Samstag, 7. Januar 2012

[Rezension] Tanja Kinkel - Das Spiel der Nachtigall




Leseprobe 

Eckdaten: 
Gebundene Ausgabe: 928 Seiten 
Verlag: Droemer (2. November 2011) 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3426198185 
ISBN-13: 978-3426198186 
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,2 x 4,8 cm

Buchcovertext: 
Brich alle Regeln. 
Mach Worte zu Waffen. 
Riskier dein Leben für die Liebe. 
Er liebt die Freiheit, die Frauen und das geschliffene Wort. Ende des 12. Jahrhunderts beginnt ein Mann, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu prägen: Walther von der Vogelweide raubt dem Minnesang die Keuschheit, spottet über Fürsten und klagt selbst Kaiser und Papst mit spitzer Zunge an, obwohl in dieser gefährlichen Zeit jeder ketzerische Gedanke den Tod bedeuten kann. Immer wieder kreuzt dabei eine ungewöhnliche Frau seine Wege: Die Ärztin Judith ist manchmal seine Gegnerin, manchmal seine Verbündete – und wie er immer entschlossen, die Welt zu verändern. 
Spannend, emotional, hautnah: Das deutsche Mittelalter-Epos! 

Zum Buch:
Walther von der Vogelweide - Wer kennt ihn nicht, ist er uns doch bereits in der Schule nahegebracht worden. Ein Minnesänger, der Ende des 12. / Anfang des 13. Jahrhunderts lebte. Viel ist von ihm nicht bekannt, was jedoch all die Jahrhunderte überlebt hat - sind seine Lieder.
Er singt von der Liebe und allem, was ihn bewegt. In einem Zeitalter, wo es weder Zeitungen noch andere Medien gab, haben unter anderem die Minnesänger durch ihre Lieder die Meinungen weitergegeben.
Walther kommt als junger Mann nach Wien zum Minnesänger Reinmar, der ihn als Schüler annimmt. Von ihm lernt er das Handwerkszeug eines Sängers. Er lebt auf der Klosterneuburg in Wien, die dem Herzog Leopold von Österreich gehört. Als dieser bei einem Reitunfall sehr schwer verletzt wird, werden alle Ärzte aufgerufen, auf die Burg zu kommen, um den Herzog zu heilen.
Judith und ihr Vater, beide jüdischen Glaubens, die auf dem Weg nach Salerno sind, wo Judith sich als Ärztin ausbilden lassen möchte, hören davon und sind bereit, dem Herzog zu helfen. Ihr Vater ist nicht glücklich darüber, vermutet er doch, dass, sollte der Herzog sterben, ein Sündenbock gesucht werden würde und es wären mit Sicherheit als erstes die Juden, die man beschuldigen würde.
Hier auf der Burg begegnen sich Walther und Judith zum ersten Mal. Sie halten beide nicht viel voneinander und ihre Begegnungen enden mit gewaltigen Wortgefechten.
Judith zieht mit ihrem Vater weiter. Als ihr Vater stirbt, gelingt ihr die Flucht, bevor sie verheiratet wird. Sie geht nach Köln, wo sie von ihren Verwandten nur noch ihren Onkel Stefan, einen Kaufmann, und seine Familie vorfindet, die dem Judentum abgeschworen und zum christlichen Glauben konvertiert haben.

Nach dem Tod von Kaiser Heinrich beginnt eine Zeit der Machtspiele in Deutschland. Welfen und Staufer beanspruchen jeweils die Krone und schrecken auch nicht vor Krieg und Gewalt zurück.
Judith gerät in die Machtspielchen ihres Onkels, der bestrebt ist, Otto von Poitou zum deutschen König und Kaiser krönen zu lassen. Sie entkommt ihm ...   
Walther ist als Sänger auf vielen Burgen bei Herzogen und Königen zu Gast und macht sich sein eigenes Bild von den potenziellen Anwärtern auf den Thron. Seine Meinung darüber verarbeitet er in seinen Liedern und verbreitet diese. 
Walther und Judith begegnen sich im Lauf der Jahre viele Male und lernen sich besser kennen und lieben. Jeder trägt ein schwerwiegendes Geheimnis mit sich herum, das er nicht bereit ist, preiszugeben. Die beiden werden in den Strudel der Ereignisse um den Königs- und Kaiserthron mit hineingezogen und versuchen ihn, nach ihren Vorstellungen zu lenken ..., aber gibt es für ihre Liebe eine Zukunft? ... 

Tanja Kinkel hat hier ein Mammutwerk um den Sänger Walther von der Vogelweide geschaffen. Der Roman hatte als Anhaltspunkt die Werke von Walther und die geschichtlichen Ereignisse, die nach dem Tod Heinrich IV. in Gang gesetzt wurden. Darum eine Geschichte zu schreiben ist ihr meisterhaft gelungen. Die Person Walther von der Vogelweide ist real, die der Judith ist frei hinein interpretiert worden. Die Ereignisse sind so gut recherchiert und in eine Geschichte gepackt worden, dass man das Gefühl hat, man ist mittendrin. Die Protagonisten sind sympatisch und liebenswert gezeichnet. Sie werden als Spielball der Mächtigen benutzt, bis sie erkennen, dass sie selbst auch etwas bewegen können.

Ein Pfötchen muss ich leider abziehen, da mir persönlich die geschichtlichen Ereignisse als zu detailliert und genau beschrieben wurden, so dass  mir stellenweise der Kopf schwirrte.

Es ist ein Buch, dass man nicht mal so nebenbei lesen kann, aber für Interessierte an frühe deutsche Geschichte absolut empfehlenswert.


Bewertung:  





Zur Autorin:
(Text übernommen von buecher.de)
Tanja Kinkel, geb. 1969 in Bamberg, verfasste bereits im Alter von acht Jahren ihre erste Erzählung. Heute ist die promovierte Germanistin eine der erfolgreichsten Autorinnen historischer Romane, die regelmäßig die Bestsellerlisten erobern und in neun Sprachen übersetzt werden. Schon 1992 wurden ihre ersten beiden Bücher mit dem Bayerischen Staatsförderpreis für junge Schriftsteller ausgezeichnet. 'Wenn es nicht wahr ist, dann ist es eine gute Geschichte', so zitiert Tanja Kinkel ein italienisches Sprichwort und umschreibt damit zugleich ihr persönliches Erfolgsrezept.
Weitere Infos über die Autorin findet ihr HIER 

Hier noch ein Interview mit Tanja Kinkel zum Buch:


 An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der 


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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