Montag, 15. Februar 2016

[Rezension] Clarissa Linden - Ich warte auf dich, jeden Tag



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516055
ISBN-13: 978-3426516058
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,2 x 18,8 cm

Inhalt gem. Knaur:
Die Amerikanerin Erin steht vor den Scherben ihres Lebens: Ihr Mann hat sie verlassen, und ihr Job in der Buchhandlung ihrer Freundin ist gefährdet. Da findet sie auf dem Speicher ihres Elternhauses unter den Hinterlassenschaften ihres Großvaters ein Flugticket nach Deutschland und einen Liebesbrief aus dem Jahr 1993, unterschrieben von einer Lily. Erin ist wie vom Donner gerührt, denn sie hat ihren Großvater stets als kalten und unnahbaren Menschen kennengelernt. Und ausgerechnet er soll eine heimliche Liebe gehabt haben? Erin reist nach Deutschland und begibt sich auf die Spur der geheimnisvollen Lily, die in den dreißiger Jahren eine leidenschaftliche Gegnerin der Nazis war …

Zum Buch:
Erins Mann hat sich nach 20 Jahren Ehe von ihr getrennt, ihr Sohn Kyle studiert in Barcelona und sie arbeitet bei ihrer Freundin Charlotte in einer Buchhandlung. 
Sie fällt aus allen Wolken, als sie bei einem Telefonat mit ihren Eltern erfährt, dass diese ihr Haus verkaufen wollen. Sie sollte doch am besten vorbeikommen und sehen, ob sie noch etwas aus dem Haus bräuchte. Dort macht sie dann auf dem Dachboden eine Entdeckung. Sie findet einen Liebesbrief, der 6 Jahre alt ist und an ihren Großvater adressiert war nebst einem One-Way-Flugticket, das nie eingelöst wurde.
Erin kannte ihren Großvater nur als einen ernsten und distanzierten Mann, der nichts mehr liebte als seine Katzen. Liebe brachte er weder seiner Frau, noch seinen Kindern und deren Kindern entgegen.
Wer also war dieser Mann, ihr Großvater, der noch im hohen Alter einen Liebesbrief erhalten hat? Unterschrieben wurde dieser von einer Lily. Wer war diese Lily? Weder sie, noch ihre Mutter kannten eine Lily und auch ihr Großvater hatte nie den Namen in den Mund genommen.
Ihre Großeltern leben beide nicht mehr, so dass sie niemanden hat, den sie fragen kann.
Ihre Freundin Charlotte, die auch ihre engste Vertraute ist, rät ihr, dem Rätsel Großvater und Lily auf den Grund zu gehen.
Da der Buchladen gerade unter finanziellen Problemen leidet, ist es auch kein Problem, Urlaub zu bekommen und sich auf den Weg zu machen. 
Ihre Suche beginnt sie in Barcelona, wo sie ihren Sohn Kyle wiedersehen wird und deren Freundin Laura...

Die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen beginnt. Nichts als den Liebesbrief an ihren Großvater im Gepäck und den Namen der Absenderin, weitere Anhaltspunkte hat sie nicht.
Kyle und Laura unterstützen sie bei ihrer Suche. Die erste Hürde ist die Erkenntnis, dass ihr Großvater früher Alexander Kirchner hieß. Seinen Nachnamen hat er später in den USA in Woodward geändert. 
Die weitere Suche führt sie nach Frankfurt. Erins Großvater war gebürtiger Deutscher und kam aus Frankfurt.
Aber werden sie bei ihrer Suche überhaupt Erfolg haben? Wird es Erin gelingen, Lily zu finden und wenn ja, wird sie überhaupt noch leben?

Mit diesem Roman lässt die Autorin Clarissa Linden den Leser eine Zeitreise machen. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart zur Schwelle ins 21. Jh. wie auch im Jahr 1933.

Erin versucht die Briefeschreiberin zu finden, die die große und scheinbar einzige Liebe ihres Großvaters war. Alles was danach kam, war ihrem Großvater nicht mehr wichtig. Einzig seinen Katzen brachte er die Liebe entgegen, die auch gern seine Umwelt erfahren hätte.

Durch die Rückblenden ins Jahr 1933 lernt man die beiden Protagonisten Lily und Alexander kennen. Ihre Liebe war nur kurz, aber bleibend, sie reichte für beide ein Leben lang. Die Umstände ihres Kennenlernens und ihre gemeinsam verbrachte Zeit lernt man genauso kennen, wie die politische Widerstandsarbeit von Lily im Untergrund. 
Es ist die Zeit des großen Umschwungs in Deutschland. Hitler kommt an die Macht und bringt das Judenproblem auf den Tisch. Diese sind in Deutschland nicht mehr erwünscht, werden gejagt, ermordet oder in KZs gesteckt. Alexander muss erkennen, dass seine Mutter Halbjüdin ist, was zur Folge hat, dass er Deutschland verlassen muss.
Auch Erin ist kurz davor, mit ihrer Familie zu ihren Großeltern nach Schweden nachzureisen. Sie müssen sich trennen.

Die Suche, die Erin betreibt, bringt sie nicht nur ihrem Großvater ein wenig näher, so dass sie zumindest verstehen kann, warum er so geworden ist, wie er war, sie findet auch zu sich selbst.
Zu Beginn immer noch hoffend, dass ihr Mann Jeffrey sich besinnen wird und wieder zu ihr zurückkehrt, lässt sie so langsam los.
Während sich Erin die Puzzleteile nach und nach erarbeiten muss, erfährt der Leser die Geschichte von Alexander und Lily. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, der die wahre Erfüllung verwehrt bleiben sollte.

Erins Suche führt sie über Barcelona nach Frankfurt und letztendlich noch nach Schweden. Dort bekommt sie Hilfe bei ihrer Suche von einem Professor, der fasziniert von ihrem Anliegen ist.

Es ist ein Buch, das man schwer aus der Hand legen mag, wenn man erst einmal eingetaucht ist. Es ist eine Liebesgeschichte, aber auch eine Geschichte über Hoffnung, Verrat und Krieg.
Der Autorin ist es gelungen, das Frankfurt der 30er Jahre des vergangenen Jh. wieder auferstehen zu lassen, sie hat von dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten erzählt sowie deren Werdegang und Größenwahn. Sie hat genaue Recherchearbeit geleistet, die sie für den Leser im Roman umgesetzt hat.

Es ist ein so wunderbarer Roman, der in mir noch ein Weilchen nachklingen wird.
Ich empfehle ihn sehr gern weiter.

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen von Amazon)
Christiane Lind wuchs im niedersächsischen Zonenrandgebiet auf. Heute lebt sie mit einem Ehemann und fünf Macho-Katern in Kassel. Sie liebt Bibliotheken und Kunstmuseen, kann auf Zigaretten und Fleisch verzichten, nicht aber auf Latte Macchiato und ihren iPod. Die Sozialwissenschaftlerin arbeitete in unterschiedlichen Berufen, bis sie sich zur Jahrtausendwende selbstständig machte.
Christiane Lind war schon immer eine Leseratte, aber den Wechsel auf die Seite der Autorin hat sie ebenfalls mit dem Millenium vollzogen.




An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Von Clarissa Linden / Christiane Lind / Chris Lind u.a. Pseudonyme wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Martina hat gesagt…

Dieses Buch fand ich wirklich sehr schön und es ist mir noch immer in guter Erinnerung!
LIebe Grüße
Martina