Freitag, 21. August 2015

[Rezension] Helena Grass - Blue Eyes: Besessen von dir


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 370
ISBN: 978-9-963-52990-2
Erscheinungstermin: 17. August 2015
Preis: 5,49 EUR 
Format: E-Book
Verlag: Bookshouse
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Klappentext: gem. Bookshouse
Es ist wie ein Rausch, unbändige, zügellose Gier.
Ihren Brustkorb umklammert, ihr aussichtsloser Kampf,
bis ihr Atem stillsteht …


Mit eingedrücktem Brustkorb, ansonsten unverletzt, kommen zwei Frauen auf unverständliche Weise zu Tode. Die junge Polizistin Sophie ähnelt den Opfern. Ebenso blauäugig und mit einem anbetungswürdigen Körper, soll sie als Lockvogel den Serientäter stoppen.
Während ihrer Ermittlungen findet Sophie Erschreckendes heraus. Die Spur führt zu ihrem Ehemann. Dann taucht ein höchst attraktiver Mann auf, der eine unglaubliche Behauptung aufstellt. Kann sie ihm trauen? Oder ist ihr Schicksal nun endgültig besiegelt?

Rezension:

Die 24-jährige Sophie Bach ist eine begeisterte Radsportlerin und hat sich, zusammen mit ihren Freundinnen Sina und Iren, den Traum erfüllt, zur Tour de France nach Paris zu fahren. Zeitlich passte es ganz gut, denn Sophie, im beruflichen Leben Polizeibeamtin in Berlin, wird demnächst ihre neue Stelle beim Landeskriminalamt in der Vermisstenstelle antreten und vorher wollte sie sich unbedingt noch diesen Traum erfüllen. Leider erleidet eine ihrer Freundinnen einen Sonnenstich, sodass sich beide zurückziehen und Sophie letztendlich allein an der Zielgraden steht - aber immerhin, sie ist mittendrin und ganz ehrlich, die Herren auf ihren Rädern sind doch durchaus einen zweiten Blick wert! In der Tat gibt es da einen, der ihr besonders auffällt.

Gerome Lasalle ist einer jener Radrennfahrer, genauer gesagt ist er Mitglied des Teams "Sojasun". Er ist bei dem Rennen nicht wirklich bei der Sache, denn es gibt etwas, dass ihn sehr beschäftigt. Diese Tour wird seine letzte sein. Auf Grund einer Verletzung nach der Winterpause weiß er, dass seine Zeit in diesem Sport vorbei ist, denn eine Erholung und wieder Aufbau seiner Leistung auf sein vorheriges Niveau ist nicht möglich. Zwar hat er die Möglichkeit, als Bauarchitekt bei der Firma seines Onkels in Berlin anzufangen, doch wirklich begeistert ist er von diesen Aussichten nicht - zu gern ist er Radprofi, doch realistisch betrachtet gibt es keine Alternative. Da fällt ihm eine Frau im Publikum auf, die ihn sofort fasziniert. Er scheidet frühzeitig aus dem Rennen aus, denn so hat er die Chance, die junge Frau anzusprechen.

Tatsächlich handelt es sich bei der jungen Frau um Sophie und sie ist erstaunt, als ausgerechnet der Radfahrer, der ihr besonders aufgefallen ist, sie anspricht. Die Beiden verbringen den Abend zusammen in Paris und da sich Sophies Freundin noch nicht auskuriert hat, erklärt er sich bereit, die drei Frauen in ihrem gemieteten Wohnwagen nach Berlin zu fahren. Sophie könnte nicht glücklicher sein, hat sie doch so mehr Gelegenheit, Zeit mit ihm zu verbringen, doch die Stimmung trübt sich etwas, als Geromes Teamkollege Fränki sich ihnen anschließt. Fränki ist der typische Macho, etwas, womit Sophie ein ernstes Problem hat, denn seit ihrer Pubertät wird sie grundsätzlich von Männern nach ihrem Aussehen beurteilt, den Sophie hat lange schwarze Haare, wunderschöne blaue Augen, ist schlank und sportlich und hat einen Vorbau, der Männer in sabbernde Babys verwandelt. Doch Gerome ist anders, er nimmt ihre Persönlichkeit wahr, auch wenn er ihr Äußeres alles andere als uninteressant findet. In Berlin angekommen, beschließt Sophie aufs Ganze zu gehen und lädt Gerome zu sich ein, bewusst mit dem Wissen, dass er in Berlin noch keine Bleibe hat. Leider gesellt sich auch Fränki dazu, sodass er zwei Wochen auf Sophies Couch schläft, bevor das junge Paar ihn loswerden kann. Doch danach, danach ist einfach alles perfekt und nur vier Wochen später macht Gerome Sophie einen Heiratsantrag und sie weiß, er ist der Richtige!

Auch beruflich läuft es für Sophie sehr gut. Sie wird von ihrem neuen Vorgesetzten, Ingolf Großmann, sehr herzlich aufgenommen und auch die Leute ihres Teams in der Vermisstenstelle sind so weit in Ordnung (bis auf zwei Ausnahmen, aber hier weiß sich Sophie zur Wehr zu setzen). Das alles ändert sich jedoch, als eine als vermisst gemeldete Frau, Dr. Mandy Grosser, tot aufgefunden wurde. Fest steht, ihr wurden beim Sex die Rippen eingedrückt, sodass sie noch während des Aktes verstorben ist. Ein Schock für alle Beteiligten, denn von einem Liebhaber oder gar Lebensgefährten war nichts bekannt. Als kurz darauf ausgerechnet von Sophie und ihrer Kollegin eine zweite Leiche gefunden wird, ist klar: Sie haben es mit einem Serienkiller zu tun. Auch sein zweites Opfer weist die gleichen tödlichen Verletzungen auf und etwas anderes ist noch auffällig: Die beiden waren der gleiche Typ Frau! Groß, schlank, sportlich, schwarze lange Haare, blaue Augen und ein großer Vorbau - sie hätten Schwestern von Sophie sein können! Bei der zuständigen Mordkommission reift ein Plan heran: Sophie soll den Täter anlocken ...


Im Rausch der Lust! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin den Leser in die Köpfe der jeweils handelnden Figuren blicken lässt, denn tatsächlich scheint selbst der Täter entsetzt über das zu sein, was er getan hat, was ihn nicht daran hindert, es wieder zu tun, wobei ich die entsprechenden Beweggründe ausgesprochen interessant fand. Auch empfand ich das Miteinander der agierenden Figuren sehr glaubhaft und faszinierend dargestellt, vor allem, die Interaktion zwischen Sophie und Gerome hat mich in ihren Bann geschlagen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Beeindruckend empfand ich die Figur der Sophie erarbeitet, die eine ausgesprochen vielschichtige Persönlichkeit aufweist. Im beruflichen Leben ist eine Polizistin, die für Recht und Ordnung einsteht, wohingegen sie privat durchaus (zumindest bevor sie Gerome kennenlernte) mit Komplexen zu kämpfen hatte. Abgerundet wird das ganze durch ihre Leidenschaft für den Radsport und ihr eher ruhiges Hobby als "Kräuterhexe" (sie verarbeitet Kräuter und Obst zu Salben oder auch Marmelade), doch perfekt ist sie keineswegs, denn wenn man sie reizt, nimmt sie das nicht so einfach hin, dann wird sie laut und an dieser Stelle wächst dann so schnell kein Gras mehr. Den Schreibstil empfand ich als sehr fesselnd und sinnlich, sodass ich mich kaum von dem Buch lösen konnte, weil es mich regelrecht gefesselt hab. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch einen interessanten und überraschenden Plot, vielschichtigen Figuren und einem sinnlich-fesselnden Schreibstil aufweist, was es mir fast unmöglich machte, es auch nur kurzfristig zur Seite zu legen.

Bewertung
Von Dagmar Helene Schlandstedt / Helena Grass wurde bereits gelesen und rezensiert:


 
Die Autorin:
Helena Grass, ein Kind der kreativen Sechziger, wandelt mit Vorliebe auf dem Grad zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Als junge Erwachsene tobt sie sich in der Malerei aus. Später erfindet sie Geschichten für Teenager, noch später Romane für Erwachsene. Heute lebt sie unsportlich entgleist, zusammen mit ihrer rennradverrückten Familie an einem bezaubernden Seerosenteich inmitten von duftenden Kräutern im schönen Sachsen-Anhalt ... und schreibt.  (übernommen von Bookshouse)





 


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

1 Kommentar:

Sabine Büchersüchtig hat gesagt…

Hallo Kerry,

das klingt nach einem interessanten Buch und wandert gleich auf meine WL. Danke für die Vorstellung!

Liebe Grüße von
Sabine