Dienstag, 23. Februar 2016

[Rezension] Jennifer Niven - All die verdammt perfekten Tage



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 400
ISBN: 978-3-8090-2657-0 
Erscheinungstermin: 28. Dezember 2015
Format: Broschiert
Verlag: Limes
Klappentext: gem. Limes

Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Rezension:

Theodore Finch ist ein Freak, eine Tatsache, der er sich durchaus bewusst ist. Er ist anders, als die anderen Jungen auf der Schule. Mal schläft er wochenlang, was er erfolgreich vor seiner alleinerziehenden Mutter, dank seiner älteren Schwester, verheimlichen kann und dann gibt es Wochen, in denen er gar nicht schläft. Auch weiß er nicht so genau, wer er wirklich ist, durchlebt er doch immer wieder Phasen, die mit dem vorherigen Finch nicht viel zu tun haben und er ist eines: unglücklich. Jeden Tag kämpft er darum zu bleiben, einen Grund zu finden, seinem Leben kein Ende zu setzen. Am sechsten Tag nach einer langen Schlafphase findet er sich auf dem Glockenturm seiner Schule wieder, sechs Stockwerke über der Erde. Doch er ist nicht allein - ein Mädchen ist bei ihm: Violet Markey. Was macht nur diese angesagte Cheerleaderin auf dem Glockenturm?

Schlussendlich verlassen beide den Glockenturm durch das Treppenhaus und Violet wird als Heldin gefeiert, hat sie doch verhindert, dass der Freak in die Tiefe springt. Es ist jedoch nicht alles so, wie es scheint, denn Violet war nicht dort oben, um Finch zu retten, sie war vor ihm dort. Vor neun Monaten verlor sie ihre ältere Schwester bei einem Autounfall, bei dem sie selbst leicht verletzt wurde. Seitdem ist ihr Leben nicht mehr so, wie es einst war. Aus dem unbeschwerten, fröhlichen und allseits beliebten Mädchen ist eine verzweifelte Seele geworden, die es gerade noch so schafft, den äußeren Schein zu wahren, doch wie lange noch?

Tatsächlich haben Finch und Violet so gut wie keine Berührungspunkte. Lediglich das Fach "Amerikanische Landeskunde" haben sie gemeinsam und hier soll in einer Projektarbeit ihr Heimatstaat Indiana erkundet werden. Finch schafft es, Violet als Partnerin für dieses Projekt zu bekommen, denn er ist interessiert daran zu erfahren, was ausgerechnet sie auf dem Glockenturm wollte. Violet ist alles andere als begeistert von der Idee, ihre Freizeit im Rahmen des Projektes mit dem Freak verbringen zu müssen, weiß er doch jetzt als einziges um das, was geschehen ist, aber sie fügt sich, stellt jedoch Bedingungen. In der Tat kommen sich die Beiden bei ihren Unternehmungen immer näher und Finch erkennt, was für ein Mensch Violet wirklich ist und er macht es sich zur Aufgabe, sich um sie zu kümmern, denn dank seiner eigenen Dämonen ahnt er, in welche Richtung sich ihr Leben entwickeln könnte, wenn ihr niemand beisteht und tatsächlich findet Violet nach und nach den Weg ins Leben zurück, während Finch immer weiter wegdriftet. Werden sie beide es schaffen, einander zu retten?


"Nicht der Tage erinnert man sich, man erinnert sich der Augenblicke." (S. 326) Der Plot des Buches wurde realistisch und sehr einfühlsam erarbeitet. Besonders schön fand ich die Interaktionen der beiden Protagonisten, die am Anfang so gar nichts verband und deren Leben sich immer mehr miteinander verknüpfen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei mein Herz hier die Figur des Finch im Sturm erobert hat, denn dieser junge Mann weiß, dass er sich von anderen Jugendlichen unterscheidet, doch anstatt sich anzupassen, lebt er seine Individualität voll und ganz aus, auch wenn dabei seine selbstzerstörerischen Tendenzen klar zum Vorschein kommen. Den Schreibstil empfand ich als sehr einfühlsam erarbeitet, das ganze Buch über habe ich mitgefiebert, wie es wohl ausgeht - ein Happy End oder wird es einer der Beiden bzw. Beide nicht schaffen, den Kampf gegen ihre inneren Dämonen zu gewinnen?

Bewertung
Die Autorin:
Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort, wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzerreißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren »literarischen« Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte. (übernommen von Randomhouse)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag




bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

Kommentare:

Nenya Luana Nebula hat gesagt…

Hallöchen :)

Eine sehr schöne Rezension! :)
Ich schleiche um das Buch herum, aber irgendwie interessieren mich momentan andere mehr xD Aber deine Rezension gibt dem Ganzen noch einmal überdenken :3

Liebste Grüße,
Nenya
Nenyas Tinten Wunderland

Kerry hat gesagt…

@Nenya:
Das Buch hat mich auf jeden Fall nachhaltig beeindruckt und beschäftigt sich mit einem Tabu-Thema. Ich finde die Umsetzung hier ist sehr gelungen.

Kerry