Dienstag, 16. Dezember 2014

[Interview] und [Gewinnspiel] Stefan Holtkötter - Schützenbrüder

Schon vor einiger Zeit wollte Kleeblatt mit Stefan Holtkötter ein Interview machen. Gerade erst ist sein neues Buch erschienen und so bot es sich an, die Gelegenheit beim Schopfe zu fassen.
Veröffentlicht wird es heute, passend zu seinem Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Stefan, und alles erdenklich Gute.
Wir wünschen dir immer eine Handvoll umsetzbarer Ideen für neue Bücher, egal, ob Krimi oder ein anderes Genre. 


 



Stefan, würdest du uns ein wenig verraten, wer du bist? 
Ich lebe seit zwanzig Jahren in Berlin und komme ursprünglich aus dem Münsterland. Das ist auch der Grund, weshalb ich Münsterland-Krimis schreibe. Ich bin da auf einem Bauernhof groß geworden, so mit Kühen, Hühnern und Schweinen. Dieses Leben kenne ich sehr gut, und da spielen auch die meisten meiner Bücher. Und dann ist es ja so: In einer Sache unterscheiden sich die Berliner nicht so sehr von den Münsterländer Bauern. Ich werde hier immer ein Zugezogener sein. Vor der zweiten Generation geht da gar nichts. Zumindest nicht für die Urberliner. Ich kann’s aber auch verstehen, bei diesem Hannoveraner Hochdeutsch, das ich spreche. 

Wann und warum hast du angefangen Bücher zu schreiben? 
Ich habe mir schon immer gern Geschichten ausgedacht, aber nie ernst gemacht. Dann hatte ich kurz nach der Jahrtausendwende einen grauenhaften Job, den ich nach ein paar Monaten total ausgebrannt gekündigt habe. Ich wollte drei Monate was für mich machen, bevor ich mir den nächsten Job suche. Und weil ich diese Zeit nicht mit Chips und Fernbedienung im Bett zubringen wollte, habe ich mir ein Büro gemietet – und da meinen ersten Roman geschrieben. „Fundort Jannowitzbrücke“ war das, meine erste Veröffentlichung. Tja, und weil’s so schön war, habe ich dann weitergemacht. 

Mit welchem Buch erwachte die Liebe zur Literatur?
Mein erstes Buch habe ich mit neunzehn gelesen. Das ist vielleicht ein bisschen ungewöhnlich für einen, der später mal Schriftsteller werden soll. Aber meine Kindheit und Jugend fand vollkommen ohne Bücher statt. Mit neunzehn fand ich lesen immer noch total anstrengend. So viele kleine Buchstaben, da wurde mir ganz wuschig im Kopf. Dieses erste Buch damals war ‚Das Attentat’ von Steven King. Und das war so spannend, dass ich trotz der vielen Arbeit drangeblieben bin. Aber keine Sorge, heute lese ich schneller und vor allem genussvoller. 

Was wolltest du ursprünglich werden?
Ich hatte nie eine Ahnung, was ich werden wollte. Und so bin ich den Weg gegangen, den in meiner Generation alle gegangen sind, die das nicht wussten: Ich hab Sozialpädagogik studiert. Das Studium war nicht so anstrengend, man konnte viel Party machen und chillen. Na ja. Und dann kam das Berufsleben. 

Neben der Schriftstellerei – wie viele Bücher liest du als Privatperson im Jahr?
Nicht annähernd so viele, wie ich gerne würde. Während meiner Schreibphasen lese ich selbst fast gar nicht. Im Schnitt komme ich auf gut sechzig Bücher im Jahr. Also das, was die Bloggerin dieser Plattform so ungefähr am Tag liest. Gut, in der Woche. 

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus? 
Lange schlafen, lange frühstücken, lange auf Facebook und in Foren rumsurfen. Und dann irgendwann arbeiten, meist auch lange und bis spät in die Nacht hinein. 

Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Ich merke mir das Gesicht, denn Rache genießt man am besten kalt. Nein, nur Spaß. Bei negativer Kritik ist es so, dass ich inzwischen gut unterscheiden kann. Es gibt Leute, die hätten einfach lieber eine andere Art Buch gelesen, und deswegen finden sie meins doof. Anderen aber merkt man an, dass für sie etwas einfach nicht rund war. Und dann sehe ich mir das sehr genau an und versuche, es in Zukunft besser zu machen. Kritikfähigkeit ist ja das Wichtigste bei meiner Arbeit. 

Wie wichtig sind dir Amazon-Bewertungen? 
Wer sich mal in Ruhe Amazon-Bewertungen durchliest, der merkt, dass einige dabei sind, die mehr über den Rezensenten aussagen als über das Buch. Andere sind aber viel differenzierter und inhaltlich gut, ganz egal ob positiv oder negativ. Die sind mir schon sehr wichtig. Da hat sich jemand Mühe gemacht aufzuschreiben, was er von meinem Buch gehalten hat. Das ist doch toll! Und vielleicht kann ich noch was dabei lernen. 

Wie bereitest du dich auf einen Roman vor? Du hast eine Idee und dann? 
Und dann hänge ich eine Wandzeitung auf, einen großen Papierbogen. Darauf entwerfe ich dann Handlungsbögen, falsche Fährten, Cliffhanger und den gesamten Verlauf der Geschichte. Erst wenn alles steht, fange ich an zu schreiben. 

Wer darf deinen Entwurf eines Buches als Erster lesen?
Meine Agentin. Dann kommt die erste Generalkritik, und ich bin meist ziemlich froh, dass ich es wirklich NUR ihr zu lesen gegeben habe. Peinlich.  

Du schreibst ja hauptsächlich Krimis. Was fasziniert dich an diesem Genre?
Die Struktur. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich mag die strengen Regeln des Genres. Alle guten Krimiautoren halten sich daran, und trotzdem ist die Krimi-Landschaft bunt und vielfältig. Das ist schon beeindruckend. 

Wie gehst du bei der Recherche deiner Krimis vor?
Für „Schützenbrüder“ war ich nach über zwanzig Jahren mal wieder auf dem Schützenfest bei uns im Dorf. Das war sehr lustig. Viel lustiger, als ich erwartet hätte. So macht der Job wirklich Spaß. Manchmal ist Recherchieren aber auch mühsame Kleinarbeit, im Internet, im Archiv oder – in meinem Fall – auch bei der Verwandtschaft im Münsterland.

Mit deinem neuen Krimi „Schützenbrüder" bewegst du dich ja in Gefielden wie die von Miss Marple. Was hat dich dazu veranlasst?
Nach zehn Kriminalromanen wollte ich mal was anderes machen. Etwas, das weniger ernst und gesellschaftskritisch ist. Ich habe ein Pseudonym, unter dem ich Komödien schreibe. Also dachte ich, gehe ich mal diesen Weg. Dieses Genre, das man Cozy nennt, also den gemütlichen und teils humorvollen Ermittlerkrimi, das mag ich nämlich auch sehr gern. Agatha Christie’s Miss Marple ist da der Ermittler-Urtyp. Ich habe mich also gefragt: Was wäre im Münsterland in 2014 die adäquate Miss Marple? Herausgekommen ist Tönne Oldenkott, sturer westfälischer Bauer im Ruhestand, neugierig und unbequem und mit einer gehörigen Portion Bauernschläue ausgestattet. Sein Mister Stringer ist eine junge Dorfpolizistin namens Gül. Eher wider Willen wird sie von Tönne in die Ermittlung einbezogen, bis die beiden am Ende ein starkes Team bilden.  

Warum spielen viele deiner Krimis im Münsterland? Außer, dass du aus der Gegend kommst, gibt es noch andere Gründe? Ticken die ländlichen Bewohner anders?
So anders ticken die Menschen auf dem Land gar nicht. Oberflächlich vielleicht, aber hinter den Fassaden sind Menschen überall gleich. Das Münsterland kenne ich eben sehr gut, und die erste Regel für Autoren ist: Schreibe nur über das, was du kennst. Also lande ich immer wieder im Münsterland. 

Magst du auch noch Krimis von anderen Autoren lesen?
Ich lese ganz viele Krimis von anderen Autoren. Das ist doch spannend, was die so machen. Ein paar finde ich natürlich total großartig, wie die von Ian Rankin oder Johan Theorin. Aber auch die anderen lese ich extrem gern. Es ist immer wieder erstaunlich, wie bunt und vielseitig die Szene ist. 

Für wie viel kommende Bücher hast du schon Ideen im Kopf? 
Ich habe immer mehr Ideen im Kopf, als ich Bücher schreiben könnte. Oft ist es so, dass Leute nach Lesungen auf mich zukommen, weil sie eine ganz tolle Idee haben, und das soll ich doch mal aufschreiben. Aber so funktioniert das nicht. Ich sage denen immer: Machen Sie das selbst! Fangen Sie an zu schreiben! Und ich arbeite derweil meine eigene Liste ab. 

Welches Buch befindet sich aktuell auf deinem Nachttisch?
Andreas Steinhöfel: Anders. Ich lese ja total gerne Kinder- und Jugendbücher, auch wenn ich selbst keine schreibe. Keine Ahnung, weshalb. 

Auf welches Buch oder welche Fortsetzung dürfen sich die Leser als nächstes von dir freuen?
Es wird mit Tönne und Gül weitergehen. Da arbeite ich gerade dran. Und dann möchte ich auch gern mit der OWL-Reihe weitermachen, aber im Moment gibt es noch keinen Verlag, der sich da interessiert. 

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Glück und Gesundheit. Und Frieden. 
Na ja, und natürlich, dass meine Bücher weiterhin so gut laufen. 



Lieber Stefan, vielen Dank für die unterhaltsame Beantwortung der Fragen. Wir wünschen dir weiterhin viele gute Ideen für deine Bücher und die Erfüllung aller deiner Träume.

Mehr über den Autor Stefan Holtkötter erfahrt ihr auf seiner Autorenseite 

Gewinnspiel:
Zusätzlich zum Interview gibt es auch ein Gewinnspiel, bei dem ich 2 Exemplare des vorgestellten Buches verlosen darf.

           

Stefan Holtkötter hat sie gesponsert und selbstverständlich signiert, wofür ich mich recht herzlich bei ihm bedanke.
Wenn ihr eins der beiden Bücher gewinnen wollt, müsst ihr nur eine Frage beantworten. Die Antwort schreibt bitte in unten stehendes Formular.

Wie heißt das erste Buch, das Stefan Holtkötter geschrieben hat?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, füllt bitte das Formular aus.




Solltet ihr gewinnen, wäre es nach Erhalt des Buches eine nette Geste, wenn ihr mir Bescheid geben würdet. 

Hier noch das Kleingedruckte:
1.) Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn ihr über 18 Jahre alt seid, ansonsten ist eine Einverständniserklärung der Eltern nötig.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und im Anschluss gelöscht.
3.) Es wird nur innerhalb Deutschlands versendet oder ihr erklärt euch bereit, die Portokosten zu übernehmen. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.) Bei Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
6.) Der Gewinner bestätigt mir bitte den Erhalt des Buches

Ihr dürft das Gewinnspiel gern teilen auf Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auf euren Blogs. Neue Leser sind jederzeit willkommen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 21.12.2014 - 20:00 Uhr

Die Auslosung erfolgt noch am selben Tag über Random.org, ebenso die Bekanntgabe der glücklichen Gewinner, wenn nichts dazwischen kommt.

1 Kommentar:

Numinala hat gesagt…

ein tolles interview habt ihr da geführt - hat mir sehr gut gefallen und die verlosung ist auch klasse :0)
lg von der numi