Montag, 23. Februar 2015

[Rezension] Sonja Liebsch - Wadenbeißer



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 277 Seiten
Verlag: Gmeiner, A; Auflage: 1 (2. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839215706
ISBN-13: 978-3839215708
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,2 x 20 cm

Inhalt gem. Gmeiner:
DICKER ALS WASSER
Maxi staunt nicht schlecht, als eines Tages ihre exzentrische Schwester Sybille samt Hund vor der Tür steht. Die Kölner Kosmopolitin sucht nach ihrer Trennung ausgerechnet in der schwäbischen Provinz Unterschlupf. Und das genau zum falschen Zeitpunkt, denn Maxi startet nach der Familienpause gerade beruflich durch. Als sie sich jedoch in einer TV-Talkshow kritisch zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie äußert, bringt sie sich und ihre Familie in ernste Schwierigkeiten.

Zum Buch:
Maxi und ihre ältere Schwester Sybille stehen sich nicht sehr nah. Sybille, älter als Maxi, lebt in Köln, keine Kinder, sehr exzentrisch.
Umso mehr staunt Maxi eines Tages, als ihre Schwester inklusive ihrem Hund mit den nötigsten Sachen vor ihrer Tür steht und um Unterkunft bittet. Ihr langjähriger Freund, dem sie 20 Jahre den Rücken freigehalten hat, hat sich für ein jüngeres Modell entschieden und sie auf die Straße gesetzt.
Nun ist guter Rat teuer, denn Maxi steigt gerade wieder in die Reihe der Berufstätigen ein, hat ein geregeltes Familienleben und kann eigentlich nicht so recht damit umgehen, dass ihre Schwester bei ihr wohnen will. Und das, wo sie keine Kinder mag und auch sonst zu nichts zu gebrauchen ist ...

Maxi ist herzensgut, wie auch ihr Mann Alex, denn beide gestehen Sybille zu, bei ihnen kurzzeitig unterzukommen. Was auch immer kurzzeitig heißt.
Sybille wusste sich keinen anderen Rat, als bei ihrer Schwester Unterschlupf zu finden, denn zu ihren Eltern wäre sie im Leben nicht gegangen. Da ist Maxi mit ihrer Familie schon das kleinere Übel.

Maxi, der es nicht gelungen ist, bei ihrer Firma nach der Babypause wieder anzufangen, schreibt jetzt Kolumnen für eine Zeitschrift. Diese sind mehr oder weniger aus ihrem Leben gegriffen. Sie hat eine große Fangemeinde, dass sogar das Fernsehen auf sie aufmerksam wird.
Sie wird zu einer Talkrunde eingeladen und sie überlegt lange, ob sie die Einladung annehmen soll oder nicht. Wer soll sich in der Zeit, wo sie weg ist von zu Hause um die Kinder kümmern? Ihr Mann ist arbeiten, da bleibt dann nur noch Sybille. Und wie erwartet, versagt Sybille auf der ganzen Länge. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Sybille ist ein egoistischer Mensch und sie war mir von Anfang an unsympathisch. Sie lebt bei ihrer Schwester und rührt keinen Finger, lässt sich bedienen und interessiert sich nicht ein bisschen für die Familie. Sie denkt an sich und kann nicht verarbeiten, dass ihr Lebenspartner sie ohne finanzielle Hilfe hat gehen lassen. Sie hat alles für ihn aufgegeben und nun steht sie vor den Scherben ihres Lebens. Ein wenig Aufwind bekommt sie erst durch einen Guru, bei dem Maxi sie für einen Yogakurs probehalber angemeldet hat.

Im Laufe der Geschichte erfährt Sybille aber einen Sinneswechsel, zu dem man ihr nur gratulieren kann. Sie wird ein Mensch, den man gernhaben kann.

Maxi ist die Sympathieträgerin in dem Buch. Sie muss man einfach mögen. Sie hat ihr Leben voll im Griff. Sie hat nur einen Fehler, sie kann nicht nein sagen zu ihrer Schwester. Dieses kleine Wort hätte ihr viel Ärger und Kummer erspart.
Durch ihre Kolumnen wird sie jemand, auf den man hört, dessen Meinung man hören möchte. Sie wird zu Talkshows eingeladen und sagt dort, was sie denkt.
Als sie mitbekommt, dass ihr verhinderter Arbeitseinstieg in ihre alte Firma kein Einzelfall ist, die Firma sich aber als familienfreundlich auszeichnen lassen will, geht sie auf die Barrikaden.

Maxi hat das Herz am rechten Fleck. Sie ist nicht nur für ihre Familie da, sie guckt auch über ihren Tellerrand und hilft anderen.
Obwohl sie auch mit ihrer Schwester Meinungsverschiedenheiten hat, hilft sie ihr, dass auch diese zu ihrem Recht kommt, auf sehr unkonventionelle Art, aber der Zweck heiligt die Mittel.

"Wadenbeißer" ist der richtige Titel für dieses Buch. Nicht nur der kleine verwöhnte Hund Filou von Sybille ist ein Wadenbeißer, sondern auch Maxi beißt um sich und genau dahin, wo es wehtut.

Der Roman hat Unterhaltungswert, aber auch ein ernstes Thema. Die Autorin hat den Wiedereinstieg von Frauen nach der Babypause zum zentralen Thema gemacht, denn nicht jeder Frau gelingt es, wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.

Auf jeder rechten Seite des Buches findet der Leser eine kleine Zeichnung eines Hundes, mit dem man ein Daumenkino veranstalten kann. Ich finde diese Idee total goldig.

Ein Buch, das man gern mal zwischendurch lesen kann und mit dem man sich gut unterhalten fühlt.    

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Gmeiner-Verlag)
Sonja Liebsch wurde 1972 in Mönchengladbach geboren. Als Kind hatte sie die unterschiedlichsten Berufswünsche: Bibliothekarin, Tierärztin, Kinderpsychologin, Hotelmanagerin. Sie studierte Tourismusbetriebswirtschaft und wurde schließlich in der Nähe des Bodensees sesshaft. Sie ist in der Sprach- und Leseförderung tätig und hat bereits mehrere Spiele veröffentlicht. "Wadenbeißer" ist nach "Muttertier @n Rabenmutter" ihr zweiter Roman. Ihre Berufswünsche hat sie alle realisiert. Als Mutter von zwei Kindern ist täglich psychologisches Know How gefordert, sie arbeitet für die örtliche Pfarrbücherei und ihrem Kater hat sie schon so manches Mal das Pfötchen gehalten. Nur das mit dem Hotel hatte sie sich irgendwie anders vorgestellt!


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin Sonja Liebsch und beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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