Samstag, 15. Juni 2013

[Rezension] Stephen Dobyns - Das Fest der Schlangen


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 543
ISBN: 978-3-570-10154-4
Erscheinungstermin:
28. Mai 2013 (1. Auflage)
Preis: 1
4,99 EUR (D), 15,50 EUR (A), 21,90 CHF
Format:
Paperback
Verlag:
C. Bertelsmann


Klappentext gem. C. Bertelsmann:
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht in der kleinen Stadt Brewster in Rhode Island: Auf der Säuglingsstation ist ein Baby verschwunden, und im Bettchen liegt eine Schlange. Dann wird ein Toter gefunden, ermordet und grausam skalpiert. Und wo kommen die Kojoten her, die nachts durch die Stadt streifen? Haben die seltsamen Hippies etwas damit zu tun? Betreiben sie einen Hexen- und Satanskult? Als auch noch eine Katze erhängt aufgefunden wird, gerät ganz Brewster in Panik.

Stephen Dobyns hat einen scharfen Blick für die Komplexität der menschlichen Natur und schafft es meisterhaft , das Bild einer verschlafenen Kleinstadt und ihrer Bewohner zu zeichnen. Er zeigt, dass der Schein oft trügt. Das Böse ist nichts Fremdes, es wohnt gleich nebenan.


Rezension:
Auf den ersten Blick wirkt die Kleinstadt Brewster mit ihren siebentausend Einwohnern geradezu idyllisch. Dies ändert sich jedoch, als im örtlichen Morgan Memorial Hospital ein männlicher Säugling entführt wird. Anstelle des Kindes befindet sich in seinem Bettchen eine Schlange. Als Alice Alessio, die diensthabende Krankenschwester, diese Entdeckung macht, nimmt das Grauen seinen Lauf. Niemand auf der Station hat etwas gesehen oder gehört, auch "Schwester Spandex" nicht, wie sie hinter ihrem Rücken genannt wird, denn diese war, anstelle auf der Neugeborenen Station ihren Dienst zu tun, bei einem Quickie mit Dr. Balfour in einer anderen Abteilung.

Nachdem die örtliche Polizei hinzugerufen wurde, kann nach mehreren Stunden die Schlange sichergestellt werden - von dem Säugling fehlt jede Spur. Woody Potter, einer von fünf Detectives der State Police nimmt die Ermittlungen auf, doch irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht. Die 17-jährige Peggy Summers, die Mutter des Jungen, scheint vielmehr erleichtert zu sein, dass das Kind nicht mehr da ist. Doch wie kann eine junge Frau, die soeben ein Kind zur Welt gebracht hat, ihrem eigenen Fleisch und Blut so gleichgültig gegenüber stehen und wenn sie das Kind nicht hätte haben wollen, warum hat sie es bekommen? Der Reporterin Jill Franklin, die sich unerlaubt Zutritt zu Peggy Summers verschafft hat, eröffnet die junge Frau, dass dieses Kind ein Teufelsbaby ist und dass sie froh ist, nichts mit diesem zu tun haben müssen.

Derweil hat der 10-jährige Hercel McGarty Jr. ganz andere Probleme. Sein Stiefvater wird ihm, seiner kleinen Schwester und seiner Mutter gegenüber immer brutaler und zu allem Überfluss ist auch noch seine Schlange gestohlen worden. Er weiß, dass sie gestohlen wurde, weil die Tür zu dem Keller, wo er sie hielt, aufgebrochen war. Wenig später stellt sich heraus, dass es sich bei Hercels Schlange um ebenjene handelte, die auch im Krankenhaus gefunden wurde. Noch weiß Woody nicht, wie diese Ereignisse miteinander in Verbrindung stehen, doch dass er irgendwas übersieht, dass diese Dinge nur Teile eines großen Puzzles sind, das ahnt er bereits jetzt. Was er allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Bevor er das Puzzle zusammensetzen kann, werden noch eine Menge Leichen seinen Weg kreuxen.


Dunkle Geheimnisse in einer idyllischen Kleinstadt! Der Plot wurde sehr detailliert und abwechslungsreich erarbeitet, sodass auch ich fast bis zum Schluss gebraucht habe, um die ganze Story in einem Bild zu erkennen, denn hinter dem augenscheinlichen, verbirgt sich so manches. Irritiert war ich teilweise, dass es doch verhältnismäßig viele Erzählstränge gab, die sich zwar nach und nach kreuzen bzw. verbanden, jedoch auch hier teilweise neue hervorbrachten. Hier den Überblick zu behalten, war nicht ganz einfach, aber wie man an mir merkt, machbar. Die Figuren wurden sehr facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt, wobei mir hier ganz besonders die Gegensätzlichkeit der einzelnen Figuren gefallen hat. Woody zum Beispiel ist ein guter Cop, der jedoch sehr viele Ecken und Kanten hat und dennoch, er war mir von Anfang an sympathisch, ebenso der kleine Hercel, der mein Herz im Sturm erobert hat. Schwester Spandex hingegen, die ja einen ehrenhaften Beruf ausübt, war mir bereits auf den ersten Seiten unangenehm, jedoch musste ich auch hier einsehen, man sollte sich nicht von seinem ersten Eindruck täuschen lassen. Auf jeden Fall bietet dieses Buch eine facettenreiche Auswahl an überaus interessanten Protagonisten und Nebendarstellern - hier dürfte wirklich für jeden etwas dabei sein. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich teilweise länger in das Buch eintauchte, als es meinem Nachtschlaf lieb gewesen ist. Abschließend kann ich sagen, dass es sich hierbei um ein Buch mit einer überaus verzwickten Story, interessanten und abwechslungsreichen Figuren und einem sehr gut verständlichen Schreibstil handelt. Auf weitere Bücher des Autoren bin ich gespannt, eines habe ich sogar ungelesen noch in meinen Regalen schlummern.


Bewertung


Der Autor: 
Stephen J. Dobyns wurde am 19. Februar 1941 in Orange, New Jersey geboren. Er veröffentlichte von 1972 bis heute mehr als 30 Romane und Gedichtbände. Er lebt in Westerly, Rhode Island (übernommen von Wikipedia)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich habe das buch vor einigen Wochen zum Geburtstag geschenkt bekommen. Habe es dann erstmal Links liegen gelassen weil mich der Klappentext nicht so umgehauen hat. Dann bin ich durch Zufall auf diese Rezension gestoßen und konnte mich doch überwinden. Jetzt kann ich das Buch garnicht mehr aus der Hand legen.Diese Buch ist weit mehr als ein handelsüblicher Thriller. Meiner Meinung nach sollte hierfur ein neues Genre ins Leben gerufen werden :)Cosmo