Montag, 13. April 2015

[Rezension] Anke Höhl-Kayser - Magische Novembertage: Ein märchenhafter Auftand auf Sylt



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 176
ISBN: 978-3-957-65024-5
Erscheinungstermin:
15. Februar 2015
Format: Taschenbuch
Verlag:
p.machinery


Klappentext gem. p.machinery:
Marie hasst Sylt im November. Sie lebt nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Großmutter, hat keine Freunde auf der Insel – und es ist auch noch Mistwetter.
Da begegnet ihr am Strand der geheimnisvolle Nis, und Marie steckt plötzlich mittendrin in einem Märchen: Die Sylter Sagen von Puken, Zwergen und Meermenschen sind wahr!
Doch wer an eine heile Märchenwelt denkt, irrt: Der Zwergenkönig und seine Krieger wollen die Insel von den Menschen zurückerobern. Marie gründet mit ihren neuen Freunden, Nis, dem Puk, der Sylterin Imken und Zwerg Finn dem Dritten eine Widerstandsgruppe. Sie wagen sich in die Tiefen des Zwergenreichs –
Wird Marie der Zauber zur Rettung Sylts gelingen?


Rezension:
Die 11-jährige Marie Gerber lebt seit sechs Wochen mit ihrer Mutter Maren bei ihrer Oma, einer 72-jährigen Tierärztin, auf Sylt und ist todunglücklich, denn sie ist doch in Bochum Zuhause, wo auch ihre Freunde sind und ihr Papa. Noch dazu ist November, wo auf der Insel, die sie bisher nur aus den Ferien kennt, alles grau und nass ist, also so gar kein Wetter für eine rheinische Frohnatur, wobei, Fröhlichkeit gibt es in Maries Welt nicht mehr. In der Schule hat sie noch keine Freunde gefunden, denn sie ist ja keine Einheimische und auch ihre Mutter lebt mehr in ihrer eigenen Welt, als ihrer Tochter bei diesem schwierigen Neuanfang beizustehen. Sie weiß nicht genau, was zwischen ihren Eltern vorgefallen ist, doch nach einem großen Streit fand sie sich mit ihrer Mutter auf Sylt wieder, herauskatapultiert aus ihrem bisherigen Leben. Auch vermisst sie den Kontakt zu ihrem Vater, den sie nur sehr selten am Telefon sprechen kann, da die Telefonate ihrer Eltern meist unschön enden.

Eines Tages ist Marie nach der Schule jedoch so verzweifelt, dass sie am liebsten alles hinschmeißen würde und zumindest lässt sie ihre ganze Wut und Frustration mal am Strand heraus. Peinlicherweise ist sie dabei nicht allein, wie sie schnell feststellen muss. Nis, ein etwa 13-jähriger Junge, beobachtet sie und spricht Marie einfach an. Marie ist sehr froh, dass sie endlich mal bei jemandem ihr Herz ausschütten kann, auch wenn sie denjenigen nicht kennt. Bei Marie Zuhause stellt sich schnell heraus, dass Nis alles ist, aber kein gewöhnlicher Junge. Er ist ein Puk, jugendliche 235 Jahre alt und ein Naturgeist und das Treffen mit Marie war keineswegs zufällig, denn Nis ist der Hausgeist ihrer Familie, der dafür Sorge zu tragen hat, das es dem Haus und seinen Bewohnern gut geht.

Durch Nis erfährt Marie, dass auf Sylt eine Fehde zwischen den Puken und Zwergen ausgebrochen ist. Die Zwerge sind nicht damit einverstanden, wie die Menschen sich die Insel immer mehr zu eigen machen und die Naturgeister immer weiter verdrängen und die Puken schützen weiterhin das ihnen anvertraute Heim und deren Bewohner und dennoch können sie nicht verhindern, dass immer wieder Dinge bzw. Lebewesen durch die Zwerge gestohlen werden. Zwar tauschen die Zwerge (noch) keine Zwergenkinder gegen Menschenkinder aus, wie in früheren Zeiten, doch verschwinden immer wieder Dinge im Haushalt oder auch Haustiere. Genau dieser Verlust ist Maries Klassenkameradin Imken widerfahren. Die Zwerge haben ihren geliebten Hund entführt und Imken ahnt, dass sie ihn nie wieder sehen wird und ist am Boden zerstört, denn auch das Mädchen weiß um Puken und Zwerge. Doch Marie ist nicht bereit, diese Ungerechtigkeit geschehen zu lassen und zusammen fassen die drei einen Plan: Sie werden ins Zwergenreich gehen und Imkens Hund wiederholen. Mit dieser Aktion bringen sie jedoch Dinge ins Rollen, die einen offenen Krieg heraufbeschwören könnten ...


Widerstand gegen die Zwerge! Der Plot wurde fantastisch und spannend. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich für Marie nach und nach eine neue Welt eröffnet, in der es Puken, Zwerge, Meerwesen usw. gibt, die allerdings nicht unbedingt immer in Frieden miteinander leben und wie sie mit den Augen eines unschuldigen Kindes entdeckt, dass doch mehr hinter der verhassten Insel steckt, als es ursprünglich für sie den Anschein hatte und das doch nicht alles so schlecht in ihrer neuen Heimat ist. Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Die Wandlung der Figur Marie fand ich hervorragend dargestellt, denn es ist wundervoll zu sehen, wie aus diesem kleinen, einsamen Mädchen eine wahre kleine Führungspersönlichkeit wird, die bereit ist, für ihre Freunde über sich hinauszuwachsen und auch Dinge zu akzeptieren, die der logische Menschenverstand so nicht hergibt. Mein Herz allerdings schlägt für den Puk Nis, der es geschafft hat, nicht nur mein Herz im Sturm zu erobern, sondern auch Marie die Möglichkeit gegeben hat, auf der Insel und in ihrem neuen Leben anzukommen. Den Schreibstil empfand ich als fesselnd und gefühlvoll zu lesen, sodass ich das Buch am Stück lesen musste, ich musste einfach erfahren, wie es ausgeht.

Bewertung

Von Anke Höhl-Kayser bereits gelesen und rezensiert:

 
Die Autorin:
Anke Höhl-Kayser wurde 1962 in Wuppertal geboren. Literatur ist ihre Leidenschaft, die sie in Studium und Beruf weiterverfolgt hat.
Nach dem Abitur absolvierte sie ein Literaturwissenschaftsstudium an der Ruhr-Universität Bochum und machte ihren Magister in den Fächern Anglistik, Skandinavistik und Amerikanistik.
Sie schreibt seit ihrer Kindheit Erzählungen, Kurzgeschichten und Gedichte, die geprägt sind durch Schriftsteller wie Otfried Preußler, James Krüss und Wolfdietrich Schnurre. Ihr großes literarisches Idol ist Franz Werfel.
Anke Höhl-Kayser lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Wuppertal. (Text von HP übernommen).

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei


bedanken, die so lieb war, mir ein Exemplar (signiert!!!) dieses tollen Buches zukommen zu lassen.

Keine Kommentare: