Freitag, 31. Juli 2015

[Hörbuch-Rezension] Lyndsay Faye - Der Teufel von New York (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 480
ISBN: 978-3862313198
Erscheinungstermin: 1. März 2014
Format:
CD
Länge: 7 h 50 min
Verlag: Der Audio Verlag


Klappentext: gem. Amazon
New York 1845: Das neu gegründete Police Department soll für Recht und Ordnung sorgen, denn die Stadt quillt über vor Menschen und immer wieder kommt es zu gewalttätigen Zwischenfällen. Besonders die zerlumpten irischen Einwanderer mit ihrem unbedingten Glauben an den Papst sind für die Einheimischen ein Ärgernis. Da läuft dem jungen Polizisten Timothy Wilde ein kleines irisches Mädchen in die Arme, verstört und nur mit einem blutdurchtränkten Nachthemd bekleidet. Mit ihrer Hilfe findet Timothy 19 grausam zugerichtete Kinderleichen, denen ein Kreuz in die Brust geritzt wurde. Ist es das Werk eines religiösen Fanatikers?


Rezension:
Eigentlich ist Timothy Wilde Barmann, doch auf Grund eines Feuers erlitt er kürzlich Verletzungen im Gesicht, sodass es ihm damit nicht mehr möglich ist, in seinem bisherigen Beruf zu arbeiten. Sein Bruder Valentine ist Mitinitiator des neu gegründeten Police Department von New York und beschafft dort auch Timothy, wider dessen Willen, Arbeit. Begeistert ist Timothy nicht, zumal er in einem der übelsten Viertel New Yorks seinen Dienst tun und dort auch wohnen muss, aber er braucht die Arbeit.

Wider erwartend macht sich Timonthy ganz gut, er hat sich in die tägliche Routine eingelebt, zumindest solange, bis ihm ein kleines, etwa 12-jähriges Mädchen nachts mit blutbefleckter Kleidung in die Arme läuft und das buchstäblich. Bei dem Mädchen handelt es sich um die Kinderprostituierte Bird Daly, welche augenscheinlich schreckliches miterlebt hat. Timonthy nimmt sich des Kindes an und bringt sie erst einmal bei sich unter, denn er weiß, egal wo das Kind herkommt, dorthin zurück kann es erst einmal nicht.

Bird fasst Vertrauen zu Timothy und berichtet ihm von einem Jungen, der in Stücke gerissen worden war. Timonthy geht der Spur nach, kann jedoch besagte Kinderleiche erst einmal nicht finden, dafür findet er mit Birds Hilfe etwas ganz anderes - ein Feld, auf dem 19 Kinderleichen unterschiedlichen Verwesungsgrades verscharrt wurden. Timothy trägt diesen Fall George Washington Matsell (Leiter des New Yorker Police Department) vor, der ihn mit weiteren Ermittlungen beauftragt, denn auch wenn der herbeigerufene Mediziner keine Mordmerkmale definitiv feststellen kann, so ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass all diese Kinder eines natürlichen Todes gestorben sind und dann rein zufällig auf diesem Acker vergraben wurden. Doch was Timothy zu Tage fördert, mit solch einem Ausmaß an Ruchlosigkeit, hätte er niemals gerechnet ...


Der 1. Band der Timothy-Wilde-Reihe! Der Plot wurde spannend und düster erarbeitet. Anfänglich dauerte es etwas, bis ich voll und ganz in das Buch einsteigen konnte, doch nachdem die Handlung dann so richtig an Fahrt aufgenommen hatte, konnte ich einfach nicht an mich halten und musste wissen, wie sich das alles aufklärt, denn immerhin geht es hier um 19 Kinderleichen, die anscheinend niemand in New York vermisst hatte. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei hier klar Protagonist Timothy, als ruhiger und durchaus nachdenklicher Charakter, hervorsticht. Besonders gelungen empfand ich auch die Figur der Bird Daly, welche teils Charaktereigenschaften eines typischen Kindes aufwies und andererseits doch deutlich älter wirkt, als es ihren Jahren entspricht. Der Sprecher, Sascha Rotermund, schafft es ohne gleichen, den Zuhörer in das düstere, dreckige, stinkende und verrohrte New York im Jahr 1845 zu entführen und einem vor Augen zu halten, wie schwer das Leben damals war und wie wenig ein Menschenleben überhaupt zählte. Auf jeden Fall werde ich mir persönlich vormerken, mich mit dem nächsten Band der Reihe "Die Entführung der Delia Wright" auseinander zu setzen, wenn ich es zwischen die Finger bekomme.


Bewertung

Die Autorin:
Die amerikanische Schauspielerin und Autorin Lyndsay Faye wuchs im Nordwesten der USA an der pazifischen Küste auf und zog dann nach Belmont in Kalifornien, wo sie an der dortigen Notre Dame de Namur University Englisch und Schauspiel studierte. Im Jahr 2005 zog sie nach Manhattan, um als Schauspielerin vorzusprechen, allerdings hielt sie sich hauptsächlich durch Jobs als Kellnerin in einem Restaurant über Wasser.
Durch ihr lebenslanges Interesse an Sherlock Holmes und seiner Welt schrieb sie nebenher den Roman »Dust and Shadow. An Account of the Ripper Killings by Dr. John H Watson«, der 2009 erschien und für sie eine Hommage an den großen Detektiv und an Jack the Ripper ist. Ihr Interesse liegt dabei hauptsächlich in der Zeit und den Umständen wie Zensur der Presse und der noch nicht vorhandenen forensischen Möglichkeiten.
Lyndsay Faye lebt mit ihrem Mann Gabriel Lehner zusammen mit ihren beiden Katzen nördlich von Harlem. (von Krimi-Couch übernommen)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Der Sprecher:
Sascha Rotermund, u.a. die Synchronstimme von Joaquín Phoenix, Christian Bale und Jon Hamm schlüpft in die Rolle von Timothy Wilde und lässt mit seiner sonoren Stimme eine fremde Zeit für den Hörer lebendig werden. (von der Audio Verlag übernommen)

Zur Homepage des Sprechers kommt ihr hier.

  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Auch bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bibliothek.

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