Montag, 22. Oktober 2012

[Rezension] Tessa Korber - Gemordet wird immer




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: btb Verlag (13. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442741718
ISBN-13: 978-3442741717
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 1,8 cm

Covertext:
Als Viktor in den Familienbetrieb einsteigen will, ist Onkel Wolfgang wenig begeistert darüber, dass er seinen Neffen, einen Surflehrer und Weltenbummler, in die ernsten Aufgaben eines Bestatters einarbeiten muss. Als Viktor dann noch eine Patronenkugel im Rücken einer Leiche entdeckt, ist das Chaos perfekt.

Zum Buch:
Viktor ist 10 Jahre durch die Welt getingelt und hat sich nun entschlossen, das Erbe seines Vaters anzutreten ... als Compagnon seines Onkels im Bestattungsgeschäft. Er ist auch wegen Hannah, seiner Schwester zurückgekommen, die den Freitod gewählt hatte. Er will nun endlich wissen, was damals geschehen ist.
Sein Onkel ist nicht gerade begeistert, als Viktor vor der Tür steht. Da er sich nicht in der Lage sieht, ihn auszuzahlen, muss er sich mit seiner Teilhaberschaft wohl oder übel abfinden.
Bei der Versorgung des ersten Toten, den Viktor allein zurechtmachen soll, fällt aus dessen Rücken eine Patronenkugel, die darauf hinweist, dass der Tote nicht wie im Totenschein geschrieben, eines natürlichen Todes gestorben ist. 
Sehr zum Leidwesen der Kommissarin Schneid beginnt Viktor, sich persönlich der Sache anzunehmen und den Mordfall zu ermitteln...

Wer hier einen blutrünstigen Thriller erwartet, wird schwer enttäuscht werden.

Viktor, ein Weltenbummler kommt zurück nach Deutschland und will sein Erbe antreten. Seine Eltern sind in der Zwischenzeit gestorben und er übernimmt nicht nur den Job seines Vaters, sondern auch die Wohnung seiner Eltern.
Er hat schon so ziemlich alles gemacht, von Surflehrer bis Kellner, er hat scheinbar nichts ausgelassen, so dass er immer eine passende Geschichte parat hat.
Er muss sich erst einmal wieder an ein geregeltes Leben gewöhnen und stößt das ein oder andere Mal mit seinem Onkel zusammen.
Viktor, mit einem zynischen Sarkasmus ausgestattet und immer einen flotten Spruch auf den Lippen trifft nicht jedermanns Nerv.
Nachdem er sich ein wenig eingelebt hat, findet er auch Verständnis für seinen autistischen Cousin Tobias. Anders als dessen Vater, der mit der Situation nicht umgehen kann und seiner Mutter, die alles Böse von ihm fern hält, versucht Viktor ihm zu helfen.

Ganz nebenbei ermittelt Viktor auch noch im Mordfall seines ersten Toten, der nicht an Herzversagen, sondern an einer Kugel gestorben ist. Da er ja auch Erfahrung als Privatdetektiv bei seinen Reisen machen konnte, fällt ihm das natürlich nicht schwer. Hilfe bekommt er unfreiwillig und nicht von ihm gewollt, von Miriam, die in ihm gern mehr sehen würde. Zu ihrem Pech steht er aber nun mal mehr auf die schlanken langbeinigen Blondinen.

Was Viktor noch nach Jahren gehörig Probleme verursacht ist der Freitod seiner Schwester Hannah. Er sucht den Schuldigen und hat den Verdacht, dass sein Vater irgendwie beteiligt war. Viktor will für sich und seine Schwester die Vergangenheit aufarbeiten.

Die Aspekte eines Krimis laufen nur nebenbei her. Wert legt die Autorin auf die einzelnen Charaktere und deren Zueinander. 
Viktor habe ich ins Herz geschlossen, nicht nur, weil er einen ähnlichen Humor wie ich hat, sondern weil er auch menschlich denkt und handelt. Man erlebt, wie er reift und Verantwortung übernimmt.

Die Autorin hat selbst ein autistisches Kind und kann daher das Leben mit Tobias und seine krankheitsbedingten Eigenarten wirklichkeitsnah und nachvollziehbar darstellen, was das Wirken der Umwelt auf die Behinderung mit einschließt.

Ich habe dieses Buch genossen, habe Spaß beim Lesen gehabt, auch wenn das Thema vom Grunde her nicht lustig ist.
Interessant sind die Einblicke in die Arbeit des Bestatters und ich hätte gern Mäuschen gespielt, als die Autorin sich zu Recherchezwecken in diversen Bestattungsunternehmen umgesehen hat, denn ich bin davon überzeugt, dass es nicht jeder so locker sieht, wie Viktor.

Die Protagonisten sind so angelegt, dass das Buch förmlich nach einer Fortsetzung ruft und ich würde es sehr begrüßen, wenn ich Viktor, Onkel Wolfgang, Tante Hedwig, Tobias, Miriam und Kommissarin Schneid wiedertreffen würden. 


Bewertung:



Zur Autorin:
Tessa Korber wurde in Grünstadt in der Pfalz geboren.
Sie studierte geisteswissenschaftliche Fächer und begann bereits als Studentin zu schreiben. Zunächst waren es Werbetexte. Schon nach dem ersten Roman gelang ihr der Sprung in die Existenz der freiberuflichen Autoren. 

Von Tessa Korber wurden gelesen und rezensiert:
 



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Nellys Leseecke hat gesagt…

Hallöchen,
ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezension auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst dir das HIER anschauen.

Alles Liebe, Nelly