Freitag, 28. Juni 2013

[Rezension] Tim Boltz - Robert Süßemilch 03: Linksträger



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442479398
ISBN-13: 978-3442479399
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,6 cm

Inhalt gem. Goldmann-Verlag:
Eine Hochzeit, zwei schwangere Frauen und drei Dutzend Gurken aus Apolda: die Zutaten für das perfekte Chaos.
Kaum hat Robert seiner schwangeren Freundin Jana zur Verlobung einen Zwiebelring an den Finger gesteckt, lernt er auch schon die Abgründe weiblicher Hormonschübe kennen. Damit nicht genug, muss Robert nun auch noch die Hochzeit von Janas verhasster Cousine Nora und deren Traumprinzen Falco verhindern. Die Lösung: Er will Nora beweisen, dass Falco schwul ist! Aber wie? Robert erinnert sich an einen Spruch aus seiner Jugend: „Links ist cool und rechts ist schwul.“ Doch bezog sich das nur auf Ringe im Ohr oder auch auf sensible Körperteile? Und wie zur Hölle soll er das überprüfen ...?!

Zum Buch:
Jana ist schwanger und frönt, sehr zum Leidwesen von Robert, ihren diversen Schwangerschaftsgelüsten. Als Robert ihr einen Heiratsantrag macht, sind sie beide glücklich, sind sie doch beide bald eine kleine Familie.
Da hört Jana von ihrer Cousine Nora, dass auch diese schwanger ist und heiraten will. Das bringt bei Jana das Fass zum Überlaufen. Nora macht schon seit frühester Kindheit Jana alles nach, egal, ob es sich um Klamotten dreht, oder um abgelegte Freunde. Nora wird zum Abklatsch von Jana. Nun will diese ebenfalls heiraten und ein Kind bekommen.
Jana würde diese Hochzeit von Nora furchtbar gern verhindern und so nimmt sie das Gerücht, deren Freund wäre schwul, zum Anlass, das überprüfen zu lassen. Wer, wenn nicht Robert sollte sich dieser Aufgabe widmen. Der ist fassungslos, was Jana da von ihm verlangt, aber als Nora und deren Freund zu Besuch kommt, versucht er sich darin, zu beweisen, dass Falco schwul ist. Wenn er nur schon vorher gewusst hätte, auf was er sich da einlässt ...

Dieser Roman ist der 3. und abschließende Teil der Trilogie um den Protagonisten Robert Süßemilch.

Nicht genug, dass Robert der Leidtragende bei Janas nächtlichen Schwangerschaftsgelüsten ist, nun soll er auch noch nachweisen, dass der Zukünftige ihrer Cousine Nora schwul ist. Aber wie zum Teufel soll er das machen? Um nichts in der Welt will er sich darauf einlassen, aber der Deal, den er mit Jana abschließt, ist auch nicht ohne. Die Aussicht darauf, keine nächtlichen Auftragsfahrten mehr ausführen zu müssen und das auch noch bis vier Wochen und 3 Tage nach der Geburt, lässt ihn zustimmen, es wenigstens zu versuchen.

Diese Versuche, dahinter zu kommen, ob Falco, der Freund von Nora, schwul ist oder nicht, lassen den Autor Tim Boltz zu Höchstform auflaufen. Dem Ideenreichtum sind wirklich keine Grenzen gesetzt.

So verspricht er sich Hilfe von Frau Frederike Kuhlig-Semmrau, die sie sich zur Schwangerschaftsbegleitung ausgesucht haben. Diese macht ebenfalls Mediationscoaching, Eheberatung auf tibetanische Chakrenlehre und ist Mitglied im Deutschen Verband der Schamanen und Esoterikfreunde e.V. Eben diese fragt er, woran man erkennen kann, dass jemand schwul ist. Sie erzählt  Robert von dem früheren Motto - links ist cool, rechts ist schwul - und das bezogen auf das beste Stück des Mannes. Nun wäre es ja das einfachste, einfach mal selbst nachzusehen, aber so plump ist nicht mal Robert, also muss er sich was einfallen lassen. 

Ich bin inzwischen in einem Alter, wo ich dachte, ich hätte schon eine ganze Menge gehört oder gelesen, aber was Frederike Kuhlig-Semmrau zum besten gibt über die unterschiedlichsten Tragegewohnheiten der männlichen Genitale, ließen selbst meinen Mund offen stehen. Aus denen lässt sich selbstverständlich auch schließen, ob schwul oder nicht, keine Frage. 
Ich habe mich köstlich amüsiert, ja sogar laut gelacht, weil mein Kopfkino wieder hervorragend funktionierte.
Ausgerüstet mit den umfassenden Auskünften durch Frau Kuhlig-Semmrau begibt sich Robert nun ans Werk, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Der Weg zur Erkenntnis ist reichlich mit diversen Fettnäpfchen bestückt, die Robert aber auch alle mitnimmt.

Es ist mehr als ein Vergnügen, Robert bei seiner Aufgabe zu begleiten. Bei einigen Gelegenheiten ahnt man als Leser bereits, wie es ausgehen wir. Ich gönnte mir beim Lesen die Schadenfreude, die ich empfand, ihn in diesen Situationen zu erleben. Es ist so erfrischend, lachend daneben stehen zu können und zu beobachten, wie sich Robert abquält.
Er ist ein sehr sympathischer Protagonist, bei dem ich zumindest nicht wusste, soll ich ihn auslachen oder ihn bemitleiden. Ich habe mich für das mitlachen entschieden und es nicht bereut. 

Obwohl es bereits der 3. Teil war, ist es für mich das erste Buch, das ich von Tim Boltz gelesen habe. Man hat keine Schwierigkeiten, in das Buch hineinzukommen, auch wenn man die ersten beiden Teile nicht kennt. Aber es macht bestimmt noch mehr Spaß, wenn man sie der Reihe nach gelesen hat. Ich werde das nun nachholen.


Bewertung:

Zum Autor:
(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Tim Boltz, Jahrgang 1974, schaffte mit seinem Comedyroman-Debüt »Weichei« auf Anhieb den Sprung in die Topriege der deutschen Comedy-Autoren. Die aberwitzige Fortsetzung »Nasenduscher« wurde ebenfalls zu einem Erfolgsbuch. Mit seinem »ulkigen und urkomischen« (BILD) Antihelden Robert Süßemilch legt Boltz immer wieder den Finger in die Wunde der Peinlichkeiten, die jeder kennt und doch nie selbst erleben möchte ... Mit »Linksträger« folgt der dritte Angriff auf die Lachmuskeln.






An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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