Montag, 26. Mai 2014

[Rezension] Gudrun Gülden - Mord im Schlachthof


Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 448 KB
Seitenzahl: 295 Seiten
Erscheingungstermin: 16. Januar 2014
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00HWWC8EA
ISBN-Nr.: 978-3-95573-083-3
Verlag: Klarant
 


Klappentext gem. Klarant:
Eine ziemlich unnatürliche Todesursache, um genau zu sein: Der Notarzt diagnostiziert, dass der Mann erstochen und gekocht wurde. Woher die blaue Farbe auf der Leiche stammt, ist rätselhaft. Kommissarin Petra Lohenkamps Mordfall führt sie in Verstrickungen besonderer Art, bei der bekannte Persönlichkeiten, auf höchster Ebene von Politik und Wirtschaft, in Bedrängnis kommen. Ein Spiel mit dem Feuer beginnt, das nicht jeder überleben wird…


Rezension:
Eigentlich hat die 37-jährige Hauptkommissarin Petra Lohenkamp Urlaub, den sie mit ihrer Mutter und ihrem Sohn Kai fernab der Heimat zu verbringen gedenkt - eigentlich, denn in einer Abdeckerei wird eine Leiche gefunden. Zwar ist es nichts ungewöhnliches, Leichen in einer Abdeckerei zu finden, doch nennen diese sich gewöhnlich Kadaver und sind tierischen Ursprungs. Bei der gefundenen Leiche handelt es sich jedoch um eine menschliche, die eindeutig nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Laut ersten Ermittlungen wurde das männliche Opfer erstochen, gekocht und ist blau verfärbt. Nur widerwillig macht sich Petra Lohenkamp zusammen mit ihrem 31-jährigen Kollegen Daniel Kreuzer, der einen Doktortitel in Psychologie hat, an die Arbeit.

Relativ schnell können sie ermitteln, dass es sich bei dem Opfer um Kevin Bollenhauer handelt. Dieser ist bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt, wegen eines Überfalls auf eine Frau saß er auch schon ein. Interessanter ist für Petra jedoch, dass laut Aussage seiner Eltern, Yvonne und Hartmut, niemand einen Grund gehabt haben könnte, ihren Sohn umzubringen, Petra aber mehrere Personen ermitteln kann, die ein Motiv gehabt haben könnten, denn Bollenhauer Jr. war Inhaber eines Nachtclubs/Bordells, in dem minderjährige Rumäninnen zwangsprostituiert werden und Chef mehrer Kolonnen rumänischer Arbeiter, die im Schlachthof seines Vaters tätig waren. Diese sind erst kürzlich in Streik getreten, weil die Lohnzahlungen ausblieben.

Bei ihren Ermittlungen stöß Petra Lohenkamp jedoch auch auf Christian Liebermann, einen Angestellten des örtlichen Veterinäramtes. Dieser ist auf den ersten Blick für die Bauern der Umgebung ein sehr unangenehmer Geselle, da er strikt auf die Einhaltungen der Tierschutzgesetze besteht, sehr zum Leidwesen aller Beteiligten im Industriezweig "Massentierhaltung". Was Petra jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, gerade dieser Christian Liebermann ist dabei, Dinge in Bewegung zu setzen, die noch weit mehr Menschenleben fordern könnten, als das bisher gefundene Mordopfer ...


Von Massentierhaltung und Mord! Der Plot des Buches wurde spannend und realistisch erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin großen Wert darauf gelegt hat, dem Leser deutlich vor Augen zu führen, was heutzutage in der "modernen Massentierhaltung" alles Gang und Gäbe ist. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei hier besagter Christian Liebermann einen unheimlich nachhaltigen Eindruck auf mich hinterlassen hat, denn er steht zu dem, woran er glaubt und ist bereit, bis an die Grenzen des Möglichen zu gehen, um dafür einzutreten, was seiner Meinung nach richtig ist. Wenn es mehr Menschen wie ihn geben würde, wäre die Welt meiner Meinung nach ein besserer Ort. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen bildhaft und spannend zu lesen. Auch wenn das Thema "Massentierhaltung" bei Leibe kein angenehmes oder in meinen Augen ein zu förderndes ist, muss ich gestehen, dass es mir im Kontext dieses Buches sehr gut gefallen hat.

Bewertung


Die Autorin: 
Gudrun Gülden ist am 27.Juni 1961 in Marl/Westfalen geboren. Sie blieb bis zum Abitur im Ruhrgebiet und zog dann zum Studium von Ostslavistik/Germanistik und Betriebswirtschaft nach Hamburg, wo ihre Tochter zur Welt kam. In Hamburg arbeitete sie als Journalistin, bis sie nach dem Abschluss des Studiums einen Job als Führungskraft in einem Call Center bekam. Es folgten weitere Jobs im mittleren Management von großen Unternehmen. Ihre große Leidenschaft war jedoch immer das Schreiben. Heute wohnt Gudrun Gülden mit Mann, vier Hühnern, zwei Schweinen, einem Pferd und einem Hund im Taunus und schreibt.  
Die Autorin ist aktives Mitglied in mehreren Tierschutzorganisationen und Vegetarierin. Bei den intensiven Recherchen für ihren Krimi „Mord im Schlachthof“ konnte die Autorin auf die sachkundige Unterstützung ihres Bruders, dem Chef eines großen  niedersächsischen Veterinäramtes, zurückgreifen.
(übernommen von Klarant)
 

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag
  

bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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