Mittwoch, 2. September 2015

[Rezension] Eduardo Jáuregui - Gespräche mit meiner Katze








Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
Verlag: Thiele Verlag GmbH (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3851793137
ISBN-13: 978-3851793130
Größe und/oder Gewicht: 12,8 x 3,7 x 19,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
Sara Leon geht auf die vierzig zu und ist nicht wirklich glücklich mit ihrem Leben. Sie ist überfordert mit ihrem stressigen Agentur-Job in London und hat sich von ihrem Freund Joaquín entfremdet, der eigene Wege geht. Sie hat Heimweh nach Spanien, wo ihr Vater mit seiner kleinen Buchhandlung ums Überleben kämpft. In dieser schwierigen Situation tritt plötzlich Sibila in ihr Leben, eine geheimnisvolle Abessinierkatze, die mehr über Saras Leben zu wissen scheint als sie selbst. An jenem schwarzen Tag, als Sara während einer wichtigen Präsentation in Ohnmacht fällt, der Arzt einen drohenden Burnout bescheinigt und der Freund sich als ziemliche Enttäuschung erweist, klopft eine goldfarbene Katze ans Küchenfenster und gibt ihr den ersten Rat: »Wenn du nicht mehr weiter weißt, folge deiner Nase!« Das tut die zutiefst verblüffte Sara dann auch und macht eine Entdeckung, die der Anfang vom Ende ist – vom Ende eines Lebens, das ihr schon lange nicht mehr gut tut … Mit eindringlichem Blick, Sinn für Humor und der Weisheit einer Spezies, die uns seit Jahrtausenden beobachtet, hilft Sibila Sara, ihr Leben neu zu gestalten. Denn es gibt viele Wege zum Glück, aber Katzen kennen die besten Abkürzungen.

Zum Buch:
Sara ist seit Jahren mit ihrem Freund Joaquín zusammen, aber irgendwie scheint die Luft raus zu sein aus der Beziehung. Irgendwie schaffen sie es auch nicht mehr, miteinander zu schlafen, so dass sie nebenher wohnen.
Auf Arbeit hat sie Stress, so dass die Liebe völlig auf der Strecke bleibt.
Eines Tages klopft eine Katze an ihr Fenster und möchte hinein. "Lässt du mich rein?" fragte sie und Sara kann nicht glauben, dass sie die Worte wirklich aus dem Maul der Katze gehört hatte. Sie tut die Sache ab, von wegen überarbeitet und so und versucht, die Katze zu vergessen.
Sara muss an diesem Tag noch eine Präsentation vorführen, kommt aber in Bedrängnis, weil sie versehentlich ihren Laptop in der Metro vergessen hat. Während der Vorführung bricht sie zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht, wo man einen beginnenden Burnout diagnostiziert. Joaquín holt sie aus dem Krankenhaus ab, lässt sie daraufhin aber wieder allein, und da ist sie wieder, die Katze am Fenster und begehrt Einlass.
Sara lässt sie hinein und muss verwundert feststellen, dass die Katze tatsächlich sprechen kann.
Es ist eine wunderschöne Abessinierkatze mit dem Namen Sibila. Sibila offeriert Sara nunmehr, dass sie von Sibila adoptiert wurde. Aus dieser Nummer kommt Sara nun nicht mehr raus.

Sibila ist keine gewöhnliche Katze, sie hat ihre eigene Meinung und geizt nicht mit klugen Worten und Ratschlägen. Diese gibt sie nicht einfach so weiter, sondern verpackt sie in weise Worte. Worte, über die Sara nachdenken muss. Die Schlüsse, die sie daraus zieht, sind zum Teil recht schmerzhaft, sogar so, dass sie sich an einem Wendepunkt ihres Lebens befindet, denn es bleibt nichts, wie es war. 
Es scheint, als wüsste Sibila auf alle Fragen eine Antwort und als würde sie Sara schon lange Zeit kennen.

Saras Beziehung mit Joaquín zerbricht und sie fällt in ein tiefes Loch. Nicht nur, dass sie ihren Zusammenbruch noch verarbeiten muss, sieht sie sich mit der Tatsache konfrontiert, dass sie eine neue Wohnung braucht, denn die Wohnung gehörte ihrem Freund. 

So seltsam es sich anhört, aber mit Sibilas Hilfe findet sie aus dem Tief wieder heraus. Sie führen Gespräche und Sibila fordert Sara zum Nachdenken und Tun auf. Egal, um was es geht, um die Durchführung von "Katzenyoga" oder der Umstellung ihrer Ernährung. Mit sanften und einfachen Hinweisen öffnet Sibila Saras Augen und nicht nur ihre.

Nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich keine Fragen mehr, warum die Katzen früher in Ägypten als heilig angesehen und hofiert wurden. Es sind besondere Wesen, die Charme haben, ihren eigenen Kopf und klug sind.
Natürlich sind sie das heute auch noch und sie wissen es.
Sibila lebt in der heutigen Zeit bei Sara und hat doch die Durchsetzungskraft einer weisen alten Katze. Sie öffnet Sara die Augen und lässt sie all das Schöne und Gute sehen, dessen sie sich nicht mehr bewusst ist. Sara beginnt, mit dem Herzen zu sehen und registriert Dinge, die sie lange nicht gesehen hat. Unglaublich, dass dazu erst die Ratschläge einer Katze nötig waren.

Sibila ändert Saras Leben, aber auch ein klein wenig hat sie mich, den Leser, angesprochen. Sollte man selbst nicht auch ein wenig bewusster die Umwelt wahrnehmen oder bewusster leben? Fragen, die nach der Lektüre noch eine Weile nachklingen und zum Nachdenken anregen. 

Sara und Sibila bilden eine wunderbare Einheit. Beide sind ausgesprochen sympathisch, so dass man sie ins Herz schließen muss. Saras bisheriges Leben erfährt einen Rundumschlag. Was gestern noch üblich war, hat heute keine Chance mehr, Beziehungen werden überdacht, Freunde gewonnen. Sara erhebt sich förmlich wie Phönix aus der Asche und es geht ihr gut dabei. 

Es ist ein wunderbares Buch über Freundschaft, Liebe, Gerechtigkeit, Mut und Neuanfänge, das man unbedingt lesen sollte. 
Auch wenn man Katzen nicht mag (geht das?), ist es ein Buch, das ich jedem empfehlen möchte.

Sehr schön und erwähnenswert finde ich die Idee, dem Buch ein passendes Lesezeichen beizulegen, auf dem nicht nur ein Ausschnitt des Covers wiederzufinden ist, sondern auf dem man auch Sibilas 7 goldende Regeln immer wieder vor Augen hat.


Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen von Amazon)
Eduardo Jáuregui, geboren in Oxford und aufgewachsen in Spanien, ist Psychologe und spezialisiert auf Positive Psychologie und Humorforschung. Promoviert in Politik- und Sozialwissenschaften ist er heute Dozent an der Saint Louis University in Madrid und Gründer der Coaching-Agentur Humor Positivo (www.humorpositivo.com). Er hat zahlreiche Sachbücher geschrieben und mehr als achtzig Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. Im Laufe seines Lebens hat er mit zwei Katzen, acht Hunden und einem Pinguin – aus Plüsch – zusammengelebt. Dies ist sein erster Roman. (Vielleicht hat er ihn aber auch zusammen mit seiner Katze geschrieben.)


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim 



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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