Freitag, 8. März 2013

[Rezension] Anne-Gine Goemans - Gleitflug



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (13. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458175490
ISBN-13: 978-3458175490
Originaltitel: Glijvlucht
Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13 x 3,2 cm

Inhalt gem. Insel Verlag:
Es gibt gewöhnlichere Wohnorte als den von Gieles, vierzehn Jahre alt und hellwach: Mit seinem Vater und seinem Onkel lebt er in einem alten Bauernhof direkt neben der Landebahn eines Flugplatzes. Vater Willem ist als Flughafenförster dafür zuständig, dass keine Vogelschwärme die landenden und startenden Maschinen behindern, und Onkel Fred betreibt mit ungebremstem Optimismus einen Campingplatz für plane spotters. Gieles' Mutter dagegen ist meistens abwesend, ihre ganze Hingabe gehört ihren Hilfsprojekten in Afrika. Und Gieles selbst? Der ist verliebt, in Meike, die es mit ihren Piercings ein wenig übertreibt, vor allem aber in seine vier Gänse, die nur so lange ein Bleiberecht auf dem Gelände haben, wie sie sich nicht in die Luft erheben. Doch genau das bringt Gieles auf eine zündende Idee, wie er die Aufmerksamkeit seiner Mutter zurückerobern kann: das Geheimprojekt Geniale Rettungsaktion 3032.

Zum Buch:
Gieles, ein 14-jähriger Junge wohnt mit seinem Vater und seinem Onkel Fred nahe eines Flughafens, am Ende der Landebahn. Sein Vater ist der Flughafenförster und hat dafür zu sorgen, dass Vögel und andere Tiere den Flugverkehr nicht gefährden.
Gieles' Mutter hält sich mehr in afrikanischen Gefielden auf als zu Hause, um anderen Menschen zu helfen. Gieles vermisst sie sehr.
Nachdem er von einer Notlandung auf dem Wasser gehört hatte, weil Gänse in die Propeller geflogen waren und die Maschine zum Absturz brachten, hat er eine Idee, die er versucht umzusetzen. 
Er versucht zwei seiner Gänse, die bei ihm zu Hause solange leben dürfen, bis sie fliegen können, zu dressieren. Er will die Rettungsaktion 3032 starten, die ihn als Helden auszeichnet, in der Hoffnung, dass sich jeder in der Nähe eines Helden aufhalten will. Seine Mutter will er auf die Art und Weise zu Hause behalten, dass sie bei ihm bleibt, aber ob ihm das gelingen wird? ...

Gieles ist ein ganz normaler Junge, der gerade in der Pupertät steckt. Er hat es nicht leicht, seine Mutter treibt sich in der Weltgeschichte herum, sein Vater und sein Onkel sind seine Bezugspersonen. 
Nebenbei versorgt er seine 2 Gänse, die er auch versucht zu dressieren. Sie leben in der Nähe eines Flughafens zusammen mit den Menschen, die es nicht vorgezogen haben, wegzuziehen.
Über das Internet lernt er Meike kennen, ein ebenfalls 14-jähriges Mädchen, dass eine Vorliebe für Tatoos und Piercing hat. Sie kommt mit ihren Eltern nicht klar und steht eines Tages vor Gieles Tür.
Sein langjähriger Freund Toon hebt langsam ab, so dass sich diese beiden immer weiter entfernen und sie keine Gemeinsamkeiten mehr haben.

Als Gieles den dicken und fast bewegungsunfähigen ehemaligen Lehrer Super Waling kennenlernt, schämt er sich anfangs, mit ihm gesehen zu werden. Aber Waling ist ein Mensch, dem sein Gegenüber wichtig ist und der in der Lage ist, zuzuhören. Die beiden freunden sich an und durch Waling erfährt Gieles vieles über dessen Ururgroßeltern, die seinerzeit bei der Eindeichung mitgeholfen haben. Auch erfährt er die eigene Geschichte von Waling, in der er erzählt, warum er so geworden ist, wie er jetzt ist.

Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, in der andere Geschichten mühelos mit eingebunden wurden.
So erfährt der Leser ein wenig über die niederländischen Pioniere, die dem Wasser das Land streitig machen. Die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Arbeiter leben mussten, fehlten genau so wenig wie eine Liebesgeschichte.

Durch die Briefe von Gieles Mutter hat der Leser Einblick in die harte und frauenfeindliche Welt, die ihr in Afrika begegnete. Diese Briefe machten nicht nur die Kinder betroffen, sondern auch mich.

Sehr berührend empfand ich die Liebe von Gieles zu seinen Gänsen, vor allem der kleinen Gans Wallies, die selbst ich ins Herz geschlossen habe.

Des öfteren schmunzeln musste ich bei seinen Pupertätsproblemen, die ihn überfielen, wenn er mit Meike zusammen war oder wenn seine Fantasie ihn ein wenig arg beschäftigte. 

Es ist ein fantastisches Buch zum Thema Freundschaft, Liebe, Vertrauen. Die Liebe zu den Tieren wird hier genauso zum Thema gemacht wie die Pupertät. Auch erfährt der Leser ein wenig Geschichtsunterricht in Bezug auf Flugzeugunglücke und der Eindeichung in Holland.

Eine Vielzahl von Protagonisten bereichern das Buch mit ihren jeweiligen Eigenheiten, Geschichten und Macken.
Ein schönes Jugendbuch, das ich weiterempfehle.


Bewertung:




Zur Autorin:
(übernommen vom Insel Verlag)
Anne-Gine Goemans, geboren 1971, wuchs im Bollenstreek auf, dem berühmtesten Tulpenanbaugebiet der Niederlande. Sie studierte an der Schule für Journalistik in Utrecht, wo sie später auch lehrte, sowie in Aix-en-Provence. Als freie Journalistin schreibt sie u. a. über kulturwissenschaftliche Themen.
Für ihren ersten Roman Ziekzoekers erhielt sie 2008 den renommierten Anton Wachter-Preis für das beste literarische Debüt. Ihr zweiter Roman Gleitflug, der 2011 erschien, war nominiert für den BNG-Literaturpreis sowie den Libris-Literaturpreis und wurde mit dem Dioraphte-Preis 2012 ausgezeichnet; er wird derzeit in den Niederlanden verfilmt. Die Band ›The Hype‹ hat, inspiriert von Gleitflug, einen Song geschrieben, »Who Knows, Maybe«. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wohnt Anne-Gine Goemans in Spaarndam, einem Dorf in Noord-Holland.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei 
und dem Verlag 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Chimiko hat gesagt…

Oh, das Buch mochte ich auch sehr. Es hat so einen feinen Schreibstil und geht auch so feinfühlig auf Gieles ein.
Sehr schönes, empfehlenswertes Buch :)

Viele Grüße
Chimiko