Freitag, 28. Februar 2014

[Rezension] Dietrich Faber - Henning Bröhmann 03: Tote Hunde beißen nicht



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: rororo (1. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267608
ISBN-13: 978-3499267604
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,8 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Der Tod ist ein Hesse.
Kommissar Henning Bröhmann hat den Dienst noch nie sehr geliebt. Und er hat die Nase ziemlich voll: von der Provinz, den Kollegen, dem diktatorischen Vater. Mit dem reist er eines Tages nach Berlin: Beerdigung eines alten Kollegen von Bröhmann senior. Doch in der Hauptstadt geschieht etwas Unerwartetes, Schreckliches. Ein gewaltsamer Tod. Nein, zwei. Und kurz darauf ist der Vater verschwunden. Henning geht der Sache nach und kommt einer unschönen Geschichte auf die Spur.
Vor Jahrzehnten, als der Alte noch das Heft in der Hand hielt, verschwand ein Mann hinter Gittern und schwor Rache. Nun sterben in der Gegenwart Menschen. Und Hunde! 

Zum Buch:
Henning Bröhmann begleitet mit seinen Kindern seine Eltern nach Berlin. Er will dort Urlaub machen, seine Eltern wollen zu der Beerdigung von Viktor Gummer, einem ehemaligen Polizeikollegen seines Vaters. Henning will seinen Vater auf den Friedhof begleiten und muss dort mit ihm erleben, wie dort geschossen wurde. Der Neffe des Toten bricht tot zusammen, aber galt dieser Mordanschlag wirklich ihm oder Henning und seinem Vater, an denen die Kugeln nur knapp vorbeigingen?
Hennings Eltern brechen daraufhin ihren Aufenthalt in Berlin ab und fahren zurück nach Berlin.
Als seine Mutter in anrief und mitteilte, dass sein Vater vom Joggen nicht wieder nach Hause gekommen ist, bricht auch er seinen Urlaub ab und fährt mit den Kindern nach Hause, um seinen Vater zu suchen.
Die Suche der Polizei läuft auf Hochtouren, war Hennings Vater doch vor Jahren dort Polizeipräsident gewesen.
Henning stößt bei der Recherche auf einen alten Fall, den sein Vater und Viktor Gummer vor Jahren gemeinsam bearbeitet haben. Kann es sein, dass der damalige Fall mit den heutigen Ereignissen in Zusammenhang steht? ...

Henning kann nicht so recht glauben, was seine Mutter ihm umständlich am Telefon zu erklären versucht. Sein Vater sei beim Joggen verschwunden, spurlos. Sofort sammelt Henning seine Kinder ein, beendet den Urlaub in Berlin und fährt zurück nach Hause. Nachdem er anfangs ein wenig neben sich steht, während seine Gedanken immer an das Schlimmste denken, machen er und seine Kollegen sich an die Arbeit und durchkämmen die alten Fälle, die sein Vater gemeinsam mit Viktor Gummer bearbeitet hat. Nach den Schüssen auf dem Friedhof muss es einen Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen geben und es dauert auch nicht lange, bis er auf ein untypisches Vernehmungsprotokoll aufmerksam wird. Der damalige Verdächtige wurde wegen Mordes verurteilt und wurde kürzlich aus der Haft entlassen.
Nachdem sie den Bezug hergestellt hatten, müssen sie sich ja nur auf die Suche nach ihm machen, denn nachdem er sich kurz zu Hause gemeldet hatte, wurde auch er nicht mehr gesehen.

Mit diesem Buch hat man einen Krimi der etwas anderen Art in der Hand. Im Vordergrund steht nicht wirklich die Ermittlung.
Henning Bröhmann erzählt die Ereignisse in der Ich-Form. Mit ihm erleben wir alles hautnah und live mit. Dabei macht er den Leser bekannt mit seinen zum Teil sehr skurrilen Mitarbeitern, allen voran Teichner. Wirklich ernst nehmen kann man die Personen jedoch nicht, denn selbst wenn das Revier in einem kleinen Städtchen liegt, soviel Eigensinn kann es gar nicht geben. 
Ironisch und witzig erzählt er nebenbei ein paar kleine Geschichten, die einfach nur zum Schmunzeln sind, allen voran die Story von Teichner und seiner Freundin Sabse. 

So ganz nebenbei muss sich Henning gegen eine Frau wehren, die sich ihn als Traummann ausgesucht hat, eine sehr einseitige Sache.
Seine Tochter Melina gibt ihm ebenfalls Rätsel auf, macht sie doch momentan alles, was man ihr aufträgt, ohne sich zu vermaulen. Das ist ihm unheimlich und er möchte eigentlich seine widersprechende und murrende Tochter zurückhaben. 

Das Ganze wird, da es ein hessischer Regionalkrimi ist, auch des Öfteren mit hessischer Mundart gefüllt. Es wirkt nicht aufgesetzt, nicht einmal störend, es passt einfach zum Gesamtbild des Buches.
An vielen Szenen habe ich mich einfach nur ergötzt, wenn ich da nur an das Telefongespräch zwischen Henning und seiner Mutter denke, als sie ihm mal eben mitteilen will, dass der Vater verschwunden ist. Besser geht es gar nicht. 
Die Auftritte von Manni sind ebenso erheiternd wie verrückt.

Dieser Krimi ist Unterhaltung pur. So ganz nebenbei werden Mörder gesucht, ein alter Fall gelöst und der Täter gefunden, der für Hunde Leberwurstköder mit Rasierklingen versetzte.

Das ist inzwischen der dritte Teil um den Kriminalhauptkommissar Henning Bröhmann. Für mich war es der 1. Teil, die beiden Vorgänger kenne ich nicht.
Ich finde es gut, wenn es kurze Rückblicke auf relevante Ereignisse der Vergangenheit aus den Vorbänden gibt. Diese waren hier leider sehr spärlich gesät, so dass mir ein großer Teil vom Verständnis zu seiner Familiensituation fehlt, was ich sehr schade finde.
Wen es interessiert, wie sich diese entwickelt hat, sollte diese Reihe besser mit dem 1. Teil beginnen, denn eine Zusammenfassung dazu gibt es leider nicht. Das ist auch der Grund, warum ich ein Pfötchen von der Bewertung abziehe. 

Ein Regionalkrimi voller Humor und Ironie, den ich gern weiterempfehle.


Bewertung:





Zum Autor:
(Text vom Rowohlt-Verlag)
Dietrich Faber wurde 1969 geboren. Bekannt wurde er als ein Teil des mehrfach preisgekrönten Kabarett-Duos FaberhaftGuth.
Bröhmann erster Fall „Toter geht´s nicht“ war sein Debütroman und schaffte es auf Anhieb mehrere Wochen auf die Bestsellerliste. Seine Lesungen und Buchshows wurden zu Bühnenereignissen. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Mittelhessenmetropole Gießen.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag

bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Reiheninfo:
01: Toter gehts nicht
02: Der Tod macht Schule
03: Tote Hunde beißen nicht

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

karin hat gesagt…

Hallo und guten Morgen,

habe selber den 1.Teil schon gelesen und fand die Verbindung zwischen Krimi und Komik betrifft den Kommissar und sein durchaus verzwicktes privates Leben sehr gelungen und es hat einfach großen Spaß gemacht ihm und dem Kriminalfall zu folgen...

LG..Karin..