Freitag, 14. Juni 2013

[Rezension] Claudia Winter - Heul doch, Paulina!




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 489 Seiten
Verlag: AAVAA E-Book Verlag UG; Auflage: 1., Auflage (17. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862542904
ISBN-13: 978-3862542901
Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 14 x 2,8 cm

Inhalt gem. Aavaa-Verlag:
Ein sektenartiges Lächeln erhellte Edith von Dahlens Miene. Die alte Dame wanderte in der Küche auf und ab, gefolgt von Maximilian - der das Ganze offenbar für ein erfreuliches Spiel hielt – und von zwei irritierten Augenpaaren.
„Wie meinst du das“, kicherte Tabea, „sollen wir etwa die Bank ausrauben?“
„Natürlich nicht. Aber wir könnten so tun. Die Aufregung und der Lärm hätten unübertroffene Vorteile. Der Wachdienst verschwände nach oben ...“,
„... und Paulina hätte freie Bahn im Schließfachraum!“
Tabea sprang auf, Feuer und Flamme. Der Wein ergoss sich über die Tischdecke, Paulina vergaß vorübergehend ihren Schluckauf. In ihrer Vorstellung schrumpften die Küchenwände auf die Größe einer Gefängniszelle zusammen. Sie sah entsetzt von einem zum anderen.
„Das ist nicht euer Ernst!“
„Inzwischen müsstest du wissen Kind, dass ich alles ernst meine, was ich sage“, antwortete Edith trocken

Zum Buch:
Paulina ist der Tollpatsch schlechthin. Sie lebt nach dem Murphyschen Gesetz "Wenn etwas schief gehen kann, wird es auch schiefgehen" (Seite 5).
Zu allem Unglück erwischt sie ihren Freund auch noch in flagranti und zieht kurzentschlossen zu ihrer Freundin Tabea, die zwar verheiratet ist, aber deren Mann in Dubai arbeitet.
Paulina arbeitet in einer Bank und ist einfach zu gut für die Menschheit, denn sie lässt sich Arbeit aufdrängen, ohne aufzumucken. Sie ist ein Arbeitstier und vergisst über die Arbeit auch oft die Zeit.
Als es zu Unstimmigkeiten bei Bankgeschäften kommt, wird sie zwangsversetzt und landet in einer "Abstellkammer". 
Edith, kürzlich verwitwet, muss feststellen, dass ihr Mann ihr nichts als Schulden zurückgelassen hat. Firma verschuldet, Haus verpfändet, Bankkonten alle eingefroren. In ihrer Not rastet sie in der Bank aus, die ihr mitteilte, dass sie an keins ihrer Konten mehr herankommt.
Edith und Paulina lernen sich auf dem Friedhof kennen und Paulina nimmt Edith einfach mit zu Tabea.
Die drei Frauen verstehen sich gut und ergänzen sich. Paulina hat den Verdacht, dass in ihrer Bank nicht alles ganz "rund" läuft und hat auch einen Verdacht. Um dem nachzugehen, kommt Edith auf die Idee, doch einen Banküberfall vorzutäuschen. Wenn das mal nicht in die Hose geht ...

Nachdem ich die beiden Cook & Chill-Romane von Claudia Winter gelesen hatte, war es nur eine Frage der Zeit, dass ich mir auch dieses hier vornehme und ich wurde nicht enttäuscht.

Man trifft in diesem Buch auf drei wunderbare Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein können.
Paulina liebt ihren Job und wird in ihrer Gutmütigkeit ausgenutzt, was ihr fast den Job kostet. Das Wort NEIN scheint für sie ein Fremdwort zu sein. Dank Edith wird sie auf Selbstbewusstsein getrimmt. Die Situationen, in die diese sie bringt, sind gut überlegt und garantieren dem Leser mehr als einen Grinser.
Tabea ist Hausfrau und hat das Gefühl, dass ihr die Decke auf den Kopf fällt. Sie liebt ihren Mann, kann sich aber nicht dazu durchringen, ihm nach Dubai zu folgen. Sie beschäftigt sich mit sinnlosem Bügeln, obwohl sie das gar nicht kann. Tabea ist ganz froh, als Paulina und Edith bei ihr einziehen.
Edith hat nach dem Tod ihres Mannes alles verloren, aber mit Tabea und Paulina auch zwei neue Freundinnen gefunden. Sie versucht den beiden zu helfen, wo sie nur kann und das mit einem Ideenreichtum, der seinesgleichen sucht.

Die drei Protagonisten muss man einfach ins Herz schließen. Sie stehen füreinander ein und kommen in Situationen, die es in sich haben. Nicht alles klappt gleich auf Anhieb, im Gegenteil ... es geht immer noch schlimmer.

Claudia Winter muss sich doch beim Schreiben schadenfroh die Hände gerieben haben, bei dem Versuch, die drei Frauen in ihrem geplanten Vorhaben, die Bank zu überfallen, neue Hindernisse in den Weg zu legen. 
Ich habe mich köstlich amüsiert und sehr gut mit dem Buch unterhalten.

Das Buch erzählt von Freundschaft, Liebe, Intrigen und Betrug. Es hält ein paar Überraschungen parat und ist humorvoll und spannend geschrieben.

Vor Kapitel 1 gibt es das bereits erwähnte Gesetz von Edward Murphy. Die kommenden Kapitel werden eingeleitet mit diversen Erkenntnissen aus Murphys Gesetz. Bei denen habe ich schon das erste Mal gegrinst.

Es ist ein Buch mit sympathischen Protagonisten, die etwas bewegen wollen und das auch tun. Eine humorvolle und spannende Lektüre, die man nicht mehr aus der Hand legt.

Bewertung:


Zur Autorin:
(übernommen vom Aavaa-Verlag)
Claudia Winter ist Diplom-Sozialpädagogin an einer Grundschule und schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten. Als Tochter gehörloser Eltern lernte sie bereits mit vier Jahren Lesen und Schreiben, gefördert von ihrem Vater aufgrund der Sorge des sprachlichen Defizits. Den handwerklichen Schliff erhielt ihr Talent von dem Schriftsteller Rainer Wekwerth.
Neben „Häppchenweise“ erschienen ihre Frauenromane „Ausgerechnet Soufflé!” und „Heul doch, Paulina!” im AAVAA Verlag Berlin, außerdem hat Claudia Winter Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Ihre Protagonistinnen sind starke Frauen mit liebenswerten Schwächen und der Fähigkeit, im Laufe ihrer Geschichten über sich hinauswachsen. Ihre Botschaft ist eindeutig: sich selbst nicht allzu ernst nehmen, mit offenem Herzen durch die Welt gehen, um Flügel wachsen zu lassen.
Die Autorin lebt in Limburg an der Lahn mit ihrem Lebensgefährten und den Hunden Kim und Luka


An dieser Stelle  möchte ich mich recht herzlich beim

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte 

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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