Mittwoch, 18. Februar 2015

[Interview] und [Gewinnspiel] Das Katzenpersonal befragt Martha Sophie Marcus

Martha Sophie Marcus hat ihr neuestes Buch "Kaffeeklatsch mit Goldfisch" veröffentlicht und ich freue mich, dass sie mir einige Fragen in einem Interview beantwortet hat.





Martha Sophie, würdest du uns ein wenig verraten, wer du bist? 
Gern. Ich bin 43 Jahre alt, in Norddeutschland aufgewachsen und im Anschluss an einen zweijährigen Abstecher nach Cambridge (England) auch hierher zurückgekehrt. Nun lebe ich mit meiner Familie (mein Lebensgefährte, ein Sohn, 15, eine Tochter, 17), einer Katze und einem Hund im idyllischen Lüneburg, nicht weit von Hamburg. Seit ungefähr sieben Jahren bin ich beruflich Schriftstellerin. In dieser Zeit habe ich einige historische Romane geschrieben, ein Kinderbuch und jetzt mit „Kaffeeklatsch mit Goldfisch“ meinen ersten Frauenroman. Wenn ich nicht mit Schreiben, Lesen, Recherche oder den alltäglichen Aufgaben rund um Haus und Familie beschäftigt bin, lebe ich meine Leidenschaft für das Bogenschießen aus, das oft auch mit kleinen Reisen verbunden ist.

Wann und warum hast du angefangen Bücher zu schreiben? 
Ich habe schon als jugendliche Vielleserin angefangen, mich mit Literatur auseinanderzusetzen. Den ersten Roman habe ich allerdings erst 2003 geschrieben. Dieser erste Versuch hatte so viele Schwächen, dass ich ihn nie veröffentlichen werde, aber ich habe bei der Arbeit daran entscheidende Dinge gelernt. 2008 nahm der Goldmann Verlag dann meinen nächsten Versuch zur Veröffentlichung an.
Zum Schreiben getrieben hat es mich, weil ich das Lesen von der Einschulung an geliebt habe. Irgendwann wollte ich wissen, ob ich so etwas Wunderbares wie einen spannenden Roman auch selbst zustande bringe.

Mit welchem Buch erwachte die Liebe zur Literatur?
Wahrscheinlich schon mit dem allerersten Kinderbuch, das mir vorgelesen wurde. Ich muss sofort geahnt haben, dass Bücher Türen zu faszinierenden anderen Welten sein können.

Welches ist mit heutigem Stand dein Lieblingsbuch?
Da müsste ich sehr viele Bücher aufzählen, würde wohl gar kein Ende finden. In meinem Leben am häufigsten gelesen habe ich vermutlich den „Tom Sawyer“. Mark Twain hatte einen wunderbaren Humor, warmherzige Liebe für seine Figuren, und er konnte herrlich Spannung erzeugen.

Was wolltest du ursprünglich werden?
Mein letzter Berufswunsch vor der Schriftstellerei war „Verlagslektorin“. 

Neben der Schriftstellerei – wie viele Bücher liest du als Privatperson im Jahr?
Schriftstellerin und Privatperson lassen sich in dieser Hinsicht nicht trennen. Aber Romane lese ich zurzeit rund 40 im Jahr. Hätte ich mehr Zeit, wären es mehr.

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus? 
Eine ausführliche Antwort auf diese Frage habe ich gerade verfasst, als ich meine Webseite neu gestaltet habe. Ich bitte zu entschuldigen, wenn ich mir hier einfach selbst zitiere: 
Stand 2014: An einem durchschnittlichen Tag haben morgens zwischen 7.00 und 7.30 Uhr meine Familienmitglieder das Haus verlassen. Dann setze ich mich an den Schreibtisch und beginne, meine Gedanken zu sortieren. Da meine Kinder beinah erwachsen sind, kann ich an den meisten Tagen mit kleinen Pausen bis ungefähr 17 Uhr durcharbeiten. Je nach Stand meiner Projekte bedeutet das konkret Folgendes:
Entwurf einer neuen Idee und Niederschrift als Exposé, das mein Agent anschließend dem infrage kommenden Verlag vorlegen kann

Gespräche mit meinem Agenten oder den Lektorinnen meiner Verlage per Mail, Telefon, etc. über neue und laufende Projekte, Klappentexte, Cover, Veröffentlichungs- und Abgabetermine, Leseproben …

Schreibtischrecherche: Lesen, lesen, lesen, lesen. Notizen machen, ordnen und so archivieren, dass ich möglichst alles zum passenden Zeitpunkt wiederfinde.

Plotten: Romanhandlung und Figuren ausarbeiten. Tabellen für zeitliche Abläufe, Personen, Orte, Dinge anlegen, Notizen machen, ordnen und so archivieren, dass ich möglichst alles zum passenden Zeitpunkt wiederfinde.

Den Roman schreiben. Mal per Bleistift, mal Bleistiftgeschriebenes abtippend, mal gleich tippend, je nach Zeitdruck, Gemütsverfassung und Wetterlage. Mal mühsam um Konzentration kämpfend, mal völlig versunken in Phantasiewelten. Mal so, wie der vorher angelegte Plot befiehlt, dann wieder davon abweichend.

Unproduktiv aus dem Fenster starren, weil gerade mal gar nichts geht.

Gegebenenfalls Vorwort/Nachwort schreiben, Glossar, Personenliste, Stammbäume und Karten, die mit ins Buch sollen

Allein überarbeiten. Umschreiben, Inhalt schleifen, Sprache schleifen. Manchmal zwischendurch, immer aber nach Abschluss der letzten Seite der ersten Fassung, bis ich zufrieden genug bin, um das Manuskript abzugeben

Überarbeitung gemeinsam mit der Lektorin. Ihre Änderungsvorschläge bedenken, annehmen oder Gegenvorschläge machen. Zweifelsfragen besprechen

Druckfahnen lesen und dabei allerletzte Fehler und nötige kleine Änderungen aufspüren

Texte, Fotos und eigene kleine Graphiken für meine Webseite, den Blog, andere Orte im Internet oder für Interviewpartner fabrizieren

Austausch mit Lesern per Internet oder Email

Lesungen planen und vorbereiten
All das kann ich nicht unbedingt in der aufgezählten Reihenfolge abarbeiten. In der Regel gibt es mehrere unabgeschlossene Projekte gleichzeitig, die unterschiedlich weit gediehen sind. Fast immer muss ich z.B. die Arbeit an einem neuen Manuskript für das Lektorat des Vorgängers unterbrechen, der dann schon längere Zeit beim Verlag gelegen hat. Zwischen Abgabe eines Manuskripts und Veröffentlichung vergehen gewöhnlich mehrere Monate.

Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Kommt völlig darauf an, wer sie äußert und wie sie geäußert wird. Zur Kenntnis nehme ich sie auf jeden Fall, filtere aber stark, ob ich mich damit beschäftigen muss. Eine Regel, die ich mir gesetzt habe, ist, Rezensionen nicht zu kommentieren. Ich vertraue darauf, dass die Leser sich ihr eigenes Bild machen werden.

Wie wichtig sind dir Amazon-Bewertungen? 
Rezensionen auf Amazon zeigen mir, dass meine Bücher wahrgenommen werden, was mich natürlich freut. Und wenn ein schönes Lob darunter ist, macht mich das glücklich.

Wie bereitest du dich auf einen Roman vor? Du hast eine Idee und dann? 
Wahrscheinlich habe ich diese Frage zum Teil schon mit der Schilderung meines Tagesablaufs beantwortet. Nach dem Aufblitzen der Idee folgt die erste Recherche und ein Plan für die Handlung. Erst dann weiß ich, ob die Idee tragfähig genug für einen ganzen Roman ist.

Wer darf deinen Entwurf eines Buches als Erster lesen?
Mein Mann, meine Kinder und eine gute Freundin dürfen zuerst, wenn sie möchten. Dann kommen mein Agent und seine lektoratsgeübte Frau an die Reihe. Manchmal ist der Zeitdruck aber so groß, dass das Manuskript parallel schon an meine Lektorin beim Verlag geht.

Wie ist für dein Buch die Zusammenstellung deiner Protagonisten entstanden?
Ich wollte eine Geschichte über gewöhnliche Frauen schreiben, die im Leben stehen und mit Problemen kämpfen, wie wir alle sie kennen. Wichtig war mir dabei, dass sie sich in ihrem besonderen, persönlichen Problem trotzdem deutlich voneinander unterscheiden. Jede sollte ein eigenes großes „Thema“ haben. Denn in meinem Roman geht es ja auch um das Verständnis, das jede von ihnen für die Sorgen der anderen entwickelt.
Antonia mit ihrer Apotheke kam mir als Erste in den Sinn. Eine eigene Apotheke zu führen ist eine große Herausforderung, und Apotheken sind Orte der Begegnung, wo sich Kontakte ergeben. Die anderen Frauen gesellten sich fast von allein zu ihr.

Hast du persönliche Erfahrungen mit Hochwasser und deren Folgen erlebt?
Tatsächlich stand im Haus meiner Eltern leider regelmäßig der Keller unter Wasser. 
Bei den vergangenen Hochwassern hier an der Elbe waren es Freunde und Bekannte, deren Sorgen ich geteilt habe.

Für wie viel kommende Bücher hast du schon Ideen im Kopf ?
Es gibt drei schon ausgearbeitete Ideen. Eine vierte habe ich im Sinn. Fünkchen gibt es noch wesentlich mehr.

Du hast ja auch schon historische Bücher geschrieben. Welches Genre liegt dir mehr?
Alle Genres, die ich bisher ausprobiert habe, haben ihren Reiz. Ich glaube mir liegt gerade die Abwechslung.

Um welches Thema wird es in deinem nächsten Buch gehen? 
Zurzeit schreibe ich wieder einen historischen Roman, der Anfang 2016 im Goldmann Verlag erscheinen wird. Es geht darin um das Ende der bis 1066 mächtigen Handelsstadt Haithabu in Schleswig Holstein. Und natürlich um eine Frau, die sich in diesen Wirren zurechtfinden muss.

Welches Buch befindet sich aktuell auf deinem Nachttisch? 
Gerade ausgelesen habe ich „Fette Fee“ von Claudia Brendler. Ein zauberhaftes Buch.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Für meine persönliche Zukunft wünsche ich mir, dass ich noch lange Schriftstellerin bleiben darf. 

Uns allen wünsche ich jetzt gerade einen sonnigen, milden Frühling, der nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. 



Vielen Dank für die unterhaltsame Beantwortung der Fragen. Wir wünschen dir weiterhin viele gute Ideen für deine Bücher und die Erfüllung aller deiner Träume.

Mehr über die Autorin Martha Sophie Marcus erfahrt ihr auf ihrer Autorenseite 



Gewinnspiel:
Zusätzlich zum Interview gibt es auch ein Gewinnspiel, bei dem ich 3 Kalender des Goldmann-Verlages verlosen darf.


          
Der Goldmann-Verlag hat sie gesponsert und ich bedanke mich recht herzlich dafür.

Wenn ihr einen der drei Kalender gewinnen wollt, so beantwortet einfach folgende Frage.


Welche Autoren oder Autorinnen würdet ihr gern auf der Leipziger Buchmesse treffen, wenn ihr hinfahren würdet.
 


Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet bitte im Kommentar die Frage und sendet mir zusätzlich eine Mail mit eurer vollständigen Adresse an folgende Mail-Adresse: kleeblatt58 (at) gmail.com (ohne Leerzeichen und Klammern und at als Zeichen) Solltet ihr ein Pseudonym haben, dann gebt es in der Mail bitte mit an, so dass ich euch zuordnen kann.

Solltet ihr gewinnen, wäre es nach Erhalt des Gewinnes eine nette Geste, wenn ihr mir Bescheid geben würdet. 

Hier noch das Kleingedruckte:
1.) Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn ihr über 18 Jahre alt seid, ansonsten ist eine Einverständniserklärung der Eltern nötig.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und im Anschluss gelöscht.
3.) Es wird nur innerhalb Deutschlands versendet oder ihr erklärt euch bereit, die Portokosten zu übernehmen. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.) Bei Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
6.) Der Gewinner bestätigt mir bitte den Erhalt des Buches

Ihr dürft das Gewinnspiel gern teilen auf Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auf euren Blogs. Neue Leser sind jederzeit willkommen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 22.02.2015 - 20:00 Uhr

Die Auslosung erfolgt noch am selben Tag über Random.org, ebenso die Bekanntgabe der glücklichen Gewinner, wenn nichts dazwischen kommt.

1 Kommentar:

Sunny hat gesagt…

Hey =)

Ein tolles Interview =)
Ich versuche gern mein Glück beim Gewinnspiel =)
Also ich gehe ja auf die Leipziger Buchmesse. Am meisten würde ich mich wohl freuen Pierce Brown zu treffen. Aber der wird wohl nicht kommen ^^ Aber das wäre schon mal ein Erlebnis =)

LG Sunny
s_hausi@gmx.de