Dienstag, 29. September 2015

[Rezension] Anne Hertz - Die Sache mit meiner Schwester



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3866123632
Erscheinungstermin: 10. März 2014
Format: Hardcover
Verlag: Pendo


Klappentext gem. Pendo:
Von wegen ein Hertz und eine Seele!
Die Schwestern Heike und Nele könnten nicht unterschiedlicher sein. Heike ist glücklich verheiratet, hat drei Kinder und lebt in einem Haus mit Garten im Vorort. Nele ist unsteter Single und genießt das Großstadtleben in vollen Zügen. Kurzum: Sie leben in zwei Welten und gehen sich aus dem Weg. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist ihr Pseudonym »Sanne Gold«, unter dem sie erfolgreich Romane veröffentlichen – doch selbst die schreiben sie in Wahrheit nicht mehr selber. Nur noch für öffentliche Auftritte machen sie gute Miene zum bösen Spiel. Nach einer gemeinsamen Talkshow kommt es zur Katastrophe: Heike wird bei einem Unfall schwer verletzt. Voller Schuldgefühle beginnt Nele, ihr bisheriges Geschwisterleben zu rekapitulieren und stellt sich die Frage, wie das alles nur so weit kommen konnte. Bald schon findet sie Antworten, die das Leben der beiden vollkommen auf den Kopf stellen ...


Rezension:
Heike Bachmann und Nele Krüger sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Heike glücklich verheiratet und dreifache Mutter ist, genießt die jüngere Nele ihr Singleleben in vollen Zügen. Doch so wenig sie gemeinsam haben - etwas verbindet sie und zwar "Sanne Gold", denn hierbei handelt es sich um das Pseudonym der Beiden, unter dem sie heitere Frauenliteratur veröffentlichen. Sie sind froh, wenn sie einander nicht sehen müssen, gerade Nele genießt die Zeit fernab ihrer Schwester, denn eigentlich, ja eigentlich, hätte auch sie gerne eine Familie, doch das hatte bisher nie geklappt und so ist es besser, sich von alledem fernzuhalten.

Mit Müh und Not bringen sie gemeinsame Auftritte hinter sich, denn als Sanne Gold ist man ja eine Einheit und hält immer zusammen und überhaupt verstehen sich die beiden Schwestern blendend (zumindest für die Öffentlichkeit). "Drei nach Drei" ist die Sendung für die moderne Hausfrau und hat sehr gute Einschaltquoten, von daher nimmt Sanne Gold die Einladung zu einer kleinen Plauderstunde nur zu gern an (irgendwie werden Heike und Nele das schon zivilisiert und lächelnd hinter sich bringen). Eigentlich läuft alles ganz gut, doch als die Zuschauer telefonische Fragen stellen dürfen, platzt die Bombe. Ausgerechnet die letzte Anruferin ist es, die das wohlgeordnete Kartenhaus der Sanne Gold zum Einstürzen bringt, denn es handelt sich bei dieser Dame ausgerechnet um die Ehefrau von Neles Liebhaber. Doch als wäre das nicht genug, keift die Dame so nebenbei in der Live-Talkshow auch noch heraus, dass die Bücher von Sanne Gold gar nicht von Heike und Nele geschrieben werden, sondern sie schon seit Jahren einen Ghostwrither beschäftigen.

Nach diesem katastrophalen Erlebnis will Nele nur noch eines - ganz weit weg von dem Aufnahmestudio und sich am liebsten in ihrer Wohnung verkriechen. Da hat sie jedoch die Rechnung ohne Heike gemacht, die sich prompt in Neles Auto setzt und sie noch während der Fahrt zur Rede stellt. Nele beschließt, Heike nach Hause zu fahren und danach nie wieder ein Wort mit ihr zu wechseln - doch noch während der Fahrt kommt es erneut zu heftigen Streitereien, sodass das Nele die Kontrolle über ihr Auto verliert. Sie kommt später im Krankenhaus zu sich, leicht lädiert, aber am Leben, muss jedoch erfahren, dass Heike auf Grund ihrer schweren Verletzungen in ein künstliches Koma versetzt wurde. Nele ist am Boden zerstört und als sie aus dem Krankenhaus entlassen wird, fasst sie einen Entschluss. Bis es ihrer Schwester wieder besser geht und sie wieder nach Hause kann, wir Nele sich um deren Familie kümmern und ihren (eher ungeliebten) Schwager entlasten. Schnell muss sie einsehen, dass das Führen eines Haushaltes mit drei Kindern alles andere als ein Kinderspiel ist und langsam aber sicher fängt sie an zu begreifen, wie viel ihr in Wirklichkeit noch an ihrer großen Schwester liegt - wenn sie nur wieder aufwachen würde ...


Geschwisterliebe? - von wegen! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Ich glaube, jeder der ein Geschwisterkind hat, kann im Ansatz sicherlich nachvollziehen, wie es mitunter dazu kommen kann, dass man sich so richtig verkracht. Hier ist die Situation jedoch eine andere, denn die Beiden (allen voran Nele) wollen ohne einander, können aber auf Grund ihrer Sanne-Gold-Karriere nicht. Die Figuren wurden  facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich hier sehr große Sympathien für die Figur der Nele entwickelt habe, denn irgendwie konnte ich sie voll und ganz verstehen, auch wie sie reagiert hat, vor und nach dem Unfall und ganz ehrlich, die Frau ist tough, mit ihr würde ich mich nicht anlegen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch aus Sicht von Nele erzählt wird und sie nun wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt und mitunter genau das sagt, was ihr gerade durch den Kopf geht - was durchaus zu höchst interessanten Situationen führt.

Bewertung

Von Anne Hertz wurde bereits gelesen und rezensiert:



Von Wiebke Lorenz wurde bereits gelesen und rezensiert:



Von Frauke Scheunemann wurde bereits gelesen und rezensiert:



Zu den Autorinnen:
(Text übernommen von Pendo)
   
(Fotos: v.l.: Wiebke Lorenz, Frauke Scheunemann)

Anne Hertz ist das Pseudonym der Hamburger Autorinnen Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz, die nicht nur gemeinsam schreiben, sondern als Schwestern auch einen Großteil ihres Lebens miteinander verbringen. Bevor Anne Hertz 2006 in Hamburg zur Welt kam, wurde sie 1969 und 1972 in Düsseldorf geboren. 50 Prozent von ihr studierten Jura, während die andere Hälfte sich der Anglistik widmete. Anschließend arbeiteten 100 Prozent als Journalistin. Anne Hertz hat im Schnitt 2,5 Kinder und mindestens 1 Mann.


Wie ich zu dem Buch kam:
Das Buch hatte ich mir von meiner Mutter geliehen.

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