Montag, 19. Januar 2015

[Rezension] Gaia Coltorti - Die Alchemie der Nähe



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (30. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896675079
ISBN-13: 978-3896675071
Originaltitel: Le affinita' Alchemiche
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 3,8 x 22,1 cm

Inhalt gem. Blessing:
Romeo und Julia heißen heute Giovanni und Selvaggia und sind Schüler. Diesmal sind es nicht gesellschaftliche Schranken, die der absoluten Liebe im Wege stehen, sondern das vielleicht letzte und größte Tabu unserer Zeit: Geschwisterliebe. Denn Giovanni und Selvaggia sind Zwillinge, die einander jedoch bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr kaum gesehen haben, da ihre Eltern sich früh trennten. Der Junge lebte beim Vater in Verona, seine Schwester Hunderte von Kilometern entfernt bei der Mutter, einer Kommissarin, die zu wenig Zeit für sie aufbringt. Nach fast fünfzehn Jahren versuchen es die Eltern noch einmal miteinander, und Giovanni und Selvaggia leben plötzlich unter einem Dach. Und entdecken Gefühle und Leidenschaften, die sie kaum mehr zügeln können. Ihr Leben wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Zum Buch:
Die Zwillinge Giovanni und Selvaggia sind heute beide 17 Jahre alt. Sie wuchsen seit dem 1. Lebensjahr getrennt voneinander auf, Giovanni bei seinem Vater in Verona und Selvaggia bei der Mutter in Genua, nachdem die Eltern sich getrennt hatten.
Zu seiner Mutter hatte Giovanni nur sporadisch Kontakt, was ein Treffen mit seiner Schwester nicht mit einbezog.
Nach vielen Jahren getrennt sein wollen die Eltern es noch ein weiteres Mal miteinander versuchen, zumal die Mutter dienstlich auch nach Verona versetzt wurde.
Schon beim ersten Zusammentreffen der Zwillinge kann Giovanni die Augen nicht von seiner Schwester lassen. Er ist ihr von Anfang an verfallen.
Sie haben beide Anlaufschwierigkeiten miteinander, aber bald schon merken sie, dass zwischen ihnen mehr ist als nur Geschwisterliebe. Viel mehr, als gut für sie ist und als zwischen ihnen sein darf ... 

Giovanni lebt gemeinsam mit seinem Vater in Verona und ist mit dem Leben sehr zufrieden. Die Mutter und seine Zwillingsschwester vermisst er nicht. Viel zu flatterhaft war seine Mutter, als dass er an sie mit positiven Gedanken denken würde. Die Zwillinge zumindest glauben nicht ernsthaft an ein Happyend zwischen ihren Eltern und versuchen für die kurze Zeit das beste aus der Situation zu machen.
Giovanni ist seiner Schwester von Beginn an sehr zugetan. Er empfindet für sie mehr als nur geschwisterliche Liebe. Selvaggia ist ihm gegenüber ein kleines Biest, nutzt ihn aus und versucht ihn weitgehend links liegen zu lassen.
Aber selbst Selvaggia kann irgendwann nicht anders, als sich und Giovanni einzugestehen, dass sie für ihn mehr empfindet als es unter Geschwistern üblich ist.
Sie lieben sich beide und müssen, obwohl sie diese Liebe voll ausleben, ihren Eltern und ihrer Umgebung verheimlichen. Die Gefahr, entdeckt zu werden ist sehr groß und sie haben Angst davor.
Ihre Mutter wird misstrauisch, da sie doch recht viel zusammen sind und vieles über das Normale hinaus gemeinsam machen. Eine Zeit der Lügen beginnt.

Das Buch wurde von der jungen Autorin Gaia Coltorti geschrieben, die dieses Buch bereits mit 17 Jahren schrieb, sich aber nicht getraute zu veröffentlichen. Nie im Leben hätte ich vermutet, dass dieses Buch von einer so jungen Autorin geschrieben wurde. Sie greift ein Tabuthema auf, über das sich sicher auch nicht leicht schreiben ließ.

Sie schreibt das Buch aus der Sicht einer dritten Person, aus der Sicht von Giovanni. Fast scheint es so, als wäre diese Person ein Erzähler, der im Rückblick die Ereignisse noch einmal zur Sprache bringt.
Ein ungewöhnlicher und gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, aber findet in ihn doch recht schnell herein.

Die Protagonisten sind die Zwillinge Giovanni und Selvaggia. Die beiden verbindet eine Liebe, die stark und tief ist. Sie könnte für beide die Erfüllung aller Träume bedeuten, wenn es nicht eine verbotene Liebe wäre.
Giovanni zeichnet sich durch extrem starke Eifersucht aus und Selvaggia anfangs durch ausgesprochenes Desintresse an ihrem Bruder. Sie war mir regelrecht unsympathisch, schien ihn nur auszunutzen. 

Ich war ziemlich skeptisch, was das Thema angeht und vor allem die Tatsache, ob die Autorin nicht zu jung wäre, dieses Thema anzugehen. Ich wurde jedoch positiv überrascht, sowohl, wie sie sich ans Thema herangewagt hat, wie auch ihrem Schreibstil. Obwohl leicht gewöhnungsbedürftig zu Beginn, war es dann jedoch flüssig zu lesen.

Eine Liebe, die nicht sein darf, ja sogar strafbar ist. Wer gern mal etwas anderes lesen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.  

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Blessing-Verlag)
Gaia Coltorti, 1993 in Jesi bei Ancona, geboren schrieb "Die Alchemie der Nähe" (Originaltitel: Le affinità alchemiche) mit 17 Jahren, wagte es aber nicht, den brisanten Text zur Veröffentlichung anzubieten. Bei dem literarischen Wettbewerb "Pagine nuove" las sie erstmals öffentlich daraus vor und gewann den Preis. Dadurch wurde die international renommierte Literaturagentin Vicki Satlow auf sie aufmerksam. Der vollständige Roman erscheint im Januar 2013 bei Mondadori, Italien. Gaia Coltorti, jetzt 20 Jahre jung, studiert gegenwärtig in Rom Literatur.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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