Mittwoch, 26. Juni 2013

[Rezension] Joe La Vie - # 3 - Koks.Karl.Köln


Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 493 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 273 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00BIUFDV2

Klappentext gem. Amazon:
Karl ist plötzlich da. Und weicht Frank nicht mehr von der Seite. Brillant, faszinierend, eiskalt: Karl übernimmt die Regie. Franks Leben nimmt Fahrt auf. Über Nacht lässt er alles zurück und beginnt ein neues Leben in Las Vegas. Kasinos, Kokain - und Sex. Ein Trip an die Ränder des Erfahrbaren, weit über die Grenzen der Normalität hinaus. Ein Trip in die Abgründe der Seele: Ekstase und Euphorie, Panik und Paranoia.

Rezension:
Paris, die Stadt der Liebe und für Frank "Frankie" Lugubre auch die Stadt seines Verhängnisses, denn in Paris lernt er nicht nur Lucy kennen, eine erfolgreiche Chirurgin, sondern auch durch sie Karl Dubose. Jener schicksalhafte Tag war der 13. Juni 2006, Frankies 24. Geburtstag. Frankie ist anfangs nicht wirklich begeistert von Karls Anwesenheit, doch irgendetwas hat er an sich, dass Frankie in seinen Bann zieht und über Jahre nicht mehr los lässt. Als Karl dann auch noch auf die glorreiche Idee kommt, dass er und Frankie in Las Vegas ihr Glück suchen sollen, nimmt das Verderben seinen Lauf.

Tatsächlich fliegen die Beiden umgehend nach Vegas und es passiert das, womit eigentlich zu rechnen war. Schon am ersten Abend verspielt Frankie sein ganzes Geld, sodass sie mehr oder weniger mittellos gestrandet sind. Doch die Rettung von Frankie erfolgt in Form von Pierre, dem Croupier, der ihn beim Blackjack ausgenommen hat, denn Pierre ist nicht nur Croupier, sein eigentliches Geld verdient er mit Drogen, sodass man eigentlich nicht von Frankies Rettung im eigentlichen Sinne sprechen kann. Frankie jedoch, der selbst dem Koks nicht abgeneigt ist, findet schnell gefallen an der Idee des Dealens, zumal er ja, laut Planung, nicht irgendein kleiner Dealer werden soll, sondern einer, der die edlen Kunden bedient.

Tatsächlich sind Frankie und Karl innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich, doch Erfolg bringt auch immer seine Schattenseiten mit sich. Aus Frankies Sicht hingegen überwiegen natürlich die guten Seiten wie kostenlos Koks und haufenweise Geld, da ist ein immer dominanter werdender Karl ja noch zu ertragen. Doch irgendwann reicht Frankie auch das alles nicht mehr aus, um sein Leben sinnvoll zu füllen, sodass sie Situation nur eines kann: Eskalieren ...


Ein jahrelanger Koksflash! Der Plot wurde erschreckend realistisch erarbeitet, wobei es sich hierbei jedoch nur um eine Annahme meinerseits handelt, da ich mit Drogen so gar nichts zu tun habe, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dieses Buch zumindest teilweise auf Tatsachen beruhen könnte. Protagonist Frankie wurde ausgesprochen tiefgründig und facettenreich erarbeitet, wobei ich hier ganz besonders seinen Drogenkonsum bzw. die Veränderungen, die mit diesem einheringen, bei ihm fand. Der Schreibstil wurde sehr aktuell gehalten, der Autor hat, wie in einem solchen Werk zu erwarten, nicht vor der Gossen- und Alltagssprache zurückgeschreckt, sondern diese effektvoll und gekonnt in Szene gesetzt. Alles in allem kann ich sagen, dass es sich hierbei um ein sehr realistisches Buch zur Thematik Drogenkonsum und dessen Folgen handelt. 


Bewertung: 

Der Autor:
Joe La Vie, Jahrgang 1987, stammt aus dem Oberbergischen Land - um ganz genau zu sein: aus Engelskirchen, einem kleinen Ort mit industrieller Geschichte und traumhafter Landkulisse mitten im Grünen; dem perfekten Ort für eine schöne Kindheit. Doch mit jedem Lebensjahr schlug sein junges Herz stärker für seine heimliche Liebe, die Stadt der Herzen: das aufregende Köln am Rhein. Und in einem unachtsamen Moment kurz vor seinem 18. Geburtstag geschah es: Er konnte der süßen Verführung des Großstadtgeflüsters nicht länger widerstehen und beschloss, seinem Geburtsort den Rücken zu kehren. Dicht gefolgt von einer Nacht- und Nebelaktion, in der er - ohne das Wissen seines Vaters, doch mit seiner Mutter als Komplizin - sein neues Domizil auf dem Friesenwall bezog: ein 40-Quadratmeter-Apartment im Ring-Karree in Köln. Auf dem Klingelschild stand sein neues Lebensmotto: Mittendrin statt nur dabei.
Lang genug waren ihm der Rhythmus der Nacht und das Big City Life vorenthalten geblieben; nun war eine Sache ganz klar: Joe La Vie würde kopfüber und ohne Hose in den Nebel der Bars und Clubs springen, um die Wahrheit hinter den samtroten Vorhängen kennenzulernen.
Köln war also um einen Verrückten reicher. Nach unzähligen nächtlichen Ausflügen hinter die gut polierte Oberfläche der Stadt und den verrücktesten Bekanntschaften, die Köln zu bieten hat, verstand er plötzlich, warum sein 1929 geborener Vater all die Jahre versucht hatte, ihm den Zugang zur "bösen Stadt" verschlossen zu halten. Er wusste, was die Stadt für einen jungen Mann bereithält; schließlich war er selbst Teil des Kölner Milieus der 60er und 70er Jahre gewesen.
Doch es waren gerade jene Geschichten des Vaters aus der Kölner Nachkriegszeit, aus dem Chicago am Rhein, die wie melodischer Jazz in seinen Ohren summten und ihm die Qualitäten der Stadt erst recht schmackhaft machten.
Getrieben von Leidenschaft und der Sehnsucht nach eigenen Erlebnissen dieses Kalibers verbrachte Joe La Vie viele atemberaubende Jahre im Kölner Nachtleben als Grenzgänger. Jahre, in denen es zu keiner Zeit an Skurrilität oder Abenteuer fehlte und er an keinem Tag wusste, was der nächste bereithielt. Und ebenso überraschend wurde er an einem kühlen Herbsttag von einem bisher ungeahnten Talent heimgesucht: dem Festhalten verrückter Gedankengänge und dem Aneinanderreihen von Buchstaben und Wörtern, bis daraus ein fesselnder, der Wahrheit ins Auge blickender Roman wurde: #3 - Koks.Karl.Köln. (übernommen von Joe La Vie)



Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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