Samstag, 29. September 2012

[Rezension] Sebastian Fitzek / Michael Tsokos - Abgeschnitten


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 398
ISBN: 978-3-426-19926-8
Erscheinungstermin: 26. September 2012
Format:
Hardcover
Verlag: Droemer


Klappentext:
Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert …


Rezension:
Eigentlich ist Prof. Paul Herzfeld ein friedliebender Mensch, doch als er am Vortag vom rechtsmedizinischen Institut des BKA nach Hause ging, musste er mit ansehen, wie ein grober Bauarbeiter eine trächtige Hündin, die ihrem Herrchen entwischt war, getreten hat. Paul konnte das Unrecht nicht mit ansehen und hat, entgegen seiner Natur, den Täter krankenhausreif geprügelt. Eine Tat, die sich nicht gut macht als Leiter der Rechtsmedizin des BKA in Berlin, sodass ihm am heutigen Tag ein Gespräch mit dem Personalrat bevorsteht. Doch dieses Gespräch wird nie geführt ...

Wie immer, ist Paul auch an diesem Tag pünktlich zur Frühbesprechung am halb acht im BKA. Anschließend steht die Obduktion einer weiblichen Leiche an. Besonders schlimm zugerichtete Opfer bzw. Opfer besonders grausamer Taten landen automatisch in der Rechtsmedizin des BKA. Paul hat schon viel Schlimmes in seinem Leben gesehen, sodass ihn die Leiche der fünfzig- bis sechzigjährigen Frau, die er auf seinem Stahltisch hat, nicht weiter schockiert. Ihr wurden der Ober- und Unterkiefer und die Hände entfernt. Ausgerechnet an diesem eh schon stressigen Tag erscheint auch noch ein neuer Praktikant in der Rechtsmedizin, Ingolf von Appen, der Sohn des Innensenators. Dieser ist ein Nerd, wie er im Buche steht und geht Paul bereits in der ersten Minute ihres Kennenlernens auf die Nerven. Schnell sieht Paul zu, dass er diesen unter einem Vorwand schnellstmöglich aus der Rechtsmedizin schafft, um sich weiter der Obduktion zu widmen. Beim CT der Leiche, stellen er und seine Kollegen fest, dass sich ein metallischer Gegenstand im Kopf des Opfers befindet, es ist jedoch augenscheinlich keine Patrone. Geschickt kann Paul den Gegenstand entfernen - es handelt sich um eine kleine metallene Kapsel. Paul öffnet diese und entnimmt ihr einen Zettel mit einer Nummer und dem Namen Hannah. Unter einem Vorwand verlässt Paul den Sektionssaal, um unbemerkt die Nummer anrufen zu können, denn Hannah ist der Name seiner Tochter, mit der der Kontakt nach der Scheidung von seiner Ex-Frau Petra nur noch sporadisch ist. Doch unter der angegebenen Nummer erreicht er nur eine Mailbox - die seiner Tochter, die ihm darauf um Hilfe bittet.

Umgehend meldet Paul sich krank, denn er muss auf Anweisungen eines gewissen Erik warten, um herauszufinden, wer hinter der Entführung seiner Tochter steckt. Derweil findet die junge Linda auf Helgoland, wo sie sich seit 14 Tagen vor ihrem stalkenden Ex-Freund Daniel Haag versteckt, am Strand eine Leiche und ein Handy. Der Tote hat keine Papiere bei sich, trägt aber ein Shirt mit dem Namen Erik. Linda nimmt das Handy an sich, traut sich aber nicht zur Polizei zu gehen, da diese ihr bereits bei ihrem Ex-Freund nicht geholfen hat. Doch sie hat das Gefühl, dass sie in dem Haus, in dem sie sich vor ihm versteckt, nicht alleine ist. Ist Danny ihr gefolgt? Eigentlich ist sie davon ausgegangen, auf Helgoland sicher zu sein, zumal ein Orkan aufzieht und die Insel die nächsten 3 Tage von der Außenwelt abgeschnitten sein wird. Nach anfänglichem Zögern, nimmt sie das Handy näher in Augenschein und entdeckt, dass mehrere unbeantwortete Anrufe eingegangen sind. Sicherlich hatte der Tote Familie, sodass sie sich entschließt, die Nummer zurückzurufen. Am anderen Ende der Leitung meldet sich Paul und er hat eine Ahnung, wo sich der nächste Hinweis auf den Aufenthaltsort seiner Tochter findet - irgendwo im Körper des Toten. Helgoland ist jedoch von der Außenwelt abgeschnitten, sodass jemand auf der Insel die Obduktion durchführen muss. Das medizinische Personal ist bereits evakuiert worden, sodass Paul nur die Möglichkeit hat, Linda irgendwie davon zu überzeugen, einen toten Menschen aufzuschneiden ...


Das lange Warten ist vorbei - endlich ein neuer Fitzek-Roman, aber leider ist der auch schon wieder ausgelesen! Der Plot des Buches wurde sehr spannend und abwechslungsreich ausgearbeitet, sodass der Leser, wie typisch für Fitzek-Bücher, zwar eine Ahnung hat, in welche Richtung sich das Buch entwickeln könnte, doch immer wieder aufs Neue von den Wendungen und Irrungen der Story überrascht wird. Die Figuren wurden allesamt sehr facettenreich und tiefgründig in Szene gesetzt. Ich war von jedem Einzelnen begeistert und überzeugt, doch mein Liebling, ich gebe es zu, ist in diesem Fall Protagonist Paul. Protagonist Paul erlebt in diesem Buch eine Wandlung, mit der ich nicht gerechnet habe und die mich staunend zurückgelassen hat. Der Schreibstil war ausgesprochen fesselnd und wissenschaftlich fundiert, sodass ich das Buch gleich mal gar nicht aus der Hand legen mochte, was ich jedoch für die Buchvorstellung getan habe, allerdings nur, um mich danach mit Feuereifer wieder ans Lesen zu machen. Viel zu schnell war das Buch ausgelesen, jetzt heißt es wieder: lange warten, bis das nächste geschrieben ist und erscheint.

Bewertung


Die Autoren:
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Gleich sein erster Psychothriller "Die Therapie" eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden Bestsellern "Amokspiel", "Das Kind", "Der Seelenbrecher", "Splitter" und "Der Augensammler" festigte er seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers. Seine Bücher werden in über zwanzig Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.


Michael Tsokos, geboren 1967 in Kiel, ist Professor für Rechtsmedizin an der Berliner Charité. Er leitet das Institut für Rechtsmedizin der Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin.
Er ist der bekannteste deutsche Rechtsmediziner und regelmäßig als Experte im In- und Ausland tätig, beispielsweise für die UN zur Identifizierung ziviler Opfer in Kriegsgebieten.
Seine spektakulären Fallsammlungen "Dem Tod auf der Spur" und "Der Totenleser" wurden 2009 und 2010 zu Bestsellern und hielten sich monatelang auf der Spiegel-Online-Bestsellerliste.


 
Wie ich zu dem Buch kam:
Als absoluter Fitzek-Fan war dieses Buch natürlich ein MUST-HAVE, sodass ich es mir gleich bei Veröffentlichung gekauft habe.

1 Kommentar:

Sabine hat gesagt…

Hallo Kerry,

ich habe nur deine Bewertung angesehen, da das Buch auf meiner must have-Liste gaaaanz weit oben steht und es mir (nach deiner 5 Pfoten-Bewertung) nächste Woche zulegen/lesen werde.

Freu mich schon darauf!

Liebe Grüße
Sabine