Montag, 30. Juni 2014

[Rezension] Deana Zinßmeister - Pest 01: Das Pestzeichen




Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442476399
ISBN-13: 978-3442476398
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3 cm

Inhalt gem. Goldmann:
Die Flamme des Krieges ist erloschen – doch die Gefahr ist lange nicht vorbei …
Ende des Dreißigjährigen Krieges sind viele Landstriche im Reich menschenleer – so auch das Land an der Saar. Wer den Krieg überlebt hat, leidet Hunger oder fällt der Pest zum Opfer. Die Familie der jungen Susanna hat all dies überstanden – doch dann überfallen Fremde den Hof. Nur Susannas Vater überlebt schwer verletzt und vertraut seiner Tochter bevor er stirbt geheimnisvolle Schriften an, die zu einem Schatz führen sollen. Doch Susanna ist nicht die Einzige, die davon weiß: Ein Mann namens Jeremias ist versessen auf den Schatz und macht Jagd auf das Mädchen. Auf ihrer Flucht begegnet Susanna einem jungen Schweizer, der auf der Durchreise ist. Noch ahnt sie nicht, dass er der einzige ist, der ihr helfen kann, den Schatz zu finden. Und die Zeit drängt, denn nicht nur die Pest kommt näher, auch Jeremias ist ihr auf der Spur …

Zum Buch:
Als Susanna nach einem Besuch bei ihrer Tante wieder nach Hause kommt, gibt es ihre Familie nicht mehr. Mutter und Geschwister sowie Magd und Knecht wurden brutal ermordet. Das Haus ist so gut wie abgebrannt. Nur ihren Vater findet sie schwer verletzt vor. Aber auch er stirbt kurz darauf an den Folgen seiner Verletzungen. Vorher vertraut er ihr noch geheimnisvolle Schriften an, die sie zu einem Schatz führen sollen und den Namen Jeremias. An ihn soll sie sich mit den Schriften wenden.
Aber als sie diesem begegnet, traut sie ihm nicht über den Weg, denn sie vermutet, dass er hinter dem Attentat auf ihre Familie steckt.

Die Familie Blatter aus der Schweiz wird diese verlassen, da der Vater sich als Soldat in Trier verdingen wird. Er hat sich und seinen Sohn Urs einschreiben lassen. Dieser jedoch möchte nichts lieber tun, als Menschen zu heilen wie sein Onkel. Aber sein Vater lässt nicht mit sich reden, Urs hat den Weg wie er zu begehen und Soldat zu werden.

Susanna und Urs begegnen sich und Urs hilft ihr bei ihrer Verletzung, die sie sich auf der Flucht zugezogen hat. Später bittet sie ihn, sich mit ihr auf die Suche nach dem Schatz zu machen ...

Die Zeit nach dem Dreizigjährigen Krieg war nicht leicht. Auch wenn jetzt Frieden herrscht, ist die Zeit des Leidens noch nicht vorbei. Viele Gebiete sind fast ausgestorben, denn die Männer waren im Krieg geblieben. Hinzu kommt die Pest, die ebenfalls viele Menschen auf dem Gewissen hat.
In dieser Zeit nach dem Krieg ist der historische Roman von Deana Zinßmeister angesiedelt.

Hervorragend recherchiert, lässt sie die Vergangenheit für den Leser wieder aufleben. Sehr glaubhaft vermittelt sie den vorherrschenden Aberglauben und die immer gegenwärtige Angst vor der Pest.
Bis dato gab es nur Vermutungen über die Herkunft der Pest, so dass sie immer und überall ausbrechen konnte.

Geschickt verbindet die Autorin Geschichte und örtliche Begebenheiten zu einem Ganzen. Die Pestkirche in Aschbach findet hier ihren Platz wie auch die Saline in Sulzbach sowie das Bachmichel-Haus.

Neben einer spannenden und abenteuerlichen Suche nach einem Schatz erfährt der Leser ebenso Informationen über die Salzgewinnung.

Die Protagonistin Susanna ist eine sympathische junge Frau, die sich zwar anfangs ziemlich hilflos und allein fühlt, die aber ihren Weg unbeirrt geht. Sie ist hilfsbereit und auch bereit, für andere einzustehen. 

Interessant fand ich persönlich, dass Susanna Urs für nicht ganz richtig im Kopf hält, als sie ihn zum ersten Mal sprechen hörte. Auf die Idee, dass er eine andere Sprache spricht, kam sie gar nicht. Er sprach das der deutschen Sprache ähnliche Schwizerdütsch, welches sie nicht verstanden hatte.

Der Roman ist von Beginn an fesselnd. Ich wurde in ihn hineingezogen und erst mit der letzten Seite wieder entlassen. Ich habe Susanna auf all ihren Wegen, auch den schweren, begleitet, mit ihr gebangt, gehofft, gelebt und geliebt. Ihre Angst um Urs habe ich genauso gespürt wie die vor ihrem Verfolger und der Pest. 

Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die Geschichte dieser Zeit lebendig und glaubwürdig auferstehen zu lassen. Die historische Geschichte mit einer Schatzsuche, der Angst vor der Pest und dem Aberglauben zu verbinden macht diesen spannenden Roman aus, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.
Ich empfehle ihn sehr gern weiter und bin selbst schon gespannt auf die Fortsetzung. 

Reiheninfo:
Pest 01: Das Pestzeichen
Pest 02: Der Pestreiter 
Pest 03: Das Pestdorf (Dez. 2015)

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text übernommen von Goldmann)
Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.







Von Deana Zinßmeister wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Sonntag, 29. Juni 2014

[Veranstaltung] 01. Berliner Bücherfestival im Nikolaiviertel

Als wir die Woche unterwegs waren, sind wir unabhängig von einander auf eine Veranstaltung aufmerksam geworden, die dieses Wochenende in Berlin, genauer gesagt im Nikolaiviertel, stattfindet. Da es um Bücher geht, war unser Interesse geweckt.

Aushang

Auf der Homepage zur Veranstaltung haben wir uns umgesehen und eine Menge Lesungen gefunden (die für uns größtenteils jedoch uninteressant waren) und konnten erlesen, dass es einen Bücherbasar geben soll, allerdings nur am Samstag. Bücherbasar?!?!?!?! keine Frage, muss begutachtet werden, vielleicht gibt es dort das ein oder andere Buch, dem wir eine sichere Zuflucht geben könnten?!?!?!?!

Also, der Termin stand, Samstag wollten wir dem Festival einen Besuch abstatten! Kleeblatt war recht lustlos, denn sie wollte lieber lesen, aber keine Widerrede, sie musste mit ^^

Da vor Ort schon unter normalen Umständen Parkplätze Mangelware sind, nahmen wir die öffentlichen Verkehrsmittel, was ganz gut geklappt hat. Am Alexanderplatz angekommen, ging es los.


Fernsehturm am Alexanderplatz


vorbei am roten Rathaus


und schon waren wir da - Eingang Nikolaiviertel

"Begrüßt" wurden wir von Zille


Zille-Statue

An der Nikolaikirche wurden wir dann "festivalmäßig" fündig

 Nikolaikirche

Bücherstände an der Nikolaikirche

Also ehrlich, wir waren schon etwas enttäuscht! Das soll ein Festival sein? Das hatten wir uns definitiv größer vorgestellt, aber vielleicht haben wir auch nur einfach noch nicht alles gefunden, also weiter ging es, allerdings wurde vorher noch etwas "Kultur" getankt.


in der Nikolaikirche

Immerhin war ja ein Bücherbasar angekündigt, der wird doch wohl zu finden sein, oder? Also machten wir uns auf die Suche und entdeckten ihn ...


der "Bücherbasar"

Ich denke, ihr könnte euch vorstellen, wie enttäuscht wir waren. Das soll ein Bücherbasar sein? Ein paar Bücher, noch dazu aus dem Nachlass eines älteren Herren, der kürzlich verstorben ist? Die Enttäuschung war groß, aber so richtig groß. Immerhin hingen nicht wenige Plakate in der Stadt, die auf das Festival aufmerksam machten und dann das? Nun ja, enttäuscht beschlossen wir, noch etwas durch das Nikolaiviertel zu streifen und dann nach Hause zu fahren. 

Hier noch ein paar Bilder unseres Streifzuges


ein Schauspieler, der aus "Herr der Ringe" gelesen hat


bei dieser Aktion konnte  man seine Lieblingsbücher benennen - "Feuer und Stein" ist Kleeblatts Buch und "Ronja Räubertochter" wurde von Kerry benannt, denn damit fing die Lesesucht bei ihr an




 


Irgendwo sollte ja auch noch eine Veranstaltungsbühne sein, wo gelesen wird. Auch diese wurde gefunden.


die Festival-Bühne



Mehrwegbuch-Stand am Drachentöterdenkmal


Katzenkrawatte

Ach ja, falls ihr es noch nicht wisst - wir "Bärliner" lieben unsere Bären

Bären als Lesezeichen

Alles in allem müssen wir gestehen, dass wir uns von einem "Bücherfestival" deutlich mehr versprochen haben und enttäuscht von dannen zogen.

Es ist aber nicht so, dass nur wir enttäuscht waren, auch andere Besucher, mit denen wir uns unterhalten haben, waren maßlos enttäuscht.
Das, was dem Besucher geboten wurde, kann man u. E. auch nicht damit Schönreden, dass es auch viele andere Veranstaltungen an diesem Wochenende in Berlin gäbe und nicht zu vergessen die WM. Das versuchte man uns jedenfalls so einzureden.
Das Angebot für Bücherfreunde war echt mies und lädt nicht dazu ein, diese Veranstaltung ein zweites Mal zu besuchen.

Wir wünschen euch einen schönen Sonntag

Kerry und Kleeblatt

[Neuzugänge] der 26. KW 2014

Wieder eine Woche mit bescheidenen Neuzugängen. So könnt selbst ihr sehen, dass wir auch anders können.
Auf die Art und Weise haben wir die Gelegenheiten, vorhandenes zu lesen.


Und das sind sie, unsere Neuzugänge:

Kerrys Neuzugänge:



Kleeblatts Neuzugänge:
- Kern, Judith - Himmel über den Klippen
- Blum, Arne - Kim und Lunke 03: Schöne Sauerei 
- Lucas, Carolyn - Vermächtnis der Engel 





Und, hat das ein oder andere Buch bei euch auch schon ein Zuhause gefunden?

Wir wünschen euch einen schönen Sonntag und eine tolle Woche

Kleeblatt und Kerry

Samstag, 28. Juni 2014

[Rezension] Klaus Struck - Sportstadtmord


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 292
ISBN: 978-3-862-82280-5
Erscheinungstermin:
16. Mai 2014
Preis: 1
3,90 EUR (D)
Format:
Broschiert
Verlag: ACABUS


Klappentext gem. ACABUS:
Der mysteriöse Tod eines beliebten Ausbilders am Hamburger AFA Umschulungsinstitut in Steilshoop sorgt für Aufregung. Nicht nur der Fundort und Todeszeitpunkt, sondern auch die ungewöhnliche Drapierung des Toten stellen die Kripo vor eine schwierige Aufgabe. Erst mithilfe von Cybercrime-Spezialisten werden ungeahnte Machenschaften am Institut aufgedeckt.
Das Opfer nutzte das firmeneigene Penthouse für besondere Soirées mit bekannten Kiez-Größen, und die bisher unentdeckte Anwesenheit eines Militariavereins in der fast vergessenen, ungenutzten U-Bahn-Station unterhalb der Anlage erweitert das potenzielle Täterumfeld. Doch Kommissar Schrenk und sein Team werden den Verdacht nicht los, dass der Mord nur ein Mittel für einen ganz anderen Zweck war.


Rezension:
Bei der AUSBILDUNG FÜR ALLE - Berufliche Fort- und Weiterbildung GmbH, kurz AFA, wird die Leiche von Jens Regen aufgefunden. Dieser war Dozent und Abteilungsleiter für Integrationsmanagement bei der AFA und ausgesprochen beliebt. Sein Tod lässt jedoch vermuten, dass er doch Feinde hatte, denn er stürzte aus einer firmeneigenen Penthouse-Wohnung, welches sich auf dem Gelände der AFA befindet. Hauptkommissar Heinz Schrenk wird mit den Ermittlungen beauftragt. Augenscheinlich sind alle Angestellten der AFA und auch die Umschüler/Auszubildenden geschockt, denn Regen war allseits beliebt und geachtet. Auch die Geschäftsführerin der AFA, Cordula Günther, kann keinerlei Anhaltspunkte liefern, wer auch nur ein Motiv gehabt haben könnte, ihn zu töten.

Schnell stellt sich heraus, dass Jens Regen anscheinend noch andere Aktivitäten auf dem AFA-Gelände am Laufen hatte. So hat er besagtes Penthouse, aus dem er stürzte, bereits seit geraumer Zeit immer wieder gebucht, um dort diverse Veranstaltungen abzuhalten. Das es bei diesen Veranstaltungen immer mit rechten Dingen zuging, darf bezweifelt werden. Könnte es sein, das er etwas gegen einen der Teilnehmer einer solchen Veranstaltung in der Hand hatte und deswegen sterben musste?

Während die Ermittlungen eher schleppend vorankommen, stürzt sich die Presse auf diesen Fall und deckt einige Ungereimtheiten bei der AFA aus. Was geschieht wirklich in diesem bisher zu hoch gelobten Ausbildungszentrum? Hatte Regen etwas damit zu tun und musste deswegen sterben? Steckt womöglich etwas ganz anderes dahinter und warum schweigen die übrigen Abteilungsleiter, die nachweislich an Regens Veranstaltungen teilgenommen haben? Ist einer von ihnen der Täter?


Ein Hamburg-Krimi! Der Plot wurde detailliert und abwechslungsreich ausgearbeitet. Der Autor eröffnet in diesem Roman mehrere Möglichkeiten eines Motivs, denn, auch wenn augenscheinlich niemand einen Grund gehabt hätte, das Opfer zu töten, gibt es hinter den Kulissen anscheinend doch eine Menge Menschen, die vom Tod des Opfer profitieren konnten. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, hätte mir hier an einigen Stellen jedoch etwas mehr Nervenkitzel gewünscht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich an dieser Stelle gestehen muss, dass mir das Opfer nicht wirklich sympathisch war, sodass ich mit ihm im Endeffekt wenig Mitleid hatte.

Bewertung
Der Autor:
Klaus Struck wurde 1953 in Hamburg geboren und wuchs am Stadtrand der Hansestadt auf. Nach einer Ausbildung zum Flugzeugmechaniker bei der Lufthansa, studierte er Maschinenbau und ist seitdem als Ingenieur im Bereich Luftfahrt und Automobilbau tätig. Ein Aufenthalt in einem Flüchtlingslager der Polisario in der Westsahara 2010 beeindruckte ihn derart, dass er das Bedürfnis, darüber zu berichten, mittels eines Krimis umsetzte. Er verarbeitet in seinen Krimis nicht nur aktuelle Ereignisse, sondern auch Erfahrungen aus seinem Berufsumfeld.
Sein neuer Krimi, der ausschließlich in Hamburg spielt, zeichnet sich durch Aktualität und Lebensnähe aus. Man merkt: Der kennt sich aus, weiß, wovon er schreibt, steht im wirklichen Leben und greift aktuelle Themen wie Facebook-Fahndung, Handy-Tracking u. ä. auf.
Neben seinem Beruf engagiert er sich in seinem Stadtteil ehrenamtlich, u.a. in einer Geschichtswerkstatt. (übernommen von ACABUS)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 27. Juni 2014

[Rezension] Phil Rickman - Merrily Watkins 01: Frucht der Sünde



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 1. (2. Mai 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499249057
ISBN-13: 978-3499249051
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 3,8 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Apfelbäume, überall Apfelbäume …
… sie sind nicht wegzudenken aus Ledwardine, dem kleinen Ort im Westen Englands, in den die junge Witwe Merrily Watkins mit ihrer Tochter Jane zieht. Dort soll sie die Pfarrstelle übernehmen. Doch schnell ist es vorbei mit der ländlichen Ruhe: Bei einer nächtlichen Feier im Apfelgarten kommt es zu einem grausigen Todesfall, und ein Skandalautor will in der Kirche den Tod eines vor Jahrhunderten als Hexer verfolgten Geistlichen inszenieren. Merrily und ihre Tochter werden derweil in dem großen alten Pfarrhaus von düsteren Visionen geplagt. Und dann verschwindet ein Mädchen …

Zum Buch:
Merrily Watkins, Witwe,  zieht mit ihrer 15-jährigen Tochter in einen kleinen Ort ins westliche England. Sie ist Pfarramtsanwärterin in einem kleinen Dorf und als solche steht ihr das große Pfarrhaus zu, das von Apfelbäumen umringt ist.
Das Haus entwickelt in Merrilys Augen eine Eigendynamik, macht ihr Beklemmungen und schickt ihr Albträume, so dass sie froh ist, erstmal auswärts untergebracht zu sein, zumindest solange, bis die Renovierung fertig ist.

Um einen dieser Apfelbäume ranken sich alte Geschichten von einem Pfarrer, der sich dort vor 300 Jahren erhängt haben soll.
Dieses Ereignis soll in der Kirche als Theaterstück aufgeführt werden, zum Missfallen einiger Dorfbewohner.

Am Dreikönigstag wollen einige Dorfbewohner eine alte Sitte aufleben lassen, sie wollen wieder Cider bei sich im Dorf herstellen. Bei einem Ritual unter dem Baum geschieht jedoch ein Unglücksfall.

Später verschwindet auch noch ein Mädchen und irgendwie scheinen die Vorkommnisse alle zusammenzuhängen...

Nach dem ich das Buch gelesen habe, habe ich mich gefragt, in welches Genre ich dieses Buch stecken würde. Krimi oder Thriller ist meiner Meinung nach nicht ganz zutreffend. Bei einem Krimi erwarte ich Ermittlungen, die letztendlich zum Täter hinführen, bei einem Thriller etwas ungemein Spannendes und Atem anhaltendes.
Beide Definitionen passen nicht ganz zum vorliegenden Buch.

In diesem Roman wird versucht, ein Ereignis von vor 300 Jahren aufzuarbeiten. Aber nicht jeder im Dorf ist glücklich darüber, so dass versucht wird, das zu verhindern.

Merrily, die mit Hilfe ihres Onkels den Posten bekommen hat, versucht sich in dem Dorf, in dem man nicht viel davon hält, dass eine Frau sonntags die Predigt hält, durchzusetzen. Das ist nicht immer leicht, selbst ihr Onkel wendet sich ob ihrer Eigeninitiativen von ihr.
Sie ist erst sehr spät zur Kirche gekommen, aber nun sieht sie die Arbeit mit Gott als ihre Berufung. Wenn sie auch gläubig ist, zwingt sie ihre Tochter nicht, sich am Sonntag mit in die Kirche zu setzen und die Predigt anzuhören.

Als man an sie herantritt, ob die Vorführung des Theaterstücks nicht in ihrer Kirche stattfinden kann, ist sie zuerst skeptisch. Aber als sich immer mehr Stimmen dagegen melden, schaltet sie auf stur und sagt zu.

Von da an überschlagen sich die Ereignisse und ein Mädchen verschwindet. Endlich versucht auch die Polizei ihre Arbeit zu tun.

"Frucht der Sünde" ist der Auftakt einer Reihe um die Pfarrerin Merrily Watkins. Im englischen gibt es bereits 12 Bände, ins deutsche wurden bisher 11 übersetzt.
Ich habe die Teile 10 und 11 als Rezensionsexemplare bekommen und wollte den 1. Teil lesen, um in die Geschichte hineinzukommen und mich dann Band 10 widmen.
Nun musste ich feststellen, dass ich zwar auf Merrily und das Dorf eingestimmt wurde, mir aber doch Entscheidenes fehlt, um die Protagonistin richtig kennenzulernen. Also muss ich wohl erst Teil 2 lesen.

Merrily Watkins ist eine selbstbewusste Frau, die sich in einem Männerberuf durchsetzen will und das auch fürs erste geschafft hat.
Das Haus macht ihr Angst und sie hält ihre gruseligen Träume für Träume, aber irgendwie sind sie doch real. Ihre Tochter scheint das Ungewöhnliche im Haus nicht zu spüren, nur Merrily.
Es dauert lange, bis sie sich all die Dinge erklären kann.

Alle Geschehnisse laufen irgendwie auf ein Ereignis aus der Vergangenheit zu. Wie alles zusammenhängt wird dem Leser sehr lange vorenthalten. Ja man ahnt nicht einmal ansatzweise, wie der Autor letztendlich alles "passend" machen will.

Die Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet, Merrily wie auch die Nebenfiguren. Mit ihren Ecken und Kanten sind sie sympathisch oder eben nicht, je nachdem, wen man gerade vor sich hat. 
Obwohl es nicht der klassische Krimi ist, den man vielleicht erwartet, ist das Ende schon eine Überraschung, die man so gar nicht erwartet hätte. 

Mich hat dieses Buch jedenfalls angefixt auf Merrily Watkins und ich will unbedingt mehr über sie erfahren.
Wer einen typischen englischen Krimi erwartet, sollte sich ein anderes Buch vornehmen. Wer aber nicht vor Aberglauben und einem Dorf, das in Alteingesessene und Zugezogene unterscheidet, zurückschreckt, sich auch gern überraschen lässt über die Wendungen, die so ein Buch nehmen kann, der sollte es lesen.
Auch wenn es viele Seiten gebraucht hat, bis ich in der Geschichte gefangen war, hat sie mich sehr gut unterhalten.

Reiheninfo:
MW 01: Frucht der Sünde
MW 02: Mittwinternacht
MW 03: Die fünfte Kirche
MW 04: Der Turm der Seelen
MW 05: Der Himmel über dem Bösen
MW 06: Die Nacht der Jägerin
MW 07: Das Lächeln der Toten
MW 08: Ein dunkler Gesang
MW 09: Das Gespinst des Bösen
MW 10: Sündenflut
MW 11: Das Geheimnis des Schmerzes



Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Phil Rickman, geboren in Lancashire, ist ein englischer Autor und Radiomoderator. Zu seinen Werken gehören auch bemerkenswert erfolgreiche Spannungsromane, die er unter dem Pseudonym Will Kingdom verfasst. Seit Ende der neunziger Jahre schreibt er an seiner Krimireihe um Merrily Watkins, die in England seit langem Kult-Status genießt. «Erstklassige Thriller mit dem besonderen Etwas», heißt es im «Guardian», und der «Spectator» urteilt knapp: «Eine der besten Krimiserien überhaupt».

Von Phil Rickman wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Rezension] Sarah Heumann - High Heels im Hühnerstall



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 285 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (9. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 374662987X
ISBN-13: 978-3746629872
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 2 cm

Inhalt gem. Aufbau-Verlag:
Henne sucht Hahn
Als die Großstadtpflanze Anna erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrügt, flieht sie aufs Land, um bei ihrer Lieblingstante Trost zu suchen. Aber auch hier findet Anna keine Ruhe. Das ganze Viehzeug macht sie wahnsinnig, Hofschwein Rudi zerstört ihr Handy, der Hühnermist ihre Lieblingsschuhe, und Nachbar Martin mit seinen unkontrollierbaren Kühen geht ihr kolossal auf den Geist. Dann stirbt auch noch die Tante – und hinterlässt Anna ihren Hof. Zwischen Hühnermist und Tierterror hadert Anna mit ihrem Schicksal als Bäuerin wider Willen, bis sich ein vermeintliches Landei als Mann ihres Herzens erweist.
Ein frecher Liebesroman über das Abenteuer Landlust.

Zum Buch:
Ausgerechnet mit ihrer besten Freundin wird Anna von ihrem Freund betrogen. Nur gut, dass sie gerade ihren 6-wöchigen Urlaub inkl. Überstundenabbau angetreten hat. So hat sie die Möglichkeit, der Großstadt zu entfliehen und bei ihrer Tante Elisabeth unterzukriechen.
Schon lange hat diese auf den Besuch von Anna gewartet, aber seit sie der Liebe wegen aufs Dorf gezogen ist, hat Anna es nicht mehr geschafft, sie zu besuchen und das, obwohl Elisabeth ihre Lieblingstante ist und die Einzige, die ihr von ihrer Familie noch geblieben ist.
Kaum dort angekommen bereut sie auch schon den Besuch dort. Kühe, Hühner, Schweine rennen dort unkontrolliert durch die Gegend und das Haus, in dem Elisabeth dort lebt, hat definitiv auch schon bessere Tage gesehen.
Dann stirbt ihre Tante auch noch urplötzlich und hat Anna als Erbin eintragen lassen. Anna kann es kaum glauben, denn ihr liegt so gar nichts an frischer Landluft.
Das Erbe ist an Bedingungen geknüpft, sonst geht es in den Besitz des Gemeinde über und die hat so ihre eigenen Ideen mit dem Grundstück ...

Ein wirklich nicht ernst zu nehmender, aber wunderbar erfrischender Roman.
Anna, die Protagonistin ist beruflich Ärztin und erfolgreich, nur in ihrem Liebesleben geht gerade so einiges schief.
Die Einzige, mit der sie immer reden und bei der sie sich ausheulen konnte, war ihre Freundin Lisa und ausgerechnet mit dieser hat ihr Freund sie betrogen.
Dann ist da noch ihre Tante Elisabeth Stops, die vor Jahren aufs Dorf gezogen war und von daher auch nicht mehr greifbar für sie. 
Nun endlich macht sie sich auf, den schon lange fälligen Besuch bei ihr zu absolvieren. 
Womit sie aber nicht wirklich gerechnet hat, sind Tatsachen wie, dass sie von einem Schwein umgerissen wird und dieses ihr Handy in dem Matsch bzw. in die ewigen Jagdgründe schickt und ihre teure geliebte Handtasche auf dem Gewissen hat. Hühner fliegen einfach so rum, wollen früh ihr Fressen bekommen und Kühe, die ebenfalls unkontrolliert durch die Gegend marschieren.
Martin, ein Mitbewohner auf dem Hof und der Eigentümer der Kühe, hat diese so gar nicht im Griff.

Stadtmensch trifft Dorf. High Heels und Hühnermist.
Anna ist im wahrsten Sinne des Worte eine Tussi auf dem Dorf. Hühner sind ja ganz gut und schön, wenn sie gut gegrillt auf dem Teller liegen. Naja, nur vom Prinzip, denn Anna ist auch noch Vegetarierin. Da kann man in der Dorfkneipe schon mal Probleme bekommen beim Essen, wenn das übliche Essen dort aus Schnitzel besteht.

Schon die Konstellation einer Großstadttussi auf dem Dorf verspricht pures Lesevergnügen. Sicher darf man nicht alles wörtlich nehmen, aber für Humor und Spaß ist gesorgt.

Nicht nur die Protagonistin Anna belebt das Buch, sondern auch die diversen Dorfbewohner. Da wird teils hessisch gesprochen (und geschrieben) und fränkisch? Nicht leicht zu lesen, aber wenn man es sich laut vorliest, kann man den Sinn schon erfassen. 
Herrlich schräge und leicht verrückte Charaktere findet man im Buch, die Wirtsleute und die Pastorin nur mal als Beispiel genannt.
Ein paar linke Dinger geschehen auch noch, denn schließlich geht es um ein Erbe in Form eines Grundstückes und Menschen mit großen Zielen schrecken eben vor nichts zurück.

Es ist ein Buch mit großem Unterhaltungswerk und zum Schmunzeln.
Ich hatte meinen Spaß mit Anna, die sich dort mehr als fehl am Platze fühlt und doch so langsam in die Dorfgemeinschaft hineinwächst.
Es hat mir großen Spaß gemacht, Anna zu begleiten, auf einem Weg, der aus ihr einen anderen Menschen macht.

Für kurzweilige Unterhaltung, gut als Urlaubslektüre, kann ich das Buch empfehlen.


Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen vom Aufbau-Verlag)
Sarah Heumann kam 1976 überraschend beim alljährlichen Familienurlaub auf dem Bauernhof zur Welt. Aktuell arbeitet sie zwar in der Berliner Medienlandschaft, ihre Leidenschaft für das Leben im Grünen ließ sie jedoch nie los. „High Heels im Hühnerstall“ ist ihr erster Roman.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Donnerstag, 26. Juni 2014

[Rezension] Jojo Moyes - Weit weg und ganz nah



Leseprobe




Eckdaten:
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: rororo (23. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267365
ISBN-13: 978-3499267369
Originaltitel: The One Plus One
Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 4,4 cm,

Inhalt gem. Rowohlt:
Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher.
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Zum Buch:
Seit sich Jess Thomas vor 2 Jahren von ihrem Mann getrennt hat, lebt sie mit ihren Kindern Constanza, Tanzie genannt, und Nicky hart am Limit. Nicky ist noch nicht einmal ihre eigenes Kind, es ist der Sohn ihres Mannes, den er einfach da gelassen hat.
Zusammen mit ihrer Freundin Nathalie betreibt Jess eine Reinigungsfirma, aber das große Geld können sie mit der Arbeit nicht verdienen.
Bei einem ihrer Reinigungsaufträge lernt sie kurz Ed Nicholls, einen Unternehmer kennen, der gerade von seiner Arbeit wegen Insiderhandel suspendiert wurde. Er ist geschieden und jagt gerade seine eigenen Dämonen.
Tanzie ist ein absolutes Mathegenie, die mit Zahlen nur so jonglieren kann. Ihr wird ein Platz in einer Privatschule angeboten, mit einem 90%-igen Stipendium. Selbst die aufzubringenden 10 % sind für Jess nicht zu stemmen. Trotz der vielen Arbeit, die sie zusätzlich auf sich nimmt, ist es ihr nicht möglich.
Dann findet sie eine Rolle Geld, die Ed im Suff verloren hat. Sie nimmt sie trotz schlechtem Gewissen an sich, um das Schulgeld bezahlen zu können und von da an überschlagen sich die Ereignisse...

Jess glaubt, dass sie schon ganz unten ist, aber wie es aussieht, geht es immer noch ein wenig weiter runter.
Als sie mit Tanzie zu einer Matheolympiade nach Schottland fahren will, wird sie von dem altersschwachen, ohne Versicherung fahrenden Rolls Royce kläglich im Stich gelassen. Von der Polizei aufgehalten, ist die Fahrt sehr schnell vorbei, das Auto wird abgeschleppt und die Kosten dafür sind aller Voraussicht nach von Jess nicht zahlbar.
Als sie nachts auf der Straße steht mit ihren Kindern und kein Land mehr sieht, sammelt Ed sie auf und beschließt, die Familie nach Schottland zu fahren, da ihm sein Anwalt geraten hatte, eine Weile zu verschwinden.
Es wird eine abenteuerliche Fahrt, denn sie wird völlig anders verlaufen als geplant.

Größer können die Unterschiede der beiden Protagonisten Ed und Jess nicht sein. Jess, alleinerziehend, sieht sich gezwungen, jeden Cent mehr als einmal rumzudrehen. Die Kleidung ihrer Tochter näht sie selbst. Für ihre Kinder hat sie so gut wie nie Zeit, weil sie immer am Arbeiten ist.
Sie macht sich mit ihren beiden Kindern und einem stinkenden Riesenhund namens Norman auf den Weg nach Schottland, um Tanzie die Möglichkeit der Teilnahme an einer Olympiade zu ermöglichen.
Ed ahnt nicht einmal im Ansatz, was er sich mit dem Angebot, die Familie nach Schottland zu fahren, aufbürdet. Von den geplanten 8 Stunden für die Anreise werden Tage, da Tanzie nicht schneller als 50, besser sind 40 Meilen die Stunde im Auto fahren kann, sonst wird ihr schlecht.
Ed bekommt mit, wie arm die Familie ist und wie Jess versucht, das Geld zusammenzuhalten. Das war für ihn noch nie ein Thema gewesen, Geld hat man oder auch nicht.

Die Fahrt mit dem Auto nach Schottland verändert alle und alles. Viele Probleme werden aufgezeigt, die es zu bewältigen gilt. Die Menschen verändern sich, ganz langsam.
Selbst Nicky, der immer und überall ein Außenseiter war, da er sich gern die Augen schminkt, findet auf dieser Fahrt mit Eds Hilfe eine Antwort auf seine eigenen Probleme.
Bis auf Norman hat jeder seine Probleme, die er mit sich herumschleppt.

Ich hatte für Jess große Hochachtung empfunden. Sie stemmt das Leben und auch als sie ganz unten angekommen ist und keinen Rat mehr weiß, versucht sie optimistisch zu sein oder zumindest für ihre Kinder Optimismus auszustrahlen. Sie muss ihre Kinder allein großziehen, ohne jegliche Unterstützung ihres Mannes.
Ihre Ängste und Nöte haben mich am meisten berührt und ich habe auf ein gutes Ende für sie gehofft. Für alle anderen natürlich auch, aber Jess lag mir wirklich am Herzen. 

Dieses Buch habe ich mit vielen Emotionen gelesen. Ich habe laut gelacht (und war froh, dass ich das nicht gerade in der Bahn gemacht habe) und geweint, weil es mich so berührt hat.
Für mich war es das erste Buch, das ich von Jojo Moyes gelesen habe und ich weiß, dass ich auch die anderen irgendwann einmal lesen werde.
Es hat mich berührt, nachdenklich gemacht, zum lachen und zum weinen gebracht.
Die unterschiedlichsten Personen mit ihren Macken und Eigenarten sowie ein stinkender, aber liebenswerter Hund wurden in eine Geschichte gepackt und haben diese zu einer besonderen gemacht.
Ein fantastischer Roman, den ich gern weiterempfehle.
    

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. 









Von Jojo Moyes bereits gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Lesung] Jojo Moyes stellt ihr neuestes Werk vor

Wieder einmal war es soweit, dass eine international bekannte Autorin in Berlin lesen sollte.
Die Autorin Jojo Moyes stellte am Mittwoch ihren neuen Roman "Weit weg und ganz nah" vor. 
Das wurde sofort nach Bekanntwerden vom Lesenden Katzenpersonal als Pflichtveranstaltung erkoren, keine Frage.
Wenn uns solche Rufe nach einer Lesung ereilen, folgen wir ihnen natürlich.
Die Veranstaltung fand im Kino "Babylon" statt, wo wir auch schon andere Lesungen besucht hatten.
Die Lesung lief unter dem Motto "Literatur live" und wurde mit den Sponsoren vom Rowohlt Verlag, Thalia-Buchhandlung und Radio Eins organisiert.


 


Gemeinsam mit Jojo Moyes konnten wir die Journalistin Shelly Kupferberg und die Schauspielerin Luise Helm begrüßen.
Shelly Kupferberg, Jojo Moyes, Luise Helm

Shelly Kupferberg stellte uns die Autorin vor und interviewte sie im Anschluss.
So erfuhren wir, dass Jojo Moyes selbst ausgebildete Journalistin ist und seit 2001 als Autorin arbeitet. Dieses Buch ist nunmehr ihr 11. Werk, den Durchbruch hatte sie jedoch erst 2012 mit dem Buch "Ein ganzes halbes Jahr". Für dieses Buch wurden sogar die Filmrechte an MGM verkauft und sie selbst hat 2 Versionen an Drehbücher geschrieben.

Dann begann Jojo Moyes eine Passage des Buches auf englisch zu lesen. Sie wählte die Passage aus, als Jess mit ihrer Familie nach Schottland fahren wollte, aber die Reise beizeiten wegen einem untüchtigen Auto von der Polizei gestoppt wurde.

Jojo Moyes liest

Im Anschluss hörten wir eine Passage in deutsch, die uns Luise Helm gekonnt vorgelesen hat. Sie ist Schauspielerin und die deutsche Synchronstimme von u.a. Scarlett Johanssen und hat auch das Hörbuch zum Buch eingelesen.

Luise Helm liest

Shelly Kupferberg "kitzelte" weitere Informationen aus der Autorin heraus.
Diese spielte schon lange mit dem Gedanken, einen Roman als Roadtrip zu schreiben. Die Grundidee war, das Verhältnis arm - reich zu verwenden in Kombination mit einer starken, positiven weiblichen Persönlichkeit mit Charakter, die nicht unbedingt das Muttiklischee erfüllt. All das ist ihr mit dem vorgestellten Buch fantastisch gelungen.

Nach einer weiteren Passage aus dem Buch erfuhren wir noch, dass Jojo Moyes selbst von Mathematik nicht viel Ahnung hat. Da das Buch jedoch ordentlich mathematisch angehaucht ist, musste ihr Mann herhalten, was diese Abschnitte anging. Sie mussten dann so umgeschrieben werden, dass auch wir nicht geschulte Leser in Mathe, dem Geschriebenen folgen können. 

Ein klein wenig plauderte sie auch noch über die neu zu erwartenden Bücher. Als nächstes wird ein Buch erscheinen, das in der Zeit des 1. Weltkrieges und zugleich in der Gegenwart spielen wird. Etwas völlig anderes also.
Zu dem Projekt, was sie jetzt schreibt, hat sie nicht viel sagen wollen, weil sie davon noch nicht so viel geschrieben hat, was schon spruchreif wäre.

Ihren Erfolg seit dem Buch "Ein ganzes halbes Jahr", was 1.200.000 x verkauft wurde, begründet sie auch damit, dass sie ab diesem Buch Humor mit in die Bücher gebracht hat. 

Es war eine tolle Lesung gewesen mit einer sehr sympathischen Autorin.
Natürlich wurden im Anschluss auch Kleeblatts 2 Bücher durch eine Signatur der Autorin veredelt.


Jojo Moyes beim Signieren

Wieder haben wir eine nette sympathische Autorin kennengelernt.
Die Rezension des Buches "Weit weg und ganz nah" geht heute Nachmittag auch noch auf unserem Blog online.
Wir freuen uns, wenn ihr wieder vorbeischaut.

Kleeblatt und Kerry