Samstag, 17. August 2013

[Rezension] Hans-Ulrich Grimm - Katzen würden Mäuse kaufen


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 254
ISBN: 978-3-453-60097-3
Erscheinungstermin: 2. März 2009
Format:
Taschenbuch
Verlag: Heyne

Klappentext gem. Heyne:
Glaubt man der Werbung, ist für unsere Tiere das Beste gerade gut genug. Doch die Realität sieht anders aus: Mit Aromen, Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und dem ganzen Arsenal der Kunstnahrungshexenküche wird ein „leckeres“ Menü für Waldi, Minka und Co. zubereitet. Neben Abfällen, Krallen und Klauen landen auch Klärschlamm, Bakterien und Pilze im Fressnapf unserer Lieblinge. Die Tiere leiden und werden krank. Und nicht nur sie, sondern durch den Verzehr von Nutztieren auch der Mensch. Schockierende Fakten, brillant recherchiert – Werbung und Wahrheit bei der Tierfutterproduktion.


Rezension:
Für unsere Haustiere ist uns nichts zu teuer - selbst wenn es uns Menschen schlecht geht, wollen wir für unsere Tiere nur das Beste. Aber was ist das Beste? Die Werbung suggeriert uns eindeutig, was sie für das Beste halten, von wegen "Katzen würden ... kaufen". Doch was steckt wirklich in dem vermeintlich "Besten" für unsere tierischen Mitbewohner drin? Dieser Frage geht dieses Buch auf den Grund und klärt auf, über die Irrtümer, die uns durch Werbung und Marketing suggeriert werden, denn ganz ehrlich, teuer ist nicht gleich gut oder qualitativ hochwertig. Teuer ist teilweise einfach nur teuer-gemachter Abfall aus der Lebensmittelproduktion. Wollen wir wirklich, dass unsere lieben tierischen Mitbewohner Schlachtabfälle, Knochengerippe oder gar die Tierkadaver der eigenen Art zu sich nehmen?

Skandale um Tierfutter gibt es viele, doch sind es eher Skandale um Tierfutter, was unsere sogenannten "Nutztiere" zu sich nehmen (müssen). Wann hat man zuletzt von einem Skandal gehört, der das Futter unserer liebsten Mitbewohner betraf? Doch dieses Buch klärt auf, klärt über Inhaltsstoffe auf, die im Futter unserer Lieben enthalten sind, ohne deklariert zu werden, nicht zu reden von diversen Konservierungs-, Farb- und Geschmacksstoffen, die dafür sorgen, dass das sogenannte "Heimtierfutter" lange hält und von so gut wie jedem Haustier gut angenommen wird. Das das wenig bis gar nichts mit natürlich Ernährung zu tun hat, ist jedem klar, doch selbst wenn Herrchen, Frauchen oder Personal nicht unbedingt gewillt sind, eine lebende Maus zu Verfügung zu stellen (wenn man nicht gerade Freigänger hat), gibt es doch große Unterschiede, in der Futterqualität unserer Liebsten.

Hat sich schon einmal ein Tierhalter gefragt, wie es kommt, dass die Stückchen in Soße oder Gelee irgendwie alle gleich aussehen, jedoch nicht wirklich eine Fleischfaser zu erkennen ist? Tja, Hufe, Hörner, Häute, Haare, Schweineborsten, Feder, Pelze und Eierschalen haben nun einmal keine Fleischfasern, aber das sind "tierische Nebenerzeugnisse", die gerne, viel und oft in der Heimtierfutterindustrie verwendet werden. Davon ein Bisschen, dann noch etwas Schlachtabfälle, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind, etwas Zucker und Getreide und nicht zu vergessen, Konservierungs-, Farb- und Geschmacksstoffe, das ist das, was wir unseren Lieben jeden Tag vorsetzen, wahlweise auch noch mit Gemüse versetzt. Sind wir Halter von Haustieren wirklich bereit, für diesen Mist Geld auszugeben und das guten Gewissens unseren Familienmitglieder vorzusetzen? Es scheint so, denn die Marktführer für Heimtierfutter verdienen sich eine goldene Nase an uns, den Haltern und wir wundern uns womöglich noch, warum unsere Tiere dick werden, Diabetes bekommen, Herzkrankheiten oder gar Krebs. Ernährung spielt nicht nur beim Menschen für die Erhaltung der Gesundheit eine Rolle, auch unsere Haustiere leiden an den sogenannten "Zivilisationskrankheiten". Doch was tun?

Eigentlich ist es ganz einfach - Fakt ist, Futter, für das Werbung gemacht wird, dem würde ich grundsätzlich misstrauen - schaut euch den Fleischanteil dieses Futters an, der ist nahezu lachhaft gering. Liebe Tierhalter, informiert euch, es gibt Alternativen, diese mögen auf den ersten Blick teurer erscheinen, doch werden sie euch wahrscheinlich vor teuren Tierarztbesuchen in der Zukunft bewahren und wenn ihr für euer Tier wirklich das beste wollt, warum viel Geld für Mist ausgeben, wenn man in einer ähnlichen Preisklasse ein gutes Produkt bekommt? Ich persönlich bin Personal von 3 Katern. Auch ich habe früher, aus Unkenntnis, diesen Mist verfüttert (zum Glück ohne Nebenwirkungen für meine Kater), aber ich habe mich schlau gemacht. Fakt ist, meine Kater sind mittlerweile "Senioren", aber noch topfit, denn ich achte beim Futterkauf darauf, dass ich Futter mit einem möglichst hohen Fleischanteil kaufe, das ohne Zucker und Getreide verarbeitet wurde. Sicherlich bekomme ich ein solches Futter nicht wirklich im Supermarkt oder Discounter um die Ecke, aber das ist mir egal. Es gibt genügend Möglichkeiten, Futter über das Internet zu bestellen und wenn ich sehe, wie gut es meinen Katern geht, ist es mir das allemal wert.


Abschließend kann ich zu dem Buch sagen, das es ausgesprochen informativ ist und definitiv zum Nachdenken anregt. An manchen Stellen jedoch hätte ich mir eine einfachere Darstellung, sprich, nicht mit so vielen Fachworten, gewünscht.


Bewertung

 
Der Autor:
Hans-Ulrich Grimm, geboren 1955, war von 1989 bis 1996 Redakteur des "Spiegel"; seither arbeitet er als freier Journalist und ist Autor zahlreicher Bestseller. Sein wichtigstes Werk, "Die Suppe lügt", ist in einer Gesamtauflage von über 180.000 Exemplaren erschienen und gilt als Klassiker der modernen Ernährungskritik. Hans-Ulrich Grimm lebt in Stuttgart und betreibt mit einem Team aus Wissenschaftlern und Journalisten den Ernährungsinformationsdienst "Dr. Watson - Der Food Detektiv". Er gilt als DER Experte für Ernährung, Lebensmittel und Verbraucherthemen in Deutschland. (übernommen vom randomhouse)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Lord Byrons Buchladen bedanken, die mir dieses Buch geliehen hat.

Keine Kommentare: