Mittwoch, 30. September 2015

[Hörbuch-Rezension] Sophie McKenzie - Seit du tot bist


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 480
ISBN: 978-3-8371-2221-3
Erscheinungstermin: 13. Mai 2013
Format:
CD
Länge: 773 min
Verlag: Random House Audio


Klappentext: gem. Random House Audio
Die Hoffnung lebt – und wird dich zerstören
Gens Tochter kam vor acht Jahren tot zur Welt. Nun steht eine fremde Frau vor ihrer Tür und behauptet, dass sie lebt. Dass alle bei der Geburt Anwesenden gekauft waren, damit jemand Gen ihr Baby wegnehmen konnte. Zunächst hält Gen das für einen geschmacklosen Scherz. Aber etwas in ihr sagt ihr, dass die Frau die Wahrheit sagt, und eine trügerische Hoffnung keimt in ihr auf. Aber wer sollte so etwas tun, falls es tatsächlich wahr ist? Es kann nur jemand aus ihrem engsten Umfeld gewesen sein ...



Rezension:
Vor acht Jahren musste Geniver das schlimmste durchmachen, was einer werdenden Mutter nur passieren kann. Ihr Kind starb kurz vor der Geburt im Mutterleib, per Notkaiserschnitt wurde sie entbunden und Beth ist nichts als eine ferne Erinnerung. Wie sehr hatte sie sich auf das Kind gefreut. Zusammen mit ihrem Mann Art, einem erfolgreichen Geschäftsmann, wollte sie mit ihrer kleinen Familie glücklich werden. Seitdem ist Gen nie wieder schwanger geworden. Art, der sich so sehr ein eigenes Kind wünscht, hatte Gen immer wieder überreden können, es mit künstlicher Befruchtung zu versuchen, doch auch dies schlug jedes Mal fehl. Vor einem Jahr hatten sie es letztmalig versucht. Nun drängt Art auf einen erneuten Versuch, doch Gen weiß, dass sie dafür nicht bereit ist, noch immer hat sie den Verlust ihrer geliebten Beth nicht verkraften können.

Dann taucht eines morgens eine ihr unbekannte Frau vor ihrer Tür auf und behauptet, dass ihr Kind noch leben würde. Gen ist fassungslos - wie dreist können Menschen sein, um an Geld zu kommen, denn ja, sie und Art sind vermögend, aber aus solch einem tragischen Schicksal Geld herauszuschlagen? Doch irgendwas lässt Gen keine Ruhe und sie trifft sich mit der Frau. Diese berichtet ihr, dass ihre Schwester vor einem Jahr an Krebs verstarb und sie auf dem Sterbebett ein Geheimnis offenbarte. Gens Kind wurde lebend geboren, die Schwester der Frau war als Krankenschwester mit im OP, ihr Kind wurde direkt nach der Geburt weggeschafft und es wurde ein falscher Totenschein ausgestellt. Gen ist unschlüssig, ob sie der Frau glauben soll, zumal sie später nicht mehr erreichbar für sie ist, doch was wäre wenn? Was wäre, wenn ihre geliebte kleine Beth noch am Leben wäre?

Ihr Mann und ihre Freunde tun das Ganze als eine Masche ab, um an Geld von ihnen zu kommen. Gen ist schon fast gewillt, ihnen zu glauben, bis sie in der Zeitung auf einen Artikel stößt, der über den Tod einer noch unbekannten Frau berichtet. Anhand des Fotos kann Gen die Frau eindeutig identifizieren - es ist die Frau, die sich mit ihr getroffen hat und jetzt ist sie tot, verstorben bei einem Unfall mit Fahrerflucht. Zufall? Wohl eher nicht. Gen beschließt, die Sache weiter zu verfolgen, denn es scheint doch zu auffällig, dass diese Frau ausgerechnet so kurz nach einem Treffen mit ihr tödlich verunglückt. Als Gen versucht, den Arzt ausfindig zu machen, der sie damals entbunden hat, muss sie feststellen, dass dieser nicht mehr in der Geburtsklinik arbeitet und auch sonst scheint niemand zu wissen, wo er sich aufhält. Doch Gen ahnt, dass mit ihr ein abgekartetes Spiel gespielt wird und beschließt, nicht eher zu ruhen, bis sie herausbekommen hat, was damals wirklich mit ihrer kleinen Beth geschah ...


Was wäre, wenn dein Kind noch leben würde? Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die Wahrheit erst nach und nach enthüllte und erst ganz zum Schluss herauskommt, was wirklich gespielt wurde. Allerdings muss ich sagen, auch ich wäre an Stelle der Protagonistin mehr als alarmiert gewesen, wenn meine Nachforschungen ergeben hätten, dass die Leute, die bei der Geburt dabei waren, entweder verstorben sind oder unbekannt verzogen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei mir die Figur des Lorcan am besten gefallen hat, denn dieser wirkt anfänglich eher abschreckend und doch umgibt ihn etwas Geheimnisvolles, das sich schwer in Worte fassen lässt. Auch die Tatsache, dass er sich nach und nach gegenüber Gen öffnet, änderte nichts an meiner Faszination für ihn. Die Protagonistin Gen empfand ich leider nicht ganz so als gelungen. Irgendwie wirkt sie sehr schwach auf mich und sie erweckt teils einen so hilflosen Eindruck, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass sie die ganzen Recherchen ohne einen "starken Mann an ihrer Seite" gepackt hätte. Die Sprecherin, Britta Steffenhagen, hat es durchaus geschafft, die beklemmende Stimmung des Buches einzufangen, doch empfand ich die Sprechweise zwischendrin als etwas monoton, so als wäre sie nicht mit dem Herzen dabei gewesen.



Bewertung


Von Sophie McKenzie bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin:
Sophie McKenzie hat bereits mehr als fünfzehn Romane geschrieben, darunter die preisgekrönten Teenage-Thriller Girl, Missing, Sister, Missing und Missing Me. Sie erhielt zahlreiche Preise und stand zwei mal auf der Longlist für die Carnegie Medal. Sophie McKenzie lebt in London.  (von Randomhouse übernommen)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Die Sprecherin:
Britta Steffenhagen spielt in verschiedenen Theaterstücken und wirkt als Synchronsprecherin an diversen Filmproduktionen mit. Sie moderiert bei radio eins. Die beliebte Hörbuchsprecherin hat für Random House Audio bereits zahlreichen Hörbüchern ihre Stimme geliehen, darunter auch Kathy Reichs’ Totengeld. (von Randomhouse übernommen)

  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Auch bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bibliothek.

[Rezension] Gabi Kreslehner - Das Regenmädchen (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 304
ISBN: 978-3548610801
Erscheinungstermin: 13. Januar 2012
Format:
Taschenbuch
Verlag: List




Klappentext: gem. ullsteinbuchverlage
Eine regennasse Fahrbahn. Einzelne Autos, die vorbeirauschen. Ein grauer Morgen. Als Kommissarin Franza Oberwieser an den Tatort kommt, trifft sie der Anblick der Toten wie ein Schlag. Ein schönes junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid liegt verrenkt am Straßenrand. Franza beginnt Fragen zu stellen und begegnet nur Menschen, die etwas zu verbergen haben. Dunkle Seiten, Abgründe, Lügen. Die Tote kannte sie alle. Musste sie deshalb sterben?


Rezension:
Eine junge Frau wird mitten in der Nacht auf der Autobahn von einem Auto erfasst und verstirbt noch an der Unfallstelle. Kommissarin Franza Oberwieser und ihr Kollege Felix Herz werden mit den Ermittlungen betraut. Die Frau trug keine Papiere bei sich, jedoch hatte sie ein Ballkleid an. So merkwürdig die Situation auch anmuten scheint, steht von Anfang an die Frage im Raum: Wie kam die junge Frau so plötzlich auf die Autobahn, war ihr Tod ein Unfall oder gar ein Mord? Franza selbst ist erstaunt, denn niemand, wirklich niemand scheint die junge Frau zu vermissen. Erst nach einer Suchmeldung in der Öffentlichkeit erfahren sie, um wen es sich handelt.

Marie war ihr Name, doch je mehr Fragen Franza im Umfeld der Toten stellt, desto unklarer wird ihr Bild von Marie. Für die einen war sie eine junge Frau, die nach früheren Problemen in ihrem Leben dieses wieder in den Griff kriegen wollte, in einer betreuten Wohneinrichtung lebte und sogar ihren Schulabschluss nachgemacht hat. Auch einen Studienplatz an einer Schauspielschule hatte sie bereits - ihr Leben erschien gefestigt und ihr Weg klar. Doch dann gibt es noch andere, die wissen, dass Marie sich prostituierte. Wie kann es sein, dass diese junge Frau förmlich zwei verschiedene Leben führte?

Egal, mit wem Franza Oberwieser in Maries Umfeld spricht, jeder scheint irgendwas zu verbergen, was die junge Frau angeht und wer ist derjenige, der von einigen als ihr "Freund" benannt wurde, während wiederum andere, nichts von seiner Existenz wissen. Nur sehr mühsam findet Franza einen Weg durch das Dickicht von Maries Leben und kommt dem Täter immer näher ...


Der 1. Band der Franza-Oberwieser-Reihe! Der Plot wurde durchaus abwechslungsreich erarbeitet. Lange Zeit grübelte ich mit der Kommissarin mit, wer es denn nun gewesen sein könnte, der den Tod der jungen Frau verursacht hat, denn in der Tat gibt es nicht gerade wenig Verdächtige und der tatsächliche Täter hält sich gut bedenkt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, jedoch muss ich gestehen, dass ich gerade mit der Protagonistin so gar nicht warm geworden bin. Was mich beim Lesen schier in den Wahnsinn getrieben hat, ist diese permanente Unentschlossenheit der Franza Oberwieser, sei es privat oder auch beruflich und von einer Kommissarin mit mehrjähriger Berufserfahrung und noch dazu Mutter eines fast erwachsenen Sohnes hätte ich mir da doch deutlich mehr Entschlossenheit gewünscht. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen. Dieser konnte mich allerdings nicht damit versöhnen, dass ich überhaupt keine Beziehung zur Protagonistin aufbauen konnte und ich mir zwischenzeitlich echt gewünscht hätte, dass sie irgendwer aus dem Weg räumt, um zum Beispiel Platz für den, in meinen Augen, deutlich interessanteren Felix Herz zu machen.



Bewertung

Die Autorin:
Gabi Kreslehner wurde 1965 in Linz geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Oberösterreich und arbeitet als Lehrerin. Für ihr Jugendbuch Charlottes Traum erhielt sie u.a. den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur 2010. Das Regenmädchen ist ihr erster Kriminalroman. 2013 erscheint Rabenschwestern, ihr zweiter Roman mit Kommissarin Franza Oberwieser. (von ullsteinbuchverlage übernommen)


Wie ich zu dem Buch kam:
Zum Glück handelt es sich bei diesem Buch um eine Leihgabe der Bücherei.

Dienstag, 29. September 2015

[Rezension] Anne Hertz - Die Sache mit meiner Schwester



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3866123632
Erscheinungstermin: 10. März 2014
Format: Hardcover
Verlag: Pendo


Klappentext gem. Pendo:
Von wegen ein Hertz und eine Seele!
Die Schwestern Heike und Nele könnten nicht unterschiedlicher sein. Heike ist glücklich verheiratet, hat drei Kinder und lebt in einem Haus mit Garten im Vorort. Nele ist unsteter Single und genießt das Großstadtleben in vollen Zügen. Kurzum: Sie leben in zwei Welten und gehen sich aus dem Weg. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist ihr Pseudonym »Sanne Gold«, unter dem sie erfolgreich Romane veröffentlichen – doch selbst die schreiben sie in Wahrheit nicht mehr selber. Nur noch für öffentliche Auftritte machen sie gute Miene zum bösen Spiel. Nach einer gemeinsamen Talkshow kommt es zur Katastrophe: Heike wird bei einem Unfall schwer verletzt. Voller Schuldgefühle beginnt Nele, ihr bisheriges Geschwisterleben zu rekapitulieren und stellt sich die Frage, wie das alles nur so weit kommen konnte. Bald schon findet sie Antworten, die das Leben der beiden vollkommen auf den Kopf stellen ...


Rezension:
Heike Bachmann und Nele Krüger sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Heike glücklich verheiratet und dreifache Mutter ist, genießt die jüngere Nele ihr Singleleben in vollen Zügen. Doch so wenig sie gemeinsam haben - etwas verbindet sie und zwar "Sanne Gold", denn hierbei handelt es sich um das Pseudonym der Beiden, unter dem sie heitere Frauenliteratur veröffentlichen. Sie sind froh, wenn sie einander nicht sehen müssen, gerade Nele genießt die Zeit fernab ihrer Schwester, denn eigentlich, ja eigentlich, hätte auch sie gerne eine Familie, doch das hatte bisher nie geklappt und so ist es besser, sich von alledem fernzuhalten.

Mit Müh und Not bringen sie gemeinsame Auftritte hinter sich, denn als Sanne Gold ist man ja eine Einheit und hält immer zusammen und überhaupt verstehen sich die beiden Schwestern blendend (zumindest für die Öffentlichkeit). "Drei nach Drei" ist die Sendung für die moderne Hausfrau und hat sehr gute Einschaltquoten, von daher nimmt Sanne Gold die Einladung zu einer kleinen Plauderstunde nur zu gern an (irgendwie werden Heike und Nele das schon zivilisiert und lächelnd hinter sich bringen). Eigentlich läuft alles ganz gut, doch als die Zuschauer telefonische Fragen stellen dürfen, platzt die Bombe. Ausgerechnet die letzte Anruferin ist es, die das wohlgeordnete Kartenhaus der Sanne Gold zum Einstürzen bringt, denn es handelt sich bei dieser Dame ausgerechnet um die Ehefrau von Neles Liebhaber. Doch als wäre das nicht genug, keift die Dame so nebenbei in der Live-Talkshow auch noch heraus, dass die Bücher von Sanne Gold gar nicht von Heike und Nele geschrieben werden, sondern sie schon seit Jahren einen Ghostwrither beschäftigen.

Nach diesem katastrophalen Erlebnis will Nele nur noch eines - ganz weit weg von dem Aufnahmestudio und sich am liebsten in ihrer Wohnung verkriechen. Da hat sie jedoch die Rechnung ohne Heike gemacht, die sich prompt in Neles Auto setzt und sie noch während der Fahrt zur Rede stellt. Nele beschließt, Heike nach Hause zu fahren und danach nie wieder ein Wort mit ihr zu wechseln - doch noch während der Fahrt kommt es erneut zu heftigen Streitereien, sodass das Nele die Kontrolle über ihr Auto verliert. Sie kommt später im Krankenhaus zu sich, leicht lädiert, aber am Leben, muss jedoch erfahren, dass Heike auf Grund ihrer schweren Verletzungen in ein künstliches Koma versetzt wurde. Nele ist am Boden zerstört und als sie aus dem Krankenhaus entlassen wird, fasst sie einen Entschluss. Bis es ihrer Schwester wieder besser geht und sie wieder nach Hause kann, wir Nele sich um deren Familie kümmern und ihren (eher ungeliebten) Schwager entlasten. Schnell muss sie einsehen, dass das Führen eines Haushaltes mit drei Kindern alles andere als ein Kinderspiel ist und langsam aber sicher fängt sie an zu begreifen, wie viel ihr in Wirklichkeit noch an ihrer großen Schwester liegt - wenn sie nur wieder aufwachen würde ...


Geschwisterliebe? - von wegen! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Ich glaube, jeder der ein Geschwisterkind hat, kann im Ansatz sicherlich nachvollziehen, wie es mitunter dazu kommen kann, dass man sich so richtig verkracht. Hier ist die Situation jedoch eine andere, denn die Beiden (allen voran Nele) wollen ohne einander, können aber auf Grund ihrer Sanne-Gold-Karriere nicht. Die Figuren wurden  facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich hier sehr große Sympathien für die Figur der Nele entwickelt habe, denn irgendwie konnte ich sie voll und ganz verstehen, auch wie sie reagiert hat, vor und nach dem Unfall und ganz ehrlich, die Frau ist tough, mit ihr würde ich mich nicht anlegen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch aus Sicht von Nele erzählt wird und sie nun wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt und mitunter genau das sagt, was ihr gerade durch den Kopf geht - was durchaus zu höchst interessanten Situationen führt.

Bewertung

Von Anne Hertz wurde bereits gelesen und rezensiert:



Von Wiebke Lorenz wurde bereits gelesen und rezensiert:



Von Frauke Scheunemann wurde bereits gelesen und rezensiert:



Zu den Autorinnen:
(Text übernommen von Pendo)
   
(Fotos: v.l.: Wiebke Lorenz, Frauke Scheunemann)

Anne Hertz ist das Pseudonym der Hamburger Autorinnen Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die nicht nur gemeinsam schreiben, sondern als Schwestern auch einen Großteil ihres Lebens miteinander verbringen. Bevor Anne Hertz 2006 in Hamburg zur Welt kam, wurde sie 1969 und 1972 in Düsseldorf geboren. 50 Prozent von ihr studierten Jura, während die andere Hälfte sich der Anglistik widmete. Anschließend arbeiteten 100 Prozent als Journalistin. Anne Hertz hat im Schnitt 2,5 Kinder und mindestens 1 Mann.


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch hatte ich mir von meiner Mutter geliehen.

[Rezension] Vincent Kliesch - Im Augenblick des Todes (Band 2)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-7341-0054-3
Erscheinungstermin: 17. August 2015
Format: Taschenbuch

Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. blanvalet
Kommissar Severin Boesherz genießt gerade seinen Spaziergang am Schlachtensee, als ein mysteriöser Mann in einer Limousine vorfährt, sich als »Ismael« vorstellt und Boesherz zu einem Ausflug einlädt. Die Fahrt endet am Tatort eines bestialischen Mordes: Ein Arzt sitzt skalpiert und ausgeweidet in seiner eigenen Praxis. Bei dem Mord handelt es sich um die exakte Kopie des einzigen Verbrechens, das Boesherz nie aufklären konnte. O ffenbar will der Täter dem Kommissar gezielt eine Botschaft übermitteln – und es soll nicht die einzige bleiben. Boesherz weiß: Er muss das Rätsel lösen, bevor seine eigene Vergangenheit ihn einholt …


Rezension:
Es ist Frühherbst in Berlin und Hauptkommissar Severin Boesherz genießt seinen freien Tag bei einem Spaziergang um den Berliner Schlachtensee. Das dies der letzte ruhige Moment in der nächsten Zeit sein wird, ahnt Severin zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch noch vor Beendigung seines Spaziergangs wird Severin von einem Mann angesprochen, der ihn bittet, ihn zu begleiten, weil er ihm etwas zeigen wolle. Der Mann nennt sich schlicht Ismael. Severin ist sofort klar, dass der Mann keinesfalls Ismael heißt, doch irgendwas ist anders an diesem Mann, denn entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, wird er aus dem Mann nicht schlau, ja, er kann ihn schlicht und einfach nicht deuten. Severin wird in einer guten Wohngegend abgesetzt und ihm wird gesagt, wohin genau er gehen soll. Kurz darauf steht er vor dem Haus von Dr. Friedemann Praetorius - als er das Haus betritt, in dem der Arzt auch seine Praxis hat, findet Severin den Arzt grotesk ermordet vor und Erinnerungen werden wach.

Die Leiche sitzt aufrecht in einem Stuhl - ihr gegenüber sitzt ein Kunststoffskelett, in dem sich anatomisch korrekt das Herz, die Leber und der Magen von Dr. Praetorius befindet. So skurril die Leiche des Arztes auch anmuten mag, Severin selbst sieht so etwas nicht zum ersten Mal. Vor 16 Jahren hatte Severin, damals noch im Rheingau, einen Mordfall untersucht, der diesem erschreckend glich, doch nicht nur das: dieser Mordfall war der einzige, den Severin nie aufklären konnte. Dezernatsleiterin Daniela Castella setzt all ihre Hoffnungen in Severin, was die Aufklärung des Mordes angeht und lässt ihm bei den Ermittlungen freie Hand. Doch nicht nur das, sie holt auch Hilfe ins Team in Form von Hauptkommissar Rupert Schirlo, der seinerzeit Severins Vorgesetzter im Rheingau war. Severins Begeisterung hält sich sehr in Grenzen, denn schon vor 16 Jahren war das Verhältnis der Beiden sehr angespannt.

Doch so sehr Severin und sein Team auch ermitteln, sie kommen dem Täter keinen Schritt näher, dafür tauchen zwei weitere Leichen auf, die ähnlich grotesk inszeniert wurden. Alle Spuren führen wieder zum Anfang, ob sie den Täter jemals fassen können ist fraglich und wenn doch, wie hoch wird der Preis sein. Vor 16 Jahren kostet Severin die Ermittlung in dem damaligen Mordfall das ihm liebste auf der Welt: Leonore Klee, die Frau, die er hatte heiraten wollen. Noch dazu ahnt Severin, dass der Killer selbst das ganze lediglich als ein Spiel sieht, um ihn und seine Intelligenz zu testen. Dann gibt es erste kleine Durchbrüche in den Ermittlungen - und alle Spuren führen zu Severin selbst ...


Der 2. Band der Severin-Boesherz-Reihe! Der Plot wurde spannend und sehr interessant erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich erst nach und nach und immer nur in kleinen Schritten auflöst, was es mit der Mordserie wirklich auf sich hat und welche Hintergründe den Täter bewegten, diese Morde zu begehen und ganz ehrlich, von alleine wäre ich da im Leben nicht drauf gekommen und das ist etwas, was für mich eine gute Geschichte ausmacht, dass sie nicht vorhersehbar ist. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Ich muss gestehen, ich war mehr als begeistert, dass mir als Leser in diesem Buch ganz neue Seiten an Severin Boesherz aufgezeigt wurden, die ich so nicht erwartet hatte. Den Schreibstil empfand ich als sehr packend zu lesen, sodass ich mich zwischendurch nur sehr schwer von dem Buch lösen konnte und am Ende konnte ich es gleich gar nicht mehr aus der Hand legen. Jetzt heißt es erst einmal warten auf den nächsten Band und ich hege ja die Hoffnung, dass Severin in diesem vielleicht sogar die Bekanntschaft mit Tassilo Michaelis macht - ein Gedanke, der mir seit dem ersten Band der Reihe durch den Kopf schwirrt.


Bewertung


Von Vincent Kliesch bereits gelesen und rezensiert:



 
Der Autor: 
Vincent Kliesch wurde in Berlin-Zehlendorf geboren, wo er bis heute lebt. Im Jahr 2010 veröffentlichte er seinen ersten Thriller »Die Reinheit des Todes«. Es folgten zwei weitere Bände, die die Trilogie um den Ermittler Julius Kern und dessen Gegenspieler Tassilo Michaelis abschlossen. Mit »Bis in den Tod hinein« stellte Kliesch seinen neuen Ermittler vor: Severin Boesherz, der es gleich bei seinem ersten Fall mit einer erschreckend düsteren Mordserie zu tun bekommt. »Im Augenblick des Todes« ist der zweite Fall für den eigenwilligen Berliner Kommissar.

Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, unterhält er als Moderator das Publikum bei Firmenevents und im Filmpark Babelsberg. In seiner Freizeit widmet er sich am liebsten seiner Leidenschaft für gutes Essen und Wein. (übernommen von Randomhouse)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch habe ich mir von nef von den Buchjunkies geliehen.

Montag, 28. September 2015

[Rezension] Jessica Brockmole - Eine Liebe über dem Meer


Leseprobe


Eckdaten:
Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Diana Verlag (10. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453357639
ISBN-13: 978-3453357631
Originaltitel: Letters from Skye
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,9 x 18,9 cm

Inhalt gem. Diana:
Isle of Skye, 1912. Eines Tages erhält die schottische Schriftstellerin Elspeth einen Brief aus Amerika. Der Absender, ein junger Mann namens David, bewundert ihre Gedichte. Obwohl ein Ozean zwischen ihnen liegt, ist es der Beginn einer tiefen Liebe. Erst die Wirren des Weltkrieges führen die beiden zusammen, nur um sie unter tragischen Umständen wieder zu trennen. Mehr als zwei Jahrzehnte später stößt Elspeths Tochter Margaret auf Davids Briefe und kommt so der Geschichte dieser schicksalhaften Liebe auf die Spur …

Zum Buch:
1912: Die junge, auf der Insel Isle of Skye lebende, Autorin Elspeth erhält aus den USA einen Fanbrief zu ihrem letzten Gedichtband. David, der den Brief geschrieben hatte, hatte diesen während eines Krankenhausaufenthaltes gelesen und war begeistert.
Elspeth ist erfreut darüber, dass ihr ein Fan schreibt und antwortet David. Es bleibt nicht bei dem einen Brief, sie schreiben sich viele Jahre und es entsteht eine Liebe, die nicht greifbar ist. Sie gestehen sich ihre Gefühle und Ängste ein und lernen sich besser kennen, als ihre sie umgebenden Mitmenschen.
Elspeth ist verheiratet mit Iain, der sich bald freiwillig an die Front meldet. Es ist der 1. Weltkrieg und enthusiastisch ziehen die Männer fort.
Als die USA in den Krieg mit einsteigen, ist auch David einer der Freiwilligen, die sich an die Front melden. Elspeth kann es nicht verstehen. Ihr Mann ist inzwischen als tot gemeldet worden.

1940: Margaret, Elspeths Tochter, fällt ein Brief in die Hände, den ihre Mutter während eines Streites verloren hatte. Er ist an eine Sue gerichtet und spricht voller Liebe. Sie hat keine Ahnung, wer diese Sue ist und schon gar nicht ahnt sie, dass es Briefe sind, die ihre Mutter einst von David erhalten hat.
Sie beginnt nachzuforschen, was es damit auf sich hat und erlebt eine Reise in die Vergangenheit...

Ein Roman, der in Briefform geschrieben wurde. Es ist erstaunlich, wie die Autorin es geschafft hat, alle Stimmungen, Ängste und Sorgen so in Briefe zu verpacken, dass man als Leser nicht das Gefühl hat, dass etwas vergessen wurde oder fehlt. 

Der Roman spielt in 2 Zeitebenen, in der Zeit von 1912 - 1919 (1. Weltkrieg) und 1940 (2. Weltkrieg). Abwechselnd erfährt der Leser aus den beiden Zeitebenen, die Überschriften lauten jeweils Elspeth bzw. Margaret.
Die beiden Zeitebenen verschmelzen zueinander und ergeben ein Gesamtbild.
Margaret, die ihre Mutter nie hat von der Vergangenheit reden hören, lernt eine Mutter kennen, die sie so nicht kannte.

Aber auch Elspeth selbst macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit. Nachdem ihre Tochter den Brief gefunden hat, verschwindet sie von einem Tag auf den anderen und geht selbst auf die Suche. Eine Suche nach einer verlorenen Liebe, die sie nie vergessen konnte.

Der Autorin gelingt mit ihrem Erstlingswerk ein Werk, in das man versinken kann. Über Liebe, Nöte, Ängste, Kriege und Verluste kann man lesen, aber auch über Vertrauen und Hoffnung. 
Es ist ein mitreißender Roman, einer, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, der einen nicht ruhen lässt, bis man ihn ausgelesen hat.
Ich zumindest konnte es nicht, weshalb ich ihn auch in einem Ritt durchgelesen habe.
Natürlich habe ich mit Elspeth gehofft, dass sich alles zum Guten wenden möge, aber der Krieg und das Schicksal taten ihr übriges. Elspeth ist jedoch eine Frau, die nie aufgegeben hat, ebensowenig wie Margaret, die wissen wollte, was es mit Sue auf sich hatte und der Vergangenheit ihrer Mutter.

Es ist ein Buch, das einen mitreißt und nicht mehr loslässt.
Ich hatte schöne Stunden mit ihm und empfehle es sehr gern weiter.  


Bewertung:


Zur Autorin:
(Text übernommen von Diana)
Jessica Brockmole verbrachte mehrere Jahre in Schottland. Die Idee zu ihrem ersten Roman entstand während einer langen Fahrt von der schottischen Isle of Skye nach Edinburgh. Die Autorin lebt heute mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Indiana und schreibt gerade an ihrem zweiten Roman.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Sanela Beara 02: Der Schneegänger



Leseprobe


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313864
ISBN-13: 978-3442313860
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 4,3 x 22,5 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Zum Buch:
Im Berliner Grunewald wird das Skelett eines kleinen Jungen gefunden. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um den vor 4 Jahren entführten Darijo handelt, für den seinerzeit auch Lösegeld gefordert wurde. Lutz Gehring bekommt den Fall auf den Tisch, er hatte auch damals die Suche nach dem Jungen, jedoch ohne Erfolg, geleitet.
Um den Eltern die Nachricht über den Tod ihres Kindes zu informieren, bittet er Sanela Beara, die sich gerade im ersten Studienjahr zum gehobenen Polizeivollzugsdienst befindet, ihm bei der Übermittlung zur Seite zu stehen. Die Eltern des Jungen sind Kroaten und da Sanela die Sprache spricht, wollte er sie sicherheitshalber als Dolmetscher dabei haben.
Sie müssen feststellen, dass die Eltern sich inzwischen getrennt haben und die Mutter in zweiter Ehe mit ihrem damaligen Arbeitgeber ist.
Während die Mutter zusammenbricht, ist Darko, der Vater, entsetzt und wütend. 
Viele Ungereimtheiten tun sich auf, so dass Sanela beschließt, auf eigene Faust weiterzuermitteln.
Sie schleust sich in den Haushalt als Haushaltsmädchen ein und versucht so, entgegen der Anweisung von Gehring, die Ermittlungen voranzutreiben...

Warum hatte der tote Junge Darijo schon zu Lebzeiten schwere Verletzungen davongetragen? War die Entführung nur ein Vorwand und er wurde ermordet? Warum heiratet die Mutter kurz nach dem Verschwinden des Jungen ihren Arbeitgeber, dessen Geliebte sie bis dahin war. Viele Fragen, die einer Antwort bedürfen.
Sanela, die sich in den Haushalt der Reinartz eingeschlichen hat, kommt einem Geheimnis auf die Spur, aber was hat es damit auf sich? 
Gehring versucht zu verhindern, dass Sanela auf eigene Faust weiter ermittelt. Er hat unter anderem Angst, dass er die Beweise, die sie zutage bringen wird, nicht offiziell verwenden kann, da sie unrechtmäßig zu ihnen gekommen ist. Aber Sanela lässt sich nicht beirren, ihr ist das Ergebnis wichtig, da muss man auch mal Dienst entgegen den Vorschriften machen können.
Zu allem, was sie verkehrt macht, lässt sie sich auch noch auf einen der Hauptverdächtigen ein, auf Darko, Darijos Vater. Aber sie kann nicht von ihm lassen. Er hat etwas an sich, das sie anzieht.

Das ist bereits der 2. Teil um die Polizistin Sanela Beara. Bereits im Band "Das Dorf der Mörder" konnte man sie kennenlernen. Nun ist sie im 1. Studienjahr, um den Master zum gehobenen Polizeivollzugsdienst zu absolvieren. Eine Abwechslung käme ihr gerade recht, so dass sie zusagt, als Gehring zu ihr kommt und sie um Hilfe bittet. Während er davon ausgegangen ist, sie nur als Dolmetscher zu benötigen, sieht sie sich bereits mitten in den Ermittlungen. Es ist eine Gratwanderung zwischen Erlaubten und nicht Erlaubten, da sie keinen offiziellen Auftrag hat, sich in der Familie dort umzutun.

Schon mit dem Prolog versucht die Autorin, den Leser in die Irre zu führen. Es ist schon fast klar, dass der dort genannte Protagonist nicht der Mörder sein wird. Aber ist dem wirklich so?
Während des Lesens versuche ich immer herauszufinden, wer denn der Mörder ist. Bei diesem Krimi fiel es mir schwer, ich wurde hin- und hergerissen mit meinen Vermutungen. War ich mir sicher, wurde diese Sicherheit kurze Zeit wieder verworfen. 
Elisabeth Herrmann gelingt es hervorragend, die Spannung über das ganze Buch hinweg zu halten mit einem unverhofften Ende, das ich so nicht erwartet hätte. 

Sanela ist sich auch in diesem Band wieder treu geblieben. Sie schaut und denkt gern mal über Eck und hat dadurch andere Erkenntnisse und Einsichten als ihr Vorgesetzter Gehring, dem das nicht immer passt.  

Elisabeth Herrmann hat es wieder geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen und mich erst zu entlassen, nachdem das letzte Kapitel gelesen wurde. Es mangelte nicht an Spannung, im Gegenteil, sie hielt einen gefangen. Als Leser fiebert man förmlich der Auflösung entgegen, so dass es wirklich schwer fällt, das Buch auch nur kurz beiseite zu legen.

Ein Krimi, den ich sehr gern weiterempfehle  


Reiheninfo:
Sanela Beara 01: Das Dorf der Mörder
Sanela Beara 02: Der Schneegänger

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text von Goldmann)
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.



Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Sonntag, 27. September 2015

[Neuzugänge] der 39. KW 2015

Nachdem Kerry letzte Woche mehr Bücherzugänge hatte als ich, musste sie diese Woche leider wieder passen. Das heißt, dass ich (Kleeblatt) hier an dieser Stelle wieder Alleinunterhalter spielen darf. Mich haben wieder wunderbare Bücher gesucht und gefunden und ein jedes ist wie immer hier herzlich willkommen.

Hier nun meine Neuzugänge der letzten Woche.
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Kleeblatts Neuzugänge:
- Brown, Rita Mae - Für eine Handvoll Mäuse 
- Peters, Veronika - Aller Anfang fällt vom Himmel 
- Scofield, Raymond A. - Der große Lord 
- Marschall, Anja - Lizzis letzter Tango 
- Rose, Melisse J. - Die Insel der geheimen Düfte 
- Rose, Karen - Faith 01: Dornenmädchen 



Kennt ihr bereits eines meiner neuen Bücher bzw. habt ihr sogar schon eines von ihnen gelesen?

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Kleeblatt

Samstag, 26. September 2015

[Rezension] Elisabeth Herrmann - Joachim Vernau 01: Das Kindermädchen



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann TB (1. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442464552
ISBN-13: 978-3442464555
Größe und/oder Gewicht: 13 x 3,7 x 19 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …

Zum Buch:
Joachim Vernau, seines Zeichens ein aufstrebender Anwalt, hat es fast in die "oberen Zehntausend" geschafft. Seine Verlobte Sigrud Zernikows, Anwärterin auf den Bürgermeisterposten, ist die Tochter des bekannten Rechtsanwalts von Zernikow. Die Teilhaberschaft ist ihm schon fast sicher.
Da steht eines Tages eine alte Ukrainerin vor der Tür und drückt ihm einen Zettel in die Hand. Sie benötigt eine Unterschrift als Bestätigung, dass die von Zernikows im Krieg Zwangsarbeiterinnen beschäftigt hatten. Ein paar Tage später wird sie tot aufgefunden.
Joachim Vernau lässt diese Begegnung keine Ruhe und er stellt Fragen und er stößt damit auf Dinge, die weit zurück liegen ...

Joachim Vernau ist ein Mann, der die Augen nicht verschließt. Auch wenn es in diesem Fall um seinen künftigen Schwiegervater und dessen Mutter geht, lässt er die Sache mit der Ukrainerin nicht auf sich beruhen.
Er kommt einem Geheimnis auf die Spur, das in die Zeit des 2. Weltkrieges führt. 
Die von Zernikows hatten seinerzeit Kindermädchen beschäftigt, die Paula gerufen wurden, da es ihnen zu viel Mühe bereitete, sich die jeweiligen Namen zu merken. Eines von ihnen war Natalja Tscherednitschenkowa, die Utz, den Sohn des Hauses betreute. Seine Mutter hatte keine Zeit für ihn und interessierte sich vorzugsweise mit anderen Dingen als für ihren Sohn.
Bei einem Bombenangriff ist sie die Einzige, die im Haus war und beschließt, trotz Verbot, gemeinsam mit Utz in den Keller zu gehen, wo sie verhüllte Bilder finden.
Nun, Jahre später, versucht eine Bekannte von Natalja, die Bestätigung durch die von Zernikows zu erhalten, dass diese seinerzeit bei ihnen beschäftigt war. Sie fliegt kurzerhand raus und wird Tage später tot aufgefunden.
Vernau recherchiert und schaut hinter die Fassade der Familie von Zernikows, deren Oberhaupt Freifrau von Zernikow, die Großmutter seiner Verlobten, ist. Auch heute noch hält sie die Fäden zusammen, die die Vergangenheit betrifft.

Vernau gerät in einen Strudel, in dem es nicht nur um Zwangsarbeit in Deutschland während des Krieges geht, sondern auch um Kunstdiebstähle, die während dieser Zeit getätigt wurden.

Mit diesem in der Gegenwart spielenden Krimi hat die Autorin Elisabeth Herrmann auch einen kleinen Teil deutscher Geschichte mit aufgearbeitet. Sie führt den Leser zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges. Eine Zeit, in der Deutschland nicht nur weltweit Angst und Schrecken verbreitete, sondern auch im eigenen Land.
Frauen und auch Männer aus den eroberten Gebieten wurden verschleppt, um in Deutschland zwangsarbeiten zu müssen. Frauen bzw. Mädchen wurden gern als Kindermädchen vermittelt.
Es wurden jedoch nicht nur Personen verschleppt, sondern auch Kunstgegenstände, die nach Deutschland gebracht wurden und zeitweise versteckt.

Der Krimi beginnt mit der Bombardierung in Berlin und dem Auffinden der Gemälde, schwenkt dann jedoch in die Gegenwart über.
Es beginnt spannend und der Spannungsbogen kann sich kontinuierlich halten. Gegen Ende jedoch ist man gar nicht mehr in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen. Als Leser will man sofort wissen, wie es ausgeht, man kann nicht aufhören zu lesen.
Das Buch ist aus der Sicht von Joachim Vernau in der Ich-Form geschrieben.
Vernau ist ein sympathischer Protagonist, bei dem ich das Gefühl habe, dass sich bei ihm noch einiges tun wird. Ich bleibe am Ball, bin gespannt und freue mich auf ein wiederlesen.

Ein Buch, das ich gern weiterempfehle.   

Reiheninfo:
Joachim Vernau 01: Das Kindermädchen
Joachim Vernau 02: Die 7. Stunde
Joachim Vernau 03: Die letzte Instanz
Joachim Vernau 04: Versunkene Gräber


Bewertung:



Zur Autorin:
(Text von Goldmann)
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.



Von Elisabeth Herrmann wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Freitag, 25. September 2015

[Rezension] Jodi Picoult - Zerbrechlich



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 624
ISBN: 978-3404166985
Erscheinungstermin: 20. Juli 2012 
Format: Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe


Klappentext gem. Lübbe:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O’Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Die Krankheit hätte früh erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ...


Rezension:
Charlotte O´Keefe ist nicht mehr die jüngste, als es ihr gelingt, zum zweiten Mal schwanger zu werden. Aus einer früheren Beziehung hat sie ihre Tochter Amelia, doch nach einem Neubeginn lernte sie über eine Freundin den Polizisten Sean O`Keefe kennen und die beiden wurden ein Paar. Sean hat Amelia als seine Tochter angenommen, doch beide wünschen sich noch ein eingenes Kind und tatsächlich, Charlotte wird auf natürlichem Weg schwanger. Charlottes beste Freundin ist Piper Reece, die gleichzeitig Charlottes Frauenärztin ist. Auf Grund ihres Alters hat Charlotte Angst, ihr Kind könnte das Down-Syndrom haben, doch diese Befürchtungen stellen sich bei einem Ultraschall in der 18. Woche als unbegründet heraus, ja in der Tat ist das Kind gesund. Doch bei einem erneuten Ultraschall in der 27. Woche offenbart sich, dass mit dem Kind in ihrem Bauch etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist - auf dem Ultraschallbild sind Knochenbrüche zu ersehen. Kurze Zeit später steht fest: Charlottes Kind hat eine Form der Glasknochenkrankheit - ob es die Geburt überhaupt überlebt, ist fraglich.

Fünf Jahre später will Familie O`Keefe in ihren ersten richtigen Familienurlaub starten. Ziel ist Disney World. Bisher war ein gemeinsamer Urlaub einfach nicht möglich, zu sehr musste die ganze Familie Rücksicht auf die kleine Willow und ihre immer wieder brechenden Knochen nehmen. Doch kaum am Ziel ihrer Reise angekommen, geschieht das, was sie alle vermeiden wollten - Willow bricht sich erneut die Knochen und dadurch nimmt das Drama seinen Lauf. Auf den Röntgenaufnahmen ist ersichtlich, dass die kleine Willow diverse verheilte Knochenbrüche hat - die Behörden glauben an Misshandlung durch die Eltern, denn ausgerechnet der Brief ihres Arztes, der Willows Krankheit bestätigt, haben die O´Keefes Zuhause vergessen. Charlotte und Sean werden verhaftet, Amelia kurzfristig in Obhut genommen und die kleine Willow bleibt allein im Krankenhaus zurück. Zwar können die O´Keefes schlussendlich die Situation klären, doch kommen durch diesen Vorfall weitere Kosten auf sie zu, denn die Krankenversicherung will den Rücktransport Willows nicht zahlen.

Sean und Charlotte sind schockiert, wie mit ihnen umgesprungen wurde und gerade Sean weiß, dass sein Ruf als Polizist nach der Aktion erst einmal dahin ist. Er will Schadensersatz und wendet sich hierzu an Anwältin Marin Gates. Diese sieht jedoch schlechte Chancen darin, einen solchen Prozess zu gewinnen, glaubt aber, in einer Klage gegen Piper Reece Erfolg zu haben, denn immerhin hatte diese Charlotte nicht rechtzeitig davon in Kenntnis gesetzt, dass Willow behindert zur Welt kommen wird. Sean will davon nichts wissen, stellt doch solch eine Klage die Behauptung in den Raum, dass er die Geburt seiner Tochter nicht gewollt hätte, doch in Charlotte brodelt es. Seit fünf Jahren kann sie nicht mehr arbeiten, immerzu erleidet ihre kleine Willow Knochenbrüche und das alles kostet so viel Geld, Geld, das die O`Keefes eigentlich nicht haben und noch mehr Nerven. Charlotte entschließt sich, entgegen dem Willen ihres Mannes, Klage gegen Piper einzureichen, um von ihrer Versicherung endlich das Geld zu erstreiten, das sie benötigt, um Willow für den Rest ihres Lebens versorgen zu können. Doch ist Geld es wirklich wert, das Glück seiner Familie auf das Spiel zu setzen und gar die kleine Willow wissen zu lassen, dass es besser gewesen wäre, sie wäre nie geboren worden?


Welchen Wert hat ein Leben? Der Plot wurde sehr einfühlsam und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich als Leser einerseits auf Seiten der Charlotte O`Keefe war, denn ihre Beweggründe konnte ich jederzeit voll und ganz nachvollziehen, jedoch auch vollends auf Seiten von Sean O`Keefe stand, denn auch dessen Sichtweise der Ereignisse und sein Tun und Handeln konnte ich immer nachvollziehen. Die Figuren wurden sehr realistisch erarbeitet, wobei hier mein Liebling eindeutig die kleine Willow war, denn immerhin ist sie es, um die es geht und der Leser kann sich in dieses kleine Mädchen sehr gut einfühlen. Interessant empfand ich auch die Figur ihrer Schwester Amelia erarbeitet, die lange den äußeren Schein einer guten Tochter wahren kann und dennoch jeden Tag ein bisschen mehr an der ganzen Situation zerbricht. Den Schreibstil empfand ich sehr emotional und spannend erarbeitet, ich konnte und wollte mich nicht von dem Buch trennen. Eines steht fest, dieses Buch war nicht das letzte der Autorin, dass ich gelesen habe.

Bewertung

Von Jodi Picoult bereits gelesen und rezensiert: (Es ist erst alles sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)



Die Autorin: 
Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire. (übernommen von Randomhouse)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bücherei.

[Rezension] Philip Kerr - Winterpferde


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 288
ISBN: 978-3-499-21715-9
Erscheinungstermin:
25. September 2015
Preis:
16,99 EUR (D)
Format:
Hardcover
Verlag: Rowohlt


Klappentext gem. Rowohlt:
Es ist ein eisiger Winter 1941 auf Askania-Nowa, wo sich das jüdische Mädchen Kalinka versteckt hält. Hier in dem alten Naturreservat leben auch die seltenen Przewalski-Pferde. Sie scheinen zu spüren, dass Kalinka eine von ihnen ist – denn wie Kalinka sind sie in großer Gefahr vor den Nazis, die Askania-Nowa besetzen.

Mit Hilfe des treuen Tierwärters Max flieht Kalinka mit zwei Pferden und einem Wolfshund Hunderte von Kilometern über die weiße Steppe der Ukraine. Doch können ein Mädchen und drei Tiere der Übermacht der Deutschen entkommen?

Spannend und stimmungsvoll erzählt Philip Kerr von der Flucht im ukrainischen Winter – aber auch davon, wie die Liebe zu den Pferden das erstarrte Herz eines einsamen Mädchens mitten im Krieg zu erwärmen vermag. 


Rezension:
Im Sommer 1941 ergriff die gesamte Belegschaft des staatlichen Naturreservates Askania-Nowa die Flucht. Lediglich der alte Maxim Borisowitsch Melnik blieb. Eigentlich sollte er, auf Befehl des obersten Leiters des Reservates, alle Tiere desselben töten, um den Nazis keine Möglichkeit zu geben, in dem Reserverat den Winter zu überstehen - doch Max brachte diese Tat nicht über sein Herz, denn auch seine geliebten Przewalski-Pferde hätte er töten sollen. Max hat generell keine schlechte Meinung von den Deutschen, denn immerhin war es ein Deutscher gewesen, Baron Ferdinand von Anhalt-Köthen, der das Reservat 1828 gegründet hat und Max selbst hat noch unter dessen Urenkel gearbeitet. Durch diesen glücklichen Zufall beherrscht er die deutsche Sprache.

Nicht lange nach der gemeinschaftlichen Flucht der Belegschaft hat die SS tatsächlich Askania-Nowa erreicht. Max wähnt immer noch Hoffnung, ist ihr Anführer, Hauptmann Kaspar Grenzmann, ein absoluter Pferdenarr - vielleicht, nur vielleicht, kann Max so seine Przewalski-Pferde retten, doch sobald die Deutschen vor Ort sind, stillen sie ihren Hunger an allen Tieren des Reservates. Nur die Przewalski-Pferde, die unglaublich schnell, ausdauernd und schlau sind, sind ihnen bisher immer entkommen. Doch so alleine, wie Max sich neben den Deutschen im Reservat wähnt, ist er nicht. Eine junge Frau versteckt sich dort. Bisher konnte sie von dem, was sie im Reservat vorfand, überleben, doch langsam wird es immer kälter - der Winter steht vor der Tür. Auch sie ist fasziniert von den Przewalski-Pferden und diese sind in ihrer Nähe, anders als sonst üblich, nicht scheu.

Als der Winter schlussendlich einbricht, erschießen die Deutschen jedes Tier, dass ihnen vor die Flinte läuft. Die Rote Armee ist im Anmarsch, das wissen sie, doch bevor sie fliehen, wollen sie ihre Befehle ausführen - wozu auch die völlige Vernichtung der Przewalski-Pferde zählt, denn diese wurden als minderwertige und somit verbotene Rasse gelistet und gehören ausgerottet. Sosehr Max auch interveniert, er kann seine Pferde nicht retten. Er weiß lediglich von einem Paar, dass den Soldaten entkommen ist und so ist die Freude umso größer, als eines abends die junge Frau mitsamt den beiden Pferden vor Max Hütte steht. Kalinka selbst weiß, dass ihre Chance, den Winter ohne Hilfe im Reservat zu überleben, gering sind, doch als sie bemerkt, dass die Stute verletzt ist, weiß sie, dass sie unbedingt Hilfe für sie organisieren muss. Schon länger hatte sie den alten Mann beobachtet und weiß um seine Zuneigung zu den Pferden, also nimmt sie all ihren Mut zusammen und wendet sich an ihn. Wider erwartend erklärt er sich sofort bereit, ihr und den Pferden zu helfen - sieht er doch in der Rettung der Pferde, die Rettung der Rasse, denn immerhin sind sowohl eine Stute und ein Hengst entkommen und das Mädchen, so wie sie mit den Pferden umgeht, verdient auf jeden Fall ebenfalls, gerettet zu werden. Max weiß, dass er mit diesem Handeln, sollte dies jemals der SS-Hauptmann erfahren, sein Todesurteil unterschrieben hat - doch ist es das Risiko nicht wert, um diese seltene Rasse und die junge, eindeutig jüdische, Frau zu retten? Max entschließt sich, ihnen zu helfen und ihnen die Flucht zu ermöglichen - doch dann wird seine Tat entdeckt ...


Was würdest du tun, um das zu retten, was dir am Herzen liegt? Der Plot wurde spannend und bildgewaltig erarbeitet. Tatsächlich gelang es mir durch die anschaulichen Beschreibungen, mir die Szenen jederzeit vor Augen zu führen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich die Figur des Max, der wirklich alles tun würde, um eine Tierart vor dem Aussterben zu retten und dabei sind ihm die Tiere gegenüber noch nicht einmal zutraulich, anders als bei Kalinka. Max, der keine eigene Familie hat, nimmt sich derer an, die seine Hilfe brauchen und obwohl ihm bewusst ist, welche Risiken er eingeht, kann er einfach nicht anders handeln, als seinem Gewissen zu folgen. Den Schreibstil empfand ich als sehr fesselnd und realistisch erarbeitet, sodass ich mich gar nicht mehr von dem Buch lösen konnte und es in einem Rutsch auslesen musste.

Bewertung

Der Autor:
Philip Kerr wurde 1956 in Edinburgh geboren. 1989 erschien sein erster Roman «Feuer in Berlin». Aus dem Debüt entwickelte sich die Serie um den Privatdetektiv Bernhard Gunther. Diese Reihe führte Kerr mit den Romanen «Das Janusprojekt», «Das letzte Experiment», «Die Adlon-Verschwörung», «Mission Walhalla» und «Böhmisches Blut» fort. Für «Die Adlon Verschwörung» gewann Philip Kerr den weltweit höchstdotierten Krimipreis der spanischen Mediengruppe RBA und den renommierten Ellis Peters-Award. (übernommen von Rowohlt)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag

http://www.rowohlt.de/

bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.