Freitag, 16. März 2012

[Rezension] Karla Schmidt - Die Rote Halle



Leseprobe


Eckdaten: 
Taschenbuch: 320 Seiten 
Verlag: Piper Taschenbuch (Januar 2012) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3492272940 
ISBN-13: 978-3492272940 
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,6 cm

Buchcovertext:
Tanz bis aufs Blut
Ein verlassener Flughafen, eine blutige Ballettinszenierung. Die brutal zugerichtete Leiche einer Tänzerin. Ein Junge, verschluckt von den endlosen unterirdischen Gängen. Und die grausame Botschaft an seine Mutter: Sie kann ihren Sohn nur retten, wenn sie selbst zur Täterin wird.

Zum Buch:
Joseph Rost, ein bekannter Choreograph will "Das Mädchen mit den roten Schuhen" als Ballett herausbringen. Er weiß, dass es sein letztes Werk sein wird und er sucht sich für dieses Stück die Besten aus - u.a. Janina Zöllner als Kostümbildnerin und Dave Warschauer als Tänzer.
In dieser Zusammensetzung hatten sie schon einmal vor 16 Jahren zusammen gearbeitet, was eine Liebesaffäre der beiden ergab, die den Sohn Simon hervorbrachte. Jedoch Dave und Simon wissen nichts voneinander.
Janina und Simon kommen für diese Aufführung von Vancouver nach Berlin, Janina in der Hoffnung, hier wieder bleiben zu können. Ihr Sohn Simon langweilt sich und erkundet das verlassene Flughafengelände Tempelhof und taucht plötzlich nicht mehr auf.
Janina ist verzweifelt, aber was man von ihr verlangt, dass sie Simon wiederbekommt, ist so gut nicht machbar, oder doch?
Wie weit ist eine Mutter bereit zu gehen, um ihren Sohn zu retten? ...


Wer dieses Riesengelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin kennt, kann sich ein Bild von der Größe des Areals machen, in der Simon verschwunden ist.
Karla Schmidt versteht es meisterhaft, dem Leser das Setting bildlich nahezubringen. Die Düsternis der Räume und Hallen, die Weite und Größe der Flächen - ich hatte das Gefühl, dass ich es mit ihren Augen sehe.
Sie lässt den Leser in Abgründe sehen, bei denen man schon hartgesotten sein muss, um sie so einfach wegzustecken. Egal, ob es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, Eifersucht, Egoismus, man kann dies alles noch toppen mit Krankheit, Pädophilie, Mord, Kinderprostitution und Selbstverstümmelung in Form vom Ritzen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, die Autorin hat sehr gut recherchiert und dies dem Leser mitgeteilt.
Der Mörder / die Mörderin (ich will nichts verraten) spielt mit den Menschen. Der Sohn von Janina wird entführt und als Geisel genommen. Es wird ein fieses Spiel und mit Emotionen gespielt, damit Janina eine Handlung tätigen soll, die sie unter normalen Umständen niemals tun würde. Es stellt sich die Frage, was ist eine Mutter bereit zu tun, um ihr Kind zu retten.
Ungewöhnlicherweise beginnt dieses Buch mit dem Ende und ich hatte zu Beginn den Verdacht, dass nun nichts mehr kommen kann, denn das Ende ist ja klar. Aber weit gefehlt.
Der Zeitrahmen umfasst 13 Tage, wobei es Rückblenden ins Jahr 1996 gibt, die Zeit, wo die Protagonisten das erste Mal aufeinander getroffen sind.

Die Protagonisten wurden sehr gut charakterisiert und man konnte die Handlungen der Einzelnen gut nachvollziehen. Eine besondere Tiefe zeigt sich bei Janina und DeeDee.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Die einzelnen Szenen sind gut und nachvollziehbar und sehr detailliert wiedergegeben.

Das ist definitiv kein Buch für zwischendurch, das man mal so eben lesen kann. Ich habe mich schwer getan mit dem Buch, mir persönlich haben sich hier zuviele Abgründe aufgetan, die ich verarbeiten musste. Wer es jedoch gern blutig mag und wer keine Probleme hat, in die Abgründe des menschlichen Wesens zu gucken, für den ist dieses Buch genau das Richtige.

Bewertung:



Zur Autorin:
(übernommen von ihrer HP)
Karla Schmidt
ist Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftlerin und hat Berufserfahrung als Dramaturgin, Lektorin, Dozentin für story telling und Autorin (Drehbücher, Ghostwritings, Zeitschriftenartikel, Kurzprosa etc.) gesammelt.

Mehr Informationen über die Autorin findet ihr HIER
 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag 
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Kommentare:

Sabine hat gesagt…

Hallo Monika,

"Die rote" Halle hat mir auch sehr gefallen, allerdings fehlt bei mir noch die Rezi. ;-)

Liebe Grüße aus Österreich
Sabine

Sabine hat gesagt…

Hallo Monika,

"Die rote" Halle hat mir auch sehr gefallen, allerdings fehlt bei mir noch die Rezi. ;-)

Liebe Grüße aus Österreich
Sabine