Mittwoch, 9. Mai 2012

[Rezension] Rachel Joyce - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry



Leseprobe

Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Krüger, Frankfurt; Auflage: 1 (16. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3810510793
ISBN-13: 978-3810510792
Originaltitel: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry

Covertext:
Eigentlich wollte er nur zum Briefkasten. Dann geht er 1000 Kilometer zu Fuß.Von Südengland bis an die schottische Grenze - eine Reise fürs Leben, eine Geschichte von Tapferkeit, Betrug, Liebe, Loyalität und einem ganz unscheinbaren Paar Segelschuhen. 

Zum Buch:
Harold Fry, pensioniert, erhält eines Tages Post von seiner ehemaligen Kollegin Queenie Hennessy, die er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen hat.
Sie schrieb, dass sie in einem Hospiz lebt und dass sie nicht mehr lange zu leben hat.
Harold schreibt ihr einen Brief, dass es ihm leid tut und will diesen zum Briefkasten bringen.
Dort angekommen, erschien ihm der Weg als zu kurz, so dass er zum nächsten geht und dann zum übernächsten. Er macht sich auf den Weg zu Queenie, schreibt ihr noch einen Brief, dass er auf den Weg zu ihr ist und dass sie auf ihn warten soll.
Es beginnt eine Reise einmal längs durch England, in der Hoffnung, dass er Queenie noch lebend antreffen wird ...

Diese Reise, die sich Harold völlig unvorbereitet in den Kopf gesetzt hat, führt ihn nicht nur zu Queenie, sondert sie führt ihn an seine Grenzen, bis es nicht mehr geht. Unterwegs, nur mit Segelschuhen an den Füßen, nicht ausgerüstet für einen 1000 km Marsch und ohne Training gelingt ihm schier das Unmögliche.
Unterwegs trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen und Typen, viele sehr sympathisch, einige weniger. Einige helfen und unterstützen ihn eigennützig, andere wiederum machen sich seine Popularität zu Nutzen, um neben ihm im Scheinwerferlicht zu stehen.
Während dieser langen Wanderung hat Harold Zeit, seinen Gedanken nachzugehen. Er erinnert sich an die Anfänge seiner Ehe und an seinen Sohn. Systematisch seziert er sein Verhalten seiner Frau und seinem Sohn gegenüber und wünscht sich, er hätte vieles anders oder besser gemacht. Er erkennt Fehler und findet zu sich selbst. 
Seiner Ehe, die seit mehr als 20 Jahren nur noch auf dem Papier stand, tat diese spontane Wanderung erst gar nicht gut. Maureen, seine Frau, versuchte den Nachbarn gegenüber zu verbergen, dass Harold sich auf den Weg gemacht hat. Sie schämte sich für ihn. Ihrer Meinung nach hat Harold in der Beziehung mit ihrem Sohn völlig versagt und hält ihm regelmäßig seine Fehler vor. Aber auch sie geht einen schmerzlichen Weg der Erkenntnis, während Harold abwesend ist.
Obwohl sie beide regelmäßig miteinander telefonieren, wissen sie nicht, was der andere denkt, sie haben sich eigentlich nichts mehr zu sagen.

Ein anrührendes und berührendes Buch hat Rachel Joyce hier vorgelegt. Sie lässt Harold und Maureen Wege gehen, die nicht nur nach Kilometern zu bemessen sind. Sie sind beide alt und verbittert und tun sich schwer, die Wahrheit zu erkennen.Beide finden sie zu sich selbst, geben sich ehrlich und können doch nicht fassen, zu welchen Erkenntnissen sie beide losgelöst voneinander kommen.Keiner von beiden machte es sich leicht. 
In diesem Buch der Selbsterkenntnis geht es um Hoffnung, Liebe, Ehrlichkeit und Freundschaft.
Ein Buch, das zum Nachdenken animiert und das mich zumindest noch gedanklich ein Weilchen beschäftigt.

Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen vom Fischerverlag)
Rachel Joyce weiß, wie man Menschen mit Worten ganz direkt berührt. Die Autorin hat über 20 Original-Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet. ›Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry‹ ist ihr erster Roman. Er erscheint in über 30 Ländern auf der ganzen Welt. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim 



bedanken, der mir eins der 100 Exemplare zur Verfügung gestellt hat, die sich auf den Weg gemacht haben, um die Leser zu erobern.

Mein Leseexemplar hat sich bereits auf den Weg zum nächsten Leser gemacht.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Keine Kommentare: