Mittwoch, 25. Dezember 2013

[Rezension] Laura Antoni - Im Land der Kaffeeblüten



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (10. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3522201604
ISBN-13: 978-3522201605
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,8 cm

Inhalt gem. Thienemann-Verlag:
Geplatzte Träume, mutige Neuanfänge
Vier junge Frauen. Vier Schicksale. Ein Jahrhundert, das sie trennt. Und ein Land, exotisch und wunderschön, das sie miteinander verbindet: Guatemala. Während Margarete und Elise 1902 in einen dramatischen Strudel zwischen Liebe und Tod gerissen werden, entdecken Julia und Isabell das unkonventionelle Leben ihrer beiden Ururgroßmütter. Und kommen Geheimnissen auf die Spur, die schon viel zu lange verschwiegen wurden.
Eine Familiensaga aus dem Land der Maya.

Zum Buch:
Julia und Isabell sind zwei siebzehnjährige Mädchen, die beide neu in eine Klasse kommen. Während Julia die Tochter eines Kaffeeunternehmers ist und später die Firma übernehmen soll, ist Isabell von ihren abenteuerlichen Eltern aus Guatemala für ein Jahr nach Bremen geschickt worden, um dort ihr Abi zu machen.
Während einer gemeinsamen Projektarbeit , die sie in die Vergangenheit führt, stellen sie fest, dass ihr Ururgroßmütter sich kannten. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen kommen sie einem Geheimnis auf die Spur.
Die beiden Mädels werden Freunde, und sie müssen feststellen, dass nicht nur die Vergangenheit Geheimnisse hat ...

Zwei Mädchen, die durch eine gemeinsame Projektarbeit Freundinnen werden und einen Blick auf das Leben ihrer Ururgroßmutter werfen dürfen. Wer wünscht sich nicht, auch auf Tagebuchaufzeichnungen zugreifen zu können, um vergessene Geheimnisse ergründen zu können.

Julia und Isabell können dies tun und stellen fest, dass ihre Ururgroßmütter auf demselben Schiff nach Guatemala kamen.
Margarete, die Ururgroßmutter von Julia liebte seinerzeit einen Indio, die Liebe wurde von deren Vater jedoch unterbunden. Er führte eine Kaffeeplantage und schickte seine Tochter für ein Jahr nach Deutschland, damit sie ihre Liebe vergisst. Als sie nach einem Jahr wiederkam, steht die Plantage vor dem Ruin und eine Heirat soll sie wieder konkurrenzfähig machen. Margarete weigert sich, den von ihrem Vater Erwählten zu heiraten, stattdessen versucht sie, ihren inzwischen vom Alkohol umnebelten Vater auf der Plantage zu ersetzen und diese aus der Schuldenmisere herauszuholen.
Elise, die Ururgroßmutter von Isabell, kommt nach Guatemala, um ihre Eltern bei ihren Forschungen um die vergessenen Mayaschätze zu begleiten, jetzt, wo sie alt genug ist. Aber Elise will das eigentlich nicht, sie ängstigt sich in dem Land, wo Dschungel und Schlangen und noch vieles andere auf sie wartet. Sie will nichts weiter, als weg und wieder nach Hause. Ihre Eltern nehmen jedoch keine Rücksicht auf sie, bis sie eines Tages durch ein Ereignis gezwungen werden, ihre Sicht auf die Dinge zu ändern.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, zum einen in der Gegenwart, wo Julia und Isabell in eine Klasse gehen und im Jahr 1902 in Guatemala, wo die Ereignisse von Margarete und Elise ihren Lauf nehmen.
Der Autorin gelingt es sehr gut, die Atmosphäre in Guatemala einzufangen und wiederzugeben. Die Beschreibung des Dschungels und der Suche nach verlorenen und vergessenen Mayatempeln führten dazu, dass ich mich nahezu vor Ort fühlte und ebenfalls auf der Suche war.
Die Gesellschaftsdünkel wie eine etwaige Beziehung zwischen Plantagenbesitzer und Indio wurden genauso aufgezeigt, wie der Kampf gegen die Ausbeutung dieser Besitzer.
Gekonnt wechselt die Autorin zwischen den beiden Zeitebenen. Der Ortswechsel, in dem der jeweilige Abschnitt spielt, wurde optisch mittels eines Hibiscus für Deutschland oder einem Vogel für Guatemala angezeigt, was mir sehr gut gefallen hat.

Auch Naturereignisse hat die Autorin in ihren Roman mit eingewoben. So wurde zum Beispiel der Ausbruch des Vulkans Santa Maria im Jahre 1902 Thema im Buch mit weitreichenden Folgen.
Laura Antoni hat ihren Roman sehr gut recherchiert, was man anhand von geschichtlichen Ereignissen sehr gut nachvollziehen kann.

Was ich vermisst habe, war ein wenig mehr Tiefe, wie es Margarete gelungen ist, die Plantage wieder auf Vordermann zu bringen. Da gab es meines Erachtens zu viele Andeutungen nur auf Margarete und ihre Großmutter, aber nichts Greifbares.
Auch konnte ich nicht nachvollziehen, warum Julias Eltern sich so seltsam benommen haben, als es  um die Geheimnisse aus der Vergangenheit ging. Wäre meines Erachtens in der heutigen Zeit kein Thema mehr.

Auf alle Fälle hat man mit diesem Roman ein fantastisches Buch in der Hand, in der es um Liebe und Freundschaft geht, aber auch um Geheimnisse und Abenteuer.
Das Buch ist als Jugendbuch für Leser ab 13- 16 Jahre konzipiert, was aber Erwachsene nicht davon abhalten sollte, dieses Buch ebenfalls zu lesen. 
Mir hat es Spaß gemacht, in die Welt von Guatemala abzutauchen und ein wenig aus der Zeit um 1902 kennenzulernen.


Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen vom Thienemann-Verlag)
Laura Antoni (Jahrgang 1964) ist Soziologin und interessiert sich für Auswandererschicksale, seitdem ihr Großvater von seinen Plänen berichtete, in den 1950er Jahren nach Mittelamerika oder Australien auszuwandern. Die Familie blieb in Deutschland, aber das Interesse an fernen Ländern hat die Autorin nie mehr losgelassen.
Für ihre Doktorarbeit lebte Laura Antoni eine längere Zeit in den USA, von wo aus sie Reisen in die angrenzenden Länder unternahm.
Wenn sie nicht schreibt, spielt sie Doppelkopf (ohne Neuner), joggt leidenschaftlich gern und liest viel.
Laura Antoni lebt in Kassel und hält die Frauenquote in einem Männerhaushalt (ein Ehemann und fünf Macho-Kater) aufrecht.

Von Laura Antoni / Christiane Lind wurden gelesen und rezensiert:


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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