Donnerstag, 29. Januar 2015

[Rezension] Patrizia Sabrina Prudenzi - Böses mit Bösem vergelten



Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1556 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 302 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00R9YY44S

Klappentext gem. Amazon:

Verzeihen oder vergelten? Manchmal hat man keine Wahl, wenn die Vergangenheit zu schrecklich ist...

Habe ich wirklich alle umgebracht?

Ich weiß es nicht.

Warum kann ich mich nicht erinnern?

Die junge Julia Walz gerät in Schwierigkeiten. Sie wird verdächtigt, eine Reihe von brutalen Morden begangen zu haben. Ihr größtes Problem: Sie weiß es nicht, da sie aufgrund eines Traumas an Erinnerungsstörungen leidet.
Der Einzige, der ihr glaubt, ist Inspector David Nyomda. Er kommt dem Geheimnis von Julias Familie auf die Spur und bringt sich selbst in Gefahr, um Julia zu helfen.

Wird Julia je erfahren, ob sie eine brutale Serienmörderin ist?


Rezension:
Die 22-jährige Julia Walz ist sehr zufrieden mit ihrem Leben. Derzeit studiert sie in London an der Uni und ist als Au-Pair-Mädchen seit einem halben Jahr bei Familie Collins tätig. Sie kommt eigentlich ganz gut mit ihren Gasteltern aus und auch mit den Kindern des Hauses, dem Kindergartenkind Marvin und dem Schulkind Chelsey versteht sie sich gut. Doch ihr Leben war nicht immer so unbeschwert. Vor 17 Jahren, einen Tag nach ihrem 6. Geburtstag wurden ihre Eltern auf bestialische Art und Weise ermordet, aufgeschlitzt und die Augen wurden ausgestochen. Ihre Eltern waren noch sehr jung, ihre Mutter gerade einmal 23 Jahre alt, als ihr Leben endete. Die folgenden Jahre bis zur Volljährigkeit verbrachte sie bei ihren gefühlskalten Verwandten, ihrer Tante Elisabeth "Betty" von und zu Kornberg und deren Mann Norbert. Nach dem Mord an ihren Eltern war sie es, die die Leichen fand, ein Umstand, der Folgen hatte, denn seitdem leidet die junge Frau immer mal wieder an Visionen und Halluzinationen.

Ab und an kracht es dann doch im Hause Collins, denn Julia will auch ihr eigenes Leben führen, was nun einmal beinhaltet, auch unter der Woche auszugehen. Nach einem solchen Abend wacht sie am nächsten Morgen neben Joe Simons auf, einer Barbekanntschaft, aber ehrlich, sie hat keine Ahnung, wie sie in seine Wohnung, geschweige denn in sein Bett gekommen ist. Schon wieder hatte sie einen Blackout. Sie verschwindet schnell und will nur noch nach Hause. Sie ist spät dran, schafft es aber dennoch, die Kinder pünktlich in den Schulbus zu verfrachten. Um sich für den Streit zu entschuldigen, beschließt sie, das Haus der Collins zu putzen und macht dabei eine grausige Entdeckung: Sie findet die Leichen von Evelyn und Marc Collins, ihren Gasteltern, ermordet und grausam zugerichtet, wie einst ihre Eltern. Zufall?

Die hinzugerufene Polizei nimmt die Ermittlungen auf und als auch noch Julias Vergangenheit ans Licht kommt, gilt sie schnell als Tatverdächtige, zumal sie kein Alibi aufweisen kann. Die Situation verschlimmert sich noch, als in der Wohnung von Joe Simons dessen Leiche gefunden wird, ebenfalls genauso zugerichtet, wie die übrigen Opfer. Auf Grund ihres Blackouts ist es Julia unmöglich, ihre Unschuld zu beweisen, doch sie weiß, dass sie niemanden ermordet hat. Dr. Peter Sullivan, Doktor der Medizin und Psychiatrie und tätig u. a. für die Polizei, ist sich dessen nicht sicher. Nach einem unglücklichen Vorfall wird sie in die geschlossene Abteilung der Forensischen Psychiatrie eingewiesen und hat somit noch weniger Chancen, ihre Unschuld zu beweisen. Auch ihre Tante strebt ein Entmündigungsverfahren an, doch warum? Lediglich der 29-jährige Inspector David Nyomda ist nicht von der Schuld der jungen Frau überzeugt und ermittelt weiter, auch wenn er dadurch seinen Job riskiert. Doch kann er die Unschuld der jungen Frau beweisen oder ist sie doch schuldig und eine bestialische Mörderin?


Wow, was für ein Buch!!! Der Plot wurde ausgesprochen spannend und abwechslungsreich erarbeitet, es war mir partout nicht möglich vorherzusagen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde und bis zum Ende hatte ich wirklich keine Ahnung, worauf ich mich eingelassen habe. Solch ein Buch habe ich selten gelesen, davon hätte ich gerne sehr viel mehr. Besonders gut hat mir hier auch noch gefallen, dass der Leser immer wieder in die Erinnerung Julias eintaucht und so miterlebt, wie sie die damalige Zeit kurz vor und nach den Morden an ihren Eltern erlebt hat. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet und ich war sowohl von der Figur der Julia, wie auch des David, geradezu hingerissen. In beide konnte ich mich problemlos hineinversetzen und habe mit ihnen ihre Aufgaben gemeistert. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd und beklemmend beschreiben, ich musste das Buch am Stück lesen, ich konnte den Reader einfach nicht aus der Hand legen. Wie gesagt: bitte, bitte viel mehr davon.

Bewertung
Von Patrizia Sabrina Prudenzi bereits gelesen und rezensiert:

Die Autorin: 
Patrzia Sabrina Prudenzi: Ich entstamme aus einer deutsch-italienischen Ehe und wurde im Jahr 1963 in Mannheim geboren. Kindheit und frühe Jugend verbrachte ich in Italien. Nach dem Abitur habe ich in Perugia Politische Wissenschaften, später in Mannheim Wirtschaftsinformatik studiert. Heute arbeite ich als IT-Spezialistin und habe in diesem Bereich bereits einige Sachbücher publiziert. Ich habe mich schon immer als »Winterkind« bezeichnet, da mein Geburtstag im Dezember liegt. Schon als kleines Mädchen liebte ich den Herbst als den Vorboten des Winters, vor allem wenn der Nebel über den Feldern und in den Wäldern schwebt. Dann saß ich am Kaminfeuer und lauschte den zugegebenermaßen für ein Kind etwas zu gruseligen Erzählungen meiner italienischen Oma, die sich als Dorfhexe einen Namen gemacht hatte. Viele Stunden verbrachte ich in dem Mumien-Museum in der Krypta der Dorfkirche des kleinen Ortes in den italienischen Apenninen. Dort starrte ich die mumifizierten, ausgestellten Gerippe an, und stellte mir diese Menschen zu ihren Lebzeiten vor. Ihre leeren Augenhöhlen erzählten mir von ihrem Leben und von ihrer Traurigkeit, nun tot zu sein. Ich wollte nie die Knochen anfassen, weil ich Angst hatte, dass diese in mir Gefühle auslösen könnten, die mich überwältigen würden. Manchmal durfte ich dort die Touristen-Führungen machen, vor allem wenn die Erwachsene im Sommer zur Mittagszeit ein kleines Schläfchen machten. Ich merkte bald, dass ich eine Menge Erwachsene zum Gruseln bringen konnte, wenn ich, mit meiner Barbie-Puppe in der Hand, die Geschichten der Todesfälle blutig und düster ausschmückte. Schreiben war für mich in der Schule immer ein Vergnügen. Ich verschlang ein Buch nach dem anderen. Früh bildete sich mein Interesse für das Übernatürliche und das Okkulte, auch wenn ich finde, dass die Welt ein schöner Platz zum Leben ist. Ich glaube, dass meine Fähigkeit, mich in den Erfahrungen von anderen, auch fiktiven Personen, einzufühlen, sich in den dunklen Gewölben des Mumien-Museums entwickelt hat. Aus diesem erschreckenden und faszinierenden Reich der Fantasie schöpfe ich heute noch meine Erzählungen. Man kann mir ruhig glauben, wenn ich über Geister, Dämonen oder schreckliche Morde schreibe, stets das Gleiche wie meine Figuren empfinde. Wenn sie Herzklopfen oder Atemnot haben, habe ich es auch. So entstehen die extrem realistischen (manche sagen sinnlichen) Beschreibungen in meinen Texten. Ob das eine Begabung oder ein Verhängnis ist, sollst Du Leser selbst entscheiden.  (übernommen von Amazon)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 

Patrizia Sabrina Prudenzi 

bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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