Mittwoch, 18. Februar 2015

[Rezension] Martha Sophie Marcus - Kaffeeklatsch mit Goldfisch



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442481058
ISBN-13: 978-3442481057
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 2,5 x 18,8 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Antonia, 42, besitzt eine Apotheke im hübschen Jeetzeburg an der Elbe. Sie liebt ihre Arbeit, ihre beiden Töchter und ihren Mann Monty. Und doch plagt sie die Midlife-Crisis: Das Privatleben kommt zu kurz, die pubertierenden Töchter nerven, und Monty scheint jegliches erotische Interesse an ihr verloren zu haben. Als der Fluss über die Ufer tritt und halb Jeetzeburg unter Wasser setzt, zögert Antonia dennoch nicht lang. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Helen, der Stammkundin Petra und ihrer Angestellten Carolin hilft sie beherzt der betagten Frau Lilienthal, deren geliebtes Haus bedroht ist. Und plötzlich erscheinen ihre eigenen Probleme in einem ganz anderen Licht ...

Zum Buch:
Antonia hat sich vor einiger Zeit den großen Traum erfüllt und ist Besitzerin einer Apotheke. Die Arbeit in ihr lässt ihr nicht mehr viel Raum für ihr Privatleben. Ihre beiden Töchter rebellieren und ihr Mann scheint sich nicht mehr für sie zu interessieren. Sie leben nebeneinander hin.
Helen, Antonias beste Freundin, ist Mutter von 2 Söhnen und verheiratet mit einem Alkoholiker. Sie und ihr Mann sehen das Problem nicht oder wollen es nicht sehen und Helen versucht immer wieder, ihren Mann vor sich und den anderen zu verteidigen. Ihr ältester Sohn entgleitet ihr und ihr jüngster geht auf seine Art und Weise mit der Alkoholkrankheit seines Vaters um.
Petra ist alleinstehend, hat 6 Kindern, die sie über alles liebt und für die sie alles tut. Sie lebt am Existenzminimum und hat doch immer ihren Kopf oben und ist guter Laune.
Carolin, die Mitarbeitein in Antonias Apotheke, arbeitet gern in ihrem Beruf. Sie liebt ihn und ist voller Wissbegier. Nur wenn es um das Miteinander mit der männlichen Spezies geht, versagt sie und wird rot.
Die Frauen können nicht unterschiedlicher sein und doch vereint sie etwas ...

4 Frauen leben mit ihren Familien in Jeetzeburg an der Elbe. Momentan regnet es ohne Unterlass und das Wasser sucht sich bereits seinen Weg außerhalb seines angestammten Flussbettes.
Die Situation spitzt sich zu, weite Teile werden überflutet, aber für einige scheint das noch nicht Zeichen genug zu sein, um Vorsorge zu treffen. Schließlich war die Elbe noch nie so hoch, dass ihnen etwas passiert ist.
Jede der 4 Frauen ist so mit sich und ihren Problemen beschäftigt, dass auch sie den Ernst der Lage noch nicht so sehen.
Die Apotheke liegt etwas höher, so dass Antonia sich auch keine Sorgen machen muss.

Als jedoch das Haus von Frau Lilienthal, einer älteren Dame, unter Wasser steht, helfen sie. 
Frau Lilienthal hat niemanden mehr außer ihrem Enkel und der lebt nicht in der Nähe. Ab und an schaut er bei seiner Großmutter vorbei und versucht, sie in ein Altenheim zu stecken. Ohne Erfolg, denn seine Großmutter will nicht aus dem Haus raus. Nun jedoch ist sie hilflos in ihrem Haus eingeschlossen. Das Wasser hat bereits die untere Etage erreicht und sie sitzt im Obergeschoss fest und traut sich nicht raus.
Antonia, Helen, Carolin und auch Petra sind bei ihr, um zu helfen. Selbst die arrogante Ärztin des Ortes, mit der Antonia im Klinsch liegt, ist vor Ort.

Während die Frauen im Haus sind, tut sich einiges. Sie reden über vieles, was sie bedrückt und beschäftigt und lernen sich auch von einer anderen Seite kennen. Einige Vorurteile werden abgebaut. 
Es findet ein aufeinandergehen der Frauen statt, die sich sonst nicht mehr als Guten Tag gesagt haben.

Ein fantastisches Buch über Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter und man steht am Endpunkt, muss man oft feststellen, dass es jemanden gibt, dem es noch schlechter geht.

Die Frauen sind alle durchweg sehr sympathische Protagonistinnen, mit denen ich mit der Zeit warm wurde. Sie wachsen über sich hinaus, helfen anderen und stellen sich letztendlich auch ihren eigenen Problemen. Ein Augenwischen vor den eigenen Unzulänglichkeiten gibt es nicht mehr, es wird offenen Auges die eigene Situation erkannt und analysiert. Probleme werden endlich erkannt und in Angriff genommen.
So muss man erkennen, dass es manches nur reicht, wenn man in der Lage ist, mit seinem Partner zu reden, statt stillschweigend selbst versucht, Lösungen zu finden.

Ein sehr herzlicher Roman, der mein Erstlingswerk der Autorin ist.
Sie schreibt so, dass ich mich mittendrin fühlte, die Protagonistinnen förmlich mir gegenüber stehen sah. Sie wurden mir vertraut und ich bedauerte es, sie am Ende wieder gehen zu lassen.
Bei allem Ernst der Lage zum Thema Hochwasser gibt es doch auch ab und an etwas zum schmunzeln und ich saß grinsend mit dem Buch in der Hand in der Bahn.

Für mich ist klar, dass es nicht das letzte der Autorin für mich gewesen ist. Dieses Buch empfehle ich gern weiter, es ist unterhaltsam und man mag es nicht aus der Hand legen.


Bewertung:



Zum Autor:

(übernommen von Goldmann)
Martha Sophie Marcus, geboren 1972 im Landkreis Schaumburg, studierte Germanistik, Soziologie und Pädagogik und verbrachte anschließend zwei Jahre in Cambridge. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Lüneburg. Mit "Herrin wider Willen", ihrem ersten Roman, feierte sie ein grandioses Debüt. Seitdem sind weitere historische Romane von ihr bei Goldmann erschienen.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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