Mittwoch, 8. August 2012

[Rezension] Lilli Beck - Liebe auf den letzten Blick



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746627966
ISBN-13: 978-3746627960
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 2 cm

Covertext:
Trau keinem unter 60! Vier Umzüge und ein Todesfall: Mathilde und ihre Freundinnen gründen eine WG, um dem drohenden Seniorenheim zu entrinnen. Doch offensichtlich ist man mit 60 nicht viel schlauer als mit 20, und der schöne Plan schlägt fehl. Statt in der Oldie-Idylle finden sich die vier plötzlich im Mehrgenerationen-Chaos wieder. Und dass die Hormone genauso verrückt spielen wie früher, merken sie nicht nur an Hitzewallungen. Machen wir uns nichts vor: Eher bricht der Weltfrieden aus, als dass eine Frau über fünfzig noch einen Mann findet. Wer in dem Alter noch frei rumschlurft, braucht höchstens eine Krankenschwester

Zum Buch:
Es war so schön angedacht. Zu viert in einer Oldie-WG, die bezahlbar ist. Mathilde, Irma, Amelie und Gustl ziehen zusammen, sie sind alle um die 60, sie kennen sich seit Jahren und sind miteinander befreundet.
Es dauert nicht lange, da bricht Irma aus dieser Gemeinschaft aus, weil sie heiraten will. Kurz darauf entschließen sich Gustl und Amelie ebenfalls auszuziehen, weil sie sich im Alter ineinander verliebt haben und ebenfalls ihr Heim für sich haben wollen. 
Nun ist für Mathilde guter Rat teuer, denn sie hat die finanzielle Verantwortung für die große Wohnung und kann diese nicht allein bezahlen.
Zu allem Unglück gibt es da auch noch einen jüngeren Mann, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht, aber der scheint nur Augen für die junge Sophie zu haben, die eine Treppe über ihr wohnt ...

Lilli Beck hat es sich zum Thema gemacht, über die ältere Generation zu schreiben. 
Sie zeigt uns auf ihre Art, dass mit 60 noch lange nicht alle Messen gesungen sind. Es ist noch genauso gut möglich, sich zu verlieben und Herzklopfen zu spüren.

Um dem Seniorenheim zu entgehen, haben die vier Oldies Mathilde, Irma, Amelie und Gustl entschlossen, zusammenzuziehen und eine WG zu bilden. Wer jetzt denkt, da geht es ruhig und gesittet zu, der irrt. Dort finden sich die gleichen Probleme wie in anderen WG's, sei es eine Küche, die nicht aufgeräumt ist oder sei es ein Gebiss, das jede Nacht in einem Glas im Kühlschrank übernachtet.
Auf witzige und humorvolle Weise lässt uns Lilli Beck an dem Leben der vier teilhaben. Man fühlt sich dort auch als Leser wohl, denn auch wenn es Unstimmigkeiten gibt, die natürlich nicht ausbleiben, sind die vier herzlich zueinander und stehen einander bei.
Natürlich lässt auch die Liebe nicht lange auf sich warten. Der Leser nimmt Anteil an dem Für und Wider der Gedanken, mit denen sich Mathilde beschäftigt. Sie, die gerade erst 60 geworden ist, verliebt sich noch einmal. Ausgerechnet in einen jüngeren Mann, aber der scharwenzelt nur um die junge Mutter Sophie herum, die auch noch seine Kollegin ist. Wer soll da nicht auf dumme Ideen kommen, wenn deren Sohn öfter bei ihm übernachtet und er öfter als nötig bei Sophie anzutreffen ist. Wie gerne würde Mathilde an ein Happy-End glauben, aber die Zeichen stehen nicht gut. Sie ist alt, er jünger ... keine Chance.

Der Autorin ist es gelungen, aus einer übersichtlichen Konstellation von 4 Oldies in einer WG eine Gemeinschaft zu schaffen, in der es hin und her geht und in der immer was los ist. Die Geschichte entwickelt sich in einem Tempo, das keine Langeweile aufkommen lässt.
Als Leser freut man sich mit für diejenigen, denen das Glück im Alter noch einmal hold war und die einen Partner gefunden haben und man nimmt teil an den Sorgen und Nöten von Mathilde.

Für mich war es das Erstlingswerk von Lilli Beck, aber sicher nicht das letzte.

Wenn die Autorin sich eine Oldie-WG so vorstellt und sie die Absicht hat, später eine zu gründen, ich wäre gern mit dabei.
Ich hatte bei der Lektüre des Buches meinen Spaß und kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.


Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen von ihrer HP)
Ich wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren, wo ich auch aufwuchs.
Nach der Schulzeit begann ich in einer Autowerkstatt eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. Nichts davon habe ich jemals wieder gebraucht. Ende 1968 wechselt ich nach München. Im Gepäck: ein schwer verständlicher Dialekt, weshalb ich Tagebücher zu schreiben begann - inzwischen sind es über fünfzig. Nach zwei Wochen tippen bei einem Rechtsanwalt wurde ich von einer Modelagentin (es gab noch keine Casting-Shows) in der damaligen In-Disko "Blow up" entdeckt. Es folgten die ersten Fotos in Paris. Anschließend reiste ich zehn Jahre lang durch die Welt und arbeitete u.a. für Zeitschriften wie BRIGITTE, landete wegen meiner perfekten Beine auf Strumpfpackungen und Plakaten, war die Pirelli-Kühlerfigur der 70er Jahre (der berühmte Kalender entstand erst in den 80ern) und auch Covergirl auf der LP "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz" von Marius Müller-Westernhagen. Zwischendurch absolvierte ich ein Schauspielstudium, war Cutterassistentin, (u.a. bei Wim Wenders' "Der amerikanische Freund"), und bekam erste TV- und Filmrollen. Durch die intensive Arbeit mit Texten begann ich eigene Texte zu schreiben. Nach der Geburt meiner Tochter gab ich die Schauspielerei auf und wechselte hinter die Kamera als Visagistin. 2000 verließ ich die Welt des schönen Scheins, um nur noch zu schreiben. 2002 die ersten Veröffentlichungen von Kurzkrimis.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hatte.

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Sabine hat gesagt…

Hört sich nett an, aber ich befürchte, dass ich mich nicht wirklich in die Protagonisten reinversetzen kann (gehe ja erst auf den Vierziger zu).

Liebe Grüße
Sabine