Samstag, 4. August 2012

[Rezension] Sylwia Jalocha - Reality sucks!!!


Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 783
ISBN: 978-3-937-79134-0
Erscheinungstermin: 1. März 2011 
Preis: 11,95 EUR
Format: Broschiert 
Verlag: Wenz


Klappentext:
Als Lena Blink sich als Kind vor den Spiegel stellt und begeistert ihr selbst umgenähtes T-Shirt betrachtet, weiß sie sofort: Eines Tages werde ich Star-Designerin! Eine Nähmaschine hat sie bereits, also dürfte der Rest doch wohl kein Problem sein! Knapp 20 Jahre später weiß Lena nur noch eines: Reality sucks! Kein Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Familie und jetzt auch noch den Kellnerjob durch einen Faustschlag präzise in das Gesicht des Chefs verloren Was macht Frau, wenn sie vor dem Nichts steht? Erstens: sich wegträumen. Und zweitens: sich einen reichen Mann angeln! Das Angeln könnte sich allerdings viel einfacher gestalten, wenn der debile Amor nicht ständig daneben schießen würde! Auf der Jagd nach Mr. Perfekt schlittert sie von einer Katastrophe in die nächste: Eigentlich plant sie nur einen erotischen Quickie und landet hinter Gittern. Sie unterschätzt nur ein klein wenig ihren Job als Nanny und die Luxusküche ist nur noch Asche. Endlich schafft sie es auf den roten Teppich wenn es da bloß diese Taube mit dem Magen-Darm-Problem nicht gäbe! Reality sucks!

Rezension:
Lena Theodora Minerva-Manora Blink hatte bisher kein sonderlich glückliches Leben. Als sie noch klein war, starb ihr Vater kurz nach der Hochzeit mit Lenas Stiefmutter im Ehebett. Lena blieb allein zurück, doch ihre Stiefmutter behielt sie bei sich - da Vater Staat gezahlt hat. Als Lena jedoch mit 18 Jahren von der Schule flog, musste sie feststellen, dass auch ihre Stiefmutter sie aus ihrem Leben gestrichen hat, indem sie die Türschlösser auswechselte. Seitdem schlägt sie sich als Kellnerin durchs Leben, zumindest so lange, bis ihr Chef Bekanntschaft mit ihrer Fraust machte - kurzum: Lena ist 25 Jahre alt, ohne Schulabschluss, arbeitslos, verschuldet und zu allem Überfluss auch noch Single. Doch es gibt auch positive Seiten in Lenas Leben: LuLu, Angie, Andy und Yunus - ihre Freunde und Ersatzfamilie. Diese stehen ihr immer mit Rat und Tat zur Seite.

Als wäre die Situation nicht schon schlimm genug, hat Lena zu allem Überfluss auch noch die Angewohnheit, sich jedes ihr bietende Fettnäpfchen mitzunehmen und das Pech quasi anzuziehen. Ihr erster Freund gestand ihr, dass er sie überzeugt hat, unbedingt Priester zu werden; Felix kam mit ihrer klitzekleinen Eifersucht nicht zurecht usw. Kurzum, Mr. Right war einfach nicht in Sicht, aber alles halb so schlimm - jetzt hatte sie ja Zeit, sich den richtigen Mann zu suchen, ihn zu heiraten und Nachwuchs in die Welt zu setzen. Der richtige Mann ist einfach zu beschreiben: Er ist reich, denn arm ist sie ja selbst. Doch auch dieses Vorhaben endet in einer Katastrophe.

Ihre Freunde können das Elend nicht mehr mit ansehen und helfen ihr, zu einem Vorstellungsgespräch in der "Traumfabrik", einer Künstlerakademie, eingeladen zu werden. Denn was auch immer in Lenas Leben schief geht, sie hat das begnadete Talent, sich die schönsten Modekreationen auszudenken und diese umzusetzen und schon als Kind wusste sie, was sie einmal werden wollte: Star-Designerin. Doch auch in diesem Bereich wird sie nicht erfolgreich sein, wenn sie keine abgeschlossene Ausbildung zur Designerin hat. Wider erwartend wird sie sogar angenommen und darf ihre Ausbildung (mit Hilfe einer Bürgschaft für die Ausbildungsvergütung durch ihre Freunde) beginnen. Lena ist wider erwartend äußerst erfolgreich und schafft es schon bald, von sich als Designerin in der "Traumfabrik" einen Namen zu machen ... wenn da nicht immer diese blöden Fettnäpfchen wären, die überall herumstehen, könnte das Leben doch so schön sein.


Was für ein Debüt - mein 1. Highlight in diesem Jahr! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll - dieses Buch hat mich schlicht und ergreifend umgehauen und  nicht mehr aufstehen lassen. Der Plot ist ganz wundervoll ausgearbeitet, immer wenn ich dachte, ich hätte so eine Ahnung, in welche Richtung sich das Buch entwickeln würde - Fehlanzeige, immer wieder wurde ich durch die Wendungen überrascht. Die Figuren wurden allesamt mit sehr viel Tiefe und ausgesprochen facettenreich in Szene gesetzt, ich war von jeder einzelnen hingerissen. Besonders am Herzen lag mir natürlich Protagonistin Lena, dieser arme Pechvogel, die trotz aller Bemühungen immer wieder zu scheitern droht und dennoch das Herz einer Löwin hat und nicht aufgibt. Besonders entzückend fand ich die Szenen, in der mich die Autorin in den Kopf der Protagonistin hat schauen lassen. Der Schreibstil hat mich einfach umgehauen - es handelt sich definitiv um das beste Buch, das ich bis dato in diesem Jahr gelesen habe - immer wieder musste ich eine Unterbrechung beim Lesen einfügen, weil ich einfach nicht mehr an mich halten konnte und gebrüllt habe vor Lachen (ich bin sicher, meine Nachbarn haben sich schon gefragt, warum ich ständig abends in meiner Wohnung grölte), sprich: ich musste mich erst einmal von meinen Lachanfällen beruhigen und erholen, um mich weiter dem Buch widmen zu können. Ich hoffe so sehr, dass es weitere Bücher dieser Autorin geben wird, BITTE!!!

Bewertung: 

Die Autorin:
Sylwia Jalocha, 1983 im polnischen Garwolin geboren, ist in Aachen aufgewachsen und studierte dort Politische Wissenschaften, Soziologie und Baugeschichte. Dazu ließ sie sich in Köln zur Schauspielerin ausbilden. Wenn sie nicht auf der Bühne steht, tanzt sie oder schreibt.
Mit Reality sucks, liebevoll „Nachmitternachtsroman“ genannt, gibt sie ihr literarisches Debüt.

Zur Webside der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


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