesagt…

Oh ja! Ich konnte es nicht mehr aus der Hand lesen und habe es gestern spät abends noch beendet.
Liebe Grüße
Martina

Tanja Schölzel hat gesagt…

Tolle Rezi! Ich konnte das Buch auch nicht aus den Händen legen, denn ich wollte unbedingt wissen wie alles zusammenhängt 😊