Freitag, 12. Dezember 2014

[Rezension] Stefan Holtkötter - Böttger & Marquart 01: Schlaf süß im tiefen Grabe



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (17. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833309067
ISBN-13: 978-3833309069
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 3,5 x 18,5 cm

Inhalt gem. Berlinverlag:
Land unter in Marienbüren: Sintflutartige Regenfälle machen den Bewohnern des kleinen Örtchens im Teutoburger Wald zu schaffen. Nicht zuletzt, weil eine verweste Kinderleiche direkt vor die Füße der jungen Sozialarbeiterin Sanna Marquart gespült wurde. Doch das Kind wird nirgends vermisst. Es ist, als hätte es nie existiert. Zusammen mit dem Bielefelder Kommissar Böttger beginnt Sanna, den Spuren zu folgen, und stößt dabei auf ein verborgenes Dorfgeheimnis,
das niemals ans Licht geraten sollte ...

Zum Buch:
Sanna hält es zu Hause in Berlin nicht mehr aus. Seit ihr Bruder während des gemeinsamen Urlaubs in Kroatien verstorben ist und ihre Eltern ihr indirekt die Schuld daran geben, muss sie dort raus.
Ihre Wahl fällt auf Marienbüren, einem Ort im Teutoburger Wald, ihrem Geburtsort. Ihre Tante Renate, eine Journalistin, lebt dort wieder nach einer beruflichen Bruchlandung in München und freut sich schon auf ihre Nichte. Sanna wird dort in einem Rehazentrum arbeiten und psychisch Kranke betreuen.
Bei ihrer Ankunft in Marienbüren haben die sintflutartigen Regenfälle noch nicht nachgelassen, die bereits seit einigen Tagen die Gegend unter Wasser setzen. Sie wird von ihrer Tante Renate abgeholt. Auf dem Heimweg verschwindet urplötzlich die Straße vor ihnen und hinterlässt einen Abgrund, vor dem sie es gerade so schaffen, anzuhalten. Nachdem sie zitternd aus dem Auto gestiegen sind, macht Sanna eine grausige Entdeckung. Sie findet eine aufgespülte Kinderleiche, die noch nicht vollkommen verwest ist.
Kommissar Böttger, seit kurzem wieder in Marienbüren ansässig, wird mit diesem Fall betreut.
Das kleine tote Mädchen scheint niemand zu vermissen oder zu kennen.
Da taucht auch noch Jakob auf, ein ruhiger, scheinbar gestörter Junge, der um Hilfe im Kloster Marienbüren bittet...

Der Autor Stefan Holtkötter hat sich bereits mit seinen Münsterkrimis einen Namen gemacht.
Mit diesem Buch beginnt er eine neue Krimireihe, die Kommissar Böttger und Sanna Marquart als Protagonisten hat, die beide gemeinsam ermitteln.

Sanna, die aus dem quirligen Berlin in das ruhige Örtchen Marienbüren zieht, hat fast schon nicht mehr selbst daran geglaubt, dass sie den Umzug schaffen wird. Zu dominant ist ihr Vater, der alles in Bewegung setzte und versuchte, sie von ihrem Vorhaben abzubringen.
Irgendetwas muss in der Vergangenheit dort passiert sein, warum ihre Eltern dort weggezogen sind und verhindern wollen, dass sie sich dort niederlässt. Auch mit dem Verhältnis zwischen den Schwestern, Sannas Mutter und Tante Renate, scheint es irgendetwas unausgesprochenes zu geben. Vieles bleibt im dunkeln, wird nur angesprochen, aber nicht aufgelöst.
Sanna, die sich des Jungen Jakob annimmt, merkt sehr bald, dass es einen Zusammenhang zwischen ihm und dem toten Mädchen gibt. Aber Jakob ist launisch und unberechenbar und will auch nicht sprechen. Es gibt auch Situationen, in denen Sanna vor Jakob regelrecht Angst hat.

Es dauert nicht lange, bis sie die Eltern des Mädchens finden, aber dort herrscht Schweigen.
Unvorstellbares tut sich auf und lässt den Leser nach Atem schnappen.

Dieser Krimi geht an die Nieren. Die Grausamkeit, die hier zutage tritt, ist unglaublich. Soviel Bösartigkeit, die von Menschen ausgeübt wird, die andere unterdrücken, körperlich und seelisch misshandeln, macht betroffen.
Ein Menschenleben zählt nichts oder nur solange, wie andere es benutzen und dann wegwerfen können. Menschen werden gebrochen und entsorgt, Hauptsache, man kann seinem Laster frönen.

Sanna, Kommissar Böttger und Tante Renate sind die Sympathieträger des Romans. 
Nach dem Fund des toten Mädchen hoffte Renate auf die ganz große Story und den Weg zurück ins Rampenlicht der Presse. Aber sie ist nicht bereit, dafür ihre Nichte Sanna zu opfern.

Der Autor schafft es, den Leser bei der Stange zu halten. Seit dem Fund des Mädchens überschlagen sich die Ereignisse. Die Spannung wird konstant gehalten und zieht zum Ende noch einmal richtig an. Leider werden nicht alle Fragen, die aufkommen, beantwortet. Das Ende schließt zwar diesen Fall ab, stellt aber weitere, die einer Antwort bedürfen. Das ist ein wenig unbefriedigend, macht aber zugleich neugierig auf die Fortsetzung. Schade nur, dass es immer recht lange dauert, bis man sie zu lesen bekommt, so dass vieles schon wieder in Vergessenheit geraten ist.

Für mich war es der erste Krimi, den ich von Stefan Holtkötter gelesen habe, aber eins weiß ich, es war nicht der letzte.
Ich bin schon jetzt gespannt, wie es weitergehen wird, denn die vielen Fragezeichen, die ich nach Ende des Buches sehe, hätte ich gern aufgelöst. 

Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen vom Berlinverlag)
Stefan Holtkötter, geboren 1973 in Münster, lebt als freier Autor in Berlin. Bekannt wurde er durch seine erfolgreiche Krimireihe um den Münsteraner Ermittler Bernhard Hambrock. Seine Arbeit wurde von der Kulturstiftung des Landes NRW gefördert. »Schlaf süß im tiefen Grabe« ist der Auftakt einer neuen Reihe um die junge Sozialarbeiterin Sanna Marquart.






Von Stefan Holtkötter wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Autor 
bedanken, der mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung stellte.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Mo Schneyder hat gesagt…

Oh, das hört sich nach einem spannendem neuen Holtkötter an!
Danke für die Rezension.

Wünsche dir noch eine schöne Vorweihnachtszeit.

Lg
Mo