Dienstag, 14. Juli 2015

[Rezension] Jonathan Holt - Marter (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 512
ISBN: 978-3-442-38258-3
Erscheinungstermin: 17. Februar 2014 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. blanvalet
»Ein Weib soll keine Männertracht tragen; denn wer solches tut, ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel.« 5. MOSE 22,5
Es ist die Nacht von La Befana, und ganz Venedig feiert. Nur auf dem kleinen Platz vor Santa Maria della Salute herrscht tödliche Stille. Der Canale Grande hat eine Leiche angespült: Die Frau liegt auf den Stufen der Kirche, und sie trägt die Robe eines Priesters – ein unaussprechliches Sakrileg, das es in der katholischen Kirche nicht geben darf. Capitano Katerina Tapo wird auf den Fall angesetzt, und sie stößt bei ihren Ermittlungen auf weit schrecklichere Gräuel, in die nicht nur die Kirche verwickelt ist …


Rezension:
Venedig an La Befana - dem Tag der Heiligen Drei Könige: Capitano Katerina "Kat" Tapo will, wie der Rest Venedigs, feiern, doch unverhofft wird sie angerufen und zu einem Tatort gerufen. Kat ist voller Begeisterung, wartet sie doch voller Ungeduld seit ihrer Beförderung zum Capitano auf einen solchen Fall. Vor Ort trifft sie auf Colonnello Aldo Piola, der die Ermittlungen leiten wird. Bei dem Opfer handelt es sich um eine unbekannte Frau, welche wie ein katholischer Priester gekleidet ist. Handelt es sich hierbei um eine Verkleidung im üblichen Sinne oder steckt etwas anderes hinter ihrer Aufmachung? Auch eine recht markante Tätowierung hilft den Ermittlern nicht bei der Identifikation des Opfers.

Derweil trifft Second Lieutenant Holly Boland auf dem örtlichen Stützpunkt ein. Sie wird sich zukünftig um die Hearts-and-Minds-Initiative auf dem Stützpunkt kümmern, welche dazu da ist, die Wogen zwischen der Army und der örtlichen Bevölkerung zu glätten, falls es zu Streitigkeiten oder Unstimmigkeiten kommen sollte. Tatsächlich lässt ihr erster Auftrag nicht lange auf sich warten. Eine Barbara Holton, Chefredakteurin eines Magazins namens "Women Under War" stellt eine Anfrage auf Akteneinsicht zu einem bestimmen Fall. Mit Feuereifer stürzt sich die junge Frau in die Arbeit und will ihr bestes geben, die gewünschten Unterlagen zu besorgen, doch augenscheinlich sind diese nicht verfügbar und wenn, dann nur bruchstückhaft. Als eben jene Barbara Holton kurz darauf tot aufgefunden wird, macht sie die Bekanntschaft mit Capitano Tapo und beide spüren, dass die Ermordung der Frau etwas mit ihrer Anfrage zur Akteneinsicht zu tun hat.


Der italienische Mathematiker und Computerhacker Daniele Marcantonio Barbo hat hingegen ganz andere Probleme. Er kürzlich wurde er vor Gericht aus fadenscheinigen Gründen schuldig gesprochen und wartet nun mehr auf die Verkündung des Urteils. Auf Grund eines besonderen Status kann er bis zur Straffestsetzung diese Zeit in "Freiheit" verbringen. Daniele selbst hat vor Jahren eine digitale Welt namens "Carnivia" erschaffen, doch hierbei handelt es sich nicht um eines dieser Onlinespiele. Vielmehr hat er Venedig virtuell auferstehen lassen und bietet seinen Usern die Möglichkeit, anonym ohne Aufzeichnungen oder die Möglichkeit etwaiger Nachforschungen, zu kommunizieren. Bei ihren Ermittlungen finden Kat und Holly heraus, dass auch das Opfer Barbara Holton in dieser Welt sehr aktiv war und was auch immer der Grund ihrer Ermordung war - Spuren davon befinden sich in Carnivia. Doch um diese zu finden, benötigen sie die Hilfe von Daniele. Dieser hingegen will nur herausfinden, wer ihn verraten hat und ihn hinter Gitter sehen will ...


Der 1. Band der Carnivia-Trilogie! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Autor Fakten in das Buch eingearbeitet hat und so ein fundiertes Grundgerüst ersonnen hat, welches im realen Leben durchaus so gewesen sein könnte. Die Thematik des Krieges im ehemaligen Jugoslawien spielt in diesem Buch eine große Rolle und auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Welt war, war ich jedoch zu jung, um alle Hintergründe zu verstehen bzw. fundiertes Wissen dieser Art zu behalten. Der Autor hat es hier jedoch geschafft, diese (grausame) geschichtliche Begebenheit klar und deutlich darzustellen. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur der Kat, welche zwar einen ernsten Job bei der italienischen Polizei hat, sich allerdings auch in ihrer ersten Mordermittlung gerne von ihren Gefühlen leiten lässt, was nicht immer empfehlenswert ist, aber dennoch herrlich erfrischend und vor allem menschlich. Die Figur der Holly kam mir anfangs sehr steif vor, dies wandelte sich jedoch im Laufe des Buches. Fasziniert war ich geradezu von Daniele, dem jungen Mann, der bereit ist, für seinen Traum alles zu geben und der durch ein traumatisches Kindheitserlebnis seelisch und körperlich gezeichnet ist. Den Schreibstil empfand ich sehr angenehm zu lesen und ich freue mich bereits jetzt auf den 2. Band der Reihe "Folter".


Bewertung

Von Jonathan Holt bereits gelesen und rezensiert:

 
Der Autor:
Jonathan Holt studierte Literatur in Oxford und ist heute Creative Director einer Werbeagentur. In seiner Studienzeit verbrachte er einen Sommer lang in Italien und verliebte sich in Land, Leute und das Essen. Seit dieser Zeit kehrt er jedes Jahr nach Italien zurück und bereist das Land. Mit seinem ersten Venedig-Thriller »Marter« eroberte er aus dem Stand Platz 1 der italienischen Bestsellerliste. (von blanvalet übernommen)

Zur Webside der Buchreihe kommt ihr hier
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Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag






bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat. 

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