Montag, 14. Januar 2013

[Rezension] Margot S. Baumann - Die Frau in Rot




Leseprobe 


Eckdaten:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426509504
ISBN-13: 978-3426509500
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3 cm

Inhalt gem. Knaur-Verlag:
Nach einem Unfall, der ihre beste Freundin das Leben kostete, weiß Anouk, einst ein gefragtes Model, nicht mehr ein noch aus. Sie zieht zu ihrer Großtante in ein beschauliches Schweizer Dorf. Doch bald hat Anouk das Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn sie hört Stimmen, sieht Personen, die schon lange verstorben sind …

Zum Buch:
Anouk, einst ein gefragtes und gut beschäftigtes Model hat schwer mit dem Unfalltod ihrer Freundin Julia zu tun. Sie selbst gibt sich die Schuld, denn eigentlich sollte sie das Auto fahren.
Um ihr Trauma zu bewältigen und ihre Wunden abheilen zu lassen, hat sie sich eine Auszeit vom Modeljob genommen.
Ihre Eltern schicken sie für ein halbes Jahr zu ihrer Großtante Valerie, die unter Altersdemenz leidet und die Zeit braucht bis zur Überbrückung in ein Altersheim. Solange soll Anouk sich um sie kümmern. 
Schon bald nach ihrer Ankunft trifft sie auf ein kleines Mädchen, das nur sie sehen kann. Auch eine Frau in einem roten Kleid erscheint ihr. Beide scheinen irgendetwas von ihr zu wollen, doch nur was?
Gemeinsam mit dem Arzt ihrer Tante, Max Sandmeier, versucht sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Aber es gibt auch einen Gegenspieler, der nicht möchte, dass sie die Wahrheit aufdecken ...

Die Autorin Margot S. Baumann lockt den Leser mit einem gut durchdachten Plot in diese Geschichte.
Der Roman spielt in 2 Zeitebenen, Mitte des 18. Jh. sowie in der heutigen Zeit. Der Handlungsort spielt in der Schweiz im Schloss Hallwyl und Umgebung.

Die Autorin hat in ihrem Roman 2 Frauenschicksale über die Jahrhunderte hinweg gekonnt miteinander verknüpft.
Bernhardine, die 16 Jahre alt ist und im 18. Jh. lebt, wird mit dem bedeutend älteren Burgherrn Johannes von Hallwyl verheiratet. Sie hat keinen guten Stand auf der Burg. Ihr Schwager Gerold hasst sie, hat sie doch dem Burgherrn 3 Kinder geboren und somit sein Erbe verhindert. Als ihre 3-jährige Tochter spurlos verschwindet, macht sie Gerold dafür verantwortlich, weiß sie doch, dass er mit bösen Machenschaften im Bunde ist. Gemeinsam mit ihrem Geliebten macht sie sich auf die Suche, nicht wissend, dass sie und ihre Zwillingssöhne ebenfalls in Gefahr sind.

Sehr gut recherchiert hat die Autorin das Leben im 18. Jh., so dass es dem Leser nicht schwer fällt, sich in die dortige Zeit und deren Geflogenheiten hineinzuversetzen. Sei es das "Verschachern" der Töchter an heiratswillige alte Männer oder dem Leben auf einer Burg.

Anouk dagegen lebt im 21. Jh. und hat mit den Gespenstern ihres eigenen Traumas zu kämpfen.
Seit sie bei ihrer Großtante ankam, hat sie nicht nur mit ihren eigenen Geistern zu tun. Es geschehen eigenartige, nicht erklärbare Dinge. Sie hört Gedichte von Personen, die nur sie hört und die Personen können sich nicht erinnern, diese gesprochen zu haben. Sie sieht ein Kind und eine Frau, die ebenfalls nur ihr erscheinen. Wird sie paranoid oder gibt es eine Verbindung zu ihr. 
Als Leser ist man mittendrin. Man freundet sich mit Anouk an und geht gemeinsam mit ihr die Wege, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Diese erscheinen völlig glaubhaft.

Die beiden Protagonistinnen Anouk und Bernhardine sind zwei starke Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. 
Aber auch mit der Darstellung der weiteren Protagonisten hat die Autorin ein glückliches Händchen gehabt, sei es Marie, die Amme, Valerie, die Großtante der Maler oder der Arzt. Alle konnten mich vollends überzeugen. Selbst die Bösewichter in Vergangenheit und Gegenwart waren interessante Gestalten.

Die Geschichte ist spannend geschrieben, der Schreibstil der Autorin flüssig und leicht lesbar.
Von Beginn an wird Spannung aufgebaut, die immer wieder angezogen wird. 

Ein fesselndes Buch voll Spannung, Tragik, Liebe und Trauer, ergänzt mit einer Prise Mystik, welches ich gern weiterempfehle.

Bewertung:



Zur Autorin:
Die Autorin über sich selbst: 
Meine Laufbahn als Dichterin begann in der zweiten Klasse, als ich der Lehrerin erzählte, meine Eltern hätten mich Fahrenden abgekauft. Als Kind immer auf der Grenze zwischen Realität und Phantasie balancierend, schuf ich mir bereits früh eine eigene Welt, in der meine selbstverfassten Geschichten einen wichtigen Platz einnahmen.
 Mit meinen Gedichten möchte ich dem Leser eine andere Sichtweise auf Alltägliches vermitteln. Dabei versuche ich ihm gleichzeitig eine Emotion zu entlocken. Sei es ein Seufzen, ein Schmunzeln oder eine Zeitreise zu einer fernen Erinnerung. Ich sehe mich als Erzählerin, die mit Worten Bilder im Kopf entstehen lassen möchte, die den Leser für einen kurzen Augenblick in eine andere Welt entführen und ihn zugleich unterhalten.
In den letzten Jahren habe ich mich von der Lyrik entfernt und mehr der Prosa zugewandt. Diese Gattung lässt mir mehr Raum, um meine Geschichten zu erzählen. Und das Tolle am Romane schreiben ist, dass ich meinen Protagonisten befehlen kann: spring! Interessant wird es aber erst dann, wenn sie mich fragen: warum?
Heute schreibe ich Romane über Liebe, Verrat, Geheimnisse und Sehnsuchtsorte. Für meine Werke erhielt ich nationale und internationale Preise. Ich mag raue Küsten, schroffe Felswände, Musik, Hunde, das Leben im Allgemeinen, meine Familie und träume von einem Cottage am Meer.


Von Margot S. Baumann wurden gelesen und rezensiert:



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin bedanken, bei der ich das Buch bei einem Gewinnspiel gewonnen habe.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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