Samstag, 28. Februar 2015

[Rezension] Martin Krist - Engelsgleich (Band 4)



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 576
ISBN: 978-3-548-28639-6
Erscheinungstermin:
5. Dezember 2014 (1. Auflage)
Preis: 9
,99 EUR 
Format:
Taschenbuch
Verlag:
Ullstein


Klappentext gem. Ullstein:
In Berlin wird Hauptkommissar Paul Kalkbrenner zu einem Tatort gerufen. Auf einem Fabrikgelände wurde der verstümmelte Leichnam einer jungen Frau entdeckt. Unweit davon befinden sich stinkende Kloakebecken. Fassungslos müssen Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth zusehen, wie eine Leiche nach der anderen aus den Gruben geholt wird. Ist unter ihnen auch die verschwundene Merle, die von ihrer Pflegemutter Juliane Kluge verzweifelt gesucht wird? 


Rezension:
Juliane "Juli" Kluge ist mit der Welt zufrieden und sie ist glücklich. Zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Yvonne, einer studierten Gartenbau-Ingenieurin, lebt sie in einem eigenen Haus und bereichert wird die Familie selbst durch Kater Chuck und ihre drei Pflegekinder. Zwar ist das Verhältnis zu ihren Eltern nach ihrem Coming-Out sehr angespannt, aber in ihrer eigenen Familie ist alles in Ordnung. Yvonne hat eine eigene Firma mit sechs Angestellten, wohingegen Juli als Teilzeit-Lektorin in einem kleinen Verlag arbeitet. Kurz gesagt: Alles läuft bestens bei Familie Kluge, auch finanziell gibt es keine Sorgen. Doch dann verschwindet ihre 15-jährige Pflegetochter Merle Schwarz spurlos. Sie wollte den Abend bei einer Freundin, nur wenige Straßen entfernt, verbringen - kam dort jedoch niemals an. Für Juli bricht eine Welt zusammen. Zwar liebt sie alle ihre Pflegekinder, doch Merle hat einen besonderen Platz in ihrem Herzen, gerade weil sie "anders" ist als die Norm. Von diesem Tag an beherrscht Juli nur noch ein Gedanke: Sie muss Merle finden, koste es, was es wolle.

Markus Kühn hingegen hat ganz andere Sorgen und zwar krimineller Natur. Er hat es im Leben nicht wirklich zu was gebracht und hält sich mit kriminellen Gelegenheitsjobs über Wasser. Derzeit vertickt er Drogen, hauptsächlich Meth, für Zorkan Zorkanowicz. Dort hat er sich bereits bewährt, doch Markus, der nicht auf den Kopf gefallen ist, will mehr, er will höher hinaus. Sein Ziel ist es, endlich so weit in der Drogenorganisation aufzusteigen, dass er keine finanziellen Sorgen mehr fürchten muss. Doch dann lernt er Ilanka kennen und mit ihr sind plötzlich alle seine Pläne in Gefahr.

Auch Kriminalkommissar Paul Kalkbrenner kommt nicht zur Ruhe in seinem Leben. Erst muss er Knall auf Fall erfahren, dass seine Tochter Jessy schwanger ist und das Kind, trotz geplantem Auslandsstipendium, behalten will und das obwohl ihr Freund Leif sie auf Grund des Kindes verlassen hat und dann wird er auch noch zu einem Fabrikgebäude gerufen, in dem eine Leiche gefunden wird. Bei der Toten handelt es sich um eine junge Frau, die augenscheinlich vor Ort erschossen wurde - von einem Täter oder Motiv fehlt jede Spur, ja es steht noch nicht einmal fest, wer die junge Frau überhaupt ist, denn sie hatte keine Papiere bei sich. Dann wird auf dem Gelände der Firma Albidus, auf dem bereits die Leiche der jungen Frau gefunden wurde, eine weitere schreckliche Entdeckung gemacht. In Güllegruben auf dem Gelände werden weitere Leichen gefunden - allesamt Kinder und Jugendliche, elf Stück an der Zahl, drei Mädchen und acht Jungen, alle augenscheinlich ermordet, auf grausame und bestialische Art. Auf Grund seines letzten Falles weiß Kalkbrenner, dass in einer Stadt wie Berlin auch das Undenkbare möglich ist und beginnt mit den Ermittlungen. Fest steht, die Leichen lagen nicht erst seit gestern in den Gruben, doch niemand, wirklich NIEMAND vermisst auch nur eines dieser Kinder. Wie soll er die Mörder finden, wenn er noch nicht einmal weiß, um wen es sich bei den Opfern handelt?


Der 4. Band der Paul-Kalkbrenner-Reihe! Der Plot wurde wieder packend und dramatisch erarbeitet. In diesem Band hat mir besonders gut gefallen, dass die Geschichte aus drei Gesichtspunkten erzählt wird, die augenscheinlich wenig miteinander zu tun haben und erst ganz zum Ende löst sich alles auf und ergibt es klares Bild, mit anderen Worten, ich war wie im Rausch, ich war regelrecht angefixt, wie sich das Ganze auflösen würde und ehrlich, ich wäre von allein nur zu Teilen zu einem richtigen Ergebnis gekommen. Die Figuren wurden wieder authentisch und facettenreich erarbeitet. Besonders gut hat mir hier die Figur der Juli gefallen, die bereit ist, alles zu opfern, um die Wahrheit über das Verschwinden ihrer Tochter zu erfahren. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich hätte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt - ich war regelrecht im Rausch. Nun heißt es leider warten, bis ein neuer Band rund um Kommissar Paul Kalkbrenner erscheint, wobei ich an dieser Stelle hoffe, dass der nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Bewertung

Von Martin Krist bereits gelesen und rezensiert:



Der Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin. (übernommen von Ullstein)







 


Zur Homepage von Marcel Feige kommt ihr hier.


Zur Homepage von Martin Krist kommt ihr hier.




Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



und


bedanken, die mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben.

1 Kommentar:

Numinala hat gesagt…

das hört sich ja richtig klasse und spannend an - danke für deine rezension!
lg von der numi