Freitag, 12. Juni 2015

[Rezension] Nancy Salchow - Kirschblütentage



Leseprobe




Eckdaten:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426515032
ISBN-13: 978-3426515037
Größe und/oder Gewicht: 14 x 2,5 x 19 cm

Inhalt gem. Knaur:
Eine Plastikrose mit einer Uhr in der Mitte, ein Teelichthalter aus grünem Glas, ein altes Buch – drei von vielen Dingen, die die zerstrittenen Eltern Jasmin und Vincent und ihre heftig pubertierenden Kinder plötzlich überall im Haus finden. Gegenstände, die Erinnerungen wecken an die unbeschwerte Anfangszeit ihrer Ehe. Aber diese Funde sind kein Zufall. Sorgfältig hat Emilia, die kürzlich verstorbene Großmutter, in ihren letzten Tagen diese Spuren gelegt. In der Hoffnung, ihre auseinanderbrechende Familie wieder zusammenführen zu können. Doch ist der Zauber der Erinnerung stark genug?

Zum Buch:
Sie sind eine Familie, Vincent und Jasmin, deren Kinder Kea und Philipp und Vincents Mutter. Jasmin hat sich ihre Familie zum Ziel erklärt, hat ihre eigenen Interessen aufgegeben, um ganz Hausfrau und Mutter zu sein. Vincent will es auch gar nicht anders, denn er ist der Mann im Haus und geht arbeiten. Trotzdem er seine Frau liebt, sucht er sich Ruhe bei einer anderen Frau.
Emilia, die Großmutter lebt bei ihren Lieben, hat aber leider nicht mehr lange zu leben.
Sie liebt ihre Familie, kann aber nur hilflos zusehen, wie sie langsam auseinander geht. Bevor sie aber für immer gehen muss, hat sie sich ein Ziel gesetzt - sie verteilt in der Wohnung Dinge, die Erinnerungen sind. Sei es ein Teelichthalter, ein Buch oder ein Brief, alle diese Dinge sind Zeichen einer glücklichen Familie mit Erinnerungen, die ihnen zeigen sollen, wie innig sie einmal miteinander verbunden waren.
Alle diese Zeichen werden erst nach dem Tod der Großmutter gefunden, die Frage ist nur, werden sie ihren Zweck erfüllen? ...

Emilia, die Großmutter, ist das Herz der Familie, die Kinder können immer mit allen Sorgen und Nöten zu ihr gehen, selbst für Vincent und ihre Schwiegermutter Jasmin ist sie der ruhende Pol im Haus.
Nach ihrem Tod sind alle wie gelähmt, besonders Vincent, der schon Jahre vorher seinen Bruder betrauern musste.

Einen weiteren Verlust muss Jasmin hinnehmen, als sie erfährt dass ihr Vincent eine Geliebte hat. Für sie bricht eine Welt zusammen. Die beiden verband eine Ausnahmsliebe, die so stark war, dass sie nie zu zerbrechen schien.
Aber der Alltag und die Gewohnheit hat sie aufgerieben.
Vincent, der eigentlich immer nur arbeitete, war zu Hause weder für die Kinder noch für seine Frau ein Ansprechpartner. Wie oft mussten die drei allein essen, weil er noch arbeitete.
Die berechtigten Vorwürfe seiner Frau, dass er nie da war, taten ihr übriges.
Sie haben einfach vergessen, wer sie einmal waren, sie beide gegen den Rest der Welt. Lange ist es her.
Vincent muss ausziehen und obwohl sie sich noch immer lieben, gelingt es ihnen nicht, vernünftig miteinander zu reden. Zuviel ist kaputtgegangen und zu groß waren die Verletzungen.

Ab und an taucht eines der Dinge auf, die durch Emilia noch zu Lebzeiten wohlüberlegt platziert wurden, besser gesagt, wurden die Dinge wahrgenommen. Erinnerungen an glückliche Zeiten und an gemeinsame Erlebnisse kommen auf und lassen die Protagonisten sich fragen und erkennen, wie konnten sie zu dem werden, was sie sind? An welcher Stelle des gemeinsamen Weges sind sie abgebogen?

An schöne Erlebnisse wird sich wieder erinnert, aber auch an schmerzhafte, wie an den Tod des Bruders. Der Leser ist immer mitten dabei und nimmt teil an diesen Erinnerungen.
Aber es wird sich nicht nur an die Vergangenheit erinnert, auch die Gegenwart birgt noch das ein oder andere Problem, das bewältigt werden muss. Liebeskummer ist genauso vertreten wie das geheime Voranschreiten einer Youtube-Karriere. Und es kann vorkommen, dass man von einem Teil der Vergangenheit eingeholt wird.

Es ist ein berührender Roman, der deutlich macht, dass man immer um seine Familie kämpfen muss, man nie nachlassen darf, um das zu kämpfen, was man liebt. Der Preis beim Versagen ist einfach zu hoch, um alles einfach nur laufen zu lassen. Jeder muss seinen Teil dazu tun, um es funktionieren zu lassen.

Das Buch ist unterteilt in 13 Kapitel, die noch jeweils unterteilt wurden. Als Überschrift wurde der jeweilige Protagonist benannt, um den es in den jeweiligen Abschnitten geht. So hat der Leser die Möglichkeit, die Familie aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und auch zu verstehen. 

Die Protagonisten sind ganz normale Menschen, die man selbst auch im Bekanntenkreis haben könnte. Die Sorgen und Nöte, die sie haben, sind keine Einzelfälle, so dass man sich in die Situationen sehr gut hineinversetzen kann.

Es ist die Geschichte einer Familie, die vergessen hat, eine Familie zu sein. Um zu erfahren, ob sie es schaffen werden oder endgültig auseinanderdriften, müsst ihr das Buch schon selbst lesen.


Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Knaur-Verlag)
Nancy Salchow, 1981 geboren, arbeitet von Kindesbeinen an an eigenen Romanprojekten, wagte sich allerdings erst 2011 mit ihren Werken an die Öffentlichkeit und stellte Leseproben ihrer Manuskripte auf Neobooks ein, der Autorenplattform der Verlagsgruppe Droemer Knaur. Wenn sie nicht gerade an einem Manuskript arbeitet, ist sie als Sängerin sowie Songtexterin in eigenen musikalischen Projekten aktiv. Mehr über die Autorin auf ihrer Website www.nancysalchow.de

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei der 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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