Montag, 3. März 2014

[Rezension] Thomas Finn - Schwarze Tränen



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513498
ISBN-13: 978-3426513491
Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 4 cm

Inhalt gem. Knaur:
Im »Gasthaus zum Löwen« in Staufen findet Lukas Faust, Nachfahre des berühmten Doktor Faust, ein mittelalterliches Zauberbuch. Als er einen kostbaren Diamanten aus dem Einband herausbricht, geht auf einmal ein Froschregen über der Stadt nieder, und die Jagd auf ihn wird eröffnet. Erst der schwarze Pudel Mephistopheles, der sich als Teufel persönlich entpuppt, rettet ihn. Mephisto erklärt ihm, dass in der Hölle ein Machtkampf tobt. Wer die drei Teufelstränen besitzt, von denen Lukas’ Diamant eine ist, vermag die Apokalypse heraufzubeschwören. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die zwei müssen die übrigen Tränen vor ihren Verfolgern finden.

Zum Buch:
Lukas Faust, Nachfahre des berühmten Doktor Faust ist ein kleiner Gauner und Trickbetrüger. Mehr schlecht als recht kommt er über die Runden.
Als er während eines betrügerischen Hütchenspieles plötzlich türmen muss, gelingt ihm das nur durch die Hilfe Sylvias. Dass sie ein Sukkubus, ein Liebesdämon ist, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Sie befördert ihn irgendwie nach Staufen, in das Zimmer, in dem vor fast 500 Jahren sein Vorfahre Doktor Faust gestorben ist.
Bevor Sylvia ihm etwas antun konnte, wird er von Agrippa von Nettesheim gerettet, seines Zeichens ein Zauberer bzw. Hexenmeister.
Noch denkt Lukas eher an so etwas wie die Versteckte Kamera, doch bald muss er feststellen, dass das alles hier blutiger Ernst ist.
Der Zauberer bringt in dazu, um Mitternacht sein Erbe einzufordern, um es ihm gleich darauf abspenstig machen zu wollen. Es handelt sich um einen Folianten mit der Aufschrift "Höllenzwang". Während eines kurzen Kampfes zwischen den beiden, bricht aus dem Einband ein Diamant heraus und geht entzwei. Von da ab überschlagen sich die Ereignisse, denn es beginnt nicht nur die Jagd auf das Buch, sondern auch auf Lukas Faust...

Was für ein Buch. 
Der Autor ließ sich in dem Buch so gut wie alles tummeln, was irgendwie mit der Hölle zu tun hat. Egal, ob es der Teufel selbst in Form eines schwarzen Pudels mit Namen Mephistopheles ist, eine Hexe, Dämonen, Zauberer, in dem Buch hat alles Platz. Selbst Tatzelwürmer und die berüchtigten Wolperdinger hat er zum Leben erwacht.

In der Hölle gab es eine Revolution, der Teufel verfügt momentan nicht über seine volle Kraft und wurde aus ihr verbannt. Sein großes Ziel ist es, wieder von Gott in die Schar der Engel aufgenommen zu werden.

Jeder verfolgt hier seine eigenen Interessen und Lukas ist mittendrin.
Hilfe bekommt er von Abraham, einem Zauberer und Millepertia, einer Hexe, die sich jedoch lange davor gesträubt hatte. Sie sind auf der Suche nach den Tränen des Teufels, 3 Diamanten.

Gekonnt bindet der Autor bekannte Sagen und Erzählungen in seine Geschichte ein. So findet man im Buch die Nibelungensage verarbeitet, Kriemhilds Rosengarten zu Worms wie auch Kaiser Barbarossa und seine Mannen, die im Kyffhäuser noch immer schlafen und auf ihre Wiederkehr warten.

Der Autor hat sehr gute Recherchearbeit geleistet, nicht nur, was die alten Sagen angeht oder die Tragödie von Goethes "Faust". Der Leser bekommt Kenntnis von Diamanten wie den "Grüner Dresden" oder dem Orphanus  = „die Waise". 
Geschichtliche Persönlichkeiten wie Arnold von Wied, einem Erzbischof von Köln, oder dem Markgraf Karl, auf den die Stadt Karlsruhe beruht, finden sich ebenso in dem Buch wieder.
Eine kleine Geschichte durch die Zeit mit fundiertem Wissen wiedergegeben.

Das Buch strotzt nur so von Einfällen des Autors, die er fantastisch umgesetzt hat. Durch die hervorragende Recherchearbeit wirkt die Geschichte trotz der vielen Zauberer, Hexen und dem Teufel glaubhaft und nachvollziehbar.

Obwohl dieses Genre definitiv nicht zu meinem bevorzugten gehört, hat der Autor es geschafft, mich mit seinem Buch gefangen zu nehmen. Er hat mich in eine Welt hineinkatapultiert, die beängstigend real erschien.
Die Geschichte baut schon von Beginn an Spannung auf, bringt einige Wendungen und überrascht immer wieder aufs Neue.
Obwohl sie in sich abgeschlossen ist, wäre eine Fortsetzung denkbar.

Für Leser mit einem Hang zur Phantastik gebe ich meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Bewertung:



Ein Interview mit dem Autor geht heute ebenfalls noch online.
Es würde mich freuen, wenn ihr noch einmal hereinschaut.



Zum Autor:
(Text übernommen vom Knaur-Verlag)
Thomas Finn, geboren 1967 in Evanston/Chicago, studierte Volkswirtschaft und war nebenbei als Journalist und Autor für diverse deutsche Verlage und Magazine tätig, u.a. als Chefredakteur für das Magazin Nautilus. Seit 2001 arbeitet er als Roman-, Spiele- und Drehbuchautor. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit der Segeberger Feder. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Mehr unter: www.thomas-finn.de


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich bei Lovelybooks und der 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Kommentare:

Nazurka hat gesagt…

Hui, ein Interview! Ich freue mich schon und schaue nachher definitiv nochmal rein. Tolle Rezension. Werd's mir dann demnächst auch bestellen. ^.^

Anonym hat gesagt…

Mach das. Hab es heute auch gerade ausgelesen. Das Buch ist wirklich der Hammer!!! Muß mich jetzt endlich mal an Weißer Schrecken heranwagen, nachdem mir der Roman schon so lange empfohlen wurde.

Grüße TinaLeseratte