Montag, 9. Juni 2014

[Rezension] Wolfgang Böck / Günther Schatzdorfer - Besser. Einfach



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 204 Seiten
Verlag: Styria Regional; Auflage: 1 (27. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3701201668
ISBN-13: 978-3701201662
Größe und/oder Gewicht: 20 x 12 x 1,4 cm

Inhalt gem. Styria:
Wolfgang Böck, der TV-Kommissar und Günther Schatzdorfer, der Poet, machen sich auf den Weg nach Venedig, um geheimnisvolle Plätze zu suchen, die weder als Schauplätze für Hochglanz-Gourmet-Guides noch für literarische Morde taugen.
Sie nähern sich auf mehreren Routen an die Serenissima an, scheitern jeweils kurz vor dem Ziel, erleben aber den Zauber der Lagunen, des Festlandes und der Inseln. Sie lernen verstehen, dass die Stadt nicht nur aus Dogenpalast, Markusplatz und Rialto besteht, sondern aus ihrem Umland und den merkwürdigen Menschen, deren Ursprung sich in den Nebeln der Geschichte verliert. Die beiden Freunde erzählen einander während der Reise Geschichten. Erlebte. Erfundene. Lassen sich überraschen, genießen Wildenten und Sardinen, also ein einfach besseres Leben. Der Weg ist ihr Ziel, die Reise wird zum Lebensinhalt. Venedig selbst bleibt, was es ist: ein Traum, der nur mehr in der Literatur existiert, der alten Lockruf, dem die Stadt ihren Namen verdankt: "Vieni etiam!". "Komm auch du!"

Zum Buch:
Zwei Freunde, die das Leben lieben, gern Essen und immer für einen guten Schluck zu haben sind, bereisen Venedig und die umliegenden Inseln.
Sie nennen sich der Poet und der Kommissar.
Nicht auf die herkömmliche Art, sondern sie sind mit einem Hausboot unterwegs, abwechselnd auch mal auf Autostraßen.
Sie mieten ein Boot und einen Fährmann und ab geht es. Der Hauptaugenmerk liegt nicht bei den allbekannten Sehenswürdigkeiten Venedigs, sondern dem, was fernab der Touristen liegt. Dabei nehmen sie so gut wie jedes Wirtshaus mit, probieren die  unterschiedlichsten Speisen und Getränke und erzählen.

Sie plaudern über alles, was sie erleben, Empfindungen, die sie beim Essen hatten und auch ein wenig über Venedig.
Einige der Speisen, die sie genossen hatten, fanden auch ihren Weg ins Buch.

Dem Poeten fiel eines Tages ein, dass er mal einen Mann kennnengelernt hatte, der einst der Chauffeur von Hemingway gewesen war. Sie wollten ihn aufsuchen, erfuhren aber, dass nur noch seine Witwe lebte und die lud sie ein. Sie erzählte, was auch ihr Mann hätte erzählen können, ein wenig über Hemingway und bewirtete die beiden.

Aber auch viel geschichtliches lassen die beiden Freunde in ihr Buch einfließen. So erfährt man vom Landstrich zwischen dem Unterlauf des Tagliamento und der Lagune, einem dem Meer abgerungenen Landstrich. Er wurde von den Römern urbar gemacht, im Mittelalter wurde dort Reis angepflanzt und Salz gewonnen, im 20. Jh. gab es vorwiegend Milchhaltung und Schweinezucht und heute findet man Mais, Rüben, Soja und Raps. Ob Römer, Napoleons Garnisonen oder Mussolinis Scharen, sie alle hatten mit dem Landstrich ihre Sorgen und Nöte.

Nicht alles, was die beiden Freunde aufsuchen wollten, fanden sie auch. Die römische Hafenstadt Eraclea suchten sie vergebens, sie ist abgetaucht unter Agrarland.

Die beiden kommen viel rum, sehen viel und erleben einiges. Sie lernen Menschen kennen, mit denen sie auf einer Wellenlänge liegen. Sie reden, diskutieren mit ihnen, essen viel und gut und wissen das zu schätzen.
An all dem lassen sie den Leser teilhaben, der die Möglichkeit hat, ein wenig über die Geschichte Venedigs zu erfahren, die Esskultur und die Menschen.
Unterhaltsam geschrieben, macht es Spaß, die beiden auf ihrer Erkundungsreise durch ein Venedig abseits der großen Touristenattraktionen kennenzulernen.

Neben den Rezepten, die Bestandteil des Buches sind, findet man auch ein paar Seiten mit Fotos, die diese Reise wiederspiegeln.
Vermisst habe ich eine Karte, anhand derer man hätte nachvollziehen können, wo sie durch das Land zu Lande und per Boot unterwegs waren.

Bewertung:


Zum Autor:

(übernommen vom Styria Verlag)
Günther Schatzendorfer: geboren 1952 in Oberösterreich, Matura und Militärdienst in Salzburg, Studienjahre 1972–1977 in Wien, Berlin und Bremen. Seit 1978 freier Schriftsteller und Maler. Er lebt in Wien und zwischen Isonzo und Piave. Er veröffentlichte mehrere Bücher über Reisen und Leben in Triest, Friaul und Veneto, von denen zwei in Österreich Bestseller wurden. 2007 war er „Buchliebling“ des Jahres. Er verfasste seit 1975 zahlreiche Beiträge für Funk und Fernsehen in Österreich, Deutschland und in der Schweiz und publiziert kulinarisch-kulturelle Texte sowie Satiren in diversen Zeitungen und Zeitschriften. Claudio Magris hat den Autor – nicht ohne Ironie – als „spiritus rector“ von Duino bezeichnet. Zuletzt bei Carinthia ­erschienen: „Besser einfach“, „Einfach gut“, „50 Jahre Appetit“.Günther Schatzdorfer erlag im Mai 2011 seiner Krankheit.
Wolfgang Böck: geboren in Linz, Schauspieler, bekannt von Bühne und TV („Kaisermühlenblues“, „Trautmann“, etc.), seit 2003 Intendant der Schlossspiele Kobersdorf. Gemeinsam mit Autor Ernst Hinterberger wurde er von der Vereinigung der Bundeskri-minalbeamten Österreichs zum „Ehrenkieberer“ ernannt.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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