Donnerstag, 25. Juni 2015

[Hörbuch-Rezension] Yann Martel - Schiffbruch mit Tiger


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 527
ISBN: 978-3829113083
Erscheinungstermin: 1. Februar 2003
Format:
CD
Länge: 8 h 32 min
Verlag: Universal Music


Klappentext: gem. Universal Music
Pi Patel, Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hinduist, Christ und Muslim erleidet Schiffbruch. Mit an Bord sind eine Hyäne, ein Orang-Utan, ein verletztes Zebra und ein 450 Pfund schwerer bengalischer Tiger namens Richard Parker. 227 Tage treiben sie in einem Rettungsboot auf dem Ozean - die meiste Zeit zu zweit, da der Tiger bald alle erledigt. Bis auf Pi.
Eine fantastische, verwegene, wahnsinnige, atemberaubende Geschichte. Eine Geschichte, die Sie an Gott glauben lässt.


Rezension:
Pi Patel wächst zusammen mit seinem Bruder bei seiner Familie in Indien auf. Während sein Bruder mit sportlichen Erfolgen von sich reden macht, gehört Pi eher zur unentschlossenen Sorte Mensch. So kann er sich partout nicht entscheiden, ob er Hindu, Moslem oder Christ sein will und praktiziert alle drei Religionen. Sein Vater betreibt einen Zoo und so führt die Familie jahrelang ein gutes Leben, bis sich die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtert, sodass Familie Patel den Zoo und die Tiere verkauft. Die Patels selbst wollen in Kanada ein neues Leben beginnen und auch einige Tiere dorthin überführen.

Voller Hoffnung macht sich die Familie auf die lange Reise über das Meer. Diese Tage werden die letzten sein, die Pi im Kreise seiner Familie verbringt, denn ohne offensichtlichen Grund kommt es zu einem Schiffsunglück und das Schiff geht unter. Augenscheinlich ist er der einzige Überlebende - gerettet auf einem Rettungsboot, zusammen mit einem verletzten Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem bengalischen Tiger Richard Parker.

Die Überlebenschancen für den jungen Mann sind alles andere als gut, anbetracht der Umstände, dass er mit zwei Raubtieren auf einem kleinen Rettungsboot auf Hilfe ausharren muss. Doch Pi ist der geborene Optimist und auch wenn die ungewöhnliche Reisetruppe immer weiter schrumpft, glaubt er fest daran, dass er überleben wird, denn Aufgeben ist keine Option. 227 Tage treibt er zusammen mit einem Tiger auf dem Meer ...


Überleben! Der Plot wurde authentisch und detailliert erarbeitet. Sehr anschaulich wird beschrieben, wie man sich als Schiffbrüchiger verhalten sollte, wenn man mit einem Tiger in einem Rettungsboot festsitzt. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, wobei ich mich über die gesamte Geschichte hinweg nicht mit dem Protagonisten Pi anfreunden konnte. Der Sprecher, Ilja Richter, verfügt über eine sehr angenehme Stimme, konnte mir jedoch einfach nicht helfen, in das Buch richtig einzusteigen. Eigentlich hatte ich vor, das Buch zu lesen, habe mich aber aus Zeitgründen dann doch für das Hörbuch entschieden und muss gestehen, hätte ich es gelesen, hätte ich es definitiv nicht beendet.


Bewertung

Der Autor:
Yann Martel wurde 1963 in Spanien geboren. Seine Eltern sind Diplomaten. Er wuchs in Costa Rica, Frankreich, Mexiko, Alaska und Kanada auf und lebte später im Iran, in der Türkei und in Indien. ›Schiffbruch mit Tiger‹ ist sein zweiter Roman, er war nominiert für den Governor General Award und den Commonwealth Writers Prize und gewann den Booker Prize 2002. Yann Martel lebt mit seiner Familie in Saskatoon, Kanada. ›Schiffbruch mit Tiger‹ wurde 2012 von Ang Lee verfilmt und mit vier Oscars ausgezeichnet. (von Fischer Verlage übernommen)


Der Sprecher:
Ilja Richter wurde am 24. November 1952 in Berlin-Karlshorst, in Ost-Berlin, als Sohn von Eva und Georg Richter geboren. Er war ihr drittes Kind. Der Vater war damals ueberzeugter Kommunist und benannte seinen Sohn nach Ilja Ehrenburg. Nachdem die Familie in der DDR politisch in Schwierigkeiten geraten war,setzte sie sich 1953 in den Westteil Berlins ab. Dort pachtete die Familie eine Gaststaette. 1955 wurde Iljas Schwester Janina geboren. Der Westteil Berlins erschien den Eltern bald als zu unsicher vor Verfolgungen durch die SED, und so siedelte die Familie 1959 nach Koeln ueber. Auch dort betrieben die Richters wieder eine Gaststtaette.Um den wenigen Gaesten ihrer Kneipe etwas zu bieten, veranstalteten die Richters Gesangsdarbietungen, bei denen auch der kleine Ilja mitwirkte. Es zeigte sich aber bald, dass man in Koeln nicht richtig Fuss fassen konnte. Die Familie zog deshalb 1961 wieder zurueck nach West-Berlin. Sie liehen sich Geld und eroeffneten eine Pension. Die Mutter, eine ehemalige Schauspielerin, brachte Ilja zum Vorsprechen zum SFB. Dort war man begeistert von dem selbstsicher auftretenden Jungen. Der RIAS engagierte den talentierten Saenger sogleich. Seine erste Sprecherrolle war das Maeuschen Kukuruz in dem Hoerspiel Schwarz auf weiss von Ephraim Kishon, in dessen Fernsehverfilmung er 1963 an der Seite von Edith Hancke zu sehen war. Damit war ein Kinderstar entdeckt, der in der Folgezeit an ueber 60 Hoerspielen des RIAS mitwirkte und fuer Kinderrollen an die Berliner Theater weiterempfohlen wurde. Ilja Richter ernaehrte inzwischen seine Familie. Seine erste Buehnenrolle bekam Ilja Richter 1961 in Belvedere am Berliner Renaissance-Theater mit Viktor de Kowa in der Hauptrolle.

Um seinen Verpflichtungen nachkommen zu koennen, kam er nun auf eine Privatschule. 1963 uebernahm er eine kleine Rolle in dem Musical Annie Get Your Gun am Theater des Westens. Die Hauptrolle spielte Heidi Bruehl. 1966 trat er mit Vico Torriani ebenfalls im Theater des Westens in dem Singspiel Im weissen Roessl auf. Seine Begabung fand viel Beachtung als er 1966 in dem Zwei-Personen-Stueck Freunde und Feinde als Partner von Martin Held spielte. Richter spielte 1967 in der ZDF-Fernsehserie Till, der Junge von nebenan mit. Als 17-jaehriger uebernahm er ab Februar 1969 (zusammen mit Suzanne Doucet) die Co-Moderation der Musiksendung 4-3-2-1 Hot & Sweet im ZDF. Es sollte die Antwort des ZDF auf den Beat-Club der ARD sein. Ein Unterschied zum Stil des Beat-Club war, dass Ilja Richter in deutlichem Kontrast zu der Art, wie Jugendliche sich damals kleideten immer in Sakko mit Krawatte und Stoffhose auftrat. Gedreht wurde in Berlin. 1970 moderierte Richter die Musiksendung alleine weiter. Am 13. Februar 1971 wurde daraus Disco. Das Wort war in Deutschland noch neu. Alle vier Wochen lockte die Sendung die deutsche Jugend vor die Bildschirme. Richters Sprueche (Licht aus, womm, Spot an, jaaa ...) sind zu gefluegelten Worten geworden. Disco erreichte Traumeinschaltquoten. Wegen des grossen Erfolgs kam die Sendung bald ins Abendprogramm. Das Aussergewoehnliche an der Sendung war, dass Interpreten voellig unterschiedlicher Musikrichtungen (Schlager, Pop, Rock) nacheinander auftraten. Aufgelockert wurde das Programm von Einspielungen vorher aufgezeichneter Sketche, in denen Ilja Richter zusammen mit einem prominenten Gast auftrat. Insgesamt blieb Richter mit Disco elf Jahre im Programm. Im November 1982 wurde das Format eingestellt. 1975 hatte Ilja Richter den Bravo Otto bekommen. Noch im Jahre 1997 wurde Disco in der 100. Folge von Kalkofes Mattscheibe bei Premiere durch den Kakao gezogen. (Ob Iltes Richter noch mal aus dem Altenheim gelassen wird, moechte ich doch stark bezweifeln). 1978 produziert der Tucholsky-Liebhaber Richter mit der Schauspielerin Ursela Monn ein Album mit Berliner Chansons Riekes Jesaenge. Danach machte er selbst als Schauspieler und Regisseur von sich reden. Den Einstieg dazu fand er in der Berliner Komoedie Treppauf-Treppab und ging mit diesem Stueck im Herbst 1983 auch auf Tournee,wobei es fuer das Fernsehen aufgezeichnet und 1984 ausgestrahlt wurde. Sein bekanntester Auftritt war das Ein-Personen-Stueck Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf von Bodo Kirchhoff in der Regie von Detlef Altenbeck.

Eine Zeit lang war Richter Mitglied des Ensembles des Bremer Schauspielhauses. Als Holzwurm in der Oper schuf er mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft hoerenswerte Opernnacherzaehlungen. Von 1985 bis 1987 war er Kolumnist bei der taz und der Hamburger Morgenpost. Richter ist auch als Synchronsprecher, vor allem fuer Trickfilme, sehr gefragt. Zu den bekanntesten Figuren, denen er seine Stimme lieh, zaehlen das Erdmaennchen Timon aus dem Disney-Film Der Koenig der Loewen, Graf Duckula aus der gleichnamigen Zeichentrickserie und Mike Glotzkowski aus dem Disney-Film Die Monster AG. Auch Buecher hat er publiziert: Neben seiner Autobiographie (Spot aus! Licht an!) veroeffentlichte Ilja Richter das Buch Der deutsche Jude, in dem er sich gemeinsam mit seiner Mutter ironisch mit der deutsch-juedischen Geschichte auseinandersetzt. Sein neuestes Buch (September 2007) heisst Bruno - von Baeren und Menschen und ist eine Parabel ueber den 2006 erschossenen Problembaer Bruno. Dieses von ihm geschriebene Kinderbuch gibt es ebenfalls als Hoerbuch. Ilja Richter war 1975-1978 mit der Saengerin Marianne Rosenberg liiert. Bis 2003 war er mit der Filmcutterin Stephanie von Falkenhausen verheiratet. Er hat einen Sohn, der aber nicht aus dieser Ehe stammt. Seine Mutter Eva Eppens und seine Schwester Janina Richter sind ebenfalls als Schauspielerinnen taetig gewesen. Die Mutter starb 1995 in einem Altenheim an einem Schlaganfall. Der Vater war schon 1979 gestorben. Seine drei weiteren Geschwister heissen Michael, Marina und Georgina.
(von Ilja-Richter-Fanpage übernommen)

Zur Homepage des Sprechers kommt ihr hier.

  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Dieses Hörbuch habe ich mir aus der Bibliothek geliehen.


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