Samstag, 19. Oktober 2013

[Rezension] Ulrike Herwig - Sag beim Abschied leise Blödmann



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Marion von Schröder (12. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3547711851
ISBN-13: 978-3547711851
Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 2,6 cm

Inhalt gem. Ullsteinverlag:
Charlotte wirft ihren Mann raus, weil der sie zum x-ten Mal betrogen hat. Beim Leerräumen des gemeinsamen Hauses stolpert sie über ein altes Handy. Und über eine uralte Mailboxnachricht von Doro. Das verrückte Huhn ist schon seit Jahren untergetaucht, doch plötzlich hat Charlotte Sehnsucht nach ihrer unsteten Schwester. Charlotte macht sich auf die Suche. Ihre heißeste Spur: Doros ehemalige Liebhaber. Und jeder Mann bringt sie ihrer Schwester näher – und einem bunten Leben, das sie sich an der Seite ihres Exmanns nie hat träumen lassen.

Zum Buch:
Nachdem Charlotte ihren Mann in flagranti mit der Klavierlehrerin ihrer Tochter Miriam erwischt hat, ist Schluss mit lustig. Das bewusste Tüpfelchen auf dem I war gesetzt, so das Charlotte ihren Mann kurzerhand rausschmeißt. 
Beim Ausräumen des Hauses findet sie ein altes Handy mit einer Nachricht ihrer Schwester Doro, mit der sie seit 11 Jahren keinen Kontakt mehr hat. Sie verschwand nach einem einschneidenden Erlebnis aus Charlottes Welt.
Nun, allein mit Miriam, macht sie sich auf die Suche nach ihrer verschollenen Schwester, ohne zunächst zu wissen, wo sie diese beginnen soll. Da erinnert sie sich an den damaligen Liebhaber ihrer Schwester und fängt bei ihm an nachzufragen. Von da an taucht Charlotte in das Leben ihrer Schwester ein und lernt sie ein wenig besser kennen und Miriam hofft, dass die Suche erfolgreich sein wird, denn bis jetzt kennt sie die Tante gar nicht ...

Was für eine witzige Idee, sich auf die Suche nach der verschollenen Schwester anhand ihrer größtenteils durchgeknallten ehemaligen Liebhaber zu machen.
Als Leser habe ich mich mehr als einmal gefragt, wie durchgeknallt Doro selbst sein muss, wenn sie sich mit diesen Gestalten abgegeben hat.
Charlotte wächst während der Suche über sich selbst hinaus. Hat sie anfangs noch Bedenken, sich an Doros Ehemaligen wenden, wird es bald Routine.
Die Autorin macht es Charlotte jedoch nicht so einfach. Es ist glücklicherweise nicht so, dass der eine Liebhaber noch weiß, wer der nächste gewesen ist und gleich eine Adresse oder Telefonnummer parat hat. Wenn es anfangs auch ganz gut läuft, hilft später nur noch der Zufall weiter oder das Recherchieren auf gut Glück. 

Während der Suche erlebt Charlotte Dinge, die sie sich im Leben nicht hätte träumen lassen. Da ist ein freilaufender Gepard, der ihr nachts begegnet, keine Ausnahme. Sie erkennt sich selbst nicht wieder, ist nicht mehr das Frauchen, das ihrem Mann aus Bequemlichkeitsgründen und aus Angst vor den Folgen, alles durchgehen lässt. Die Geburtstagsfeier von Miriam bildet da auch keine Ausnahme, ist es ihr doch locker gelungen, die ungeliebten Ex-Schwiegereltern aus dem Haus zu graulen.

Als Berufsschullehrerin ist sie ja von ihren Schülern auch so einiges gewöhnt, aber als sie eine Schülerin mit auf eine ihrer Suchen nimmt, lernt sie nicht nur das Mädchen näher kennen, sondern auch sich selbst.

Dieses Buch zu lesen und dabei nicht blöde zu grinsen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Da ich auch noch mit einer guten Portion Fantasie ausgestattet bin, lief bei mir während des Lesens das Kopfkino. Ich habe mich z.B. mit den Heimchen köstlich amüsiert, wie auch bei vielen anderen Gelegenheiten.

Ob Charlotte und Miriam gelingt, Doro ausfindig zu machen, will ich an dieser Stelle nicht verraten, wie auch nicht die Überraschung, die am Ende noch auf alle Beteiligten wartet.
Ich hatte jedenfalls, nahe am Wasser gebaut, Tränen der Rührung in den Augen. 
Bei der Suche nach Doro findet Charlotte sich selbst und begegnet nochmals in ihrem Leben der Liebe.

Ein tolles Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legen kann, humorvoll und witzig geschrieben.
Für Fans der Autorin, wie ich mich inzwischen auch bezeichnen möchte, ein absolutes Muss.
Ich kann das Buch guten Gewissens weiter empfehlen.

Bewertung: 



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Ullstein-Verlag)
Ulrike Herwig arbeitete zehn Jahre in London als Deutschlehrerin. Seit 2001 lebt sie mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Seattle, USA. Um sich nicht den ganzen Tag über die verrückten amerikanischen Moms wundern zu müssen, zieht sich Ulrike Herwig so oft es geht an ihren Schreibtisch zurück. Außerdem regnet es ganz schön oft in Seattle, und da will man sowieso nicht vor die Tür. Ideal für eine Autorin!






An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


bedanken, die mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat. 


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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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