Freitag, 3. Mai 2013

[Rezension] Claudi Feldhaus - Familie, Liebe und andere Sorgen




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Verlagshaus el Gato; Auflage: 1 (25. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943596400
ISBN-13: 978-3943596403

Inhalt gem. el-Gato-Verlag:
Mit ihren gerade 25 Jahren hat Adele schon herbe Schicksalsschläge einstecken müssen: früh verstarben beide Elternteile, seit Jahren herrscht Streit mit ihrem Bruder, ihr Traum eine erfolgreiche Autorin zu werden, erfüllt sich einfach nicht.
Deswegen ist sie dankbar, fernab von Verpflichtungen und ehelichen Hafen ein Dasein in Unabhängigkeit zu führen. Viel Sex, noch mehr Spaß und eine hervorragende Gesundheit machen ihre kleine Harmonie perfekt.
Doch jäh wird sie aus diesem überschaulichen Lebenswandel gerissen, als auch ihr Bruder und dessen Familie bei einem Unfall getötet werden, und sie die einzige Angehörige ihres neunjährigen Neffens Basti ist.



Zum Buch:
Adele ist mit sich und ihrem Leben im Großen und Ganzen zufrieden. Sie ist 25 Jahre alt, hat Jobs, mit denen sie sich über die Runden retten kann, wovon einer das Schreiben von erotischen Kurzromanen ist. Ihr großer Traum ist, ihr verschicktes Manuskript veröffentlicht zu sehen.
Sie lebt mit ihrem Freund Markus zusammen und sie haben Sex, wann und wo sie wollen. Markus, der sich durchaus ein Leben mit Adele als Frau und mit Kindern vorstellen kann, stößt bei Adele in diesem Punkt nicht auf Gegenliebe. Sie hasst Kinder, weiß nichts mit ihnen anzufangen und denkt nicht im Traum daran, sich welche anzuschaffen.
Von ihrer Familie sind ihr nur noch ihr Bruder Yannick, seine Frau und seine 4 Kinder geblieben. Ihre Eltern sind bereits verstorben, wobei sie ihrem Bruder mit die Schuld am Tode ihrer Mutter gibt.
Als ihr Bruder eines Tages mit seiner Familie verunglückt, überlebt den Unfall nur der älteste Sohn, der 9-jährige Basti.
Adele zögert nicht und nimmt Basti zu sich, was nicht nur eine Veränderung in ihrem Liebesleben mit sich führt. Nicht nur berufliche Veränderungen stehen an. Markus ist bei der Betreuung von Basti Feuer und Flamme, konzentriert sich vollends auf den Jungen, so dass es Adele eines Tages zu viel wird und sie ihn rausschmeißt.
Nun ist sie allein mit Basti, da trifft sie eines Tages auch noch eine Jugendliebe aus Kindergartentagen wieder ...

Was kann es schlimmeres geben, als dass man mit einem Schlag fast seine komplette Familie verliert.
Adele, die nur noch ihren Bruder und dessen Familie hat, passiert genau das, denn dieser verunglückt und zurück bleibt nur Basti, der älteste Sohn.
Trotzdem Adele alles andere als ein Kinderfreund ist, nimmt sie ohne zu zögern oder an die Konsequenzen zu denken, Basti bei sich auf.
Sie lernt, auf seine Bedürfnisse einzugehen und versucht, so gut sie kann, gemeinsam mit ihm das Trauma des Familienverlustes zu verarbeiten.
Sie kümmert sich rührend um Basti und beneidet diesen um seine Gabe, schnell Kontakt zu finden. Durch Basti, der zwangsläufig auch die Schule wechseln musste, lernt auch sie neue Freunde kennen. Obwohl anfangs ein wenig skeptisch, freundet sie sich mit Sandy aus Marzahn an, die ihr auch bei der Betreuung mit Basti hilfreich zur Seite steht.
Adele lernt, Verantwortung für einen anderen Menschen zu tragen und überraschenderweise kommt sie damit gut klar.
Durch die Trennung von ihrem Freund Markus erkennt sie, was wirklich wichtig im Leben ist.
Sie vollzieht einen kompletten Wandel in ihren Ansichten, wie sie ihr Leben gestalten will.
Adele muss sich mit Basti zusammenraufen. Dieser hatte das letzte Treffen zwischen Adele und seinem Vater miterlebt, als beide im Streit auseinandergingen. Aber sie gibt nicht auf und erklärt Basti alle Zusammenhänge, warum sie sich öfter mit ihrem Bruder und dessen Frau gestritten hatte. Als sie auch noch Markus als Freund verliert, verliert auch Basti eine weitere Bezugsperson, die es zu kompensieren gilt.

Ein wundervoller Roman voller Familie, Liebe, Vertrauen und letztendlich Glück.
Als Leser erlebt man, wie Adele an ihren Aufgaben wächst und begleitet sie gern auf ihrem Weg.

Das Einzige, was mich wirklich beim Lesen gestört hat, war die Tatsache, dass Basti zu ca. 90 % immer nur als "das Kind" bezeichnet wurde. Anfangs mag das noch passend gewesen sein, denn Adele hatte Probleme mit Kindern und da mag sie es noch von sich aus so gesehen haben, dass Basti in ihren Gedanken eben nur "das Kind" war. Aber da dies konsequent bis zum Schluss durchgezogen wurde, obwohl sie mit Basti eine Einheit bildete, konnte ich das nicht mehr tolerieren. Von daher gibt es den Abzug eines Pfötchens.

Gefallen hat mir, dass der Roman in meiner Heimatstadt spielt, in Berlin. Nicht nur das, er handelt sogar in Marzahn, wo auch ich zu Hause bin. Kleine Anspielungen wie Sandy von Marzahn lockern die Geschichte ein wenig auf.

Bewertung:




Zur Autorin:
(Text übernommen vom el Gato-Verlag)
Claudi Feldhaus, anno 1987, in den ländlichen Gefilden Brandenburgs, wusste mit drei, dass sie Geschichtenerzähler werden will, mit fünf, dass man dafür schreiben können muss und mit sieben, dass der Beruf Autor heißt. Mit zwölf stand für sie völlig fest, dass sie in Berlin leben will. Nach ein paar Umwegen und einem Fernstudium der Belletristik wohnt und arbeitet sie heute in Berlin.







An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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