Freitag, 11. Dezember 2015

[Rezension] Beate Teresa Hanika - Rotkäppchen muss weinen



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 256
ISBN: 978-3-596-51259-1
Erscheinungstermin: 23. August 2012
Format:
Hardcover
Verlag: Fischer


Klappentext gem. Fischer-Verlage:
Er nennt sie Rotkäppchen – weil in dem Korb Wein und Essen sind für den Großvater. Rotkäppchen – weil der Weg aus dem Wald dunkel und steinig ist. Rotkäppchen – weil der Wolf sie längst in seiner Gewalt hat …
Es gibt nichts zu beschönigen: Kindesmissbrauch ist ein unbequemes Thema. Ein Thema, das aufbringt und von allen Medien bedient wird. Doch dieser Roman ist weit mehr als ein Problembuch über Kindesmissbrauch. Er lebt von differenzierten Stimmungen und interessanten Charakteren und wagt einen Blick in die Abgründe menschlichen Zusammenlebens. Er hält ein Plädoyer für die Freundschaft, erzählt von erster Liebe und vermeidet jegliches Pathos. Virtuos spielt er mit literarischen Mitteln und entzieht sich dabei jeder Vorhersehbarkeit. So wird die Lektüre zu einem intensiven Erlebnis, das man nicht missen möchte.



Rezension:
Wenn Malvina erst 14 Jahre alt ist, wird alles anders, denn dann ist sie groß, wird gehört werden und wird einen Freund haben. Noch ist sie 13 Jahre alt, aber in wenigen Wochen wird sie endlich 14. Sie hat es nicht wirklich leicht als jüngstes von drei Kindern. Der Vater ist ein strenger Patriarch und Lehrer, der nicht nur in seiner Familie unbeliebt ist, sondern auch bei seinen Schülern. Die Mutter leidet ständig unter Migräne und muss permanent geschont werden. Ihr Bruder, der ihr immer Halt gegeben hat, ist mittlerweile an der Uni und dementsprechend eigentlich nur am Wochenende zu Hause und mit ihrer älteren Schwester verbindet sie wenig.

Zwar hat Malvina eine beste Freundin, Lizzie, der sie viel anvertrauen kann, aber eben doch nicht alles, denn da gibt es noch ihren Großvater. Dieser ist alt und gebrechlich und von daher ist es Malvinas Aufgabe, ihm täglich Essen vorbei zu bringen. Malvina ist ungern allein mit ihrem Großvater zusammen, denn wenn niemand dabei ist, geschehen unaussprechliche Dinge. Früher, als ihre Oma noch lebte, geschahen ebensolche Dinge, aber damals waren sie nicht ganz so schlimm, versuchte doch ihre Oma wenigstens, sie zu schützen - doch nun ist sie ihrem Großvater allein ausgeliefert - und wenn sie davon erzählt, glaubt ihr ihre Familie einfach nicht.

Erst mit der Bekanntschaft zu Klatsche, einen Jungen aus der Nachbarschaft, schafft sie es, sich etwas zu öffnen, denn was ihr ihre Familie nicht geben kann, dieser Junge vermag es - er gewährt ihr etwas Sicherheit und Vertrauen, Dinge, die sie so lange entbehren musste. Doch wird das reichen, dass sie sich endlich offenbaren kann?


Rotkäppchen hat Angst! Der Plot des Buches wurde realistisch erarbeitet. Die Aufteilung des Plots an sich hat mir jedoch nicht gefallen - irgendwie fehlte mir hier eine klare Linie. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, jedoch muss ich gestehen, dass ich mit Protagonistin Malvina partout nicht warm geworden bin. Den Schreibstil empfand ich leider als wenig packend, sodass ich mehrmals mit dem Gedanken gespielt habe, dieses Buch abzubrechen.


Bewertung
 
Die Autorin:
Beate Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg, ist Fotografin. Ab 1997 arbeitete sie mehrere Jahre als Model in verschiedenen europäischen Städten. Bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr schreibt sie Geschichten und Gedichte. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort in der Nähe von Regensburg. Ihr erster Roman ›Rotkäppchen muss weinen‹ wurde u.a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2007 und dem Bayerischen Kunstförderpreis 2009 ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert. (übernommen von Fischer)

Wie ich zu dem Buch kam:

Dieses Buch habe ich mir in der örtlichen Bibliothek geliehen.

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